Retraumatisierung (triggernde Elemente)
03.04.2026 14:14
Retraumatisierung (triggernde Elemente)
03.04.2026 14:14
Retraumatisierung (triggernde Elemente)
….ich wollte ein Attest - eine simple Angelegenheit - im Grunde.
Seit zwei Jahren bin ich auf Arztsuche. Das Attest ist jetzt aber dringlich, kein Aufschub möglich - und es brauchte einen approbierten Arzt dafür - nur einen einzigen -
- also habe ich mich getraut … nach so vielen verschlossenen Türen ging es in eine Klinik, wo man mich nicht abweisen konnte.
…aber die Gefahr war groß - doch gestern traf ich auf die falschen Menschen. Es ist oft ein Glücksspiel an wen ich gerate - es sollte keines sein - es ist nicht fair. Eine Begleitperson konnte ich jedoch nicht finden - erst in zwei Wochen. Zu spät - und - meine Verantwortung bleibt es auch - warum ich eine Frist nicht einhalten kann? - es interessiert keinen…
Nun also in einer Klinik …wo es beginnt, wie ich es kenne, wo ich auf einen guten Umgang hoffen muss, am besten noch bevor meine Behinderung „kickt“ und mich zu Boden zwingt.
Ich war zu erschöpft, zu lang die Wege - meine Erkrankung wurde mir zum Verhängnis - wieder. Ich bin versteinert, stotterte.. an der zweiten Rezeption war es plötzlich so weit, da ich kurz warten musste, bevor man mich sprechen ließ - und dann aus einer Handlung herauskomme, die mir zuvor nur durch Adrenalinschübe möglich war..
Es gibt keinen Umgang damit. Meine Worte dringen nicht durch.. auch nicht zu Fachpersonal.
Was folgte war ein Horrortrip - Versteinern, schmerzende Krämpfe, die kaum sichtbar sind, blaue Gliedmaßen, ein stotterndes Gesuch um Hilfe, das nicht mehr gehört werden wollte. „Gerade sind Sie doch noch gelaufen“ - „das ist normal, ich habe einen Schwerbehindertenausweis, da steht es“ stammle ich stockend, doch man ist erzürnt und wird ungeduldig. So ginge das nicht. Meine Erklärungen werden überhört - mein Körper stört hier.
Doch man hilft mir schließlich in meinen Rollstuhl, worum ich bat, da ich mich nicht bewegen kann - er steht ja dort vor mir. Dort, wo ich Ihnen im Weg stehe - es gibt einen Grund, warum ich mit Rollstuhl komme. Und statt weiter mit mir zu reden, dann das Aus - ich werde in eine Ecke geschoben in diesem Zustand. Weg von der Rezeption.
…dann vergessen werden, keiner spricht mit mir, obwohl ich hörbar bin. Ich warte, bis ich es wieder versuche mir Gehör zu verschaffen - vielleicht gibt es andere - jetzt nur nicht als nervend empfunden werden… dann versuche ich es erneut.
Doch auch später das gleiche - keiner bringt mich vor die Tür, wo ich wieder laufen könnte… oder auf die Toilette, die zwei Meter neben mir war. Und ich verstehe, warum das so ist.. doch diese Systeme zu durchschauen und doch nichts ausrichten zu können…
Für meinen Ausweis durchwühlte man meine Tasche - doch mein Handy für den Notfallkontakt nach dem ich mehrfach fragte - man reichte es mir nicht.
Statt eine Untersuchung zu bekommen und einen Arzt zu sehen… Überforderung, Unverständnis, Beschämung - Vorwürfe, Nerven die blank liegen auf beiden Seiten.
Dann schlägt es in Ignoranz über und ich lande in Filmen von Vernachlässigung.. erlebe im Kopf Wiederholungen. Es schneidet tief in eine Wunde, die ich zu gut kenne.. während ich vergessen werde und hoffen muss, auf fremde Hilfe.. und bitte eine, die mir auch hilft.
Mein Notfallkontakt, den ich eingespeichert hatte - ignoriert. Mein Behindertenausweis auch - „wir brauchen nur ihren Namen“.
Man wühlte sich durch meine Tasche wo mein zweiter Rettungsanker wartete -
das ärztliche Gutachten im Brief dort in meiner Tasche, das alles beschreibt - doch es hat keinen interessiert.
Der rettende Anker blieb dort.
Ich habe so viele Sicherheiten eingebaut für diesen einen Besuch, wie sie unbeachtet zur Seite geschoben wurden - wie ich auch.
Ein Transport sollte gerufen werden …irgendwann kam ein Mann mit Rollstuhl nach einer Ewigkeit - ich fragte nach seinem Namen - er ignorierte mich und beschwerte sich, da ich ja schon im Rollstuhl saß quer über den Korridor - was er nun machen solle, das geht so nicht…
ich fragte, ob er mich rausschieben kann, wo ich wieder laufen kann.. wurde ignoriert. „Nein, bitte meinen Rollstuhl nicht nehmen“.
Er durfte mich nur in seinem Rollstuhl den er mitbrachte transportieren, begriff ich aus den Konversationen mit dem Pflegepersonal -
und so ging er wieder unverrichteter Dinge.. den Rollstuhl nahm er mit..
keine Infos an mich.. kein Name. Kein Augenkontakt.
Und noch immer wurde ich sitzen gelassen in dieser Ecke - in Ungewissheit allein gelassen.
Während man den Rettungsdienst anrief, wie ich später realisierte. Nein, rausbringen vor die Türe dürfe man mich nicht. Dazu nun nach dem Transportdienst der Rettungsdienst.
So ließ man mich sitzen..
Eine Patientin die lange zusah ohne sich zu trauen holte schließlich Hilfe, als sie bemerkte, wie ich mich nach einer Ewigkeit des Wartens dann einnässte.
Erst die Jeans, dann die Polster und irgendwann rann es fast flüsternd den Rollstuhl hinunter, wo das Nass zynisch eine Pfütze zwischen den Rädern bildete.
Die junge Frau, die gerade noch die weiße Massai las auf ihrem Stuhl, sah mich voller Mitgefühl an - nein, es sei nicht schlimm, sagte sie meinen Blick deutend. „Sie können nichts dafür“. Gebrochener Akzent, wärmende Worte von Verständnis und Trost. Kein Drama. Zuvor bat sie sogar ein Buch an, doch ich konnte es nicht halten, nur dankbar lächeln.
Ich konnte nichts tun - vom Hals abwärts festgefrorene Krämpfe - Finger, die starr eingefroren langsam blau anliefen, Kälte, die mir in steife Glieder zog.
Man hätte mir helfen müssen - oder mir zumindest meine Würde lassen können. Transparenz, die ungewisse Ängste nehmen würde.. doch nichts davon. In diesem scheiß Stuhl werde ich zum störenden Mobiliar - mehr Objekt als Person.
Die Dame, die an der Rezeption Hilfe orderte nach diesem „Malheur“ wurde angehört, ich selbst wurde es nicht. und es folgte lange keine Reaktion des Personals, während sie sich wieder neben mich ins Wartezimmer setzte. Und -
Sie rutschte nicht weg - keinen einzigen Stuhl weit. Nickte mir zu, dass es geschafft sei und las stoisch weiter in ihrem Buch - stoisch, doch nicht unberührt. Ich war dankbar darüber - es waren alle Plätze frei in diesem Wartebereich, doch sie rutschte keinen Stuhl weiter in den Abstand. Obwohl es nun nach Urin roch. Sie zollte mir damit stillschweigende Anteilnahme - nahm mir kein weiteres Quäntchen meiner Würde. Nein - schämen werde ich mich dafür nicht.
Vom Personal wurde später ein Putzdienst gerufen, bekam ich in Fetzen mit.
Keiner sprach mit mir. Überall Ärzte und Pflegepersonal, eine Notfallambulanz fast ohne Patienten.. doch keine Hilfe.
Dann Menschen in blau.
Ich wurde endlich weggebracht in einen Nebenraum.. drei Pfleger (zwei weiblich, ein Mann) - ich war kurz erleichtert, fühlte mich wieder wie ein Mensch.
.. bis man mich wortlos aus dem Rolli ziehen und entkleiden wollte „keiner fasst mich an“ - höre ich Worte meine Lippen verlassen - im Gefühl war ich abwesend und kühl, nicht mehr bei mir - doch diese Worte, sie hatten gesessen. Ich ergreife den Moment des Innehaltens der drei Menschen, um zu erklären:
Ich bin „nur“ behindert und nicht krank, ich bin hier für eine Untersuchung, weil ich ein Attest brauche und mich kein Arzt behandeln möchte - ich betonte dies immer wieder. Keiner steigt drauf ein. Natürlich - dafür waren die Pfleger nicht gerufen worden.
Gerade brachte mich keiner auf die Toilette oder half vor die Tür - jetzt würde ich so eingenässt in meinem Rollstuhl verbleiben, da dieser mir vertraute Sicherheit schenkt.
Und meine Worte werden verstanden, doch hinter mir schnitt es ein - ohne Rücksicht.
„Sie sauen hier alles voll.“ - raunzte eine schroffe Stimme von hinten in die betretene Stille.
Pflegerin drei, etwas älter - keine Geduld.
- „das ist eben dann so.“ brachte ich diesmal scharf und ohne zu stottern heraus. „Ich bin Vergewaltigungsopfer, keiner entkleidet mich gegen meinen Willen, keiner fasst mich an.“ Es hatte gesessen -
zum ersten Mal wurden meine Worte respektiert.
Man schob mich zurück - in den Warteraum. Rollte mich über die Stelle an der mein Urin in einer glänzenden Fläche, in der sich Neonröhren spiegelten am Boden auf mich wartete. Rollte mich direkt darüber. Schön, dann tritt da zumindest keiner mehr rein.
Doch der Rettungsdienst war ja gerufen… Ich war nach den letzten Momenten in Flashbacks und Depersonalisierung nun wieder bei mir.. was kann ich nun tun? Noch habe ich Möglichkeiten… sie sind begrenzt - das Wartezimmer wieder leer..
Eine Frau (Pflegerin, gebrochenes Deutsch, sehr jung) brachte ich irgendwann dazu, mir die linke Hand zu massieren..sie half mir, in meine Tasche zu greifen.
Und ich konnte den Notfallkontakt wieder anrufen.
Zwanzig Minuten - er würde kommen… er war fassungslos, doch blieb klar - verstand den Ernst der Situation, ohne dass es viele Erklärungen brauchte.
Und - Keine Minute zu spät, kam er an - da nach dem Krankentransport, der wieder unverrichteter Dinge abzog, nun die Sanitäter um mich herum standen, mich in die Psychiatrie zu bringen, wie man mir mitteilte. Nein, nur dorthin. Das möchte ich nicht - klar, man könne mich nicht zwingen - doch hier bleiben geht nicht - dann bitte vor die Tür rollen - da kann ich wieder laufen - nein, sie sind nur hier um mich in die Psychiatrie zu bringen. Da werden meine Symptome schlimmer -
Ich weiß, dieses Spiel dreht sich um sich selbst, bis ich irgendwann mitgenommen werde, weil ich mich eigenständig nicht aus der Situation befreien kann. Dass es nur einen Ortswechsel brauche, man versteht es nicht.. und die Angaben und der Auftrag an die Sanitäter ist klar, unmissverständlich und es gibt keinen Raum, die Situation aufzulösen, der rechtlich abgesichert ist. Eingewiesen werden, weil sich keiner angreifbar machen will.. und da nur, weil ich mich nicht bewegen kann hier und jetzt..
An einen Ort, wo mir Handy und alles weitere dann abgezogen würden, wo ich meine Autonomie verlieren würde, den ich nicht mehr verlassen kann - hilflos geht es nicht - mein Zustand an so einem Ort, der mir diese Behinderung eingebrockt hat in der Vergangenheit - er wäre stabil hilflos - ein Ort, an dem mich mein Notfallkontakt nicht finden würde und bestimmt nicht herausholen könne. Und dann doch wieder ausgezogen werden, Windeln oder gar Medikamente, die aufgezwungen drohen. Ich kenne es bereits.
Die Sanitäter dürfen mich nur in die Psychiatrie bringen, das ist der Auftrag - nicht vor die Tür.
Ich wiederhole, dass dort die Symptome um ein vielfaches schlimmer würden. Es ist egal.
Und dann habe ich es geschafft - die Zeit ist überbrückt. Der Notfallkontakt hat mich gefunden.
Meine Hilfe drängt sich an den Sanitätern vorbei, die nun ungeduldig werden - drängt sich zu mir durch.
In das Kammerspiel im Wartebereich dringt nun ein neuer Akteur ein, der die Wendung einläutet - und den Schluss. Diese mir vertraute und bestimmte Stimme gelangt bis zu mir durch - „Sie wird nirgendwo hingebracht, sie kommt mit mir“. Der Mann zur Stimme greift beherzt meinen Rollstuhl und wir lassen diesen Schauplatz an dem die Personen, die gerade noch Akteure waren, nun zu Statisten versteinern zurück. Keiner hält ihn zurück, kein einziges Wort fällt mehr ..
… ich kann wieder atmen.
Hinterlassen habe ich verstörte Gestalten, die das Spektakel verfolgt hatten - Patienten, die Mitgefühl zeigten, Personal, das selbiges im regen Arbeitsbetrieb vergaß…und eine Lache mit Urin, dort wo man mich eben noch versteinert sitzen ließ.
Unverständnis, welches das Szenario mir zu vertraut, einrahmte - ich ließ alles zurück. Nur die Erinnerung daran werde ich mitnehmen müssen. Sie vernetzt sich nun mit all den anderen.
Seit zwei Jahren bin ich auf Arztsuche. Das Attest ist jetzt aber dringlich, kein Aufschub möglich - und es brauchte einen approbierten Arzt dafür - nur einen einzigen -
- also habe ich mich getraut … nach so vielen verschlossenen Türen ging es in eine Klinik, wo man mich nicht abweisen konnte.
…aber die Gefahr war groß - doch gestern traf ich auf die falschen Menschen. Es ist oft ein Glücksspiel an wen ich gerate - es sollte keines sein - es ist nicht fair. Eine Begleitperson konnte ich jedoch nicht finden - erst in zwei Wochen. Zu spät - und - meine Verantwortung bleibt es auch - warum ich eine Frist nicht einhalten kann? - es interessiert keinen…
Nun also in einer Klinik …wo es beginnt, wie ich es kenne, wo ich auf einen guten Umgang hoffen muss, am besten noch bevor meine Behinderung „kickt“ und mich zu Boden zwingt.
Ich war zu erschöpft, zu lang die Wege - meine Erkrankung wurde mir zum Verhängnis - wieder. Ich bin versteinert, stotterte.. an der zweiten Rezeption war es plötzlich so weit, da ich kurz warten musste, bevor man mich sprechen ließ - und dann aus einer Handlung herauskomme, die mir zuvor nur durch Adrenalinschübe möglich war..
Es gibt keinen Umgang damit. Meine Worte dringen nicht durch.. auch nicht zu Fachpersonal.
Was folgte war ein Horrortrip - Versteinern, schmerzende Krämpfe, die kaum sichtbar sind, blaue Gliedmaßen, ein stotterndes Gesuch um Hilfe, das nicht mehr gehört werden wollte. „Gerade sind Sie doch noch gelaufen“ - „das ist normal, ich habe einen Schwerbehindertenausweis, da steht es“ stammle ich stockend, doch man ist erzürnt und wird ungeduldig. So ginge das nicht. Meine Erklärungen werden überhört - mein Körper stört hier.
Doch man hilft mir schließlich in meinen Rollstuhl, worum ich bat, da ich mich nicht bewegen kann - er steht ja dort vor mir. Dort, wo ich Ihnen im Weg stehe - es gibt einen Grund, warum ich mit Rollstuhl komme. Und statt weiter mit mir zu reden, dann das Aus - ich werde in eine Ecke geschoben in diesem Zustand. Weg von der Rezeption.
…dann vergessen werden, keiner spricht mit mir, obwohl ich hörbar bin. Ich warte, bis ich es wieder versuche mir Gehör zu verschaffen - vielleicht gibt es andere - jetzt nur nicht als nervend empfunden werden… dann versuche ich es erneut.
Doch auch später das gleiche - keiner bringt mich vor die Tür, wo ich wieder laufen könnte… oder auf die Toilette, die zwei Meter neben mir war. Und ich verstehe, warum das so ist.. doch diese Systeme zu durchschauen und doch nichts ausrichten zu können…
Für meinen Ausweis durchwühlte man meine Tasche - doch mein Handy für den Notfallkontakt nach dem ich mehrfach fragte - man reichte es mir nicht.
Statt eine Untersuchung zu bekommen und einen Arzt zu sehen… Überforderung, Unverständnis, Beschämung - Vorwürfe, Nerven die blank liegen auf beiden Seiten.
Dann schlägt es in Ignoranz über und ich lande in Filmen von Vernachlässigung.. erlebe im Kopf Wiederholungen. Es schneidet tief in eine Wunde, die ich zu gut kenne.. während ich vergessen werde und hoffen muss, auf fremde Hilfe.. und bitte eine, die mir auch hilft.
Mein Notfallkontakt, den ich eingespeichert hatte - ignoriert. Mein Behindertenausweis auch - „wir brauchen nur ihren Namen“.
Man wühlte sich durch meine Tasche wo mein zweiter Rettungsanker wartete -
das ärztliche Gutachten im Brief dort in meiner Tasche, das alles beschreibt - doch es hat keinen interessiert.
Der rettende Anker blieb dort.
Ich habe so viele Sicherheiten eingebaut für diesen einen Besuch, wie sie unbeachtet zur Seite geschoben wurden - wie ich auch.
Ein Transport sollte gerufen werden …irgendwann kam ein Mann mit Rollstuhl nach einer Ewigkeit - ich fragte nach seinem Namen - er ignorierte mich und beschwerte sich, da ich ja schon im Rollstuhl saß quer über den Korridor - was er nun machen solle, das geht so nicht…
ich fragte, ob er mich rausschieben kann, wo ich wieder laufen kann.. wurde ignoriert. „Nein, bitte meinen Rollstuhl nicht nehmen“.
Er durfte mich nur in seinem Rollstuhl den er mitbrachte transportieren, begriff ich aus den Konversationen mit dem Pflegepersonal -
und so ging er wieder unverrichteter Dinge.. den Rollstuhl nahm er mit..
keine Infos an mich.. kein Name. Kein Augenkontakt.
Und noch immer wurde ich sitzen gelassen in dieser Ecke - in Ungewissheit allein gelassen.
Während man den Rettungsdienst anrief, wie ich später realisierte. Nein, rausbringen vor die Türe dürfe man mich nicht. Dazu nun nach dem Transportdienst der Rettungsdienst.
So ließ man mich sitzen..
Eine Patientin die lange zusah ohne sich zu trauen holte schließlich Hilfe, als sie bemerkte, wie ich mich nach einer Ewigkeit des Wartens dann einnässte.
Erst die Jeans, dann die Polster und irgendwann rann es fast flüsternd den Rollstuhl hinunter, wo das Nass zynisch eine Pfütze zwischen den Rädern bildete.
Die junge Frau, die gerade noch die weiße Massai las auf ihrem Stuhl, sah mich voller Mitgefühl an - nein, es sei nicht schlimm, sagte sie meinen Blick deutend. „Sie können nichts dafür“. Gebrochener Akzent, wärmende Worte von Verständnis und Trost. Kein Drama. Zuvor bat sie sogar ein Buch an, doch ich konnte es nicht halten, nur dankbar lächeln.
Ich konnte nichts tun - vom Hals abwärts festgefrorene Krämpfe - Finger, die starr eingefroren langsam blau anliefen, Kälte, die mir in steife Glieder zog.
Man hätte mir helfen müssen - oder mir zumindest meine Würde lassen können. Transparenz, die ungewisse Ängste nehmen würde.. doch nichts davon. In diesem scheiß Stuhl werde ich zum störenden Mobiliar - mehr Objekt als Person.
Die Dame, die an der Rezeption Hilfe orderte nach diesem „Malheur“ wurde angehört, ich selbst wurde es nicht. und es folgte lange keine Reaktion des Personals, während sie sich wieder neben mich ins Wartezimmer setzte. Und -
Sie rutschte nicht weg - keinen einzigen Stuhl weit. Nickte mir zu, dass es geschafft sei und las stoisch weiter in ihrem Buch - stoisch, doch nicht unberührt. Ich war dankbar darüber - es waren alle Plätze frei in diesem Wartebereich, doch sie rutschte keinen Stuhl weiter in den Abstand. Obwohl es nun nach Urin roch. Sie zollte mir damit stillschweigende Anteilnahme - nahm mir kein weiteres Quäntchen meiner Würde. Nein - schämen werde ich mich dafür nicht.
Vom Personal wurde später ein Putzdienst gerufen, bekam ich in Fetzen mit.
Keiner sprach mit mir. Überall Ärzte und Pflegepersonal, eine Notfallambulanz fast ohne Patienten.. doch keine Hilfe.
Dann Menschen in blau.
Ich wurde endlich weggebracht in einen Nebenraum.. drei Pfleger (zwei weiblich, ein Mann) - ich war kurz erleichtert, fühlte mich wieder wie ein Mensch.
.. bis man mich wortlos aus dem Rolli ziehen und entkleiden wollte „keiner fasst mich an“ - höre ich Worte meine Lippen verlassen - im Gefühl war ich abwesend und kühl, nicht mehr bei mir - doch diese Worte, sie hatten gesessen. Ich ergreife den Moment des Innehaltens der drei Menschen, um zu erklären:
Ich bin „nur“ behindert und nicht krank, ich bin hier für eine Untersuchung, weil ich ein Attest brauche und mich kein Arzt behandeln möchte - ich betonte dies immer wieder. Keiner steigt drauf ein. Natürlich - dafür waren die Pfleger nicht gerufen worden.
Gerade brachte mich keiner auf die Toilette oder half vor die Tür - jetzt würde ich so eingenässt in meinem Rollstuhl verbleiben, da dieser mir vertraute Sicherheit schenkt.
Und meine Worte werden verstanden, doch hinter mir schnitt es ein - ohne Rücksicht.
„Sie sauen hier alles voll.“ - raunzte eine schroffe Stimme von hinten in die betretene Stille.
Pflegerin drei, etwas älter - keine Geduld.
- „das ist eben dann so.“ brachte ich diesmal scharf und ohne zu stottern heraus. „Ich bin Vergewaltigungsopfer, keiner entkleidet mich gegen meinen Willen, keiner fasst mich an.“ Es hatte gesessen -
zum ersten Mal wurden meine Worte respektiert.
Man schob mich zurück - in den Warteraum. Rollte mich über die Stelle an der mein Urin in einer glänzenden Fläche, in der sich Neonröhren spiegelten am Boden auf mich wartete. Rollte mich direkt darüber. Schön, dann tritt da zumindest keiner mehr rein.
Doch der Rettungsdienst war ja gerufen… Ich war nach den letzten Momenten in Flashbacks und Depersonalisierung nun wieder bei mir.. was kann ich nun tun? Noch habe ich Möglichkeiten… sie sind begrenzt - das Wartezimmer wieder leer..
Eine Frau (Pflegerin, gebrochenes Deutsch, sehr jung) brachte ich irgendwann dazu, mir die linke Hand zu massieren..sie half mir, in meine Tasche zu greifen.
Und ich konnte den Notfallkontakt wieder anrufen.
Zwanzig Minuten - er würde kommen… er war fassungslos, doch blieb klar - verstand den Ernst der Situation, ohne dass es viele Erklärungen brauchte.
Und - Keine Minute zu spät, kam er an - da nach dem Krankentransport, der wieder unverrichteter Dinge abzog, nun die Sanitäter um mich herum standen, mich in die Psychiatrie zu bringen, wie man mir mitteilte. Nein, nur dorthin. Das möchte ich nicht - klar, man könne mich nicht zwingen - doch hier bleiben geht nicht - dann bitte vor die Tür rollen - da kann ich wieder laufen - nein, sie sind nur hier um mich in die Psychiatrie zu bringen. Da werden meine Symptome schlimmer -
Ich weiß, dieses Spiel dreht sich um sich selbst, bis ich irgendwann mitgenommen werde, weil ich mich eigenständig nicht aus der Situation befreien kann. Dass es nur einen Ortswechsel brauche, man versteht es nicht.. und die Angaben und der Auftrag an die Sanitäter ist klar, unmissverständlich und es gibt keinen Raum, die Situation aufzulösen, der rechtlich abgesichert ist. Eingewiesen werden, weil sich keiner angreifbar machen will.. und da nur, weil ich mich nicht bewegen kann hier und jetzt..
An einen Ort, wo mir Handy und alles weitere dann abgezogen würden, wo ich meine Autonomie verlieren würde, den ich nicht mehr verlassen kann - hilflos geht es nicht - mein Zustand an so einem Ort, der mir diese Behinderung eingebrockt hat in der Vergangenheit - er wäre stabil hilflos - ein Ort, an dem mich mein Notfallkontakt nicht finden würde und bestimmt nicht herausholen könne. Und dann doch wieder ausgezogen werden, Windeln oder gar Medikamente, die aufgezwungen drohen. Ich kenne es bereits.
Die Sanitäter dürfen mich nur in die Psychiatrie bringen, das ist der Auftrag - nicht vor die Tür.
Ich wiederhole, dass dort die Symptome um ein vielfaches schlimmer würden. Es ist egal.
Und dann habe ich es geschafft - die Zeit ist überbrückt. Der Notfallkontakt hat mich gefunden.
Meine Hilfe drängt sich an den Sanitätern vorbei, die nun ungeduldig werden - drängt sich zu mir durch.
In das Kammerspiel im Wartebereich dringt nun ein neuer Akteur ein, der die Wendung einläutet - und den Schluss. Diese mir vertraute und bestimmte Stimme gelangt bis zu mir durch - „Sie wird nirgendwo hingebracht, sie kommt mit mir“. Der Mann zur Stimme greift beherzt meinen Rollstuhl und wir lassen diesen Schauplatz an dem die Personen, die gerade noch Akteure waren, nun zu Statisten versteinern zurück. Keiner hält ihn zurück, kein einziges Wort fällt mehr ..
… ich kann wieder atmen.
Hinterlassen habe ich verstörte Gestalten, die das Spektakel verfolgt hatten - Patienten, die Mitgefühl zeigten, Personal, das selbiges im regen Arbeitsbetrieb vergaß…und eine Lache mit Urin, dort wo man mich eben noch versteinert sitzen ließ.
Unverständnis, welches das Szenario mir zu vertraut, einrahmte - ich ließ alles zurück. Nur die Erinnerung daran werde ich mitnehmen müssen. Sie vernetzt sich nun mit all den anderen.
Kommentare
Schreib auch du einen Kommentar
Wonni 03.04.2026 14:48
Du hast auch mein vollstes Mitgefühl @vrono. ️Ich weiß gerade nicht, was ich anders dazu schreiben soll. Aber, vielleicht bedarf es auch gar keiner vielen Worte. Fühl dich gesehen (bzw. gelesen)!
vrono 03.04.2026 15:18
Vielen lieben Dank. Ich dachte, ich schreibe das mal runter, um nicht ständig lesen zu müssen, dass es ja nicht sein kann, dass man keine Hilfe bekommt.
So sieht dann meine Suche unter Umständen aus.
Und die 116117 ist eben keine Nummer für PKV - die sind da nicht zuständig. Habe ich gestern auch wieder mitbekommen dürfen 🙈
So sieht dann meine Suche unter Umständen aus.
Und die 116117 ist eben keine Nummer für PKV - die sind da nicht zuständig. Habe ich gestern auch wieder mitbekommen dürfen 🙈
Zenaida 03.04.2026 15:33
Aber ich versteh das nicht. Hab spaßeshalber gerade nochmal gegoogelt:
https://www.privat-patienten.de/beim-arzt/welchen-aerztlichen-bereitschaftsdienst-koennen-privatpatienten-nutzen/
https://www.privat-patienten.de/beim-arzt/welchen-aerztlichen-bereitschaftsdienst-koennen-privatpatienten-nutzen/
Zenaida 03.04.2026 15:35
Die Erfahrung, dass die 116117 auch für PKV-Patienten zuständig ist, hab ich ja mit meinen Eltern kürzlich gemacht. Die kamen anstandslos….
Ich versteh nicht, warum sie dich dann abwimmeln können. Vieleicht beim nächsten mal einfach diesen link zeigen?
Ich versteh nicht, warum sie dich dann abwimmeln können. Vieleicht beim nächsten mal einfach diesen link zeigen?
Zenaida 03.04.2026 15:37
Und dieses Zitat hab ich folgendem link entnommen: „Hinter der Rufnummer 116117 steckt der ärztliche Bereitschaftsdienst. Dort erhalten sowohl Kassen- als auch Privatpatienten schnell Hilfe.“
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2019/bereitschaftsdienst
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2019/bereitschaftsdienst
vrono 03.04.2026 15:44
..ich wurde von der Hausarztpraxis rausgeworfen.. mit der Aussage, dass ich gar keinen Termin hätte bekommen dürfen über diese Nummer - doch mit und ohne Termin hätte es am Ergebnis nichts geändert -
…zum Glück gibt es aktuell noch schwierigere “Baustellen“ als die von mir geschilderte - so kommt man gar nicht erst groß ins Nachdenken 🫣
…zum Glück gibt es aktuell noch schwierigere “Baustellen“ als die von mir geschilderte - so kommt man gar nicht erst groß ins Nachdenken 🫣
Fee2412 03.04.2026 16:02
Es ist einfach nur furchtbar wenn man sich nicht selber helfen kann. Unfassbar. Was ist los in Deutschland. Ich wurde im Krankenhaus auch nicht abgehört. Aber das will ich garnicht kommentieren.
Ich wünsche dir, dass dir ab jetzt besseres widerfährt. Oh man.
♥️🍀 🐞
Ich wünsche dir, dass dir ab jetzt besseres widerfährt. Oh man.
♥️🍀 🐞
merry1 03.04.2026 16:22
@vrono, ich merkte wie sehr du dich bemühst und du wirst nicht richtig verstanden. Wenn man dich besser kennt wird man dich auch besser verstehen. Die meisten Institutionen machen Dienst nach Vorschrift und machen sich selten die Mühe darüber hinaus zu gehen.
Aber letztendlich muss dir auch praktisch geholfen werden und wenn du Fristen einzuhalten hast, dann erst recht.
Solltest du es alleine nicht schaffen, nicht genügend private Hilfe bekommen, wie wäre es zeitweise mit einem bezahlten Freund, also einen Betreuer für speziell die Angelegenheiten?
Aber letztendlich muss dir auch praktisch geholfen werden und wenn du Fristen einzuhalten hast, dann erst recht.
Solltest du es alleine nicht schaffen, nicht genügend private Hilfe bekommen, wie wäre es zeitweise mit einem bezahlten Freund, also einen Betreuer für speziell die Angelegenheiten?
vrono 03.04.2026 16:35
Habe ich alles versucht merry… ich habe kaum Kontakte in RL - eine wollte es machen, bekommt aber emotional die Distanz nicht hin.
Mit meinem Freund gab es heute eine gute Unterhaltung über Weihnachtsbäume - weil Weihnachten alles gut sein wird - das hilft enorm.. vielleicht einfach Weihnachtssterne basteln statt Ostern - und sich vor allem nicht an solchen Geschehnissen abarbeiten 😅
Das Problem ist ja einfach, dass sich keiner einlassen will - das Attest habe ich übrigens gestern Abend bekommen
- von meinem ehemaligen Hausarzt, der den „Abstieg“ mitbekam und endlich erreichbar war…
Dann, wenn man die Hoffnung bereits aufgegeben hat.. ✨
Mit meinem Freund gab es heute eine gute Unterhaltung über Weihnachtsbäume - weil Weihnachten alles gut sein wird - das hilft enorm.. vielleicht einfach Weihnachtssterne basteln statt Ostern - und sich vor allem nicht an solchen Geschehnissen abarbeiten 😅
Das Problem ist ja einfach, dass sich keiner einlassen will - das Attest habe ich übrigens gestern Abend bekommen
- von meinem ehemaligen Hausarzt, der den „Abstieg“ mitbekam und endlich erreichbar war…
Dann, wenn man die Hoffnung bereits aufgegeben hat.. ✨
vrono 03.04.2026 16:38
Ich bin gerade sehr berührt von eurer Anteilnahme - auch von den stilleren Lesern.
Vielen lieben Dank! Es hilft sehr, wenn das Leben einem keine Verschnaufpause gönnt. Ich denke auch an euch alle ..
Vielen lieben Dank! Es hilft sehr, wenn das Leben einem keine Verschnaufpause gönnt. Ich denke auch an euch alle ..
MonikaM 03.04.2026 21:05
Vrono, schlimm was dir da passiert ist. Doch es ist so wenn man nicht verstanden wird. Wie sollen die reagieren wenn die keine Ahnung von deinem Problemen haben. Wenn möglich nie alleine hingehen. Da du ja am besten weißt wie du reagiert. Ja, nicht immer ist jemand da der einen begleiten kann. Ich würde gleich als erstes bei der Rezeption einen Befund wo alle deine Symptome draufstehen hinknallen. Oder wenn es so einen Befund nicht gibt, selbst ein Schreiben verfassen, wo du genau beschreibst welche Symptome du bekommen kannst und was dir da hilft. Auch was garnicht geht.
Ich habe da gute Erfahrung mit der Karitas gemacht. Als es mir gar nicht gut ging stellten die mir sehr nette verständnisvolle Begleiter,bei verschiedenen Terminen zur Seite.
Ich lebe in Österreich kann also nicht beurteilen wie es in Deutschland ist.
🤗🤗
Ich habe da gute Erfahrung mit der Karitas gemacht. Als es mir gar nicht gut ging stellten die mir sehr nette verständnisvolle Begleiter,bei verschiedenen Terminen zur Seite.
Ich lebe in Österreich kann also nicht beurteilen wie es in Deutschland ist.
🤗🤗
vrono 03.04.2026 21:12
Die Caritas hat in zwei drei Wochen Zeit - nicht zuständig ohne festen Wohnort.. im letzten Wohnort hat sie mich enttäuscht.. hab da immer noch Rechnungen offen und wurde Wochen vertröstet - keine Kapazität und dann eine 18 Jährige.
Mit dem Schreiben hatte ich es auch schon probiert - sogar jemanden vorgeschickt, bevor ich nachkam .. als Begleitperson (die nun auch traumatisiert ist davon) -
Ich zieh einfach nach Österreich 😘
Mit dem Schreiben hatte ich es auch schon probiert - sogar jemanden vorgeschickt, bevor ich nachkam .. als Begleitperson (die nun auch traumatisiert ist davon) -
Ich zieh einfach nach Österreich 😘
Rouvi 03.04.2026 21:26
Nimm doch einen Zettel mit auf dem steht was mit dir ist und was duch brauchst. Es gibt auch so flotte digitale Schreibtafeln mit denen du dich, wenn möglich, mitteilen kannst.
Am besten wäre jemand der mit dir dahin geht und dir Ruhe vermittelt und für dich spricht.
Am besten wäre jemand der mit dir dahin geht und dir Ruhe vermittelt und für dich spricht.
MonikaM 03.04.2026 21:34
Genau, komm her dann bekomme ich noch eine Tochter dazu.😘
Hier ist zwar auch nicht alles super trouper, aber ich lebe gerne hier..
Mein Freund hätte es lieber wenn ich nach Deutschland ziehe. Nix da in Wean is viel leiwander😉
Hier ist zwar auch nicht alles super trouper, aber ich lebe gerne hier..
Mein Freund hätte es lieber wenn ich nach Deutschland ziehe. Nix da in Wean is viel leiwander😉
Julchen89 03.04.2026 22:26
Das ist manchmal so viel Text, dass ich fürs Verständnis gerne nochmal nachfrage ... you know me 🤭
Hast du das Attest von deinem Hausarzt dann nach dem oben geschilderten Erlebnis in der Klinik bekommen? Falls ja, hast du jetzt mehr in der Hand als vorher und bekommst bessere Hilfe?
Hast du das Attest von deinem Hausarzt dann nach dem oben geschilderten Erlebnis in der Klinik bekommen? Falls ja, hast du jetzt mehr in der Hand als vorher und bekommst bessere Hilfe?
Rouvi 03.04.2026 22:56
Vrono schreibt viel Text? Ist mir noch gar nicht aufgefallen 😉
Jeder hat seine Art sich mitzuteilen, ich habe mich auch durch den Text kämpfen müssen. Hätte mit weniger Worten das Gleiche aussagen können, nur nicht so ausgeschmückt.
Das ist nicht negativ gemeint, aber es ist manchmal etwas anstrengend für mich.
Jeder hat seine Art sich mitzuteilen, ich habe mich auch durch den Text kämpfen müssen. Hätte mit weniger Worten das Gleiche aussagen können, nur nicht so ausgeschmückt.
Das ist nicht negativ gemeint, aber es ist manchmal etwas anstrengend für mich.
Hulda 03.04.2026 23:22
„Du hast schon so viel ausgehalten – ich hoffe sehr, dass du Menschen findest, die dich wirklich sehen und verstehen.“
Hier kommt eine liebevolle Umarmung 🫂🍀
Hier kommt eine liebevolle Umarmung 🫂🍀
Hulda 03.04.2026 23:25
Hast du evtl schon mal nach therapeutischer Hilfe im Traumasensiblen Bereich geschaut?
Rouvi 03.04.2026 23:54
Ich vertrete nur meine Meinung.
Man braucht im Endeffekt Menschen die einen abholen, egal was sie gelernt haben oder wer sie sind. Ich hatte ein Jahr nach meinem Unfall einen Psychologen, vielleicht ein toller Typ, aber weit weg vom normalen Leben. Mich haben Menschen abgeholt die ein ganz normales Leben führen, nichts in dieser Richtung gelernt haben und einfach nur menschlich sind. Mein Psychologe hat Dinge runter gerattert die irgendwelchen Lehrbüchern entnommen wurden, weit weg vom Leben und meiner Einstellung dazu.
Am Ende muss es jeder für sich selber wissen, ich habe ihm nur gesagt, schrauben sie an nichts rum, wo sie nicht den passenden Schlüssel für haben.
Man braucht im Endeffekt Menschen die einen abholen, egal was sie gelernt haben oder wer sie sind. Ich hatte ein Jahr nach meinem Unfall einen Psychologen, vielleicht ein toller Typ, aber weit weg vom normalen Leben. Mich haben Menschen abgeholt die ein ganz normales Leben führen, nichts in dieser Richtung gelernt haben und einfach nur menschlich sind. Mein Psychologe hat Dinge runter gerattert die irgendwelchen Lehrbüchern entnommen wurden, weit weg vom Leben und meiner Einstellung dazu.
Am Ende muss es jeder für sich selber wissen, ich habe ihm nur gesagt, schrauben sie an nichts rum, wo sie nicht den passenden Schlüssel für haben.
vrono 04.04.2026 00:30
Meine Behinderung habe ich in einer Klinik erworben - Therapeuten Psychiater, Psychologen, die es besser hätten wissen sollen - das hat sich mit den Traumata vernetzt ..
Der Text hat mir geholfen. Um Abstand zu bekommen. Begleitung habe ich in der neuen Stadt noch keine - das Attest also dringlicher - Dienste noch keine Zeit
Hin und Herschreiben mit Diensten im Heimatort .. ich müsse kommen für Hilfe - ich schreibe, dass ich nicht mobil bin - und die wiederholen ihren „Shit“.. als könne ich das abschalten - also vor Begleitung und Unterstützung Dinge leisten, die ich „nicht kann“… das hatte ich schon ein paar Mal und es endete übel..
Der Text hat mir geholfen. Um Abstand zu bekommen. Begleitung habe ich in der neuen Stadt noch keine - das Attest also dringlicher - Dienste noch keine Zeit
Hin und Herschreiben mit Diensten im Heimatort .. ich müsse kommen für Hilfe - ich schreibe, dass ich nicht mobil bin - und die wiederholen ihren „Shit“.. als könne ich das abschalten - also vor Begleitung und Unterstützung Dinge leisten, die ich „nicht kann“… das hatte ich schon ein paar Mal und es endete übel..
vrono 04.04.2026 00:33
@Julchen - das Attest kam nachher - mehr brauchte ich zum Glück nicht. Hätte mich nie drauf eingelassen
- und ich hatte auch Begleitung, die war nur um die Ecke kurz ..
Der Zettel mit Symptomen war ja in der Tasche, an die ich nicht rankam..
Zuletzt hatte den Zettel eine Begleitung.. weil auch keine Profihilfe kam dann ne Freundin.. (beide blaue Flecke im Ergebnis)
- und ich hatte auch Begleitung, die war nur um die Ecke kurz ..
Der Zettel mit Symptomen war ja in der Tasche, an die ich nicht rankam..
Zuletzt hatte den Zettel eine Begleitung.. weil auch keine Profihilfe kam dann ne Freundin.. (beide blaue Flecke im Ergebnis)
vrono 04.04.2026 00:34
Mit meiner Behinderung fühlen sich Leute leider oft verarscht - selbst Profis.. das ist dann das Gefährliche
vrono 04.04.2026 00:42
Traumahilfe ist für mich triggernd - stark - was hilft sind echt „Normalis“ oder auch Behinderte..
Der arbeitslose Autist war z.B. super (sprach allerdings kaum Deutsch)..
es braucht auch jemanden, der ernst genommen wird - meine Freundin klappte leider nicht..
Haferflocken kam einmal mit zur Unterstützung - ein weißer, älterer Mann, Fußgänger - und schon läuft alles anders.. Es ist so schräg
Der arbeitslose Autist war z.B. super (sprach allerdings kaum Deutsch)..
es braucht auch jemanden, der ernst genommen wird - meine Freundin klappte leider nicht..
Haferflocken kam einmal mit zur Unterstützung - ein weißer, älterer Mann, Fußgänger - und schon läuft alles anders.. Es ist so schräg
vrono 04.04.2026 00:46
Rouvi - soll ich trösten kommen oder n Tee kochen? 😉
Ich hab mich schon wieder gut erholt - und bereits den Rollstuhl gewaschen - der roch ja etwas streng -
irgendeine dumme Kuh, hat da glaube ich drübergepisst 🫣
Ich hab mich schon wieder gut erholt - und bereits den Rollstuhl gewaschen - der roch ja etwas streng -
irgendeine dumme Kuh, hat da glaube ich drübergepisst 🫣
Rouvi 04.04.2026 00:53
Vrono du hast deine Behinderung nicht durch Klinken erworben, du bist behindert und gut ist. Es ist nichts Schlimmes und du bist dadurch nicht weniger als Mensch wert. Vergeude nicht deine Kraft indem du versuchst die Schuld bei anderen zu suchen, niemand, aber auch wirklich nieman hier hat sich das ausgesucht. Sehe das du weiter kommst, die aktuelle Situation zu akzeptieren ist der erste Schritt in diese Richtung und darauf kann man aufbauen.
GraueMaus 04.04.2026 03:43
Ich schlage vor, IMMER eine Verwandte/n oder Bekannte/n mitzunehmen, die/der dann auch bei dir stehen bleibt und dich verteidigt und nicht "um die Ecke geht", wie du geschrieben hast.
UNVERGLEICHLICH 04.04.2026 05:43
Das ist leicht geschrieben...IMMER einen VERWANDTEN oder Bekannten mitzunehmen.
Es ist zu bedenken das es Menschen gibt die KEINE Verwandten/Bekannte/Freunde mehr haben!
Es ist zu bedenken das es Menschen gibt die KEINE Verwandten/Bekannte/Freunde mehr haben!
vrono 04.04.2026 07:48
Rouvi - ich war vor meinem Klinikaufenthalt nicht behindert.. Ich möchte das hier nicht ausführen - meine Behinderung ist neu entstanden, wie bei anderen z.B. durch einen Unfall.
Wonni 04.04.2026 09:24
Guten Morgen
Ist das die nette, hilfsbereite Dame von der Caritas, die erst in zwei oder drei Wochen Zeit hat?
Ist das die nette, hilfsbereite Dame von der Caritas, die erst in zwei oder drei Wochen Zeit hat?
Rouvi 04.04.2026 10:16
Es fällt mir schwer das zu verbinden 🤔
Man geht, wegen was auch immer, in eine Klinik und kommt behindert wieder raus. Eine Lüge unterstelle ich dir keineswegs, aber verstehe bitte, daß es nicht so leicht greifbar für Außenstehende wie mich ist.
Du hast es sicher mal hier beschrieben, aber meine normale Reaktion bei deinen langen Texten ist normalerweise, ohje ich muss weg
Du hast deine Art mit Dingen umzugehen und dich mitzuteilen und ich meine. Das diese nicht immer kompatibel ist finde ich nicht schlimm, selten lese ich deine Texte und äußere mich dazu, dann passiert nämlichen sowas wie jetzt hier.
Man geht, wegen was auch immer, in eine Klinik und kommt behindert wieder raus. Eine Lüge unterstelle ich dir keineswegs, aber verstehe bitte, daß es nicht so leicht greifbar für Außenstehende wie mich ist.
Du hast es sicher mal hier beschrieben, aber meine normale Reaktion bei deinen langen Texten ist normalerweise, ohje ich muss weg
Du hast deine Art mit Dingen umzugehen und dich mitzuteilen und ich meine. Das diese nicht immer kompatibel ist finde ich nicht schlimm, selten lese ich deine Texte und äußere mich dazu, dann passiert nämlichen sowas wie jetzt hier.
vrono 04.04.2026 11:30
Du musst nicht alles verbinden und ich nicht alles zum x-ten Mal erklären… haAaaach Rouvi 😘
merry1 04.04.2026 11:56
Man sollte sich über andere Menschen kein Urteil erlauben, weil (wenn) man nicht alle Fakten kennt. 😉
Maessmogge 04.04.2026 16:34
Hab’s eben erst gelesen…bin einfach froh geht‘s dir besser und das es endlich geklappt hat mit dem Attest 🙌
DickeElfe 04.04.2026 18:05
Wer es nicht versteht, verstehst halt nicht. Ich bin froh und glücklich, dass du dein Attest hast und außerdem stolz auf dich, was du diese Woche alles geschafft hast. Punkt.
Nordroller 04.04.2026 18:52
Mir fehlen da die Worte und habe schon etliche Kommentare von mir nicht gesendet..
Ich hoffe es gibt und du bekommst echte Hilfe und warme Kraft!
Ich hoffe es gibt und du bekommst echte Hilfe und warme Kraft!
vrono 04.04.2026 19:22
Ich habe seit September liebe Menschen gefunden hier - verstehen kann erst, wer selbst durch‘s System fiel oder mich länger begleitet hat - es ist leider ein Erleben, das sich wiederholt (ich passe ständig die Vorgehensweise an, doch dafür gibt es leider keine Lösung und eine Begleitperson auch nicht, da es am Papierkram scheitert)
Ich versuche mich daher von regulären Einrichtungen fernzuhalten, sofern nicht unabdingbar - hatte es nun zwei Jahre versucht.
Sich selbst helfen ist da besser und schont Ressourcen .. und eben liebe Menschen, auf die man trifft - auf offene Ohren trifft man hier ohnehin.
Habe nun auch eine Ärztin hier, die direkt begriffen hat, wo der Schuh drückt - doch der Termin kommt und ich darf schon wieder umziehen und damit geht sie mir verloren..
Karlsruhe war in jedem Fall kein Ort, an dem Hilfsnetzwerke funktionierten - Köln ist da breiter aufgestellt.. da habe ich Zuversicht
Ich versuche mich daher von regulären Einrichtungen fernzuhalten, sofern nicht unabdingbar - hatte es nun zwei Jahre versucht.
Sich selbst helfen ist da besser und schont Ressourcen .. und eben liebe Menschen, auf die man trifft - auf offene Ohren trifft man hier ohnehin.
Habe nun auch eine Ärztin hier, die direkt begriffen hat, wo der Schuh drückt - doch der Termin kommt und ich darf schon wieder umziehen und damit geht sie mir verloren..
Karlsruhe war in jedem Fall kein Ort, an dem Hilfsnetzwerke funktionierten - Köln ist da breiter aufgestellt.. da habe ich Zuversicht
Julchen89 04.04.2026 19:25
Ich würde den Termin auf jeden Fall irgendwie wahrnehmen. Das ist doch genau das, wonach du seit Jahren suchst
vrono 04.04.2026 19:43
Natürlich nehme ich den wahr 🥳…ist eben an einen Wohnort gebunden.. ob die Ärztin helfen kann, ist noch unklar - immerhin blickte die gute Seele das Problem nach nur wenigen Minuten Erklärung. Ich war völlig baff, als da direkt Schlagworte wie „Retraumatisierung“ und „Dissoziation“ und ein paar verständnisvolle Schimpftiraden kamen… ☺
Meine letzte Amtsärztin hatte durch Zufall auf dem Gebiet promoviert - es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, sofern sich jemand auskennt! Der Amtsarzttermin zur Prüfung fand damals von jetzt auf gleich im Freien statt, wo ich wieder sprechen konnte und das „Gefuchtel“ und die Krämpfe zurückgingen… so gut 😌🙏
Meine letzte Amtsärztin hatte durch Zufall auf dem Gebiet promoviert - es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, sofern sich jemand auskennt! Der Amtsarzttermin zur Prüfung fand damals von jetzt auf gleich im Freien statt, wo ich wieder sprechen konnte und das „Gefuchtel“ und die Krämpfe zurückgingen… so gut 😌🙏
vrono 05.04.2026 10:38
Wenn einem das ganze Bild fehlt, man mit Puzzleteilen herumspielt, sie dreht, wendet, herumschiebt, aus den Augen verliert..
Puzzlestücke, Zeugnisse eines anderen Lebens, die man in mit eigenen Erfahrungen abgleicht und projizierend zum Gesamtbild ergänzt.. damit die Gedanken auf Fragen Antworten finden und sich beruhigen - ein Abschluss möglich..
Doch es entstehen Zweifel, es entsteht ein ganz anderes Bild..
immer entsteht in jedem ein anderes Bild, immer ist es ein anderer Geist, der „Fakten“ zusammenzusetzen versucht..
Betreffen einen die Erlebnisse selbst - ist das Bild klarer - die Puzzlestücke sind zahlreicher, lassen sich einfacher ineinander fügen, je besser man sich und die Umstände kennt, reflektiert, je mehr man sich befasst, so schlüssiger fügt sich das Bild, so zahlreicher tauchen die Fragmente auf, die bald ein Ganzes erahnen lassen - es beruhigt im Verständnis
Das bedeutet noch nicht, dass es einfach wird zu erklären. Es braucht ein Einlassen für gegenseitiges Verständnis.. Es ist nicht immer leicht - manchmal nicht möglich. Die Lebenswelten sind zu unterschiedlich
Puzzlestücke, Zeugnisse eines anderen Lebens, die man in mit eigenen Erfahrungen abgleicht und projizierend zum Gesamtbild ergänzt.. damit die Gedanken auf Fragen Antworten finden und sich beruhigen - ein Abschluss möglich..
Doch es entstehen Zweifel, es entsteht ein ganz anderes Bild..
immer entsteht in jedem ein anderes Bild, immer ist es ein anderer Geist, der „Fakten“ zusammenzusetzen versucht..
Betreffen einen die Erlebnisse selbst - ist das Bild klarer - die Puzzlestücke sind zahlreicher, lassen sich einfacher ineinander fügen, je besser man sich und die Umstände kennt, reflektiert, je mehr man sich befasst, so schlüssiger fügt sich das Bild, so zahlreicher tauchen die Fragmente auf, die bald ein Ganzes erahnen lassen - es beruhigt im Verständnis
Das bedeutet noch nicht, dass es einfach wird zu erklären. Es braucht ein Einlassen für gegenseitiges Verständnis.. Es ist nicht immer leicht - manchmal nicht möglich. Die Lebenswelten sind zu unterschiedlich
vrono 05.04.2026 10:47
Wo das Verständnis nicht ausreicht, um sich einer Wahrheit anzunähern - es ist einfach, die inneren Zweifel mit einem - „dann sehe ich Unwahrheiten“ abzutun, wann immer diese aufkeimen…
Und möchte man auch nicht eine Aussage der Lüge und Unwahrheit bezichtigen. So stellt man diese doch in den Raum - mit eben diesen Worten.
Doch muss das sein, bei einem Text, der nur Text ist und ein Erleben von Ereignissen schildert - ein Text, der nicht von Zweifeln über die Realität erzählt?
Hat dieser Text - oder der Verfasser dahinter - in den Raum geworfene Zweifel gebraucht, da er die Wahrheit für sich in Anspruch nahm, um diese anderen Leuten in deren Unverständnis und Zweifeln aufzuzwingen?
Nein.
Es ist nur ein Text - er darf auch unkommentiert stehen bleiben -
Und möchte man auch nicht eine Aussage der Lüge und Unwahrheit bezichtigen. So stellt man diese doch in den Raum - mit eben diesen Worten.
Doch muss das sein, bei einem Text, der nur Text ist und ein Erleben von Ereignissen schildert - ein Text, der nicht von Zweifeln über die Realität erzählt?
Hat dieser Text - oder der Verfasser dahinter - in den Raum geworfene Zweifel gebraucht, da er die Wahrheit für sich in Anspruch nahm, um diese anderen Leuten in deren Unverständnis und Zweifeln aufzuzwingen?
Nein.
Es ist nur ein Text - er darf auch unkommentiert stehen bleiben -
Wonni 05.04.2026 10:54
Auch (Selbst-) Zweifel dürfen unkommentiert stehen bleiben und diejenigen, die dich (an dir) zweifeln lassen!
Jetzt