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Sind Wfbm noch zeitgemäß?

Sind Wfbm noch zeitgemäß?
Kein Vorhaben. Eher die Frage sind Wfbm noch zeitgemäß? Klar für Menschen mit einem ausgeprägten Handicap sicher keine schlechte Alternative zumal die Betreuung und das pädagogische geklärt ist. Aber was ist mit denen die zu schwach für den Arbeitsmarkt sind aber zu stark,fit für die Werkstatt.

Vorweg arbeite selbst in einem integrativen Café was offiziell als Wfbm fungiert. Aber da man mit Kunden arbeitet sowie Caterings veranstaltet. Und das teilweise recht groß und aufwendig. Ist die Frage der Bezahlung doch dahingehend recht fragwürdig. Ja man bekommt irgendwann ne gute Rente aber dennoch arbeitet man für einen Hungerlohn der nicht höher ist als das Arbeitslosengeld. Da wünscht man von der Regierung doch mindestens etwas was in ahnlicher Höhe eines Mindestlohns ist.

Das Problem ist einfach das Firmen eher die Strafe zahlen als jemand mit Handicap auf dem ersten Arbeitsmarkt einzustellen. Und dieses obwohl Boni locken würden.

Wie gesagt für Menschen mit größerem Handicap vilt vollkommen in Ordnung aber andere fallen irgendwie durchs Raster oder haben das nachsehen.
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Kommentare

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Wonni 10.12.2025 08:24
Die Erfahrung habe ich leider auch gemacht, dass es sehr schwierig oder weitestgehend unmöglich ist, mit einem Handicap in der Arbeitswelt Fuß fassen zu können. Selbst wenn man die Unterstützung von einer WfbM hat  und/oder von der Eingliederungshilfe.
 
Wonni 10.12.2025 08:27
Das mit dem integrativen Café finde ich toll! Ich habe da mal einen Bericht gesehen.
 
Alexa 10.12.2025 08:30
@ElmoChris

Super, dass du es hier rein gesetzt hast 👍
 
Thohom 10.12.2025 09:11
Welche Alternative schlägst Du vor ElmoChris?

Höhere Bezahlung und dann übernimmst Du alle Kosten für Dich selber? Arbeiten bis zum "normalen" Renteneintritt?
 
AlpenWanderer 10.12.2025 09:17
Kann man H-L von der Grundsicherung kaufen oder muss der Staat das übernehmen?
 
Brummsel 10.12.2025 09:29
Wer Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt hat wird diese trotz Handicap auch nutzen. Könnte genügend Beispiele nennen.
Für andere ist das Model der Wfbm sicher eine willkommene Alternative etwas sinnvolles zu arbeiten und auch um soziale Kontakte zu ermöglichen.

Und so hat jeder, der irgendwie arbeiten möchte, auch die Möglichkeiten.
 
Thohom 10.12.2025 09:50
Wer ist André?
 
merry1 10.12.2025 09:54
"Das Problem ist einfach das Firmen eher die Strafe zahlen als jemand mit Handicap auf dem ersten Arbeitsmarkt einzustellen. Und dieses obwohl Boni locken würden." 

Das wird mit Sicherheit Gründe haben. Denn die Unternehmen würden jemanden einstellen, wenn sie sich davon Gewinn versprechen würden.

Des Weiteren stellt sich die Frage, ob man mit der Behinderung den Belastungen/der Leistung auf dem ersten Arbeitsmarkt langfristig gewachsen ist?
 
vrono 10.12.2025 09:59
Fast jeder.. 

Bei der Frage nach dem „Zeitgemäß“ schwingt für mich mit, waren sie es je?

Da finde ich es sinnstiftender manchmal, wenn man Ehrenamt oder Verein schafft.
 
Wenn man finanziell nicht in der Not ist, auf diese Arbeit wegen Rente angewiesen zu sein. 
Teilhabe an diesem Sozialleben und Arbeiten dürfen, wo man noch kann, finde ich eine prima Idee. 

Ich wollte auch durch Arbeit wieder teilhaben, hab das nicht hinbekommen, dann durch Studium, hab das nicht hinbekommen. Und durch „Ruhestand“ bissl schwierig… IFD (Integrationsfachdienst) das ja da hilft, konnte mir im Anliegen nicht helfen, da sie nur für geistige Behinderung unterstützen. Arbeitsamt schaff ich ohne Hilfe nicht mehr.. Nachbarschaftshilfe hat grad keine Kapazität. 
Also red ich mir grad ein, dass ich „Selbstständig“ bin und mir grad einfach irgendwas aufbaue. Hilft n bissle.. macht auch, dass hier nun sieben Hüte hängen, die zumindest hübsch anzusehen sind und Zeugen dafür, dass ich ja im Grunde möchte. Aber 🥴😅
Immerhin Beschäftigung. Jetzt nur noch rausgehen für die Sozialkontakte. Wenn ich mit dieser Arbeit Geld verdienen könnte, würde ich vermutlich einen Coworkingspace anmieten davon - da bekommt man auch Gesellschaft. 

Vielleicht bringt dieser Kommentar hier jemand anderem (einem stillen Mitleser) positive Vibes oder Ideen. Würde mich freuen. Kenne noch andere auf HL mittlerweile mit ähnlichen Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt. 

Und jetzt frag ich mal in der Antidiskriminierungsstelle nach, ob die mit Ideen weiterhelfen können. Da wart ich heute auf einen Rückruf (diese Teilhabe alleine zu organisieren fühlt sich an, als wäre man grad so ein hipper Existenzgründer) 🤣
 
mwc89 10.12.2025 10:10
Mein Gesichte/anzicht 
Hat sich über den Zeitraum geändert 
Ich bin seit 2010 nach Deutschland gekommen von der Niederlande.
In Aussicht was auf zu bauen 
In 2012 habe ich den Status ASP bekommen mit eine Gdb von 60%
Haben hier ein 2e Ausbildung gemacht da den 1e nicht an erkannt worden .
Nach den Ausbildung bin ich in ein Betrieb schaffen gegangen mit viel Konflikt zwischen Mitarbeiter da keinen mich zu hören wollte 50% sagte ich wäre hochbegabt und weiß aless 
50% sagten ich sein schwachbegabt 
Und bin nicht zu gebrauchen.
Hier auf hatte ich mehrmals mit ein Begleiter vom atz zum personal Rat gesagt 
Das wie beim Bewerben Gespräch 
Ich wie jede andere bin nur das meine Stärke und Schwäche weiter auseinander Ligen.
Den Firma hat den Ausgleich vom Arbeitsamt mit genommen Ende der Probe Zeit gekündigt.
(Depressive krank im Krankenhaus)
2e Firma in Luxemburg aless ging gutt Kollegen wäre zu Frieden vom Zeit Vertrag auf unbefristet angestellt lief alles gut 
Bis nach einem Jahr abwesend heit den Personalleiter zurück war und in der Meinung war mich komplett noch Mall zu Auszubildenden in den Zeitraum hatte wir 2 neu Mitarbeiter ich war schön ein Jahr da 
Solang bist ich wieder im Krankenhaus war
Und gekündigt worden bin 
Dan mehre Jahre Praktikum vom Arbeitsamt 
Zum kein Erfolg 
Anstellung bekommen nationalen Park 
2 Jahre Zeit Vertrag 
Keine Verlängerung zu teuer 
Da waren meine Arbeits Tage schon reduziert 4x wochen 4.5stunde 
Dan den Arbeitsamt auf dem Idee rea zu machen von 19 dez bis 11 jan 2024
Entlastung aus der Klinik Arbeitsunfähigkeit 
Krankgeschrieben und seit diesem Jahr 
Erwerbs Minderung Rente .

Wollte immer arbeiten habe mich immer bemüht wo Andre aufgeben haben .
War jetzt aber so müde das ich gewisse 
Aufgeben habe.😓

Ich komme nicht ganz da mit klar 
Versuche es best raus zu machen 
Freundliche Grüsse 
Mark
 
vrono 10.12.2025 10:11
André ist ne Autokorrektur, den kenn ich leider auch 😅
 
vrono 10.12.2025 10:26
MWC.. 

Danke, das ist ein mutiger Beitrag von dir. 
Und es ist egal, ob du zu geringen oder zu hohen IQ hast. Eigentlich sollte das egal sein. Aber wenn man nicht in der Mitte liegt und dann ja auch noch andere Dinge hinzukommen können, dann passt man da nicht rein. 

Ich hab jetzt auch mit Burnout oder Fatigue zu kämpfen. Das bringt es halt wenn man möchte und sich anstrengt und Jahrelang probiert und immer wieder vor den Kopf gestoßen wird. Man brennt aus. Irgendwann kann man nicht mehr. Und der Kampf ist ja auch unerträglich. 

Krass, dass du es überhaupt durchgehalten hast. Und Respekt dafür. Du hast das auch mit etwas Gesundheit bezahlt. Da fühle ich so mit dir mit, dass ich dir danken möchte. 

Hatte auch schon überlegt in die Niederlande auszuwandern.. die Sprache ist ja auch schön. 😌

Ich Kämpf grad seit Monaten damit, doch wenigstens vor der Uni parken zu dürfen… hab mir extra ein anderes Studium gesucht mit Aufzug und Behindertenansprechpartnerin. Und dann scheitert es dran, dass ich da immer noch nicht parken darf. Letzten Monat sollte der orangene Parkausweis kommen.. und immer wieder melden sich Leute vom Verkehrsamt, weil ich ja aG haben müsste nach ihrem Verständnis, aber das bekommt man nicht, wenn man nur im Straßenverkehr Rollifahrer ist… und das wäre noch OK… jetzt warte ich wegen G auf den orangenen Ausweis, wurde gerade wieder um einen Monat vertröstet. In zwei Monaten sind die Prüfungen. Meine Begleitperson die ich selbst zahle ist leider nicht mehr verfügbar und gerade auch kein Ersatz. Und für das Studium müsste man auch zwei Praktika absolvieren - auch hier keine Unterstützung bei der Suche.. und bei allen Anträgen und Stellen versteh ich nichts mehr.. 

Und jetzt nach weiteren Monaten davon, bin ich zu erschöpft und denk mir nur.. eigentlich schade drum
 
mwc89 10.12.2025 10:33
Danke haben noch Plätze in den Boot frei
Aber leider geht das Leben weiter 
Bleibe mutig
 
LaVyx 10.12.2025 11:14
Was wäre eine Alternative zur Wfbm?
 
vrono 10.12.2025 11:52
Alternative, die ich geil fände wäre mir die ganzen Leute hier zusammenklauben, die das auch erleben und in diesen Stillstand im Leben gezwungen werden - in diese Isolation. 
In diesen Abspruch aller Fähigkeiten Potenziale und all der Kraft die da sind.. gezwungen werden, bis die Kraft ausgeht irgendwann. 

Alternative: sich zusammenzusetzen und nen Verein gründen oder oder.. nen Sozialarbeiter, Pfleger, Jurist, sonstwas noch dazu, was es halt braucht …und dann ein eigenes Business aufbauen. 
Eine sinnstiftendere Werkstatt. 

Oder zumindest eine Party planen für alle 🤷‍♀️
Weil es heißen müsste - zum Glück geht das Leben weiter (nicht leider)
Leider ist Scheiße, Leben sollte nicht Scheiße sein. 


Entschuldigung an dieser Stelle, wenn mir die Worte fehlen rutsche ich ins derb-vulgäre ab.
 
perfectday 10.12.2025 12:09
Elmo, finds gut, dass du diesen Blog aufgemacht hast. So werden Menschen auf dich aufmerksam!Ich bin mir sicher, du bist ein netter Kerl!😊

Zum Thema kann ich nicht viel beitragen. Für manche passt die "Werkstatt" sehr gut, für manche gar nicht.
 
mwc89 10.12.2025 12:52
Gewisse Maß habe ich noch Glück 
Da ich ein paar richtige Mensch im Leben kenne lerne durfte den der Unterschied nicht interessiert und selbst eingegriffen habe wen andren hinterhältig worde.

Den glauben von Integration hat auch schön beim Mitarbeiter Behörden zu geschlagen 
Ken ein Person der für BAMF gearbeitet hat 
Früh in Rente wegens krank.
Den Person hat mich sehr geholfen und ein Freundschaft schon 15 jahr
Den hat mich in Anfang viel begleitet und 
Stand auf gleich hoch wie den Behörden 
Da war dann auch den enttäuscht wen men am Andre seit vom Tisch sitzen .

Hätte Not gezwungen durch ihre krank heit 
Gesetzlich Betreuer.
Am Ende 6 betreuer und 10.000€ zurück zu zahlen am Arbeitsamt.
War bis auf Sozialgericht.
Aussage Stand der jenigen der das Geld bekommt Muss es Rückzahlung 
Auch wen auf den Papieren keine Unterschrift von mich war.

Jetzt läuft es halt etwas besser 
Alles bezahlt 
Und durch meine private bü Versicherung 
Mit den Rente kann ich ohne das System 
Der Arbeitsagentur leben .

Darf halt nicht ganz tief fallen.
Grüße mark
 
Benni8811 10.12.2025 14:08
Etwas infrage zu stellen, ist sicherlich legitim. Doch, finde ich persönlich es immer ganz gut, wenn dann auch eine Alternative oder eine Lösung zumindest als Ansatz aufgezeigt wird…

Weil ich persönlich betroffen bin, habe ich mir über dieses Thema wirklich viele Gedanken gemacht. Ich hätte keine Alternative. Keinen Vorschlag. Nicht einmal in der Theorie…

Was ich allerdings wirklich spannend finde, ist die Grauzone, die der BE benennt. Im konkreten Beispiel hier im Catering Bereich.

Sicher, für den Betrieb ist es eine feine Sache eine Arbeitskraft zu haben, die eine vergleichbare oder die gleiche Leistung bringt, die ein ganz normal Angestellter und bezahlter Mitarbeiter auch bringt…

Der kleine Unterschied ist, wie fühlt sich das wohl für den Angestellten an.

Die Bezahlung ist, nach meinem Wissen, wirklich nicht so gut. davon eine Wohnung und alles andere, was zum Leben noch so dazugehört ist nicht möglich…

Also, der Start muss unterstützen… Ich kann die betreffende Person nicht gut beurteilen und ihre Leistung auch nicht. Aber, so wie diese Person sich ausdrückt und schreibt, wird sie ihre Leistung bringen.

Ich stelle mir jetzt einfach mal vor das besagt Person ihre Arbeit macht und die Leistung bringt wie sie andere und ganz normal angestellte Mitarbeiter dieses Betriebes auch bringen. Für beträchtlich, weniger Lohn und in einem ganz anderen Status…

Das fühlt sich mit Sicherheit nicht gut an. Deswegen kann ich verstehen, sehr gut verstehen, dass diese Person vielleicht aus diesem Grund dieses Thema hier gestartet hat. Diese Grauzone ausleuchten möchte…

In diesem speziellen individuellen Fall kann ich die Frage nach Berechtigung sehr gut verstehen.

Im Großen und Ganzen sehe ich Einrichtungen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung allerdings nicht infrage zu stellen. Aus Gründen. Viele wurden im Laufe dieser Diskussion schon benannt. Für mich der wichtigste, was sollte die Alternative dazu sein?
 
vrono 10.12.2025 14:34
Das ist es.. mir haben auch Menschen geholfen. Ich bin dankbar. 

Man darf halt nicht ganz tief fallen. 
Habe gerade eine Arztrechnung geöffnet. Da steht überall geschrieben heftige Abwehr bei der Untersuchung.  Ich musste dafür kämpfen überhaupt untersucht zu werden!!! Völlig ohne Würde.. habe eine Begleitperson organisiert, die mich fixierte, habe mich auf meine Hände gesetzt, weil die Ärztin Angst hatte vor mir. Zuvor musste ich mich über Treppen schleifen einer angeblich barrierefreien Praxis. 

Würde ihr gerne eine Rechnung stellen mit „heftige Abwehr bei der Untersuchung“ seitens der Ärztin. Keine Untersuchung bekommen, obwohl verlangt, weil Ärztin trotz meiner Fixierung Angst hatte vor meinem zuckenden Körper. Der mir immer zuckt jetzt, wenn mich ein gestresster Mensch anfasst.. das habe ich Ärzten zu verdanken. 

Diskriminierung einer Behinderten, die sich gar nicht gewehrt hat hätte ich da gerne stehen.. trotz all der Mühen und all meiner Vorkehrungen wurde mir die Hälfte meiner Untersuchung/Behandlung verwehrt, da sie abgebrochen wurde von Seiten der Ärztin. Obwohl ich jemanden hatte, der mich festgehalten hat dabei wie ein Tier. Trotzdem abgebrochen. 
Und ich muss das doppelte Zahlen, weil die Ärztin das da reinschreibt. 

Genau das ist es.. man darf halt nicht tiefer fallen, wenn die Grundversorgung schon kaum mehr möglich ist. Und statt langsam wieder reinkommen zu dürfen ins System werden die Hürden immer höher, weil man immer tiefer fällt. 

Und dann helfen nur so tolle Menschen von denen du sprichst. Die gibt es da auch. 
All diese Menschen, während man auf den Rückruf der Antidiskriminierungsstelle wartet, der nicht kommt.
 
vrono 10.12.2025 14:41
Manchmal braucht es viele Leute, die eine Frage stellen. Sonst gibt es die Notwendigkeit einer Antwort nicht. 

Ich finde es klasse, dass es solche Einrichtungen gibt. Sie bilden den Grundstein, und Möglichkeiten.. dann wird es leichter, als bei Null anzufangen. Aber alles ist ausbaufähig. 

Man kann dankbar sein und trotzdem unzufrieden. Und ein Problem erkennen und Fragen stellen hilft ungemein, dass man das verbessern kann was ist oder neu denken kann. 

Es gibt hier eine mögliche Lösung. Wo es eine Lösung gibt kann ja schon gar nicht mehr in Frage gestellt werden, dass es kein Problem gibt. Das hilft! Aber es kann bessere Lösungen geben, die mehr Menschen mit Beeinträchtigungen Lösungen anbieten. Und dann geht es eben nur über eine Komplexität der Lösung, wenn die Menschen in ihrer Vielfalt eben komplex sind … 

..und mir hilft es, wenn mein Anliegen nicht auf ein Problem reduziert wird und in seiner Komplexität erhalten bleibt. Ich bräuchte viele Lösungen. Andere bestimmt auch..  Warum also nicht den Anstoß geben und die Ursprüngliche Lösung hinterfragen?
 
Thohom 10.12.2025 14:52
So eine WfbM ist für den Kostenträger eine Kostenstelle. Kommen Aufträge rein, sinken die Kosten möglicherweise. 
Auf der andere Seite kann das Wissen, wie man ein Catering betreibt, was alles gemacht werden muss, wie es angerichtet wird und was weiß ich noch, eine Qualifikation sein mit der man als Küchenhilfe (oder wie man das nennt) auf dem normalen Arbeitsmarkt einen Job finden kann.
Dann wäre man aus dem "System WfbM" plötzlich raus und darf auf eigenen Beinen stehen. Ist das das Ziel?
Ich habe im Frühjahr mal bei einer örtlichen WfbM auf dem Flur gewartet und mir fiel auf, dass dort Menschen mit vielfältigen Behinderungen unterwegs waren, aber irgendwie unterstützten die sich alle gegenseitig beim Klogang.... das war da in der Nähe.
Wenn man höhere Löhne fordert, dann muss man auch in Sachen Wissen und Produktivität mithalten können. Kann man das? Ich meine in eine WfbM nehmen die auch nicht jeden.

Noch etwas zu Bezahlung: Wenn die Bezahlung höher wäre, würde man nach derzeitiger Rechtslage auch nicht mehr in der Tasche haben, denn das mehr vorhandene Einkommen ginge dann an den Kostenträger. So ist die aktuelle Rechtslage nach SGB.

Das ist so eine Art Taschengeld, dass man auf jeden Fall behalten kann. Genau den gleichen Betrag dürfen Bewohner im Pflegeheim für sich behalten, auch wenn sie nicht ausreichend Rente beziehen, um die Kosten zu tragen.
 
Zenaida 10.12.2025 19:18
Das ist ein schwieriges Thema. Ich kenne auch so ein spezielles Café, das die „Außenstelle“ einer WfbM ist. Die Mitarbeiter dort sind tüchtig und sehr willig, allerdings behinderungsbedingt ziemlich reduziert auf festgelegte Arbeitsabläufe. Da darf auch nichts dazwischenkommen. Sonderwünsche sind da schwierig umzusetzen.

Und aus „Arbeitnehmerschutzgründen“, die wohl in diesem Fall noch deutlich stärker sind als „im echten Leben“, sind die Öffnungszeiten ziemlich bescheiden und das Café vermutlich dadurch nicht so gut besucht. Um 17 uhr ist Schicht im Schacht. 

Wenn ein Mensch auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig ist, muss er so flexibel sein, dass er sich im falle einer Firmenpleite oder KÜndigung woanders wieder nen Job suchen kann… Dass er z.b. in nem anderen Café mit ganz anderen Bedingungen arbeiten kann…. Dass er in Schichten arbeiten kann…. Wenn das alles nicht gegeben ist und sich das Arbeitsumfeld an die Möglichkeiten des Arbeitnehmers anpassen muss, ist eine Integration den ersten Arbeitsmarkt doch kaum möglich. Und dann ist so ein Mensch vermutlich besser aufgehoben in einem System, das ihm größtmögliche SIcherheit bietet, aus dem er nicht rausfallen kann. Aber gut, das ist meine Einschätzung von außen. Und die von mir bekannten Mitarbeitern in WfbM, die glücklich sind, nicht den Stress und Leistungsdruck zu haben, den man sonst im Arbeitsleben hat. Aber es hängt vermutlich auch davon ab, weshalb man aus dem 1. Arbeitsmarkt rausfällt oder rausgefallen ist.
 
ElmoChris 10.12.2025 19:34
Nun mir ging es in erster Linie darum das es in manchen europäischen Ländern besser aber teilweise auch schlechter läuft. Wie gesagt im Grundsatz ist es keine schlechte Möglichkeit um gottes willen. Aber denke die Bundesregierung sollte sich mehr dafür einsetzen das es generell möglich ist mehr Geld zu verdienen, wenn man die körperliche und physische Möglichkeit hat. Ohne das bei jedem 1 € gleich der Staat sagt das ziehen wir dir ab. Das obwohl es eine Wfbm gibt irgendwie trotzdem nach Leistung bezahlt wird. Glaub in den Niederlanden gibt es diesbezüglich ein System was relativ nah am Mindestlohn dran ist. Desweiteren darf es nicht sein das diverse Firmen lieber eine für sie geringe Strafe zahlen als Menschen mit Beeinträchtigungen einzustellen und diesen eine Chance geben.
 
Thohom 10.12.2025 19:50
EC, Du kannst doch mehr (dazu) verdienen und es macht sicher auch Stolz, wenn man nicht mehr abhängig ist von Transferleistungen, sondern seinen Lebensunterhalt selber verdient.

Die Vorstellung, dass man selber für seinen Lebensunterhalt sorgt, ist m.E. der Normalzustand und die WfbM ist die Ausnahme, die dann von allen Steuerzahlern finanziert wird.
 
ElmoChris 10.12.2025 19:54
Kann man nicht wirklich. Würd man noch nen Minijob annehmen heißt es raus aus der Wfbm und gegebenfalls Rente weg. So hat man es mir beigebracht. Anders ist es wenn man wirklich den Weg des Außenarbeitsplatzes nimmt und mit viel Glück komplett übernommen wird.
 
Thohom 10.12.2025 20:06
Dann noch eine Info aus meiner berufstätigen Zeit. Ich habe als Schwerbehinderter einen normalen Vollzeitjob gehabt. Der Vorsitzende der Schwerbehindertenvertretung war im Rollstuhl unterwegs. Zu den Versammlungen für schwerbehinderte Menschen wurden über 500 Einladungen verschickt. Versammlungen gab es an 4 Standorten.
Es gab da Menschen mit chronischen Erkrankungen, Körperbehinderungen, kognitiven Störungen.... es gab sozusagen alles. 
Vollzeit oder Teilzeit, alles dabei, aber jeder kam da m.W. ohne besondere Betreuung an seinen ggf. angepassten Arbeitsplatz aus. Von der Berufsausbildung war die ganze Bandbreite von abgeschlossener Ausbildung bis zum Hochschulabschluss vorhanden. Ganz normale Arbeitnehmer einfach, die einen Behindertenausweis hatten.
Ich denke, dass eine Qualifikation viel ausmacht, wenn man auf dem 1. Arbeitsmarkt unterwegs sein will. Wie oft hast Du Dich schon auf dem freien Arbeitsmarkt auf eine für Dich passende Vollzeitstelle beworben, EC?
Der damalige Schwerbehindertenvertreter war sehr aktiv dabei, dass auch Azubis mit einer Behinderung eine Chance hatten. 
Pauschal darauf zu beharren, dass die Quote eingehalten wird, finde ich zu kurz gesprungen und ganz nebenbei sieht man eine Schwerbehinderung nicht unbedingt an.
 
Zenaida 10.12.2025 20:08
Und warum nicht einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt suchen, Elmo? Du schreibst ja, dass du kaum beeinträchtig bist. Da sollte es dir ja vielleicht möglich sein, auch da was zu finden. 

Ich finde es schwierig, wenn jemand die Sicherheit einer beschützten Einrichtung und den Lohn des ersten Arbeitsmarktes haben möchte. Wenn schon, muss man allen Konditionen des jeweiligen Bereiches leben. Meine Meinung.
 
BrokenByDesign 10.12.2025 20:24
@Thohom, das ist doch etwas illusorisch. Viele/die meisten Leute in der WfbM können aufgrund ihrer Einschränkungen gar nicht komplett eigenständig leben, sondern sind auf besondere Wohnformen angewiesen, die sich ohne Unterstützung durch Transfairleistungen gar nicht stemmen lassen. In der WfbM sind oft Leute mit einem Pflegegrad von 3 und höher. Dann kann man sich seinen Lebensunterhalt nicht eigenständig verdienen.
 
Thohom 10.12.2025 20:36
Ist das denen bewusst, BBD? Wie kommen die auf die Forderung nach höherem Lohn?

Lohn ist meins und für den Rest kommt der Staat auf? Eigenbeteiligung am Lebensunterhalt wird da m.E. vergessen. 

Ich bin auch nur arbeiten gegangen, um meinen Lebensunterhalt mit meinem Einkommen zu betreiten.
 
BrokenByDesign 10.12.2025 20:44
@Thohom: Was du da in deiner berufstätigen Zeit berichtest, das sind aber auch nicht die typischen Fälle, die Glück hatten, nicht in einer WfbM gelandet zu sein. Das waren wohl in den überwiegenden Fällen Leute, bei denen gar nicht in Frage stand, dass sie - unter gewissen Voraussetzungen - auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten können. Das ist dann auch nicht primär eine Frage der Qualifikation.
 
BrokenByDesign 10.12.2025 20:59
Ich muss dir doch jetzt nicht erklären, was z. B. ein Platz in der stationären Pflege monatlich kostet. Natürlich kann da für den Betroffenen selbst kaum etwas übrigbleiben. Weil so ziemlich alles an Einkommen (und ggf. Vermögen) angerechnet wird. Wenn der Lohn höher wäre, wäre der Eigenanteil natürlich auch entsprechend höher.
 
Thohom 10.12.2025 21:04
Lies doch einfach mal den Eingangsbeitrag. Da werden höhere Löhne gefordert und das mehr Schwerbehinderte eingestellt werden sollen. 
Ich habe auch ausführlich dargestellt, wie die Sozialleistungen sich in solchen Fällen nach SGB darstellen. Ich halte es nur für sinnvoll, wenn man es den Leuten auch ein bisschen ausführlicher verklickert, warum ihre Forderung nicht passt. 
Man könnte ja auch so eine Werkstatt für Behinderte einfach einstampfen und dann würden die Leute zu Hause rumsitzen. Wenn man die Kosten sieht, wäre das vermutlich günstiger.
 
BrokenByDesign 10.12.2025 21:38
Da stimme ich dir zu. An höherem Werstattlohn müssen natürlich auch entsprechend höhere Erwartungen an die Beteiligung am Lebensunterhalt geknüpft sein.
 
Jinjer 10.12.2025 23:12
elmochris, 
du hast recht, dass wenn du einen minijob annimmst, deinen anspruch auf em-rente, grundsicherung oder den werkstattplatz höchstwahrscheinlich aufs spiel setzt, weil du dann mehr als 15 stunden in der woche arbeitest und als erwerbstätig gilst.

insofern wäre es eine lösung, einen außenarbeitsplatz zu bekommen, wo du bei einem arbeitgeber draußen arbeitest, aber immer noch in der werkstatt beschäftigt bist.
du verlierst nicht deinen anspruch auf grundsicherung und die rentenversicherungsbeiträge werden weiter gezahlt.
mindestlohn bekommst du allerdings nicht, hast aber möglicherweise die chance übernommen zu werden.
 
Jinjer 10.12.2025 23:22
ich finde, man sieht an vielen beiträgen hier sehr deutlich, wie schwierig der übergang vom wfbm-system in den ersten arbeitsmarkt in der realität ist. theoretisch gibt es viele instrumente der wiedereingliederung… praktisch scheitert es oft an strukturen, hürden, vorurteilen und an mangelnder flexibilität auf arbeitgeberseite.

und gleichzeitig existiert rund um wfbm ein markt, der nicht nur idealistisch ist. manche firmen zahlen lieber die ausgleichsabgabe, als menschen mit beeinträchtigungen einzustellen. andere nutzen wfbm-arbeitskraft als billige alternative, weil das system schlupflöcher bietet. davon profitieren vor allem die unternehmen und nicht unbedingt die menschen in einer wfbm selbst.

der werkstattlohn ist eben kein lohn in dem sinne, sondern hat eher taschengeldcharakter.
grundsicherung, rentenbeiträge, kranken- und pflegeversicherung, mehrbedarfe, unterstützung in wohnformen, eingliederungshilfe sind leistungen vom staat, da der werkstattlohn von max. 200€ logischerweise dafür nicht reicht.

mehr lohn zu fordern, bedeutet nicht, vom staat zu leben und trotzdem mehr geld behalten wollen. sondern einfach nur gerecht bezahlt zu werden.

es ist gesetz, dass das einkommen in wohnformen von menschen in wfbms angerechnet wird.

sozialleistungen gibt es, weil der werkstattlohn zum leben nicht reicht, unabhängig davon, ob jemand einen fair bezahlt wird, wenn gute arbeit geleistet wird.

wfbm „einstampfen“ würde niemandem helfen. aber nur weil so ein system nötig ist, heißt nicht, dass es perfekt ist. man kann eine einrichtung wichtig finden und gleichzeitig sagen, dass die strukturen für leistungsfähigere werkstattbeschäftigte zu wenig perspektive bieten.

ich finde es logisch, wenn man in so einer grauzone arbeitet, man anfängt, fragen zu stellen und das ist reflektiert und mutig.

für manche ist sind die wfbm genau richtig, andere bleiben darin stecken.

genau deshalb sind solche diskussionen wichtig.
ohne verurteilung, aber auch ohne schönzureden, was strukturell einfach ungerecht ist.
 
EinedieserSteine 11.12.2025 00:10
Ich denke, dass das sehr unterschiedlich ablaufen kann.
Wenn das am Ende mal ausgerechnet wird, bleibt das Ergebnis doch meistens positiv.
 
Zenaida 11.12.2025 08:42
„weil du dann mehr als 15 stunden in der woche arbeitest und als erwerbstätig gilst.“

Mit Verlaub, meine liebe, aber diese Aussage in ihrer allgemeingültigen diktion ist Unsinn. In der pflege z.B. bekommt man nach der regional üblichen pflegeentlohnung auch als ungelernte Kraft so hohen Stundenlohn, dass man durchschnittlich ca 29 Stunden im Monat arbeiten kann. Das sind ca 7 h pro Woche. Es hängt doch einfach vom Stundenlohn ab, wie viel man arbeiten muss, um 603€ zu verdienen.
 
Wonni 11.12.2025 09:48
Ich bin, bis 2016, mehrere Jahre in einer WfbM gewesen und da war es sogar schon schwer, einen Praktikumsplatz zu bekommen, wenn man sich "nach außen" orientieren wollte. Und, nein, es lag nicht an mir, sondern es war für alle gleich schwierig. Trotz meiner Angsterkrankung habe ich mich, über Jahre, bemüht, auf dem 1. Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Auch, nachdem ich die WfbM verlassen hatte, bemühte ich mich weiter. Selbst mit einem Budget für Arbeit hatte ich keinen Erfolg. Wahrscheinlich, ist das, bei psychischen Beeinträchtigungen, nochmal anders, dass die Arbeitgeber davor mehr zurückschrecken. Meinen Abschluss habe ich damals, trotz Erkrankung, allerdings auch mit einer 2 vor dem Komma abgeschlossen.
 
Wonni 11.12.2025 09:55
In der WfbM, wo ich war, gab es ein Punktesystem, mit dem die Leistungen von den Bereichsleiterin bewertet wurden. Je nach Punktzahl gab es dann mehr oder weniger "Lohn".
 
Thohom 11.12.2025 10:19
Wenn das alles so blöde ist in den WfbM und man nur ausgebeutet wird, warum dann noch hingehen? Bleibt doch einfach weg. Das macht doch ein User hier vor, dass das geht.
 
Wonni 11.12.2025 10:45
Wenn auch ich darauf antworten darf, ohne dass mir vorgeworfen wird, dass ich mich immer angesprochen fühle, dann möchte ich dazu sagen, dass ich mich keinesfalls ausgebeutet gefühlt habe in der WfbM, wo ich war. Für mich war es sehr hilfreich, als es mir, damals, noch schlechter ging, dort einen geschützen Rahmen zu haben. Und ich habe die Buchführung für einen ansässigen Obst- und Gemüsehändler dort sehr gern gemacht. Dass ich dort gekündigt habe, hatte andere Gründe.
 
Thohom 11.12.2025 10:52
Jeder hat Gründe und das ist gut so.
 
blume 11.12.2025 10:52
" In der WfbM sind oft Leute mit einem Pflegegrad von 3 und höher. Dann kann man sich seinen Lebensunterhalt nicht eigenständig verdienen." also es leben auch viele mit pflegegrad selbständig und gehen normal arbeiten...wollts nur mal gesagt haben lachendes Smiley
 
vrono 11.12.2025 10:56
Hey Leute… also ich hab das jetzt mal alles verarbeitet und mir gedacht.. hey.. vielleicht beraten die einen gut - vielleicht vermitteln die mir einen Praktikumsplatz.

Der IFD hat das ja nicht getan (weil ich durch Behinderung in den Ruhestand gesetzt wurde - man hätte Hilfe bekommen, wenn man noch einen Arbeitsplatz gehabt hätte, dass man von über 100% Beschäftigung auf 0% fällt, führt dazu, dass man rausfällt - gibt ja keinen Arbeitgeber mehr.. so zumindest habe ich das verstanden..Praktikumsplätze werden da nur an geistig Behinderte vermittelt von bestimmten Ausbildungsstätten da falle ich zweifach nicht rein. 

…So jetzt hab ich mal angerufen und eine Nummer klappte - Anrufbeantworter schaff ich halt nicht, aber Ich probiere später nochmal, wenn weniger stottern kommt. 
Nummer zwei war leider eine nicht funktionierende Telefonnummer der Anlaufstelle (das ist mir auch schon mehrfach passiert). 
Dafür gab es eine Mailadresse und da habe ich nun versucht eine Mail hinzuschreiben und um Rückruf gebeten. Die Nummer war für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen ausgeschrieben - aber für den Bereich Schlaganfall. Das erste betrifft mich, das zweite nicht… mal sehen, ob ich also als erworben Hirngeschädigte da unterkommen kann (und vor allem, wie ich auch hinkommen kann). 
Diese Beiträge haben mich jetzt einfach mal motiviert mal in diese Richtung zu suchen (hatte ja nun zwei Studien probiert und da gibt’s einfach die Unterstützung nicht, die man bräuchte) - bin jetzt in zurückhaltender freudiger Erwartung.
 Immerhin bin ich ein Beratungsgespräch reicher und etwas Wissen - wenn denn dann zurückgerufen wird. Der IFD (EUTB, SPD)hat leider nun über ein Jahr nicht rausgerückt, dass es so etwas gibt und ich höre auf der Seite zum ersten Mal davon. 

In der Realität weiß ein Institut nicht vom anderen. Und meine Eingliederungshilfe stockt wieder, weil die versprochene Rückmeldung ausbleibt… Ich halte mal auf dem Laufenden, was passiert…
 
Wonni 11.12.2025 10:56
Das spricht doch sehr für diese Personen. Es kommt halt immer auf die Beeinträchtigungen an. Und die sind auch bei einem gleichen Pflegegrad individuell.
 
Wonni 11.12.2025 11:01
Ich bin damals, bei einem offenen Info-Termin für Interessierte gewesen, um mir das alles erstmal anschauen zu können @Vrono.
 
Thohom 11.12.2025 11:05
Meiner Meinung nach dienen WfbM dazu, dass sie Struktur in den Tagesablauf bringen. Ich verstehe sie eher als therapeutisches Angebot, denn als "Firma", die sich selber tragen muss. 
Auch wenn WfbM oder deren Nebenbetriebe Aufträge annehmen und so Einkünfte generieren, bleiben sie Zuschussbetriebe.
Geschützter Rahmen und weniger Leistungsdruck/Produktivität zeichnen sie aus. Wer den Sprung in den 1. Arbeitsmarkt schafft, konnte sich gut regenerieren. Wer es nicht schafft, der kann m.E. auch zufrieden sein, dass er durch die Gesellschaft aufgefangen wird.
 
Wonni 11.12.2025 11:11
Ich, für meinen Teil, wäre zufriedener, wenn ich dieses "Auffangen" nicht bräuchte. Da ich es mir aber nicht ausgesucht habe, in dieser Situation zu sein, bin ich dankbar für dieses Auffangen, denn abgestürzt bin ich schon genug.
 
Thohom 11.12.2025 11:14
Ich finde so ein Fangnetz gut, auch wenn ich es selber noch nie in dieser Form nutzen musste.

Schau mal in die USA, da hat dieses Fangnetz viel größere Löcher.
 
vrono 11.12.2025 11:17
Letzteres hätte ich geliked von dir Thohom 👍.. paar andere Dinge auch. 

Also mir hilft alles, was ohne Druck kommt. Und Tagesstruktur, Sozialkontakte, vielleicht auch ne Mensa. Das wäre immerhin ne Möglichkeit, die mich so weit auffängt, damit der Pflegegrad sich bessert. Ich werde immer krank, wenn ich nichts zu tun habe ..zu viel Energie.. und Tagesstruktur hinbekommen haut einfach nicht hin. 
Für den ersten Arbeitsmarkt dauert es vermutlich Jahre, wenn das überhaupt geht…
Da verspreche ich mir aber, dass eine Besserung der aktuellen Situation mich so weit kittet, das ich das dann wieder selbst hinbekomme. Wenn das nicht möglich ist, steh ich immerhin hoffentlich gesamtgesundheitlich besser da.. Ehrenamt geht ja auch..
 
vrono 11.12.2025 11:19
Ahh Shit - Ich meinte deinen Beitrag um 11:05 - keine USA für mich bitte.
 
Wonni 11.12.2025 11:22
Denkst du, dein Arbeitsleben wäre mit weniger  Zufriedenheit verlaufen, wenn du es hättest nutzen müssen?

Menschen mit Handicap aus den USA sind mir nicht bekannt. Wie bestreiten diese ihr Leben ohne durch die Löcher zu fallen?
 
Wonni 11.12.2025 11:27
Inwieweit bist du denn arbeitsfähig, Vrono?
Hier gibt es auch Tagesstätten, die erstmal wieder für Struktur und Stabilität sorgen könnten. Oder medizinische und anschließend berufliche Reha.
 
Thohom 11.12.2025 11:44
Wie wäre es, Vrono, wenn Du erstmal den Druck von Dir nimmst, den Du Dir selber machst?
 
vrono 11.12.2025 12:12
..ojee.. 
ich wollte dir Danke sagen Thohom. Ich hoffe es kommt bei dir an.
Ich weiß nicht, ob der Ratschlag gut gemeint ist, aber bei mir kommt der so an als würde ich dich fragen - „kannst du mal an dir arbeiten, damit das Bein dir wieder nachwächst“. Ich hoffe, du verstehst mich nicht bös. Aber du verstehst viele Aspekte meiner Behinderung nicht und die harte Arbeit dahinter auch nicht - musst du auch nicht.
Ich weiß zum Glück meinen Druck mache ich mir nicht selbst - und ich probiere alle Möglichkeiten diese innere Anspannung für die mich keine Schuld trifft abzubauen und einen Umgang damit zu finden - sei dir bitte darüber bewusst.
 
Wonni 11.12.2025 12:22
Ich kann das sehr gut nachempfinden, vrono. Man möchte etwas tun, weiß aber nicht genau, wo man anfangen oder ansetzen soll. Dann probiert man etwas, findet aber kein zufriedenstellendes Weiterkommen. Der Frust wächst. Man sucht weiter nach einem (Aus-)Weg, der einem so lang erscheint. Oft muss man noch Umwege gehen. Zwischendurch schwindet die Kraft, aber es soll ja irgendwie weitergehen. Also gibt man sein Bestes, fängt und setzt wieder an, probiert etwas anderes usw...
 
vrono 11.12.2025 12:24
Wonni. Ich bin arbeitsfähig, in sehr vielen Aspekten und in sehr vielen anderen nicht. In meinem Beruf bin ich es nicht mehr.. Umschulung klappt auch nicht.. 
Ich könnte dir zum Beispiel das Bad neu fliesen, oder ein Bewerbungsschreiben mit dir verfassen oder sogar coachen oder meine Hüte verkaufen, die ich hier mache….oder oder oder. 
Also Schreinerei für ein paar wenige Stunden wäre zB toll. 
..ich kann oft keine Verantwortung für mich oder andere übernehmen und von A nach B kommen ist übel und ohne Unterstützung nicht möglich. Je mehr Zwischenschritte in der Organisation liegen, desto weniger schaffe ich das - dass ich bei Orgakram Unterstützung bräuchte istboft das größte Problem. 
Hätte ich im Studium Unterstützung mit Orga und „Arbeitsweg“ bekommen, alles tutti. Jetzt habe ich aber meine ganze Energie dareininvestieren müssen, weil das ausblieb und kann nun nichtmal mehr Inhalte verarbeiten oder etwas anfertigen. Also der ganze Stress ohne die Ernte einzufahren. 

 Ohne Struktur ist mir weniger möglich. Die stelle ich mir aktuell selbst. Und es braucht eben Verständnis und einen Umgang damit, wenn Symptome losgehen.. meistens macht das Menschen nur Angst oder überfordert sie. Also im Grunde bräuchte ich grad ne heile Teletubbiwelt und dann könnt ich loslegen 🤪🤯🙄🤷‍♀️
 
Wonni 11.12.2025 12:27
Dann wäre vielleicht eine Tagessrtätte/Tagespflege zunächst das Richtige, wenn es das bei dir gibt. Du hattest doch mal etwas von der Eingliederungshilfe geschrieben, oder!?
 
vrono 11.12.2025 12:36
Geschafft… Rückruf hat geklappt. 
Man hat nun sehr lange überlegt, welcher Ansprechpartner passt…. Jetzt Herumbasteln, weil es keinen Träger gibt.. Aber ich hatte eine sehr nette kompetente Dame dran. 
Vermutlich hilft man mir sogar dort hinzukommen. Alles sehr niederschwellig und ausschließlich psychisch beeinträchtigte Menschen. 

JUHUUUUUuuu
 
vrono 11.12.2025 12:38
Eingliederungshilfe aktuell überfordert.. Tagesstätte geht leider gar nicht.. 

Was man jetzt versucht - die haben eine Einrichtung Richtung „Hinzuverdienst“. Vielleicht passt der Schuh..
 
vrono 11.12.2025 12:40
Eine „Kur“ oder Reha wäre aktuell das Richtige.. aber das wird nicht übernommen…
 
Thohom 11.12.2025 12:43
Vrono, es ist MEIN Eindruck. Wenn Du es anders beurteilst, gern, denn Du kennst Dich besser.

Du schriebst, dass Du unruhig wirst, wenn Du nichts zu tun hast, daher mein Eindruck von Unruhe. Du schriebst, dass Du ins Stottern/Stammeln kommst. Ich hatte mal näheren Umgang mit einer Dame, die stotterte. Komischerweise konnte sie fließend reden, wenn sie wirklich entspannt war.

Ich will auch nicht diagnostizieren oder konkrete Ratschläge geben, dazu stecke ich zu wenig in der Materie. Mir hat es mal geholfen einfach zur Ruhe zu kommen. Nachdem ich meine Diagnose bekommen hatte, habe ich versucht herauszufinden, was sich will und was ich brauche, um aus meinem Hamsterrad wieder raus zu kommen.

Ein fehlendes Bein war/ist dagegen Pillepalle. Ich fand es wesentlich anstrengender mich und meine Psyche verstehen zu lernen, um dann damit leben zu lernen.
Ich saß mit ein paar Leuten auf der Bank vor der Psychosomatischen Klinik und gegenüber kamen aus dem Krankenhaus Leute mit dicken Verbänden an Hand und Arm (das war deren Spezialgebiet). Wir meinten nur, dass wir doch auch einfach eine OP hätten und dann wäre in der Psyche wieder alles ok. 
Expeditionen ins eigene ich empfand ich als sehr anstrengend.

Wir hatten da auch die unterschiedlichsten Leute mit den unterschiedlichsten Problemen. Bei allen war aber gleich, dass man sie früher oder später aufnahmebereit für eine Therapie bekommen musste. Ruhe half da oft und natürlich auch, wenn man keinen Druck hatte.... haushalt, Familie, Beruf und was sonst noch Druck macht.
 
Wonni 11.12.2025 12:44
Sehr schön @vrono, dass das geklappt hat! 🥳
 
Thohom 11.12.2025 12:54
In der Klinik, in der ich war gab es einen Krankenhausbau und einen Rehabau. 
Das war im Prinzip alles gleich, nur die Reha-Leute, kriegten am Wochende Animationsangebote.
Mir war damals der Weg mit Reha, möglicher Ablehnung, Widerspruch usw. zuviel, zu langsam und ich fühlte mich dem auch nicht gewachsen.
Ich hab mich in den Krankenhausteil einweisen lassen. Das läuft über eine Einweisung vom Psychater und die Krankenkasse trägt die Kosten.
Natürlich hat mich der Psychater erstmal selber suchen lassen. 😉
 
Wonni 11.12.2025 13:28
Ich war über die Eingliederungshilfe zuerst in der medizinischen und dann beruflichen Reha. Dann ging es über in die WfbM. Anschließend in die Tagesstätte. Alles über EGH @vrono.
 
vrono 11.12.2025 14:23
Ich versuche seit über einem Jahr EGH… MäuseMelken wäre einfacher. 

Danke Thohom für diese Worte. 
Bei mir ist es so, dass ich Ruhe finde.. und dann aber gerne noch Hilfe bekäme (ich hab Schwierigkeiten zB mit Schlaf und bei großem Druck kommt dann Suizidalität auf, weil man das nicht mehr packt irgendwann - meine Psyche wirkt sich krass neurologisch aus.. das sind schlimme Schmerzen und immer neue Symptome.)

Und wenn ich dann mit dem Rolli ankomme, dann versucht man mich zum Laufen zu zwingen und ich habe gar kein Problem damit, Rollifahrer zu sein - das versteht keiner - ich will mir nur meine Ruhe bewahren dürfen .. und dann zwingt man mich und es geht dann noch sooo viel mehr kaputt als meine Beine. 

Ich kann wie deine Bekannte bei einem entspannten Gegenüber sehr fließend sprechen. Ungewissheit und Anspannung auf der anderen Seite.. und ich stottere und kann nicht mal meinen Namen sagen.. wenn mein Gegenüber das aushalten kann und man ein paar Minuten Zeit schenkt, dann kann ich das alles. Bei Emails ist es das gleiche. Erst kommen da Brocken raus im Erstkontakt. 
Hier auf HL fühle ich mich aktuell (oft auch gar nicht) wieder so wohl, dass ich schreiben kann. Ohne HL und für mich alleine - ich kann es nicht mehr. 

Der innere Druck ist mir in der Klinik passiert. Die Klinik hat mir eine chronische Affektregulierungsstörung beschert (ich habe so ziemlich alle Folgeerkrankungen mitgenommen, die auftreten können in Form dieser Erkrankung) vor dem Aufenthalt litt ich an einer einfachen PTBS .. mit dem K davor ist das fast untherapierbar. Da mir mein Strick in einer Klinik gedreht wurde, kann ich da keine Hilfe finden. 

Ich habe ja Vergewaltigungshintergrund und kann also nur im übertragenen Sinne es so beschreiben, dass ich immer so behandelt werde, als müsste ich zu meinem Vergewaltiger gehen, an der Tür klingeln und ihn darum anbetteln, es immer wieder zu tun. (Ich Maße mir diesen Gedankengang an, weil ich Betroffene bin - und spreche klar nicht von anderen Betroffenen und hoffe, dass ich damit keinen verletze)

Aktuell ist es auch oft so, dass ich mich frage was ich noch nicht habe auf der Liste an Folgeerkrankungen (da wären noch Psychosen (soweit mir das bekannt ist), sowie Ertaubung oder Erblindung… das kenne ich bisher nur sehr kurz. Da muss ich mich dann sehr gut drum kümmern, dass man mir die Krankheit nicht weiter „verschlimmbessert“ … und da die Problematik eben so komplex geworden ist, kann das einfach passieren.. keiner meint was Böses. Und mittlerweile bin ich an dem Punkt, solche Gefahren früh zu erkennen und es verständlich kommunizieren zu können. Und es wird verstanden.. und oft konsultieren die Leute im Hilfssystem dann wiederum andere.. und keiner traut sich das noch zu. Und leider kann ich keinen an der Hand nehmen und sagen, komm, wir finden schon eine Lösung - dafür bin ich immerzu offen - der es nicht will. 
Also komme ich kaum an Hilfe und bin daher für alles dankbar, was mir ein Schlupfloch bietet. Und da hast du mir Thohom ein weiteres gezeigt. Jetzt muss ich nur noch schauen, dass ich durchkomme und vielleicht brauch ich Hilfe und dann brauch ich wieder Menschen, die sich das zutrauen oder schlicht menschlich genug sind und es unverkrampft angehen. 

Damit ich es überhaupt schaffe, muss ich mich täglich entspannen. Gestern war ich sogar spazieren (gut, mich hat’s umgehauen, aber der Mitbewohner war ja da).. Aber Bewegung hat voll geholfen. An viele Möglichkeiten der Entspannung komme ich nicht so ohne weiteres ran. 
Da bleiben dann oft nur Selbstverletzung, exzessiver Sex oder andere Suchtmittel und auf diesen Trip habe ich keine Lust - das ist ein weit verbreitetes Risiko der KPTBS und gibt mal kurz eine Erlösung, aber dauerhaft eben Schaden.. wo ich lieber Sport machen möchte oder an die Natur möchte oder andere Dinge ausüben möchte, die Druck lindern (Mein Rudergerät ist leider beim Umzug kaputt gegangen). 
Schreiben hier tut mir gut.. und durch Ideen hier neue Möglichkeiten finden…oder schlicht der schöne soziale Austausch, weil ich sozial sehr isoliert lebe. Alles supi. 

Danke Thohom, für deinen Einblick auch - dass du geteilt hast, welche Probleme du mit der Psyche hast. So weiß ich jetzt dass du es nachempfinden könntest, was ich beschreibe. 
Oft zieht eine körperliche Behinderung psychische Erkrankungen nach sich, weil man einen Umgang damit finden muss, dass man eingeschränkt ist (durch Bewegungsarmut, Verlust von Hobbies oder Schmerzen..). Bei mir hat die Psyche körperliche Beeinträchtigung verursacht und nun Folgen auf diese körperlichen immer weitere psychische Erkrankungen, sodass ich nun sehr mit Depressionsprävention beschäftigt bin und daran arbeite, dass die Fatigue kürzere Phasen einnimmt und sich nicht auch noch chronifiziert. 
Mich triggert es völlig, wenn mir jemand sagt entspann dich, weil diese Arbeit Entspannung zu finden mich gerade etwa 20 Stunden am Tag vereinnahmt und mich weniger Energie kosten würde, wenn mich jemand ins Schwimmbad brächte, dass zynischerweise etwa 200m um die Ecke liegt (ich bin extra hierhergezogen, weil ich weiß, dass mir Schwimmen hilft). Leider hat die Nachbarschaftshilfe gerade keine Kapazitäten.. also warte ich und brauche dann halt mehr Zeit für die Regulierungsarbeit meiner Affekte. Es ist mir schleierhaft, wie ich nun bald ne Woche mit unter zwei Stunden Schlaf die Nacht zugebracht habe und überhaupt noch gradeausdenken kann.  Da muss ich dann an Langzeitalkoholiker denken, die ja auch relativ normal wirken, aber deren Körper gegen dieses Gift ankämpft, was schwächt.
 
CookieJulez 11.12.2025 14:35
🍿
 
Wonni 11.12.2025 14:40
Und woran scheitert das mit der EHG?
 
Thohom 11.12.2025 14:40
Weißte Vrono, das erste was man da im Hotel zur lockeren Schraube lernt: Kümmer Dich um Deinen eigenen Kram.😉
Die Schlüsse, die Du über mich ziehst, sind falsch und sie können auch nicht richtig sein, weil wir uns nicht kennen. 
Um den eigene Kram kümmern bedeutet, dass man sich nicht von den eigenen Problemen ablenken lassen soll und das ist einfach ein Teil des Therapieansatzes. Kann ja nicht sein, dass man andere kurieren will, wenn man selber nichts auf die Reihe bekommt. 
Irgendwann hab ich das mal kapiert und versucht an meinen Problemen zu arbeiten. 

Mir hat damals ein anderes Umfeld und wenig Stress dabei geholfen über mich nachzudenken. Dazu kam bei mir, dass ich mir was abschauen konnte und natürlich auch Feedback bekam, was mich weiter brachte.

Als ich nicht mehr so arg depressiv war und wusste, wass ich erreichen will, ging es mir besser. Ich arbeite täglich daran und versuche jetzt seit ungefähr 20 Jahren achtsam mit mir umzugehen.

BTW...ein Rollstuhl ist für mich einfach ein Verkehrsmittel, dass ich bei passender Gelegenheit auswähle.
 
vrono 11.12.2025 15:14
Ich wollte am Problem Mobbing und Schlafnot arbeiten. Also Problem am Arbeitsplatz. 

Und wurde im Hotel Opfer von sexuellem Übergriff. Als Info. 

Das Problem am Arbeitsplatz hat sich mit sofortiger Zurruhestandsetzung geklärt - das wollte ich so nicht. Ich wollte lediglich wieder Schlafen können. Das kann ich nun kaum mehr. Aber es stört auch keinen, wenn man das Sofa nicht verlassen kann und nicht auf der Arbeit fehlt.
 
vrono 11.12.2025 15:21
Da warte ich gerade auf Rückmeldung, woran es wieder scheitert Wonni … Es gibt da mehrere Punkte. Die sind bewusst und da vertraue ich jetzt auf die Fachleute, dass sie das klären. Ich kann die Punkte nur zeigen. Es scheitert dran, dass auf dem Antrag die betreffenden Zeilen für meine Situation fehlen. Und dann kann der schwierig ausgefüllt werden. Zwei Stunden saß man dran mit mehreren Leuten und danach wusste keiner mehr, was zu tun ist. Also suchen die jetzt in der Hierarchie die Ebene drüber nach einer Möglichkeit. 
Mir war nur möglich, dass zumindest nach über einem Jahr endlich ein Eingangsstempel mit Datum drauf ist, weil sonst komme ich nicht rein in den bürokratischen Prozess. Das wurde vor einem Jahr nicht gemacht. Ich musste das schmerzhaft herausfinden, dass ich nicht in den Akten und nur im Buschfunk gelandet bin…keiner hat also den Job gemacht und der Prozess blieb in den Kinderschuhen stecken - ich wusste das bis letzte Woche nicht mal, hatte ich ja drauf vertraut. Jetzt hat man mir Rückmeldung versprochen mit Datum. Das ist mittlerweile wieder um eine Woche verstrichen.
 
vrono 11.12.2025 15:26
„weißte Vrono“ … Thohom bitte auf Augenhöhe bleiben (ich versuche es auch).. wäre mir wichtig. Wenn nicht, müssen wir uns ja nicht kennenlernen. Aber wir haben unterschiedliche Erfahrungsschätze.. wenn du mir meinen aberkennst ist es verletzend dieses Gefälle zu spüren. Dann kann ich mich in der Verletzung nicht an deinem bereichern, den du ja zu haben scheinst und gerne an andere weiterreichst. 

Die Methode des Überstülpens funktioniert nicht. Daher versuche ich dir nichts überzustülpen und trotzdem deine Situation durch Annahmen zu ergründen, um zu verstehen. Bitte versuche das gleiche zu tun. 
Sonst Rappeln wir wieder aneinander und dreschen aufeinanderlegen.. das fänd ich schade und mir reicht die Energie nicht aus.
 
vrono 11.12.2025 15:34
Ich bin mal raus..hoff ich.. hab noch nichts gegessen heute.. nicht geschlafen und …Kopfaua.. ich glaube du könntest mir am besten helfen, wenn du mir ne Ladung deines Selleriesalats rüberwachsen ließest oder mir nen gekonnten Schlag gegen die Schläfe verpasst Thohom, der mich ausknockt. 

Futter oder Schlaf .. das einzige, was heute noch willkommen ist. Die Wege sind mir mittlerweile fast egal.
 
Wonni 11.12.2025 15:57
Dann drücke ich die Daumen, dass da nun alles erfolgreich in die richtige Richtung geht, vrono. ✊🍀✊

Erschwerend kommt ja auch noch hinzu, dass es nun auf Weihnachten und anschließend auf den Jahreswechsel zugeht.
 
vrono 11.12.2025 17:14
Du sagst es.. wie letztes Jahr auch schon. Manche Stellen sind schon ein zwei Wochen vor wüWeihnachten nicht mehr kontaktierbar (da steht dann auch nirgends, dass es nicht besetzt ist). Alles teuer gelernt im Selbstversuch.
 
Jinjer 11.12.2025 19:43
zenaida,
wir haben einfach von unterschiedlichen dingen gesprochen. bei der 603-€-grenze hast du recht.

mein punkt bezog sich auf die em-rente. dort können mehr als 15 stunden auf dem allgemeinen arbeitsmarkt den status „voll erwerbsgemindert“ gefährden.

bei so einem komplexen thema kann man schnell aneinander vorbeireden. 🙂
 
Zenaida 11.12.2025 20:47
Das stimmt - mit dem aneinander vorbeireden. zwinkerndes Smiley

Aber trotzdem: wenn man, um 603 Euro monatlich zu verdienen (steuerfrei und ohne sozialabgaben, also ohne jeden Abzug, brutto für netto) mehr als 15 stunden wöchentlich arbeiten würde, würde das ja bedeuten, dass man knapp über 9 Euro pro stunde verdiente. Wenn man voraussetzt: 15 Wochenstunden (x 4,35) entsprechen 65,25 Stunden pro Monat. Da frage ich mich (und dich): wer würde denn auf dem freien Markt für diesen Hungerlohn arbeiten? Wer einigermaßen Hirn hat, verkauft sich doch nicht so unter Wert. Insofern kann ich mir vorstellen, dass diese 15-stunden-Hürde (die ich bis dato im Zusammenhang mit EM-Rente nicht kannte) kein Problem sein sollte.
 
Thohom 11.12.2025 21:24
Ich finde diese angedachte Konstruktion ja Klasse. Erwerbsminderungsrente beziehen, weil man ja nur noch maximal 3 Std./Tag belastbar ist.
Kost und Logis ggf. als Transferleistung beziehen und dazu noch Lohn von der WfbM beziehen.
Wieviel macht das zusammen netto? 
Für einen Heimplatz inkl. Verpflegung werden 80€/Tag fällig? 30x80 = 2400€ 
Transfer ggf. zur WfbM täglich (hier fahren so Busse rum) 20€ x 20 = 400€
Betreuung in der WfbM  30€/Tag x 20 = 600€
Ich hab mal geschätzt, korrigiert mich gern. Da kommen 3400€ netto zusammen.

Wie kommt nun die Kohle zusammen? Die Erwerbsminderungsrente wird einbehalten. Weiter fallen mir keine Einkünfte ein.
Dazu werden noch 223€ Werkstatt-Entgelt aus dem nicht vorhandenen Einkommen gezahlt.

Klar ist das nicht viel, aber dann noch nebenbei Geld machen wollen, finde ich dreist.

Wenn ein Arbeitnehmer noch einen Nebenjob hat, muss er den auch angeben und das Einkommen versteuern. Aus diesen Steuern werden dann die unterschiedlichsten Transferleistungen gezahlt. Ich käme mir da verarscht vor, wenn ich so einen "Trickser" unterstützen müsste. 
Ich würde auch checken lassen, ob das mit der Erwerbsminderung so noch aktuell ist.
 
Jinjer 11.12.2025 21:51
zenaida,

ich beziehe mich auch nicht auf den stundenlohn, sondern um die bewertung der erwerbsfähigkeit durch die drv.
für die volle em-rente zählt nicht, wie viel geld man verdient, sondern wie viele stunden man auf dem allgemeinen arbeitsmarkt einsetzbar ist.

für die drv zählt eben, wenn man nur noch unter 3 h/tag arbeiten kann, gilt man als voll erwerbsgemindert; wenn man zwischen 3-6 h/tag g arbeitet, gilt man als teilweise erwerbsgemindert und über 6 h/tag ist man nicht mehr erwerbsgemindert.

und das ist der grund, weshalb eher davon abgeraten wird, über 15 h/woche zu arbeiten, weil sonst die  gefahr besteht, dass geprüft wird, ob man noch anspruch auf volle erwerbsminderung hat und damit ist das riesenproblem für viele.
der lohn spielt hierbei überhaupt keine rolle.

es hat im übrigen auch wohl weniger mit hirn zu tun, wenn jemand für wenig geld arbeitet, sondern einfach an den festen grenzen in bezug auf behinderung, eu-rente und anrechnung.
 
Thohom 11.12.2025 22:07
Es wird der Zuverdienst ber der EM Rente individuell nach dem aktuellen Einkommen berechnet. Bei der max. 6 Stunden Version hab ich mich mal vor knapp 20 Jahren beraten lassen und war wirklich sehr überrascht, als man mir einen Zuverdienst von über 25.000€ zugestehen wollte.

Gut, das hat sich dann doch nicht ergeben und es fand sich eine andere Lösung.
 
Jinjer 12.12.2025 07:04
thohom, 
bei deinem beispiel gehst du von der falschen sachlage aus.
du verwechselst systemkosten mit persönlichem einkommen, also setzt trägerkosten mit persönlichem einkommen gleich.

die posten wie heimkosten, fahrdienst, betreuung addierst du und nennst das 3.400€ netto.
diese posten zahlen aber die zuständigen kostenträger für die notwendige unterstützung. somit sind die 3.400 € nicht das, was jemand ausgezahlt bekommt.

was allerdings jemand in einer wfbm wirklich am ende hat, ist i.d.r. wenig, nämlich nur werkstattentgelt und kleiner freibetrag. gibt es zusätzliches einkommen, wird das angerechnet.

der kleine freibetrag in wfbm heißt grundfreibetrag von 52 € plus.
also von dem was jemand monatlich in einer werkstatt verdient werden 52€ abgezogen und von dem rest bleiben ca.  30% frei.
da der werkstattlohn nicht wirklich üppig ist, kannst du dir selbst ausrechnen, wie hoch dann der endbetrag ist.

bei der problematik am werkstattlohn geht es darum, dass das entgelt nicht existenzsichernd ist bei real geleisteter arbeit.

somit trifft dein trickstervorwurf die falschen.
 
Zenaida 12.12.2025 07:11
Jinjer, ich hab das schon verstanden. Trotzdem ist ja der Stundenlohn bei nem Minijob nicht unbedeutend, um zu prüfen, ob das Maximum von 15 Arbeitsstunden pro Woche überhaupt gekratzt wird. Mal krass gesagt: Wenn jemand nen Stundenlohn von 150 Euro hätte, wohlgemerkt brutto für netto, dürfte er bei nem Maximum von 603 Euro als minijobber nur 4 Std arbeiten im Monat. Da juckt so ne Obergrenze von 15 h pro Woche nicht im geringsten. Jetzt klarer?

Und da ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand, der überhaupt für nen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt in Frage kommt, freiwillig für unter 10 € pro Stunde arbeitet (mal abgesehen von unwürdigen Zuständen mit illegalen Arbeitern in der gastro und aufm Bau), sollte diese arbeitszeitbegrenzung wegen em-Rente eben auch kein Problem sein. Weil man, bevor man die 15 h pro Woche erreicht hat, schon längst das monetäre Limit von 603 € erreicht hat. 

Der Mindestlohn beträgt ab Januar 13,90 € pro Stunde. Wer arbeitet denn in einem ordentlich angemeldeten Minijob auf dem freien Arbeitsmarkt für weniger? Bei diesem Mindestlohn dürfte man maximal 43 h pro Monat arbeiten. Das sind dann knapp 10 Std pro Woche, also weit entfernt von den 15 wöchentliche maximalstunden, um die em-Rente nicht zu gefährden. Deshalb sehe ich da überhaupt kein Problem. 😉
 
Jinjer 12.12.2025 08:43
zenaida, ich glaube wir sprechen weiterhin über zwei verschiedene dinge.

auf dem ersten arbeitsmarkt mit einem normalen minijob bei einer grenze von 603€ ist man rechnerisch schon bei ca. 10 stunden bevor die 15 stunden überhaupt erreicht werden.

ich hab mich aber nicht auf die minijobgrenze bezogen, sondern auf die bewertung der erwerbstätigkeit durch die drv. wenn man eben mehr als 15 stunden, egal bei welchem lohn, arbeitet, gefährdet man den vollen anspruch auf die em-rente.
die drv bewertet strikt das leistungsvermögen in stunden auf dem 1. arbeitsmarkt.
die festlegung unter 3 stunden ist eine feste grenze, die die erwerbsleistung erklärt.

die 15 h/woche heißen exakt 3 h/tag und sind keine minijobregel, sondern kommen aus der drv-bewertung.
dabei ist eben entscheidend, ob die stunden regelmäßig und stabil geleistet werden können.
unerheblich ist, ob man dabei unter 15 h/woche bleibt.

wenn 10-12 stunden in der woche als stabile arbeitsleistung bewertet werden durch die drv, kann das relevant werden.
unabhängig vom stundenlohn.
 
Zenaida 12.12.2025 10:24
Jinjer, elmochris hat das mit dem Minijob aufgebracht: „Würd man noch nen Minijob annehmen heißt es raus aus der Wfbm und gegebenfalls Rente weg“ (10.12. um 19:54). 

Du hattest seine Aussage bestätigt und dich dabei auch auf das Ausüben eines Minijobs bezogen: „du hast recht, dass wenn du einen minijob annimmst, deinen anspruch auf em-rente, grundsicherung oder den werkstattplatz höchstwahrscheinlich aufs spiel setzt, weil du dann mehr als 15 stunden in der woche arbeitest und als erwerbstätig gilst.“

Ich hab eben diese aussage in Zweifel gezogen, weil man durch die finanziellen Grenzen des Minijobs nie auf die 15 Wochenstunden auf dem freien Markt kommt. Dass das grundsätzlich zwei Paar Stiefel sind, ist mir schon klar. zwinkerndes Smiley
 
vrono 12.12.2025 12:59
So.. Ende Januar darf ich in die Werkstatt mir alles ansehen… so liebe Menschen, so niederschwellig alles und so viel Zeit, dass mir der Druck nicht wieder alle Möglichkeiten raubt, die ich gerne für mich nutzen möchte.. Wow schonmal für den ersten Eindruck und Danke für diesen Blog. 
Ich hätte mich im Ärger zerrieben sonst über die stockende Eingliederung und die ausbleibende Rückmeldung der Antidiskriminierungsstelle… aber so ein Angebot ist einfach nur geil!! 

Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, weil mich vor Monaten schon solche Werkstätten mit „nur für geistig Behinderte“ abgewiesen haben.. und das an Stellen, die mir einfach sagen könnten…hey guck dir doch mal das an.. so habe ich geglaubt, dass es nichts gibt und in Ermangelung von Arbeit und barrierefreiem Studiumszugang, den ich mir in Ermangelung der Arbeit suchte…  einfach aufgegeben

Danke für den Blog
 
Jinjer 12.12.2025 15:04
zenaida,
ich habe meine aussage inzwischen mehrfach präzisiert.
mir ging es nicht um die minijob-grenze, sondern um die drv-bewertung der arbeitsfähigkeit in stunden.
aber gut, wenn das jetzt geklärt ist. 🙂
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