Vermissen....
21.05.2026 22:21
Vermissen....
21.05.2026 22:21
Vermissen....
...ist der grösste Schmerz überhaupt...geht mir jedenfalls oft so, obwohl ich schon sehr viele physische Schmerzen erleiden musste durch meine Erkrankung.
Wem geht es ähnlich und wie geht man damit am besten um?
Wem geht es ähnlich und wie geht man damit am besten um?
Kommentare
Schreib auch du einen Kommentar
Paddy05 21.05.2026 23:05
ja das sehe ich ähnlich Julchen....ich will vermissen...will dran denken und auch mal weinen - aber auch glücklich sein und die wunderschöne Erinnerung einfach behalten...
Julchen89 21.05.2026 23:10
Das klingt ehrlich gesagt nach einer sehr gesunden art damit umzugehen. Nicht krampfhaft verdrängen aber sich auch nicht nur noch im Schmerz verlieren.
Und ich glaube, erinnerungen dürfen ruhig gleichzeitig weh tun und trotzdem schön bleiben
Und ich glaube, erinnerungen dürfen ruhig gleichzeitig weh tun und trotzdem schön bleiben
(Nutzer gelöscht) 21.05.2026 23:15
Ihr seid mir einen Schritt voraus...ich hab immer so eine schreckliche Sehnsucht nach dem, was ich vermisse. Und bei mir hilft auch das Sprichwort "die Zeit heilt alle Wunden" nicht immer wirklich. Das liegt wahrscheinlich auch an der Intensität, mit der man das gehabt hat, was man nun vermisst...aber vielleicht hab ich ja auch nur 'ne Macke...kann ja sein...😧🤔
Paddy05 21.05.2026 23:22
"die Zeit heilt alle Wunden"...daran glaube ich nicht. Trifft zumindest bei mir auch nicht zu und so wirklich möchte ich das auch nicht.
Julchen89 21.05.2026 23:35
Aus dem Tod bezogen, bisher ist noch niemand gestorben, der mir etwas bedeutet hätte. Zwar sind schon Omas und Opas gegangen, aber da gab es ja nie Kontakt. Ist für mich also neutral. Und Trauer generell gibt sich bei mir sehr schnell. Bin dann wütend, fassungslos und halt traurig, aber sehr schnell wird dann dieser "ist egal" Status erreicht. Sind wohl noch Schutzmechanismen aus meiner Vergangenheit
Madita 21.05.2026 23:44
Auf diese "Die Zeit heilt alle Wunden"-Plattitüde reagiere ich ziemlich allergisch. Was Julchen sagt, unterschreibe ich. Und erweitere dass "sich selbst nicht einreden" noch um "sich das auch nicht von anderen überstülpen lassen.
Man kann nur zulassen, was gerade da ist. Ob das Tränen sind; Lächeln bei einer Erinnerung, manchmal auch beides gleichzeitig. Und wenn es so wehtut, dass es einen fast zerreißt, dann ist das gerade so. Ich glaube die Frage ist auch ganz oft nicht, wie man selbst damit umgeht (klar könnte man auf die schlimmen Momente gut verzichten, aber die lassen sich nun mal nicht "wegmachen"
, sondern wie andere mit uns in diesen Situationen umgehen können.
Ich würde mir wünschen, das es mehr normalisiert wäre, auch solche Gefühle nicht nur zulassen zu dürfen, wenn man zu Hause alleine ist; dass Trauer, Vermissen usw. aus der Tabu-Ecke rauskäme. Stattdessen erntet man, wenn man Pech hat, von besonders "empathischen" Zeitgenossen noch ein "Selbst Schuld, wenn Deine Trauer ins Lächerliche gezogen wird; was schreibst Du auch öffentlich darüber."
Man kann nur zulassen, was gerade da ist. Ob das Tränen sind; Lächeln bei einer Erinnerung, manchmal auch beides gleichzeitig. Und wenn es so wehtut, dass es einen fast zerreißt, dann ist das gerade so. Ich glaube die Frage ist auch ganz oft nicht, wie man selbst damit umgeht (klar könnte man auf die schlimmen Momente gut verzichten, aber die lassen sich nun mal nicht "wegmachen"
, sondern wie andere mit uns in diesen Situationen umgehen können.Ich würde mir wünschen, das es mehr normalisiert wäre, auch solche Gefühle nicht nur zulassen zu dürfen, wenn man zu Hause alleine ist; dass Trauer, Vermissen usw. aus der Tabu-Ecke rauskäme. Stattdessen erntet man, wenn man Pech hat, von besonders "empathischen" Zeitgenossen noch ein "Selbst Schuld, wenn Deine Trauer ins Lächerliche gezogen wird; was schreibst Du auch öffentlich darüber."
Madita 21.05.2026 23:45
Mäh - ich bin schon wieder auf die "Klammer zu" direkt nach dem Gänsefüßchen reingefallen - der Smilie gehört da nicht hin...
Paddy05 21.05.2026 23:55
Es kommt wohl auch darauf an, wie man mit dem Menschen verbunden war..was es für ein Mensch für dich war. Ich liebte meine Mama, aber ich war froh, dass sie von ihrem Leiden erlöst wurde..da fällt das Vermissen zumindest für mich leichter. Mein lieber Vater starb vor über 50 Jahren..da fehlen halt Erinnerungen..also ist das Vermissen auch leichter für mich.
Vermissen tue ich meine langjährige Freundin. Sie war 100% schwerbehindert und so ein lieber Mensch..ich hätte alles für sie getan, wenn ich ihr Leben hätte retten können..das war wirklich pure Liebe. Ich vermisse sie sehr, weiß aber auch, dass ich sie praktisch wieder ins Leben zurückgeholt habe und sie bis zu ihrem Tode glücklich gemacht habe..und genau das macht mich auch glücklich und ich möchte oft an sie denken..das ist einfach schön.
Vermissen tue ich meine langjährige Freundin. Sie war 100% schwerbehindert und so ein lieber Mensch..ich hätte alles für sie getan, wenn ich ihr Leben hätte retten können..das war wirklich pure Liebe. Ich vermisse sie sehr, weiß aber auch, dass ich sie praktisch wieder ins Leben zurückgeholt habe und sie bis zu ihrem Tode glücklich gemacht habe..und genau das macht mich auch glücklich und ich möchte oft an sie denken..das ist einfach schön.
Julchen89 21.05.2026 23:57
Das ist ehrlich gesagt eine sehr schöne Sicht auf vermissen. Nicht nur dieses "jemand fehlt", sondern auch dieses dankbare Zurückblicken darauf, was man miteinander hatte.
Und ich glaube, genau das meinen viele nicht... Dass Liebe oder vermissen nicht nur Schmerz sein müssen, sondern manchmal auch ein stilles Gefühl von "ich bin froh, dass es diesen menschen in meinem Leben gab"
Und ich glaube, genau das meinen viele nicht... Dass Liebe oder vermissen nicht nur Schmerz sein müssen, sondern manchmal auch ein stilles Gefühl von "ich bin froh, dass es diesen menschen in meinem Leben gab"
(Nutzer gelöscht) 22.05.2026 00:10
danke Euch...jetzt geht es mir etwas besser...
(Nutzer gelöscht) 22.05.2026 00:48
Ich hatte in den vergangenen Jahren einige sehr schwere Verluste und ja, ich vermisse zwei dieser Menschen immer noch und ich werde sie wohl auch immer vermissen und heute kann ich sagen: das ist auch völlig okay, denn ich habe sie geliebt.
Was mir geholfen hat - neben den Gesprächen mit anderen Trauernden - war und ist der bekannte Text von Bonhoeffer:
"Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines uns lieben Menschen ersetzen kann und man soll das auch gar nicht versuchen; man muss es einfach aushalten und durchhalten ... Ferner: je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“
Bonhoeffer sieht im Schmerz des Vermissens eine tiefe Verbundenheit, die durch das bewusste Offenlassen der Lücke erhalten bleibt.
Und das ist etwas, was ich auf meinem Trauerweg schließlich auch annehmen konnte und heute leben kann. Und dazu gehört für mich auch, dass ich vermissen darf und gleichzeitig dankbar sein darf dafür, dass diese Menschen in meinem Leben waren.
Was mir geholfen hat - neben den Gesprächen mit anderen Trauernden - war und ist der bekannte Text von Bonhoeffer:
"Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines uns lieben Menschen ersetzen kann und man soll das auch gar nicht versuchen; man muss es einfach aushalten und durchhalten ... Ferner: je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“
Bonhoeffer sieht im Schmerz des Vermissens eine tiefe Verbundenheit, die durch das bewusste Offenlassen der Lücke erhalten bleibt.
Und das ist etwas, was ich auf meinem Trauerweg schließlich auch annehmen konnte und heute leben kann. Und dazu gehört für mich auch, dass ich vermissen darf und gleichzeitig dankbar sein darf dafür, dass diese Menschen in meinem Leben waren.
Paddy05 22.05.2026 01:18
genau so sehe ich das auch Maya..ich bin dankbar dafür, dass ich das erleben durfte und verdammt glücklich war....das wird und kann mir niemand mehr nehmen.
Alexa 22.05.2026 07:50
Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber mit der Zeit findet man einen anderen Umgang mit dem Schmerz, die Wunden bleiben.
(Nutzer gelöscht) 22.05.2026 20:23
Liebe Alexa, für mich ist es so, dass diese Wunden inzwischen vernarbt sind. Aber hin und wieder, da ziehen sie eben doch noch. Wenn emotionale Trauerwunden vernarbt sind, heilt der Schmerz nicht, aber er verändert seine Form.
Bei mir ist es so: der Verlust wurde zu einem Teil der eigenen Lebensgeschichte. Vernarbung ist für mich nicht gleichbedeutend mit Vergessen und auch die Liebe zu diesem Menschen bleibt.
Bei mir ist es so: der Verlust wurde zu einem Teil der eigenen Lebensgeschichte. Vernarbung ist für mich nicht gleichbedeutend mit Vergessen und auch die Liebe zu diesem Menschen bleibt.
Jetzt
Aber ich glaube, das wichtigste ist, sich selbst nicht einzureden, dass man "drüber hinweg" sein müsste. Manche Menschen oder Zeiten hinterlassen einfach spuren