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Work-Life-Balance

Work-Life-Balance
Wie findet ihr diesen Terminus, dieses Konzept?

Ich verstehe natürlich, dass v.a. junge Menschen heute nicht mehr so viel arbeiten wollen, dass wenig Zeit für eigene Interessen, für Freunde, für Famile bleibt. Aber ist es damit getan, einen Job lediglich hinsichtlich des zeitlichen Umfangs zu reduzieren? 

Ich kann damit wenig anfangen. Für mich muss die Arbeit so sein, dass sie zu meinem Leben gehört und einfach integriert ist. 

Ich kann mir nicht vorstellen, fremdbestimmt zu arbeiten und die Zeit, die ich in der Arbeit verbringe, als nicht zu mir gehörig zu empfinden. 

Ich kann mir nicht vorstellen, am Sonntag schon mit Grauen an den Montag zu denken, auf Feierabend, Urlaub oder die Rente hinzuleben. 

Ich kann mir nicht vorstellen, längerfristig einen Beruf auszuüben, der von Inhalt, Struktur und Rundum-Bedingungen nicht zu mir passt. 

Ich kann mir nicht vorstellen, unzufrieden zu sein, weil ich mich unter Wert verkauft fühle. 

Ich kann mir nicht vorstellen, egal wie viel Lebenszeit regelmäßig mit Tätigkeiten zuzubringen, die mir keinen Spaß machen, mich nicht erfüllen. Das muss man ja schon oft genug im Wartezimmer oder in irgendeiner Warteschlange. zwinkerndes Smiley 

Ich hab eine Freundin, die da sehr leidesfähig ist. Sie hat jahrelang in einem ätzenden Job mit wirklich ätzendem Umfeld gearbeitet, wurde gemobbt und hat sehr gelitten - und hat trotzdem gewartet, bis sie ihrerseits gekündigt wurde. Ich hab wirklich nach Kräften versucht, sie zu überzeugen, sich einfach was anderes zu suchen. Die Qualifitkationen hat sie ja. Aber sie hat sich das nicht zugetraut. 

Kennt ihr das? Wie ist oder war das bei euch? Habt ihr euch durch eure Arbeit durchgequält oder habt ihr gerne gearbeitet / arbeitet ihr gerne? Wie habt ihr euer Leben mit eurem Job gestaltet? Habt ihr auch genügend Freizeit und Zeit für Freunde/Familie?

Kommentare

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Thohom 02.01.2026 18:52
Leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu leben?

Das war schon früher die Frage. Ich habe mich immer an Teil 2 der Frage gehalten. Es ging darum Familie und Leben zu finanzieren. Ganz ungern ging ich nicht zur Arbeit, mir hat aber nichts gefehlt, wenn ich nicht auf Arbeit war. Arbeit waren immer Highlights verknüpft mit Routinen. 
Inzwischen lebe ich nur und das fast ohne Fremdbestimmung. Ich finde das prima.
 
(Nutzer gelöscht) 02.01.2026 19:06
Das wäre der Idealfall, nur das zu arbeiten , wozu man Lust hat ...dazu noch richtig viel Kohle und natuerlich auch noch genügend Freizeit ,um sich den schönen Dingen des Lebens widmen zu können.
Ich denke , die Realität is eine andere. 
Es braucht erstmal eine qualitativ gute Schul/ Ausbildung, ansonsten geht erstrecht nix ...mit dem Wunsch ,nach viel Freizeit und wenig Arbeitszeit und dazu dem Traumjob ,der einen glücklich macht.....
 
(Nutzer gelöscht) 02.01.2026 19:10
Und wenn man mal ein bestimmtes Alter erreicht hat , nicht unbedingt die perfekte Schulbildung genossen hat ,trotzdem arbeiten muss, weils geld nicht reicht....is ganz und gar vorbei , mit.....ich mach nur soviel und auch nur das , was mir Spass macht und mich nicht überfordert
 
Thohom 02.01.2026 19:11
Ich habe schon Leute erlebt, für die war es der Traumjob schlechthin, wenn sie Schuhe reparieren durften. Die haben mit so einer Begeisterung davon gesprochen, dass ich es als ihre Berufung empfunden habe.

Es ist also relativ und jeder beurteilt es für sich vermutlich anders.
 
(Nutzer gelöscht) 02.01.2026 19:15
Das is natuerlich so ....
 
Weitblick 02.01.2026 19:17
Ich arbeite leidenschaftlich gerne.

Mal viel, mal wenig.

Mit dem Begriff Work-Life Balance konnte ich nie etwas anfangen.

Aber:

Ich konnte mir immer meine Arbeit aussuchen. Oft war ich der Chef. Nicht weil ich über andere bestimmen wollte, sondern weil ich da am Besten meine Vorstellungen von Arbeit umsetzen konnte. 

Voraussetzung ist und war jedoch, das ich eine klare Vorstellung von dem Leben und und bereit bin, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen.

Arbeit bedeutet für mich, neben Geld zu verdienen, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten.

Heute arbeite ich immer noch und möchte das auch noch länger.

Weil es mir Spaß Macht.
 
Lerato77 02.01.2026 19:20
Ich tue meine Arbeit gerne, sie entspricht im wesentlichen meinen Begabungen. Natürlich muss ich auch Sachen machen, die ich nicht so gerne mag, aber ich glaube, die gibt es in jedem Job. Leider habe ich nicht immer die nötige Zeit für Treffen mit Freunden, doch es gibt immer auch ruhigere Phasen. 
Also insgesamt bin ich zufrieden. Ich könnte wie du niemals einen Job machen, der mir nicht entspricht. Mein Vater hat von Urlaub zu Urlaub gelebt und ich habe ihn immer dafür bedauert.
Das Konzept der Work Life Balance halte ich für sehr wichtig.
 
Zenaida 02.01.2026 19:50
„Leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu leben?“

Ich meine das noch anders, thohom. Beim Konzept „Arbeiten, um zu leben“ ist ja die Arbeit immer noch irgendwie ein notwendiges Übel, so jedenfalls empfinde ich das. Ich brauche das so, dass ich mich auf die Arbeit freue - und das tue ich meist. Ich brauche sehr viel Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit, Dinge planen zu können, die mir entsprechen und auf die ich Bock habe, die aber eben auch anderen zur Freude gereichen. Da stört mich dann auch die Routine nicht, die es natürlich auch gibt. 

Selbstverständlich, da gebe ich lerato recht, gibt es da auch immer Dinge, die halt getan werden müssen. Aber das ist ja im eigenen NIcht-Arbeits-Leben auch so. Zähne putzen oder Spülmaschine ausräumen ist ja auch nicht unbedingt der Riesen-Spaßfaktor. zwinkerndes Smiley Solange dieses Dinge nicht überwiegen, ist es kein Problem für mich.

„Ich denke , die Realität is eine andere.“
Mohnblume, bei mir ist das so, wie du das beschreibst. Gut, „richtig viel kohle“ ist relativ, aber ich komme sehr gut zurecht. 

In meinem Freundeskreis geht es den meisten zum Glück auch so. Ich hab eine Freundin, die Kunsthistorikerin und Kunstvermittlerin ist. Sie kann ohne ihre Museen sowieso nicht leben und liebt es, anderen Menschen die Kunst nahezubringen. Sie macht das entsprechend toll, weil sie das liebt und dafür lebt. Wenn sie mir von ihrem Tag berichtet, steht „mit xy Kaffee trinken“ gleichwertig mit „eine Seniorengruppe/Familienfeiegruppe/einen Prominenten/… durch die Pinakotheken führen“ oder „in ihrem Verlag Büroarbeit erledigen“. Sie liebt das alles. 

Meine Großmutter hatte eine Landwirtschaft und Wald. Sie hat sehr viel gearbeitet, aber hat ihre Arbeit geliebt. Für sie gab es keinen Feierabend, aber sie hat für ihre Tiere und ihr Land gelebt. 

Meine Tagesmutter war eben Tagesmutter und Damenschneiderin. Und Ehefrau, Mutter und Hauswirtschafterin. Sie hat all ihre Arbeiten mit Liebe und Hingabe gemacht - und das auch ausgestrahlt. Ich hatte bis zu ihrem Tod mit 90 Jahren sehr guten Kontakt zu ihr und vermisse sie sehr. 

Eine andere Freundin schreibt Inhalte für irgendwelche Homepages. Das macht sie von zuhause aus. Weil das allein sie nicht erfüllt, hat sie nebenbei ein Studium absolviert und eine Ausbildung zur Heilpraktiikerin gemacht. Als es ihr langweilig wurde, hat sie sich umgeschaut. 

Das meine ich, wenn die Arbeit nicht mehr passt, ist es doch eigentlich normal, dass man sich dann umschaut und nicht einfach zuwartet und leidet. 

Weitblick, absolute Zustimmung zu diesem Passus: „Voraussetzung ist und war jedoch, das ich eine klare Vorstellung von dem Leben und und bereit bin, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen.“. Aber eigentlich sollte doch jeder sich hinterfragen, was er braucht, um glücklich zu sein und Verantwortung für sein Leben übernehmen wollen. Ich kann nicht verstehen, warum manche sich lieber aufs Jammern beschränken.
 
Rouvi 02.01.2026 20:15
Ich verstehe das ganze work-live-balance Gedöns nicht.
Vor meinem Unfall war ich immer 220 bis 300 Stunden für die Arbeit unterwegs, von An.- und Abfahrt und Auslandsaufenthalten mal abgesehen. Familie und Freunde kamen nie zu kurz auch wenn man nicht die gewünschte Zeit hatte. Für Konzerte und Muckibude war auch noch Zeit. Gerade in jungen Jahren sollte es kein Problem sein. Man kann seine Kraft auch in Jammern, wie schlecht es einem geht, vergeuden, das scheint der neue Trend zu sein 😒
 
Zenaida 02.01.2026 20:27
Rouvi, bei 200 bis 300 Stunden Arbeit pro Monat muss der Freundeskreis natürlich recht flexibel sein, um sich deinen zeitlichen Gegebenheiten anpassen zu können. Das ist ja nicht bei jedem gegeben. 

Aber ja, ich verstehe eben auch nicht, warum manche überhaupt in unliebsamen Jobs bleiben. Ich kann das natürlich nachvollziehen, wenn es sich um einen überschaubaren Zeitraum handelt, etwa, um ein für das Studium notwendige Praktikum oder den praktischen Teil der Ausbildung. Oder wenn es sich um ein terminiertes ätzendes Projekt handelt, wo sonst die Projekte gut und interessant sind. Oder wenn jemand noch bis zu Verbeamtung durchhalten muss. All das kann ich verstehen. Aber in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis nur durchhalten - bis zum Urlaub oder zur Rente, das stelle ich mir wirklich fürchterlich vor.
 
Rouvi 02.01.2026 20:39
Ich habe den Job total gerne gemacht und man wollte mich schon ins Büro stecken bzw. das ich mir Projekte in den jeweiligen Firmen anschaue und kalkuliere. Gerade das Büro wäre nichts für mich gewesen, dafür habe ich zugerne draußen gearbeitet. Die Menschen sind halt verschieden und jeder sollte machen was ihm gefällt. Meine Kollegen waren alle so, sogar die Chefs waren lieber auf der Baustelle, als im Büro. 
Es gab Monate an denen ich zwei bis drei Wochenenden frei hatte, Urlaub 24 Tage im Jahr und in der Zeit habe ich alles unter bekommen.
 
Nordroller 02.01.2026 21:06
Ich habe mich im Handwerk richtig gequält Zwölf Stunden Tage mit an und Abfahrt waren positiv zu sehen. 

Die Arbeit war körperlich hart und gefährlich. Viele Kollegen hatten schon im Auto Durst oder auch familiäre Verpflichtungen. 

Nicht alle Menschen haben Glück. 

Die Lebensumstände und damit auch die Bildung sind zu unterschiedlich auch bei den Jahrzehnten gibt's große Unterschiede.
 
Marianne 02.01.2026 21:14
ich bin seit fast 40 Jahren in der Buchhaltung internationaler Firmen tätig und es war früher immer mega stressig. Ich habe im letzten November das 10jährige Jubiläum in meiner derzeitigen Firma gefeiert. Es macht mir noch immer mega Spass, ich habe mein Plätzchen gefunden. Mit 6 Wochen Urlaub habe ich genug freie Tage zur Verfügung und schaffe locker die 40 Stunden Woche
 
Zenaida 02.01.2026 21:16
Ich glaub nicht an die Glücks-Hypothese, nordroller. Viele Menschen machen irgendwas, um irgendwem zu gefallen oder weil sie meinen, das würde von ihnen erwartet. 

Glück im Beruf hängt nur zum Teil von Bildung und Lebensumständen ab. Man kann, wie thohom das oben schon beschrieben hat, auch als Schuster sehr glücklich sein. Mein Großvater war Schmied und hat seine Arbeit geliebt. Er hat neben den üblichen Aufträgen noch für sich und Freunde einfach so Kunstschmiede-Dinge angefertigt. Keineswegs ist er aus seiner Schmiede geflüchtet, wenn Feierabend war. 

Mich könntest du jagen mit nem Angebot in der Landwirtschaft oder so, aber das muss ich ja auch nicht machen. Meine Oma hat es geliebt. Die hatte keine großartige Ausbildung, zumindest nicht diesbezüglich. Sie war eigentlich Köchin. 

Ich glaube eher, dass viele Menschen gar nicht hinterfragen, was sie überhaupt tun wollen, wo ihre Stärken und MÖglichkeiten liegen und wie sie dahin kommen. Wenn ich gerne mit Tieren arbeite, kann ich Tierarzt werden - oder Tierpfleger, wenn ich kein Studium machen kann oder will. Und wenn ich gar keine Ausbildung hinkriege, kann ich Hundesitter werden oder was auch immer. Es gibt doch viele Möglichkeiten, seiner Grundbestimmung möglichst nah zu kommen. Manchmal muss man ja auch gar nicht den Beruf wechseln, sondern nur den Betrieb. 

Klar, wenn einem alles zu viel ist und man am liebsten nur auf dem Sofa abhängt, wird es schwierig mit nem Traumjob.
 
(Nutzer gelöscht) 02.01.2026 21:20
@Zenaida, ich bin mir sicher , dass der Grossteil der arbeitenden Bevölkerung , eben genau das macht , was du nicht verstehen ,geschweige denn , dir fuer dein Leben vorstellen kannst....in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis zu bleiben bis zur Rente , weil es letztlich nicht nur um das Wohlfühlen im Job geht , sondern in erster Linie ,um eine sichere Zukunft...haben doch die meisten eine Familie zu versorgen und da steht nun mal an erster Linie ein zuverlässicher Job, der eben nunmal mitunter nicht nur Spass macht.
 
Me262 02.01.2026 21:21
WLB ist ein Modewort ohne echten Inhalt. Wo die persönliche Balance liegt muss ja wohl jeder für sich selber entscheiden.
 
Noiram 02.01.2026 21:22
In meinem ersten Job, als ich die Lehre angefangen habe, war ich genau 4,5 Tage. Hatte, zum Glück, den Vertrag noch nicht unterschrieben. Bin freitags nach der Mittagspause nicht mehr hingegangen. Diese Firma war fürchterlich für mich, dann 6 Jahre inkl. Lehre, dann 3 Monate wieder in einer Firma gearbeitet, wo es mir nicht gefiel und dann 40 Jahre bei einer Firma, die einfach klasse war. Ich bin auch fast immer gerne arbeiten gegangen, da waren aber auch Chefs, die notfalls auch mal anpackten und andersherum, wenn das Soll in dem Monat noch nicht erfüllt war, sind wir Büroleute ohne Entgelt im Lager packen gegangen, was uns ein riesigen Spaß gemacht hat.
 
Zenaida 02.01.2026 21:47
„ich bin mir sicher , dass der Grossteil der arbeitenden Bevölkerung , eben genau das macht , was du nicht verstehen ,geschweige denn , dir fuer dein Leben vorstellen kannst..“

Das bezweifle ich nicht. Aber ich finde es tragisch. Nimmt doch die Arbeitszeit auch einen Großteil des Lebens ein. 

Ich verstehe nicht, warum oft eine Dichotomie zwischen „Wohlfühlen im Job“ und „finanzielle Sicherheit“ aufgemacht wird. Das hat ja meine Freundin auch so postuliert, die, die sich sooo unwohl gefühlt hat in ihrem alten Job. Man kann sich doch in seinem Beruf und Betrieb wohlfühlen und trotzdem eine feste Anstellung haben - oder was man halt als Rahmenbedingung so braucht. So wie noiram das beschrieben hat, die sofort gemerkt hat, wenn es irgendwo nicht gepasst hat und das Weite gesucht hat, bis sie dann eine tolle Firma gefunden hat, bei der sie glücklich war.
 
Thohom 02.01.2026 21:55
Vielleicht ist nicht jeder so gestrickt, wie Du es bist?
Es scheint ja selbst unter Deinen Freunden so zu sein, dass sie nicht das Selbstvertrauen haben, um "wird schon irgendwie werden" auszuleben.
 
BrokenByDesign 02.01.2026 22:23
Zenaida, ich finde deine Einstellung toll! 👍❤

Mir gehen Leute, die immer nur über ihre Arbeit nöddeln, die von Urlaub zu Urlaub leben und die sich montags schon auf Freitag freuen, richtiggehend auf den Sack. Manche Leute kultivieren es ja förmlich als ihr persönliches Mantra, dass Arbeit perse blöd ist und keinen Spaß machen kann und darf. ... Schrecklich!
 
vielleicht1981 02.01.2026 22:36
Ich finde es ist wichtig das man sich in seiner Job wohl fühlt. Ich selbst achte inzwischen sehr auf meine Work-Live Balance, es hat bei mir auch 2 Anläufe gebraucht bis ich den richtigen Arbeitgeber gefunden habe, aber jetzt passt es. Ich hab eine unbefristete Vollzeitstelle mit 34 Stunden Woche. Ich habe ehr Zeit für mich aber auch für meine Kinder. Wer dankt uns das , wenn wir 45 oder mehr Stunden die Woche arbeiten, niemand! Sind wir ehrlich ich hab 20 Jahre auf dem Bau gearbeitet. Harte Arbeit, viele Überstunden. Am Schluss war meine Ehe am Ende, ich hatte ein Arbeitsunfall und mein Arbeitgeber hat mir gekündigt weil ich seinen Augen nicht mehr so Leistungsfähig bin. 

Ja, es hat viel mit Selbstvertrauen zu tun, in einem Vorstellungsgespräch/ oder auch bestehenden Arbeitsverhältnis, klare Bedingungen zu setzten, Finanziell sowie mit der geforderten Arbeitsleistung. 
Mir ist auch bewusst das nicht jeder dieses Selbstvertrauen hat um klare Forderungen zu setzten. 
Wir arbeiten um unser Leben lebenswert zu machen, nicht umgedreht.
 
(Nutzer gelöscht) 02.01.2026 23:46
..habe in meinem Leben immer das machen können was mir auch Spaß" bereitet hat..natürlich musste es auch Geld bringen.. wovon sollte ich leben?!Durch meine Ausbildungen war es mir vergönnt auch gleich in die Posten zu schlüpfen die gut bezahlt wurden und auch gefragt waren..Mein Ziel war es jedoch immer, nicht für andere sondern nur für mich..(und leider auch für diesen Staat )zu arbeiten.Deshalb und auch weil ich mich schlecht unterorden konnte war ich den größten Teil meines Lebens  selbstständig.Was ich dazu auch  sagen möchte ist, ein bissel" Glück hört zu allem was man macht und wenn man ein klares Ziel vor Augen hat und das richtige Durchhaltevermögen kann man alles" schaffen.Ich habe meine Firmen fürs Alter alle verkauft und lebe von den Erträgen die der Verkauf eingebracht hat.Das mache ich nun schon eine längere Zeit und ich komme ganz gut ohne Arbeit aus.Ich gehe nur noch meinen Hobbys nach fahre mit meinen Freunden Motorrad oder bastel" bissel an Autos fahre im Wohni durch die Welt etc.
Ich möchte nicht als Angeber" betittelt werden nur weil ich scheinbar" alles richtig gemacht habe..Das traurige an meiner Geschichte ist das die Planung eine ganz andere war ..das ich das ganze mit meiner Frau genießen wollte aber der Mensch denkt doch Gott lenkt.
Sie ist leider verstorben....
 
Zenaida 03.01.2026 02:07
Mohnblume, ich verstehe die Bedenken durchaus, wenn faktische Gründe gegen einen Wechsel sprechen - oder wenn jedenfalls das Risiko deutlich größer ist als der zu erwartende Gewinn (an Lebensfreude). Natürlich ist Sicherheit wichtig. 

Was ich nicht verstehe: Warum bleiben viele Menschen schon von anfang an in einem unerträglichen Betrieb? Natürlich, manchmal entwickelt sich das erst in diese Richtung, aber es gibt ja viele, die wirklich von Anbeginn an unmöglich sind. Die einen (so wie Noiram das beschrieben hat) ergreifen da schnell die Flucht, noch hat man ja nicht viel zu verlieren. Die anderen verharren und warten auf Besserung. Aber wie realistisch ist das?

Meine zweite Frage: warum bleiben manche Menschen sogar, wenn der Arbeitsmarkt ein totaler Arbeitnehmermarkt ist, in einem unmöglichen, krankmachenden, unerträglichen Arbeitsverhältnis? Da gibt es doch kein großartiges Risiko. Selbst wenn man bei der ersten Firma scheitert, wird man bei der zweiten oder dritten Glück haben. Und je klarer man seine Vorstellungen dann im Gespräch formuliert, desto eher  weiß der Arbeitgeber, worauf er sich einlässt und ist bereit, da Kompromisse zu machen, ehe er gar keinen Mitarbeiter findet. Viele Arbeitgeber schätzen das auch, wenn Arbeitnehmer wissen, was sie Wert sind und was sie zu bieten haben. Es ist erstaunlich, wie sehr man die Arbeitsbedingungen schon beim Vorstellungsgespräch mitgestalten kann, wenn man sich traut, den Schnabel aufzumachen, ohne natürlich zu fordernd oder gar unverschämt zu werden. Warum machen das viele Menschen nicht?
 
Haferflocken 03.01.2026 03:08
Sehr schönes Thema Zenaida, ich bin der Meinung, dass eigentlich jeder von uns im Grunde in der Lage sein sollte, seinen Beruf so zu wählen, dass er halbwegs zu den eigenen Fähigkeiten passt. Natürlich meine ich hier die realistischen Fähigkeiten. Aber, es gibt schon die Möglichkeit, dass man irgendwann checkt, was man wirklich kann und will, und dann auch die Chance bekommt, da reinzugehen.
Allerdings müssen wir da einen wichtigen Punkt unterscheiden, gerade wenn man sich anschaut, wer hier mitredet. Viele von uns sind ja schon eine ganze Weile drin im Berufsleben, oder in Rente – in Zeiten, in denen das Gerede von Work-Life-Balance noch nicht so groß war wie heute. Vor 20-30 Jahren etwa hat das kaum jemand so real wahrgenommen, dass das Leben außerhalb der Arbeit auch wichtig ist, da ging es oft nur darum, den Job zu halten, weil der Markt da so anders aussah. Arbeitgeber konnten sich quasi aussuchen, wen sie wollen, und die meisten mussten nehmen, was sie kriegen.

Jetzt sieht das anders aus. Der Fachkräftemangel macht den Arbeitgebern zu schaffen, und plötzlich werden die Leute außenrum wichtig. Flexibilität, gute Bedingungen, mehr Freiraum ,das alles wird jetzt groß diskutiert und eingefordert. Das macht den Druck auf die Unternehmen, sich zu ändern.
Aber da kommt das Dilemma, es gibt auch den Typ Mensch, der gar nicht die Notwendigkeit verspürt, seinen Job zu wechseln. Weil der Job Sicherheit gibt, weil er Gewohnheit ist, und oft genug auch, weil der Gedanke an was Neues ganz schön Angst macht. Die Routine gibt ein Gefühl von Kontrolle, auch wenn es vielleicht nicht die Erfüllung bringt, die man sich mal erträumt hat. Und das ist auch okay. Denn nicht jeder sucht Veränderung, manche wollen einfach nur durchkommen, den Laden am Laufen halten und sich weiter nichts anmerken lassen.
Deshalb finde ich, wir müssen ehrlich sein und all diese Ansprüche einfach nebeneinander stehen lassen, da gibt es die, die unbedingt raus wollen, die sich neu orientieren, und da gibt es die, die in ihrer Komfortzone bleiben, aus Angst, weil sie sich sicher fühlen oder einfach keinen Bock auf den ganzen Stress haben. Beides legitim. Aber toll wäre, wenn jeder zumindest die Möglichkeit hätte, sich bewusst für das zu entscheiden, was er wirklich will, und nicht nur, weil der Markt es irgendwann verlangt oder das Leben einen reinreibt.
Und da sind wir wieder bei der Realität, die Chance, dass jeder wirklich da landen kann, wo er hin will, hängt stark von äußeren Umständen ab, von Bildung, vom Arbeitsmarkt, vom Mut und auch davon, wie viel Risiko man bereit ist einzugehen. Das ganze Bild ist nicht schwarz-weiß. Und wenn wir das verstehen, dann können wir vielleicht auch mehr Verständnis aufbringen, für die einen, die es wagen, und für die anderen, die einfach nur überleben wollen.
 
Zenaida 03.01.2026 06:45
Danke Haferflocken, für deine Erklärung. Ich glaube, du hast zwei wesentliche Aspekte genannt: 

„und oft genug auch, weil der Gedanke an was Neues ganz schön Angst macht. Die Routine gibt ein Gefühl von Kontrolle, auch wenn es vielleicht nicht die Erfüllung bringt, die man sich mal erträumt hat.“

Und: 

„für die anderen, die einfach nur überleben wollen.“

Ich bin ein ziemlich rationaler Mensch, der erst mal faktische Gegebenheiten abklopft. Mit einem „Gefühl von Kontrolle“, wenn die Bedingungen unerträglich sind, kann ich wenig anfangen. Dann kontrolliere ich ja nicht mein Leben selbstbestimmt, sondern gebe mich mit dem zufrieden, was andere für mich an Spielraum übrig lassen. Aber ja, das scheint ein zentraler Punkt zu sein. 

Dass man aus miesen Arbeitsbedinungen sich nicht rausbewegen (meinetwegen auch rauskämpfen) will, kann ich einfach nicht nachvollziehen. Aber du hast Recht: manche sind schon froh, wenn sie einfach nur überleben. Diese Haltung beschränkt sich ja nicht auf die Arbeit. Es gibt ja auch sehr viele Menschen, die in unerträglichen Beziehungen ausharren, weil das Gewohnte besser (überschaubar) erscheint als eine unbekannte Zukunft ohne den violenten Partner.

Danke!

Falls das so angekommen sein sollte: ich wollte/will mich mit meinen Überlegungen nicht über solche Menschen stellen. Natürlich nicht. Ich kann es nur einfach nicht gut aushalten, zuzusehen, wie jemand sehendes Auges sein Unglück verwaltet, statt sich da rauszuboxen. Selbst, wenn man diesem Menschen ein Taxi zur Verfügung stellt, nimmt er es nicht an und bleibt lieber in der Misere sitzen…. 😭
 
Thohom 03.01.2026 07:06
Darf man über den Lebensplan andere Menschen urteilen, wenn er den eigenen Vorstellungen widerspricht?
Jeder schmiedet sich sein eigenes Leben mit seinem "Einsatz" bestimmt er seine "Ernte". Wenn man dann entscheidet, dass es so gut ist, ist das eben so. Jeder hat da vermutlich verschiedene Vorstellungen.
 
Lerato77 03.01.2026 08:02
Danke Zenaida für dieses interessante Thema!
Ich stimme Nordroller zu, ein bisschen Glück braucht man immer auch.
 
positivemind 03.01.2026 09:38
Ich mache meine Arbeit gerne. Es ist ein vielseitiger Aufgabenbereich, ich arbeite mit Menschen, werde gefordert und ich verstehe mich gut mit meinen Kollegen. 
Ich habe die Problematik, dass ich mich in bestimmten Situationen sehr unter Druck setze und dadurch selbst Stress in mir auslöse. Aber das ist halt eigene Problematik. 
Meine Arbeit lässt mich gleichzeitig aber auch aufblühen und ich bin oft auch stolz, wenn ich eine mir vorher unbekannte Situation gemeistert habe. 
Es ist eine halbe Stelle, die Stunden  können sich auf die Wochen unterschiedlich verteilen. Wichtig ist, dass die Gesamtstundenzahl im Monat stimmt. 
Dadurch habe ich auch mit Job sehr viel Freizeit. 

Dennoch ist meine Arbeit ein Teil von meinem Leben und ich bin glücklich damit. Der Begriff Work-Life-Balance suggeriert meines Empfindens nach eine strikte Trennung zwischen Arbeit und Leben. Für mich gehört mein Job zu meinem Leben und ich bin glücklich, dass es er etwas ist, was ich gerne mache. 

Die eigene Arbeit gerne zu machen, verbessert die Lebensqualität natürlich sehr und ich finde das auch sehr wichtig. Dennoch glaube ich, dass sich das in der Praxis leider nicht immer umsetzen lässt. Denn der Job muss ja auch erstmal für einen verfügbar sein. Und oft ist man vielleicht auch einfach froh, seine Rechnungen bezahlen zu können und in einem sicheren Arbeitsverhältnis zu sein. 
Seinen Job gerne zu machen ist etwas tolles, aber ich glaube keineswegs, dass es etwas selbstverständliches ist.
 
(Nutzer gelöscht) 03.01.2026 11:30
@Zenaida,6.45 ...Es ehrt dich, dass du ein selbstbewusster Mensch bist, dein Leben gut im Griff hast und offensichtlich , auch ein gutes Leben führen kannst. Dein Leben selbst bestimmst und es so fuer dich gut läuft. Du tust dir eben schwer damit , Verständnis / zu verstehen , dass es so nicht bei jedem läuft. Vielen Menschen fehlt eben oft einfach die Kraft / Energie ,um aus einem unliebsamen Job / Leben rauszukommen und oft liegt es eher an den fehlenden Möglichkeiten , situationsbedingt , als am Nichtwollen. 
Oft sucht man sich die Schuhe nicht aus , in denen man geht oder gehen muss, weil oft die Lebensumstände es eben einfach so vorgeben....
 
Zenaida 03.01.2026 13:14
Thohom, es geht nicht darum, über einen andren Lebensplan zu urteilen. Ich vertrete die Ansicht, dass jede Lebensform, die anderen nicht über die Maßen schadet und einen selbst glücklich macht, erlaubt ist. Von mir aus darf jeder polyamor, polygam, monogam, homosexuell, pansexuell, heterosexuell, als Single, mit oder ohne Kinder, als Mann, Frau, divers, als Beamter, als freischaffender Künstler, als Angestellter, als privatier…. unter oder über seinem geistigen / emotionalem / sozialen Niveau leben….

Schwierig wird es für mich ausschließlich da, wo jemand ohne Not auf Kosten anderer lebt (aber das ist ein gänzlich anderes Thema) und wo jemand ganz offensichtlich todunglücklich ist und das auch ständig kommuniziert, aber dennoch nichts dagegen unternimmt. Das tut mir weh, da zusehen zu müssen, wenn es sich um jemanden aus meinem näheren Umfeld handelt. Mit einem bewussten „Lebensplan anderer Menschen, der den eigenen Vorstellungen widerspricht“, hat das ja nichts zu tun. Jemand, der sich gerne schlagen lässt, zieht Genuss daraus und jammert nicht darüber und versteckt die blauen Flecken. Allerdings hast du recht, man muss das als Außenstehender einfach akzeptieren, auch wenn es schwer fällt.

Lerato, es stimmt, Glück gehört immer dazu im Leben. Aber manche sehen es leider nicht mal… 

Positive, du bist hier einer der Menschen, der meines Erachtens am meisten Zufriedenheit ausstrahlt, der weiß, was er braucht und will und das auch sucht. Du hast dich, so wie du immer mal geschrieben hast,  erfolgreich von einem schüchternen, eher ängstlichen jungen Menschen zu einem selbstbewussten und selbstbestimmtes Erwachsenen entwickelt, der sein Leben in die Hand nimmt und zur Not eben z.B. auch allein ne Reise unternimmt… Das macht dich als Mensch in meinen Augen sehr anziehend. Dein Beitrag hier passt dazu. 

Mohnblume, nein, das ehrt mich nicht. Das ist wohl in meiner Persönlichkeit angelegt und für die kann ich nichts. Die wurde mir mitgegeben. Insofern hatte ich wirklich Glück.
 
(Nutzer gelöscht) 03.01.2026 13:23
Zu zärtlich sein.

Du hast ALLES  richtig gemacht,meinen Respekt👍
Auch wenn auch das ENDE nicht schön war u es mir pers leid tut.
Aber wer sagt das es ein Ende bleiben wird?

Manchmal kommt unverhofft,ein klitzekleiner Sonnenstrahl durch graue Wolken u lässt es zu, dass die grauen Wolken Stück für Stück beiseite geschoben werden..
es geht zwar etwas langsamer aber eine Wolke wird vom Wind u wenn es nur ein laues lüftchen ist, weg getrieben..


Und wer will schonin ausgelatschten schmutzigen Schuhen gehen??

Egal wie die Umstände sind man kann es sich bequem machen oder Schuhe ausziehen u weitergehen...aber oft ist es so ,dass man Gründe,Ausreden,Argumente sucht WARUM
man in den ausgelatschten Schuhen nicht gehen WILL...

SCHUHE AUS  u BARFUSS gehen- es geht ALLES!!

Ich habe meine Highheels  gegen Sneakers eingetauscht u kann wunderbar gehen!!
 
perfectday 03.01.2026 14:01
Spannendes Thema, das man meiner Meinung nach differenziert betrachten sollte,

Nicht jeder Mensch hat die Möglichkeit, das zu wählen, was er/sie gerne möchte.
Es gibt Menschen , denen ihr Beruf Freude macht, aber die Rahmenbedingungen in diesem schlecht sind.
Es gibt Menschen ohne Auto/ schlechter Verbindung mit Öffentlichen, die weniger "Auswahl" haben.
Es gibt Menschen, die nur deshalb in frustrierenden Arbeitsstellen bleiben, weil sie auf diesen Verdienst angewiesen sind.

Und so freue ich mich über alle, die für sich "an der richtigen Stelle" gelandet sind.😊
 
(Nutzer gelöscht) 03.01.2026 14:32
@besito 74...und wer will schon in ausgelatschten , schmutzigen Schuhen gehen?
Keiner will das @besito. MAN , wer ist Man ? 
Du urteilst allgemein , darüber , dass jeder alles schaffen und bewältigen kann , wenn er nur will. Wenn dir deine Sneakers ein besseres Lauf und Vorankommgefühl vermitteln , heisst das noch lange nicht ,dass ,das bei allen andren auch funktioniert und es nur am nichtwollen liegt, oder an irgendwelchen Umständen , die sie als Ausrede vorschieben.
 
Thohom 03.01.2026 14:54
Zenaida, es geht einfach um einen Kompromiss. Wieviel nehme ich in Kauf, um "mein Leben" zu finanzieren? 
Leute, für die (finanzielle) Sicherheit ganz oben bei den Prioritäten angesiedelt ist, denken vermutlich anders, wie jemand, der sich als Selbstständiger mit unregelmäßigen Einnahmen durchschlägt. Natürlich kann dieses Risiko auch finanziell höher belohnt werden, wie die "gesicherte Armut" im ÖD.
Ich hab mich früher gerne als bestechlich bezeichnet. Für Geld (meinen regelmäßigen Gehaltseingang) nehme ich auch ein paar Widrigkeiten in kauf.
Wie ordnest Du Menschen mit körperlichen oder psychischen Schwächen? Das muss man m.E. acuh einplanen. Was für Leistungen bietet mir mein Job noch nebenbei? Besondere Versicherungen z.B.?
 
positivemind 03.01.2026 15:25
Vielen lieben Dank für das tolle Kompliment, Zenaida. Das berührt mich sehr. 🙂
Es ist noch ein Prozess und ich habe auch weiterhin Herausforderungen, aber ich glaube, ich bin auf einem guten Weg.
 
BrokenByDesign 03.01.2026 15:30
Dass nicht jeden Tag alles super ist, und dass man Kollegen erträgt, ohne die man genauso gut (und besser)  könnte, kennt wohl jeder. Es geht doch eher um eine grundsätzliche Zufriedenheit mit der Arbeit und das Gefühl, am richtigen Ort mit den richtigen Personen etwas - im Idealfall - Sinnstiftendes zu tun.
 
Zenaida 03.01.2026 15:52
Thohom, auch Menschen mit psychischen oder körperlichen  Schwächen sollten mMn einen erfüllenden Job machen können, vielleicht gerade diese. Dass da die Rahmenbedingungen angepasst sein müssen und es evt schwieriger ist, was adäquates zu finden, kann natürlich die Wahrscheinlichkeit verschieben, dass es klappt. 

Perfectday, solche Überlegungen gehören in meine Augen dazu. Wenn ich freiwillig am arsch der Welt wohne und kein Auto habe, muss ich natürlich eine eingeschränktere Auswahl an Jobs in Kauf nehmen. Aber das weiß ich ja dann und jammere nicht über die Situation. Und wenn doch, muss ich mir halt überlegen, ob vielleicht ein Umzug da Abhilfe verschaffen könnte. Klar, wenn ich die eierlegende wollmilchsau möchte, liegt es an mir selbst, dass ich unglücklich bin. 

Ich hab einfach Schwierigkeiten damit, wenn Menschen, als seien sie völlig determiniert, über ihre Lebenssituation schimpfen - diese aber nicht ansatzweise zu ändern versuchen. Natürlich gibt es Dinge, die man wirklich nicht ändern kann, Krankheiten z.B. oder ungewollte Kinderlosigkeit trotz Kinderwunschbehandlung. Das sind aber andere Themen.
 
(Nutzer gelöscht) 03.01.2026 15:58
@Zenaida,  nicht jeder Mensch ist in der Lage ,oft selbst hilflos und überfordert , kraftlos und völlig gelähmt , im Sinne von ,mir ust zwar alles zuviel , aber ich weiß nicht ,wo ich ansetzen soll, um es zu ändern....und geben sich einfach selbst auf , dazu kommt dann im schlechtesten Fall , die Betäubung durch zuviel Alkohol....und den Teufelskreis ,kann dann einer allein nicht mehr durchbrechen.
 
Zenaida 03.01.2026 16:20
Da gebe ich dir recht, Mohnblume. Ich habe hier aber einen Menschen vor Augen, dem wir als Freundeskreis schon vor Jahren unter die Arme gegriffen haben bzw. greifen wollten. Ich habe Stellenanzeigen für sie gesichtet und einige echt gute gefunden. Ich hätte ihr die Bewerbung geschrieben und sie fit gemacht fürs Vorstellungsgespräch. Andere Freunde ebenso. Wir haben sie bestärkt, ihr ständig ihre Fähigkeiten und Qualifikationen vor Augen geführt, damals, als der Arbeitsmarkt noch auf der Seite der Arbeitnehmer war. 

Sie war nicht dazu zu bewegen, sich was Neues zu suchen. Sie hat sich statt dessen fertig machen lassen von irgendwelchen hanswursten, die dem Namen nach Teamchefs waren, aber keinerlei Führungspersönlichkeit besaßen und ihre eigenen Unzulänglichkeiten hofieren ließen. Die auf diesem lächerlichen amerikanischen „Wir sind eine Familie“- scheiß rumgeritten haben, mit dem kritische Worte von Anfang an unterbleiben sollen. Dafür hat sie in Schichten gearbeitet, weniger als 2000 € netto verdient und Jahre ihres Lebens geopfert. 

Heute bereut sie das, weil sich inzwischen der Arbeitsmarkt gewandelt hat und die Jobs nicht mehr wie Sand am Meer rumliegen. Sie ist auch älter geworden, was die Suche erschwert. Inzwischen wurde sie (und viele andere) von dieser scheißfirma gekündigt, so dass sie jetzt nicht entspannt freiwillig sich was neues aus ungekündigter Stellung heraus suchen kann, sondern den Druck hat, bald was finden zu müssen. 

Schlechter hätte es nicht laufen können für sie - und da ich sie seeeeeehr mag, finde ich das ganz schrecklich. Zwischendurch hatte ich übrigens soooo große Lust, mich da mal zu bewerben und den Laden aufzumischen. Leider habe ich nicht die entsprechende Ausbildung und sowieso zu viel um die Ohren. Aber es wäre ja auch nicht die richtige Adresse. Die wäre meine Freundin selbst, die sich nicht alles gefallen lassen sollte und die ich gerne manchmal winfach geschüttelt hätte, damit sie sich helfen lässt. Aber das wollte sie leider nicht.
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