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Toleranz? Einfach nur ein anderer Ausdruck für Bequemlichkeit?
30.10.2009 10:52
In vielen Profilen lese ich, dass der Partner tolerant sein soll ( ganz nebenbei fordern das viele Leute, die nicht mal Tol(l)eranz schreiben können).
Ist das nur Faulheit und bedeutet, dass der zukünftige Partner gefälligst zu ertragen hat, dass er/sie auf die Auslegware rotzt oder Mundgeruch das Parfüm ersetzt?
Bedeutet Toleranz, dass man zu bequem ist auf den Partner einzugehen und sich so einem ständigen Änderungsprozess zu unterziehen?
Oder bedeutet Toleranz nur, dass man einfach weiter sucht...Verlobung = festhalten und weitersuchen?
Welche Erwartung verbirgt sich hinter dem oft geschriebenen Wort Toleranz?
Kommentare
Thohom schrieb am 30.10.2009 um 11:10:07
ja, aber toleranz ist nix anderes als duldung.
sind die leuts denn der meinung, dass ihre vorlieben, marotten nicht akzeptierbar sind?
Thohom schrieb am 30.10.2009 um 11:17:12
@ baba
willst du damit ausdrücken, dass hier mancher worte benutzt, die er/sie selbst nicht richtig zu deuten weiss?
Thohom schrieb am 30.10.2009 um 12:29:02
beweise, dass manche nicht mal die richtige schreibweise wissen?
google mal: handica love tollerant......da kommen einige ;-)
KlausyMausy schrieb am 30.10.2009 um 13:29:20
Tolerant......Tolerieren.....ja was ????
Da gibs viele auslegungssachen dazu......vielleicht wenn der partner gerne Fremdgeht obwohl in einer Beziehung lebt..???
Oder der Besuch von "Einrichtungen" der besonderen Art ????
Oder man sagt: "Eh Alter wenn wir schon zusammen sind mußte es auch tolerieren das ich ab und zu mal mit fünf anderen durch die Kiste hopse..??"......
Wie gesagt, bei diesem Wort gibs viellerlei Auslegungssachen.....daher soolen die Leute die diese Wort in ihren Profilen stehen haben bitte auch genau erklären was sie damit meinen.......
Thohom schrieb am 30.10.2009 um 14:41:21
@ trulove..etc.
meinst du es sind die kleinen lässlichkeiten, die toleriert werden sollen? oder auch wichtige/bedeutetnde dinge, wo verständnis für erwartet werden muss?
klausy deutet da ja einiges an.
vilelleicht soll es ja bedeuten: wenn du nicht tolerant bist, kriegst nie nen partner ab und ich würde dich nehmen, aber mich ändern? nee....
KlausyMausy schrieb am 30.10.2009 um 15:28:56
siehste Thohom....so kommen wir schon eher auf die "Schiene" was damit gemeint sein wird......
Fremdgehen......ausgelassene Party´s feiern mit Partnertausch.....(Bäumchen wechsle Dich....fg)......GS - Party´s.........flirten..... fremdrumknutschen........*grins*
Thohom schrieb am 30.10.2009 um 15:37:05
kettenhemden und evtl. der sprung aus der staubwolke vom schlafzimmerschrank?
Thohom schrieb am 30.10.2009 um 16:03:30
...schreiben die, die toleranz einfordern auch, dass sie selber tolerant sind?
so im sinne von: ich habe nichts dagegen, dass du behindert bist...*fg
Fuchsmajor01 schrieb am 30.10.2009 um 18:16:57
@true....kaso
Du gibst den entscheidenden Hinweis ...."dann ist mir das wurscht" ....
Toleranz bedeutet doch realiter, daß einem irgend etwas wurscht ist und wenn jemand plaktativ Toleranz fordert, dann sagt er damit:
Ich will Dir wurscht sein ....... nicht wahr ?
Und die Erklärung gibt's auch noch dazu:
Wir können unheimlich tolerant und großzügig sein, wenn en Mensch ganz weit weg und uns völlig unbekannt ist. Je näher ein Mensch zu uns rückt, um so geringer wird die Toleranz und ist er erst einmal unser Lebenspartner, dann ist uns so ziemlich gar nichts mehr wurscht an ihm.
Ausnahme: wenn er lauthals Toleranz fordert ........
Fuchsmajor01 schrieb am 30.10.2009 um 18:43:08
@true...kaso
Dich habe ich wirklich nicht gemeint, sondern lediglich das Wort "wurscht" als Aufhänger aus Deiner Rede genommen.
Toleranz ist für mich persönlich überhaupt nichts positives und wer in konkreter Situation (in einer Partnerschaft) Toleranz begehrt oder den anderen der Intoleranz bezichtigt, der benutzt dies m.E. als Totschlagargument, weil er sich an dieser Stelle einfach nicht mit dem anderen oder mit sich selbst beschäftigen will und unerledigt abblockt.
Tolerant bin ich nur gegenüber einem Fahrrad'l, das gerade in Peking umfällt .....
Thohom schrieb am 30.10.2009 um 19:39:35
@ truelove.....
ich bin der meinung, dass dein mensch nie "fertig" ist mit lernen, reagieren auf die umwelt....und genau das bedingt für mich einen dauerhaften arbeistprozess an mir. bist du wirklich der meinung, dass du dich nie mehr veränderst?
wenn mir einer sagt: bleib, wie du bist....dann denke ich nur: toll, der ist zu bequem sich auf mich einzustellen, auf meine ideen, launen etc.
Thohom schrieb am 31.10.2009 um 09:03:36
@ truelove....
ich glaube, hier hat niemand nur von charakter oder so gesprochen.
ich habe immer allgemein von veränderung in mir gesprochen und warum soll mein charakter da nicht zufällig auch etwas mitbekommen. wichtig ist doch, dass ich so eine veränderung selber will und ich auch merke, dass es mir guttut, wenn ich durch meine veränderung z.b. bei andren leuten besser ankomme.
Fuchsmajor01 schrieb am 31.10.2009 um 10:58:44
@thohom
"bleib wie du bist" ..... ist doch normalerweise ein Kompliment. Wer das sagt, möchte auch weiterhin einen bestimmten Wesenszug des betreffenden Mitmenschen genießen und drückt ihm quasi die Daumen, daß er diesen Zug nicht verliert.
Siehst Du es wirklich so, daß man damit lediglich nicht bereit ist, sich auf jemanden einzustellen ?
Auf Launen möchte ich mich allerdings tatsächlich nicht einstellen - ich persönlich betrachte es als eine Zumutung, wenn jemand ungezügelt seinen Launen freien Lauf läßt.
Thohom schrieb am 31.10.2009 um 17:37:47
ja fm...ich sehe das so.....wenn du mal etwas genauer drüber nachdenkst, kommst du auch drauf, dass stillstand nicht unbeding das ist, was du in deinem leben möchtest.
Thohom schrieb am 31.10.2009 um 17:39:40
btw fm...es geht nicht um launen....es geht eher darum, dass das ganze leben veränderung bedeutet....oder hat sich einer von euch vor 20 jahren ausgemalt, dass man sich hier auf ner blauen seite im internet trifft und redet? nur eins von beispieken der veränderung.....oder hast du im leben keine weiteren erfahrungen gemacht, die dich verändert haben?
Fuchsmajor01 schrieb am 31.10.2009 um 18:25:26
@Thohom
das hat ja niemand gesagt, daß man sich nicht verändern würde. Idelaerweise sind diese Veränderungen im Laufe der Zeit aber Verfeinerungen oder Gewichtsverlagerungen mit dem Ziel des Positiven.
Das Gute bzw. jenes, was zu sich selbst paßt, sollte aber sinnigerweise bewahrt werden.
Eklatante Richtungswechsel, wie in jungen Jahren, erfolgen für Leute mittleren Alters ja kaum noch - und das macht sie attraktiv füreinander.
Aysha schrieb am 31.10.2009 um 19:16:22
Toleranz ist das menschenfreundliche Verständnis für Eigenschaften, Auffassungen und Handlungen anderer Individuen, die der eigenen Gewohnheit, der eigenen Überzeugung und dem eigenen Geschmack fremd sind. Toleranz heisst also nicht Gleichgültigkeit gegen das Handeln und Fühlen des oder der anderen; es muss auch Verständnis und Einfühlung dabei sein. Albert Einstein in "Albert Einstein-The Human Side" 1979, Princeton University Press, S154
Thohom, Toleranz und der Wunsch nach einem Veränderungsprozess schliessen einander mE nicht aus. Etwas zu tolerieren, bedeutet "leben und leben lassen", aber nur bis zu einer gewissen Grenze, wo dieses obengenannte "Fremdsein den eigenen Gewohnheiten und der eigenen Überzeugung gegenüber" nicht meinen eigenen Grundwerten und Überzeugungen zuwiderläuft.Fremdsein impliziert ja, dass man diese "Fremdartigkeit" graduierlich abbauen kann, indem man den anderen mit all seiner Komplexität verstehen lernt und sich ihm bestenfalls annähert, wobei natürlich diese Annäherung von beiden Seiten her passieren sollte.
Etwas tolerieren heisst etwas "dulden", obwohl man es vielleicht im Anfangsstadium nicht ganz versteht. Erst wenn man es versteht und sich in den Partner hineinversetzen kann, findet die Metamorphose von Toleranz zur Akzeptanz statt, die meiner Meinung nach auf der nächsthöheren Ebene angesiedelt ist. Tolerieren kann man schnell was - aber Akzeptanz ist die Haltung, die angestrebt werden sollte.
Ich kann beispielsweise einen behinderten Partner "tolerieren" - das impliziert aber, dass er mir "fremd" ist. Aber erst wenn ich ihn akzeptiere, bedeutet das, das ne Annäherung stattgefunden hat.
Thohom schrieb am 01.11.2009 um 18:28:30
@ fm
ich habe weder von grossen, noch von kleinen veränderungen geschrieben.....diese differenzierung ist dein ding.
erfahrungen führen normalerweise auch zu veränderungen...und warum dürfen die nicht gross sein? auf jeden fall halte ich stillstand für sehr bedenklich.
@aysha
danke für die ausführliche darstellung. mich interessierte im eingangsbeitrag mehr der punkt, was die leute, die tol(l)eranz in ihrem profil explizit erwähnen, eigentlich damit meinen.
Aysha schrieb am 01.11.2009 um 19:14:55
@thohom
Ich denk mal, dass die meisten Leute Akzeptanz meinen, wenn sie Toleranz schreiben. Man spricht ja meistens (meiner Meinung nach fälschlicherweise) von Toleranz, wenn man in Wahrheit "Akzeptanz" meint.
Oder es ist einfach der Wunsch, nicht verändert werden zu wollen und nicht nach den Wünschen des anderen ummodelliert zu werden, um besser in ein Anforderungsprofil zu passen.
Thohom schrieb am 01.11.2009 um 20:22:17
tja aysha, da frage ich mich dann immer, warum es diese zwei verschiedenen worte gibt ;-) ich bin der meinung, dass man auch wissen sollte, was worte bedeuten, wenn man sie benutzt. wäre doch sicher spannend, wenn ich in einer fremden sprache die worte willkürlich zusammenstelle und dann noch erwarte verstanden zu werden. heiteres raten...was ist gemeint?
ummodellieren....geht das überhaupt? aber wenn ich mich nicht verändern will und somit ja mit dem status quo zufrieden bin.....wozu brauche ich dann nen partner? ;-)



Thohom schrieb am 30.10.2009 um 10:59:08
Du meinst, es soll also ein Duldungsabkommen ausgehandelt werden? Wäre in einer Beziehung nicht Akzeptanz besser? Die Definitionen hatten wir ja erst kürzlich.