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Liebe

Liebe
Einfach, jemanden in den Arm halten und zu drücken. Das fehlt mir😥

Kommentare

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fetzenfisch 22.02.2026 20:02
Das kann ich sehr sehr gut verstehen geht mir genauso
 
Steinbock75 22.02.2026 20:02
Ick wünsche dir dass sich dit rasch ändert und du wat zum drücken findest.
 
Siebenpunkt 22.02.2026 20:04
ick versteh dir
 
perfectday 22.02.2026 20:10
Sie wird kommen!😊
 
Steinbock75 22.02.2026 20:12
Mensch Zenaida jetzt sei nich so pingelig.
 
Steinbock75 22.02.2026 20:14
Er hat och nix von großer Liebe geschrieben.😉😜
 
Mohnblume2 22.02.2026 20:18
Zu lieben is eh realativ und wird von jedem anders empfunden, man kann das nicht aufwiegen in viel oder wenig...liebe muss gefühlt werden..😊
 
Mohnblume2 22.02.2026 20:19
relativ...
 
piepek 22.02.2026 20:20
Liebe Zenaida, können wir hier mal einen Titel so stehen lassen, wie ich es geschrieben habe? Umarmung, wärme schenken, mehr nicht. Hier muss nicht wieder alles kaputt diskutiert werden. Ganz einfach!!!
 
(Nutzer gelöscht) 22.02.2026 20:23
Liebe ist schön, solange mich niemand damit erdrückt.
Piepek, Daumen drück. 🙂
 
Thohom 22.02.2026 20:32
Hm... wo ist der Beitrag von Zeneida, auf den sich bezogen wird?
 
Junggebliebene 22.02.2026 20:35
Meist trifft man diesen einen Menschen wenn man am wenigsten es erwartet..viel Glück.
 
piepek 22.02.2026 20:51
Es geht mir um den Eingangs - Post. Was stimmt mit euch nicht, dass ihr alles kapputt diskutieren müsst. Ich habe jetzt einige Beiträge gelöscht, das mag nicht jedem gefallen, ist mir aber auch egal.
 
Zenaida 22.02.2026 21:13
Piepek, es ging mir nicht ums diskutieren oder zerpflücken. Ich hätte es auch viel plumper ausdrücken können: warum brauchst du, um in den Arm genommen zu werden oder jemanden zu drücken, eine Liebesbeziehung? So jedenfalls verstehe ich deinen Beitrag. Und nein, es ging mir nicht ums Besserwissen oder so, sondern eigentlich sollten meine Worte dir zeigen, dass die wirklich notwendige Berührung durch andere Menschen nicht auf eine Paarbeziehung beschränkt ist. Es eröffnet also weitere Spielräume, die man sich ansonsten selbst beschneidet. 

Oder anders: 

Wenn nun mal keine parterin vorhanden ist, kann man sich nach menschlicher Berührung sehnen bis zum sanktnimmerleinstag - oder aber man sucht sie bei anderen menschen, die einem ebenfalls vertraut sind, aber halt nicht als Liebesbeziehung. zwinkerndes Smiley 

Denn dass wir Menschen Umarmung und Zärtlichkeit brauchen, ist ja sogar nachgewiesen. Dass das zwingend in einer Partnerschaft stattfinden muss, ist allerdings nicht nachgewiesen.
 
Siebenpunkt 22.02.2026 22:34
als ich noch nicht solange alleine war, fühlte ich es tief und deutlich, was mir fehlt, war lange zweisam und glücklich, und nun ist keiner da, der mal schaut und einfach da ist, das Zuhause ist leer, niemand wartet, die Reibung hat mir auch gefehlt, dafür fand ich inzwischen Ersatz, rede viel mehr mit Leuten, auch wenn es natürlich nicht das Gleiche ist
 
Zenaida 22.02.2026 22:42
Gegen ein einsames Haus hilft, zumal in Zeiten allgemeiner Wohnungsknappheit, ein oder zwei Zimmer unterzuvermieten. Ich finde, eine WG, wenn es nicht eine reine Zweck-WG ist, kann viel auffangen. Ich hab sehr gerne in WGs gelebt, auch mit Freund… 

Gegen physische Berührungslosigkeit helfen gute Freunde, mit denen man Streicheleinheiten austauschen kann. Ich kenne das gar nicht anders, auch wenn wir Partner haben. Ist doch nochmal eine andere Qualität auch für die Freundschaft….
 
Haferflocken 22.02.2026 23:00
Zenaida, deine Sichtweise öffnet Türen....
 
Siebenpunkt 22.02.2026 23:13
ja, Ausgangstüren
 
Zenaida 22.02.2026 23:16
Haferflocken, ich hab noch nie verstanden, warum man den Austausch von Streicheleinheiten einer Partnerschaft vorbehält. In anderen Kulturen sind die menschen auch nicht so komisch und körperfeindlich - oder noch schlimmer, siehe Japan, und damit noch kranker….
 
vrono 22.02.2026 23:18
…ich hatte kürzlich ein Date mit jemandem… sein erstes nach über dreißig Jahren. 
Ich hatte ihn gezwungen.. er hatte Bedenken. 
Aber es war kein Date, sondern ein Treffen.. denn ich bin „weg vom Markt“ - unmissverständlich.. aber offen für jede Begegnung - und er schrieb mir so aufrichtige Zeilen, dass ich mir dachte, warum nicht… ? 
….. man hat sich stundenlang über Kunst und Architektur und Familienleben wie Partnerschaften oder Vorstellungen davon unterhalten… und irgendwann hat sich alles gelöst im Gespräch, weil man einander genießen konnte in einem wertvollen Austausch. 
Und dann habe ich ihm die Hand gereicht, ihn in den Arm genommen, weil es mich schier zerrissen hat, dass es keiner mehr tat. Und man bemerkte, dass es eigenartig und fremd war zunächst.. doch nach einem zurückzucken kam die Hand zurück ein paar Momente später…
…und so berührt hat er geweint…. Ja Berührung ist so wichtig. Es hilft sich selbst wieder zu spüren, loszulassen, Nähe und Verbindung zu teilen.. 
..warum diese kleinen Gesten als etwas anderes sehen, was sie sind… sie unterstreichen doch nur eine Nähe, die sich in Worten aufbaut, eine Nähe, die man auch für den Körper braucht… 

Und nein, es wird kein weiteres Treffen geben… Aber in sein nächstes Date wird er offener gehen.. und er wird sich eher trauen, eine Frau kennenzulernen, sein Körper wird nicht zurückzucken.. weil er jetzt weiß, was er viele Jahre vermisste. Weil man das oft nur weiß, wenn man es spürt. Weil der Körper so etwas braucht.. warum also nicht ohne irgendeinen Hintergedanken… warum ist das nur einem Partner vorbehalten? Warum muss es immer diese Lesart sein? Wir berühren einander doch zu so vielen Anlässen.. so formal werden Hände geschüttelt..warum also nicht eine Umarmung oder eine Handreichung teilen, die von Herzen kommt und warum nicht jemand, der gerade noch fremd war.. den man auch nie wieder sehen wird.. warum ? Weil es gut tut

…und ja, er hätte mich gerne geküsst - aber das hätte die schönen Momente kaputt gemacht und ihnen den Zauber genommen. Jetzt kann er diesen Zauber mitnehmen für sich und neuen Mut fassen. 

Warum also immer so verkrampft, wo es so leicht sein kann. Warum erzwingen oder drängen, wenn man schenken und entgegennehmen kann? Warum sich auf ein Date treffen und nicht auf eine offene Begegnung…
 
(Nutzer gelöscht) 22.02.2026 23:22
Ich kann nicht oft genug mit meinen Enkelinnen schmusen, knuddeln....
Das ist auch Liebe, auch wenn ich keinen Partner habe.
Liebe hat viele Facetten.
 
Siebenpunkt 22.02.2026 23:24
Ich hatte mal ein Date, und wir haben so schnell eine Nähe aufgebaut, uns Dinge erzählt, in Körperkontakt gegangen, in verschiedenen Lokalitäten gewesen, geweint haben, um uns rum die Leute glaubten ganz bestimmt, dass wir ein Paar sind. Waren wir aber nicht, wir haben uns nur ein paar Stunden Nähe geschenkt, ohne dass wir uns nochmal wiedergesehen hätten im Einvernehmen.
 
Zenaida 22.02.2026 23:38
Du schreibst mir aus der Seele, vrono. Ich hab das ja auch noch nie verstanden. 

Ja, es ist schlimm, wenn jemand schon jahrelang nicht mehr körperlich berührt wurde. Aber ist es nicht auch komisch? Ich hab das schon immer ganz direkt gesagt, wenn ich das Bedürfnis nach streicheln oder haare kraulen hatte. Irgendwer aus dem Freundeskreis hat sich da immer gefunden, nach ner Chorprobe oder einfach in der kneipe. Das ist doch überhaupt nichts besonderes, warum da so einen komischen nimbus drum basteln?
 
vrono 22.02.2026 23:44
Ja… ich hab das immer gemacht… wurde neulich von einem Baumarktheini an der Hand geführt.. ganz selbstverständlich.. weil ich es brauchte.. eingehakt, wie ein Pärchen dann durch allerlei Baubedarf und die Beschläge.. richtig schön… so geht es auch ohne Begleitperson. 

Ein neueres Date hatte ich kurz mal zu gemeinsamen Kuschelabenden in Teenagermanier eingeladen.. er hat sogar zweimal hier übernachtet.. und hätte es wieder angeboten. Und es muss nichts laufen…. Aktuell wär mir das nichts… aber ich habe es immer gemacht so.. und ich habe so oft nachgefragt, ob jemand ne Massage möchte, weil es mich grade in den Händen juckt… im Studium schon in den Vorlesungen… 

Ich hab auch schonmal früher nach einem Kuss gefragt, weil ich es wissen wollte.. nicht mehr.. ohne Hintergedanken, die über Neugierde hinausgehen..
 
Zenaida 22.02.2026 23:47
Kann ich gut verstehen, vrono. Das lustige ist: viele Menschen finden diese Offenheit gut und reagieren auch ganz natürlich, würden sich aber selbst nie trauen, einfach zu fragen. Schon komisch….
 
Servalcat 23.02.2026 06:46
Derartige Begegnungen, mein lieber Piepek, können so nah sein, dass du sie fast sehen kannst. 

Du verstehst ? 😉 😜


Liebe Grüße
 
BlubberHase 23.02.2026 08:22
nati...bscht 😂
 
Sare 23.02.2026 11:32
Es klingt so einfach, mit Freunden oder anderen Menschen Streicheleinheiten auszutauschen. 
Doch wenn es diese Menschen gar nicht im eigenen Umfeld gibt, was dann?
 
Steinbock75 23.02.2026 11:45
Verwandte, Bekannte der Freunde zu umarmen ist für mich nich dit selbe als bei eener Person die dit Herz höher schlagen lässt.
 
Siebenpunkt 23.02.2026 13:09
ja man muss damit leben, dass, wenn man von einem Kummer erzählt, im Internet vielleicht auch im Leben solche Antworten kommen wir hier, eben mal andere Leute umarmen bla bla, Wg aufmachen, ich schnappe trotzdem  immer noch nach Luft, mich trifft solcher Mangel an Gefühl und Verständnis immer noch, da ärger ich mich drüber
 
Wonni 23.02.2026 13:27
Ernsthaft jetzt!? 😂 Mit diesem Mangel an Gefühl & Verständnis bist du doch selber bestens vertraut.
 
Johannes0815 23.02.2026 13:49
Die Senfmarie mal wieder ...
In der manischen Phase sich wie Rumpelstilzchen hier aufgeführt  und 
nun anderen ein Mangel an Gefühl vorwerfen ...
 
(Nutzer gelöscht) 23.02.2026 13:52
In einem Diskussionsforum trifft man eben auf verschiedene Meinungen, was ja normal ist.
Und jeder hat eine andere Wahrnehmung.
Ich finde die Vielfalt schön, solange sie nicht unter die Gürtellinie geht.
Ups, Thema verfehlt.
 
Wonni 23.02.2026 13:56
Hallo Johannes, lange nicht gelesen. Wie schön!! 🥰 Nur gut, dass du auch nur so vor Verständnis & Gefühl strotzt.
 
Johannes0815 23.02.2026 14:03
Aber deswegen musst Du doch nicht gleich mein Profil besuchen ...
 
Wonni 23.02.2026 14:05
Tja... Dreimal darfste raten, was ich da wohl wollte. 😂
 
Thohom 23.02.2026 14:21
Ist auch immer so nett, wenn Leute was fordern, was sie selber nur unzureichend vortäuschen.
 
Junggebliebene 23.02.2026 14:46
Diese Dame hat was von einer Muräne....im Verborgenen lauern und auf unschuldige Opfer losgehen.😅
 
Wonni 23.02.2026 14:46
Ja, genau das! Siehe 13:09.
 
Wonni 23.02.2026 14:47
Oh ha!!! Rudel-Mania!!!
 
Wonni 23.02.2026 14:48
Vor allem unschuldig 
😂😂😂😂
 
Siebenpunkt 23.02.2026 14:49
Wonni, ich weiß, dass du nichts dafür kannst, lass es dir gut gehen
 
Wonni 23.02.2026 14:54
Schon gut @Siebenpunkt, war nix anderes zu erwarten. 

Warten wir jetzt auf piepek, damit er das alles löschen kann.

Schönen Tag euch allen, ganz besonders dem Rudel. 🫶
 
Julchen89 23.02.2026 14:56
Oh Mann, das ist so traurig
 
Wonni 23.02.2026 15:00
Ja, Julchen, sprich mal ein Machtwort, damit das Rudel wieder spurt.
 
Julchen89 23.02.2026 15:03
Ich sehe keinen Anlass für Eingriffe
 
Wonni 23.02.2026 15:05
Okay @Julchen. Das ist auch sehr, sehr traurig. 😥
 
Mohnblume2 23.02.2026 16:01
Wonni , haste wieder Rudelsperren gemacht 🫣🙄😁
 
Zenaida 23.02.2026 18:13
Sare, das ist dann wirklich traurig. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es trotzdem viel leichter ist, neue Freunde kennenzulernen, als eine neue Partnerschaft zu finden. Insofern könnte es trotzdem leichter sein, innerhalb einer neuen Freundschaft in den Arm genommen zu werden als innerhalb einer neuen Partnerschaft. Mal ganz abgesehen davon: es gibt ja noch andere Methoden, zu Berührungen zu kommen. Ich glaube, den Rezeptoren auf der Haut ist es egal, ob sie von einem Partner, Freund oder einem professionellen Masseur berührt werden. zwinkerndes Smiley 

Steinbock, für mich ist es auch nicht dasselbe, meinen Freund zu berühren oder FreundInnen. Aber im Eingangsposting steht ja nur ganz allgemein „Einfach, jemanden in den Arm halten und zu drücken. Das fehlt mir.“ Und „jemanden“ unterscheidet nicht zwischen Partnerschaft und Freunden oder Mitbewohnern. Für mich sind das zwei verschiedene Aspekte. Der eine ist die bloße physische Berührung, die physikalisch gemessen werden kann und die irgendwelche Rezeptoren und Synapsen aktiviert…. Die andere ist die Berührung als Zeichen für und im Rahmen besonderer Nähe und Intimität. Natürlich ist es schön, wenn beides kongruent sein kann. Aber wenn das nicht möglich ist, muss man doch auf eins verzichten, weil zwei nicht vorhanden ist, oder?
 
Zenaida 23.02.2026 18:18
Siebenpunkt, was bringt es dir, wenn ich dich bedauere, dass du keinen Partner hast? Tut dir das gut? Okay, dann spende ich dir gerne ne Runde Mitleid. 

Mein Ding war es noch nie, mich selbst zu bedauern oder mein Leid wie ne Monstranz vor mir herzutragen. Wenn ich unglücklich oder unzufrieden bin, versuche ich, die Situation zu ändern. Wenn ich die Situation nicht ändern kann, so kann ich meine Einstellung dazu ändern oder anpassen. Manchmal hilft es da, nicht gleich das große ganze anpacken zu wollen, sondern einzelne Aspekte. 

So war mein Beitrag gemeint. Du beklagst dich, dass dich nach der Arbeit ein leeres Haus erwartet. Ja, das kann ich gut verstehen, finde ich auch nicht schön. Aber hilft dir das, wenn ich dir sage, dass ich das auch doof finden würde? Ich bin genau aus diesem Grunde damals in ne WG gezogen, weil ich eben nicht ne leere Bude haben wollte, in der ich dann alleine wohnen würde.
 
Steinbock75 23.02.2026 18:21
Wahrscheinlich steht da desshalb och dick noch Liebe oben drüber Zenaida.
 
Siebenpunkt 23.02.2026 18:25
Zenaida, ich habe mich nicht beklagt, aber über erfahrenen Kummer erzählt. Weiß nicht was das bei dir auslöst. Aber ich erzähle das nicht mit dem Wunsch, abgebürstet zu werden mit hab dich mal nicht so, das ist nämlich die Metamitteilung bei bestimmten Vorschlägen.
Ich rede darüber, weil ich weiß, es gibt ähnlich Betroffene, die mich verstehen. 
Passiert was Schlimmes im Leben, muss man damit fertig werden. Aber man muss nicht für immer darüber schweigen.
Manche Menschen geraten in Panik, scheinbar unbewusst, wenn über traurige Gefühle geredet wird.
 
positivemind 23.02.2026 19:21
Weil "Liebe" in der Überschrift steht, habe ich persönlich den Blog auch in diesem Kontext gelesen. Natürlich kann man schauen, wie man das Bedürfnis bisschen lindern kann, wenn man das möchte. 
Aber ich finde, dass es auch vollkommen ok ist, mal zu kommunizieren, wenn einem etwas fehlt,  wenn man sich nach etwas oder eben Jemandem (einem besonderen Menschen) sehnt. Es ist meiner Meinung nach ok, traurig zu sein und auch das zu kommunizieren. Und manchmal hilft es dann auch vielleicht zumindest ein wenig, wenn es Menschen gibt, die dieses Gefühl teilen oder verstehen. Verstanden zu werden ohne direkt Lösungsvorschläge zu bringen, tut manchmal ganz gut (auch wenn mir persönlich das manchmal eher schwer fällt). Aber ich finde, auch Gefühle die man nicht gerne fühlt,dürfen zum Ausdruck gebracht werden.
 
Zenaida 23.02.2026 19:23
Siebenpunkt, vielleicht hab ich das falsch verstanden, aber ich hab in Erinnerung, dass du schon öfter kommuniziert hast, einen Partner zu vermissen. Das ist natürlich in Ordnung, ich frage mich da bloß, ob das wirklich hilft. Was kann man als Leser solcher Botschaften tun? Entweder metaphorisch Händchen halten, Mitgefühl äußern und „Heile, heile Segen“ singen (das ist nicht abwertend oder ironisch gemeint) oder aber konstruktive Ideen anbieten, die die beklagte Situation verbessern könnten. Gut, man kann natürlich auch schweigen und überlesen. 

„Hab dich mal nicht so“ ist keineswegs der von mir gewollte Subtext. Ich verstehe schlicht nicht, warum manche lieber in ihrem „Leid“ baden, als sich zu überlegen, wie sie zumindest partiell was ändern können. 

Möglicherweise, das gebe ich zu, bin ich gerade ein bisschen zu sehr geprägt von einem derzeit recht bedürftigen realen Umfeld, das tatsächlich lieber jammert als auch nur die kleinste Kleinigkeit zu ändern oder einen Blick auf andere Sichtweisen zu wagen. Da ist die Freundin, die durch Tod des Partners jetzt seit fast drei Jahren alleinerziehend ist, fehlendes Verständnis vom Umfeld beklagt, aber umgekehrt eben dieses Verständnis nur für sich beansprucht und niemand anderem zuteil werden lässt. Sie hat wenig Geld, weil sie noch nie gearbeitet hat (das war der Deal mit ihrem Mann) und auch jetzt nicht einsieht, arbeiten zu gehen. Sie fühlt sich vom Schicksal um ihr geplantes Leben betrogen. Ja Himmel…. Wie kann ein intelligenter Mensch so denken? Wie geht das, dass man die Möglichkeit von Schicksalsschlägen nicht irgendwie auf dem Schirm hat und sich so abhängig von einem Partner macht? 

Da ist die Verwandte, die nicht einsehen und akzeptieren will, dass es sich mit 90 nicht mehr so lebt wie mit 50. Es wird nur gejammert und geheult, das schlimme Schicksal (das darin besteht, dass das Knie weh tut und man nicht mehr in den Bergen rumklettern kann) beklagt und alle anderen terrorisiert. Wenn man da kontert, was es für wirklich schlimme Schicksale gibt, kommt eine Millisekunde von Erkenntnis, aber danach geht die Larmoyanz weiter. 

Ich komme damit schlecht klar. Ich hatte von Kind an den Drang und die Veranlagung, nicht zu leiden und die Dinge positiv zu sehen. Wenn ich weiß, dass ich mich einsam fühlen könnte allein in einer Wohnung, dann ziehe ich nicht allein in eine Wohnung, sondern suche mir ne sympathische WG. So war das oben gemeint. Wenn ich weiß, dass eine Beziehung enden könnte oder mein Partner sterben könnte, dann mache ich mich nicht finanziell von ihm abhängig und spiele Prinzessin auf der Erbse, sondern schau, dass ich den Arsch ins Berufsleben kriege. Diese oben geschilderte FReundin sieht sich als Künstlerin und ein Erwerbsleben als unter ihrer Würde. Aber dann umheulen, dass die Kohle nicht reicht? 

Von mir aus darf jeder leben, wie er möchte. Solange er niemand anderem durch seinen Lebensstil schadet, finde ich alles in Ordnung. Ich hab da keine komischen Moralvorstellungen oder was auch immer. Was für mich nicht passt, ist ein Verharren in Umständen, die den-/diejenige unglücklich machen und darüber ostentativ jammern. Das bürdet anderen Menschen die eigene, negative Energie auf, die damit eigentlich nichts zu tun haben. 

Sich ab und zu mal bei Vertrauten ausheulen, mal thematisieren, wo das Problem liegt, um sich vielleicht im Gespräch neu zu verorten usw ist nicht zu vergleichen mit ständiger Klage,  unproduktiver Jammerei und einem sagenhaften Anspruch an das Umfeld, für all diese Befindlichkeiten Verständnis zu haben. 

Wie gesagt, ich will hier niemandem Unrecht tun. Vielleicht ist mein Blick gerade zu sehr durch mein reales Umfeld getrübt. Da wird nämlich auf sehr hohem Niveau recht intensiv auf Befindlichkeiten rumgeritten.
 
Zenaida 23.02.2026 19:28
„Aber ich finde, auch Gefühle die man nicht gerne fühlt,dürfen zum Ausdruck gebracht werden.“

Absolute Zustimmung, positivemind. Die Frage ist nur die der Quantität und Qualität. Unerfüllte Sehnsüchte und Wünsche zu perpetuieren, bringt meines Erachtens wenig. Sich mal auskotzen oder ausheulen hat damit nichts zu tun. Das kann freilich Erleichterung verschaffen, allerdings vermutlich auch umso mehr, je persönlicher der Adressat dafür ist. Aber seine Gedanken im Dauerschleife durchs Gehirn zu schicken, macht, so denke ich, nichts besser. Nicht für denjenigen selbst und erst recht nicht für sein Umfeld.
 
positivemind 23.02.2026 19:44
Mich erinnert die Thematik an eine Situation mit einer Freundin früher. Sie hatte eine Trennung hinter sich und deshalb großen Liebeskummer. Ich habe sofort versucht anzusetzen, nach dem Motto: "sieh das Positive
, ihr hattet eine tolle Zeit" und hab permanent versucht, sie auf andere Gedanken zu bringen, ihre Laune zu verbessern, die "schönen Seiten des Lebens" etc... Das führte dazu, dass meine Freundin irgendwann sehr verletzt und wütend, mit mir sprach, weil ich ihr durch mein Verhalten das Gefühl gab, dass sie die Trauer nicht einfach zulassen darf... 
Ich habe das überhaupt nicht böse gemeint, eigentlich wollte ich ihr helfen, aber erst durch diese Situation verstand ich, dass ich sie mit Lösungsvorschlägen und "Das Leben ist doch schön"-Mentalität  wirklich verletzt habe. Weil eben jedes Gefühl wichtig und richtig ist und sie da sein dürfen. Ich hätte ihr mehr geholfen, wenn ich ihr gezeigt hätte: "Es ist vollkommen ok, dass Du traurig bist. Ich bin da."

Natürlich, eine Spirale aus Trauer, aus der man nicht mehr rauskommt, ist absolut nicht gut. Aber ich glaube, jeder braucht seine eigene Zeit und jeder geht anders mit solchen Gefühlen um. 

Wenn man Freude teilen kann, kann man auch Wut und Traurigkeit teilen meiner Meinung nach.
 
merry1 23.02.2026 20:01
Sich in den Arm nehmen und drücken, muß nicht unbedingt Liebe bedeuten. Ich kann auch Freunde umarmen, zum Beispiel bei der Begrüßung oder beim Verabschieden oder Ähnliches. 
 
Viele Personen sind mir einfach nicht gepflegt genug um Körperkontakt zu genießen. Manche sehen so aus, als ob sie schon wochenlangen nicht mehr unter der Dusche standen und so riechen die auch. Also solche Äußerlichkeiten müssen schon stimmen und sind erstmal Grundvoraussetzungen. Ich möchte nicht mit irgendjemanden Umarmungen und Austausch von Zärtlichkeiten.
 
Zenaida 23.02.2026 20:06
Natürlich, ich bin auch der Meinung, dass man alle Gefühle teilen darf und auch sollte. Und natürlich ist man nach einem Schicksalsschlag erst mal im Loch, wäre ja auch komisch, wenn dem nicht so wäre. Auch natürlich, dass es da keine allgemeingültigen Fristen gibt, wie lange man trauern darf oder soll. 

Aber wenn dieses „ich bin da“ dann ausgenützt wird für iterative jammertiraden… wenn eigene Themen gar keinen Raum mehr haben, weil sich jedes GEspräch um die schlimme Situation des Gegenübers dreht…. Wenn man genau merkt, dass die Person sich mittels ihrer zelebrierten „Opferrolle“ ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit spielt, wie eine Dampfwalze über alle anderen hinwegrollt…. Dann finde ich das nicht situationsgerecht. Es gibt eben nie nur die leidende Person, ganz egal, wie ostentativ sie leidet. zwinkerndes Smiley
 
Zenaida 23.02.2026 20:07
Merry, das stimmt, aber das setze ich eigentlich voraus. In meinem Freundeskreis gibt es keine ungepflegten menschen…
 
positivemind 23.02.2026 20:19
Da stimme ich Dir zu, Zenaida. Als Gegenüber muss man selbstverständlich auch immer auf die eigenen Grenzen und den eigenen Selbstschutz achten. 🙂
 
Mohnblume2 23.02.2026 20:24
@ Zenaida, es ist oft schwierig , deine Art und Weise wie du tickst, den Umgang mit deinem Umfeld lebst, oder gefühlt , fassungslos bist ,ob der Art und Weise , wie andere Menschen auf dies und das so reagieren, zu verstehen , wenn man selbst komplett anders tickt oder sich sogar in der Rolle eines deiner Menschen , mit denen du Umgang pflegst und die du überhaupt nicht verstehen kannst gefühlt wieder findet......ist nicht böse gemeint , aber das wollte ich grade mal loswerden...weil es mir gerade die letzten tage besonders aufgefallen ist....du bist anders , als die meisten hier....
 
Zenaida 23.02.2026 20:55
Hm, mohnblume, danke für das Feedback. lachendes Smiley Aber was ist denn so anders an mir?
 
Steinbock75 23.02.2026 21:01
😂
 
Mohnblume2 23.02.2026 21:14
Fuer dich ist dieses ...anders ....normal @Zenaida. 😊
 
Junggebliebene 23.02.2026 21:27
Ich schätze Dich sehr @zenaida.😊. Mein Eindruck ist dass Du ein sehr sehr rationaler Mensch bist.
Das ist im Job auch das Beste...in den meisten Fällen.
Der Großteil ist...und dazu zähle ich mich auch, eher der emotionale Typ.
Deshalb fällt es schwer einander oftmals einzuordnen was das Gefühlsmäßige angeht.
 
Mohnblume2 23.02.2026 21:44
So kann man es auch sagen @Jungebliebene 👍😊
 
Mohnblume2 23.02.2026 21:44
g
 
Zenaida 23.02.2026 22:52
Danke junggebliebene für die Erklärung - und dein Kompliment. ☺

Ja, ich bin vermutlich wirklich rationaler als viele, aber gar nicht grundsätzlich. Ich kann mich sehr emotional mit jeder faser bis zum platzen verlieben und mit ganz schlimmen Schmerzen vom Kloß im hals trauern. 

Allerdings hab ich ne „eingebaute Stehaufmännchen-Funktion“, wie eine befreundete Psychologin das gerne ausdrückt. Ich lass mich nicht von schlimmen Gedanken runterziehen. Ich weiß, dass ich stark bin. Und wahrscheinlich am wichtigsten: Ich habe großes Vertrauen ins Leben, dass alles letztlich so kommt, wie es richtig ist und ich nie mehr aufgebürdet bekomme, als ich tragen kann (bisher hat das geklappt). 
Damit bin ich gut ausgestattet, die Dinge erst mal nie einfach hinzunehmen, sondern zunächst zu versuchen, Unschönes oder Anstrengendes aktiv zu verändern. Ich fahre sehr gut damit und bin insgesamt recht glücklich. Und ich würde sehr gerne anderen Menschen auch zu mehr Glück verhelfen. Oft sieht man nämlich von außen (oder eben aus der netaprspektive) viel klarer, wie die Fäden verknotet sind und wo man anfangen müsste mit aufdröseln. Deshalb nehme ich auch gerne grundsätzlich die Vogelperspektive ein. Sie erleichtert den Überblick und schafft Distanz zwischen einem Problem und einem selbst. Und aus dieser Position heraus kann man viel einfacher agieren. 

Wir hatten z.B. vor Jahren in der Arbeit eine schwierige Situation, die uns (das gesamte Kollegium) veranlasst hat, mit dem Gedanken an Kündigung zu spielen. Während die meisten erst mal in schockstarre verharrten, hab ich mich sofort nach nem neuen Job umgesehen. Was hilft es mir in einer solchen Situation, paralysiert zu staunen? Letztlich hat sich die Situation nochmal grundlegend geändert, so dass wir doch alle dabeigeblieben sind. Und weil ich zwischenzeitlich schon was anderes gefunden hatte, wo der Bedarf groß war, ich selbst aber eben doch nicht anfangen wollte, hab ich zwei Personen aus meinem kollegenkreis zu neuen Minijobs und zwei weiteren Freunden zu jeweils einem VZ-Job verholfen. Alle waren glücklich und aber eben auch erstaunt, dass ich so schnell reagiert habe. Für mich ist aber alles andere unvorstellbar und auch nicht zielführend. 


Aber hey, es soll in diesem Blog nicht um mich gehen. Ich wollte nur erklären, warum ich oft versuche, einen Gedankenastoß in ne andere Richtung zu geben. Nicht aus Überheblichkeit, sondern um jemandem zu helfen…
 
Wonni 24.02.2026 17:18
Kennt jemand Gewichtstiere? 
Mit denen kann man auch kuscheln & sie lösen dabei ein wohliges Gefühl aus.
Natürlich ersetzen sie auch keinen Menschen und/oder Partner/in. Aber sie erfüllen einen Zweck.
 
Siebenpunkt 24.02.2026 20:57
Zenaida 18.18 Was es mir bringt? Echt jetzt? Wenn man mit anderen über seine Gefühle spricht und sich verstanden fühlt ist das schön. Es hilft also, sich besser zu fühlen.
Manchmal kommts mir vor, als wärst du irgendwie gefühlsbehindert. Es ist jedenfalls unangenehm, rationale uneinfühlsame Vorschläge zu bekommen, wenn ganz was anderes gefragt ist, einfach mal nix dazu sagen wäre doch mal eine Option für dich, denn absichtlich trampelst du doch nicht wirklich anderen auf den Gefühlen rum.
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