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Welchen Wolf fütterst du?

Welchen Wolf fütterst du?
Die Geschichte von den zwei Wölfen

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelsohn am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt.

Er sagte: „Mein Sohn, der Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen.

Einer ist böse. Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.

Der andere ist gut. Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.“

Der Enkel dachte einige Zeit über die Worte seines Großvaters nach, und fragte dann: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“

Der alte Cherokee antwortete: „Der, den du fütterst.“

Verfasser unbekannt – die Geschichte wird den Cherokee oder anderen indigenen Völkern Amerikas zugeschrieben.

Kommentare

 
Mohnblume2 23.05.2026 13:04
Das wollte ich heute auch schon einstellen @perfectday 👍
 
Brummsel 23.05.2026 13:06
Wird natürlich jetzt jeder schreiben: den Guten natürlich.
Aber in jedem von uns steckt eben auch die andere Seite. Solange wir diese nicht überfüttern, im Griff behalten und auch selbst wahrnehmen, sollte eigentlich alles in Ordnung sein.
 
perfectday 23.05.2026 13:06
Ich lass mal offen, solange ich zu Hause bin.
Später mache ich den Blog zu.
Moderieren und kommentieren werde ich nicht.😘
 
Brummsel 23.05.2026 13:07
Und mal ehrlich. Sorgen und auch mal Schmerz gehören zu unser aller Leben. Nicht nur auf HL.
 
Mohnblume2 23.05.2026 13:08
Ja, @Brummsel , du kannst oft Dinge / geschehnisse nicht im griff behalten , weil da andere Kräfte mitspielen...
 
Brummsel 23.05.2026 13:09
Eigenschaften wie Zorn, Neid, Vorurteile und die anderen Schattenseiten kann ich sehr wohl für mich selbst im Griff haben. Wer sonst außer einem selbst sollte darüber entscheiden?
 
Mohnblume2 23.05.2026 13:11
Naja , unsere Emotionen 🤭
 
Nordlicht1961 23.05.2026 13:49
Auch Emotionen sollte man irgendwie im Griff haben. Natürlich kann man davon mal überschwemmt werden, zB wenn man in Trauer ist, aber es wäre schon hilfreich, wenn man die Vernunft grundsätzlich nicht ganz außen vor lässt. Das geht, das kann man üben.
 
Sui 23.05.2026 14:18
Das bringt es wirklich gut auf den Punkt. 
Wir können im Alltag zwar nicht immer aussuchen, was passiert, aber wir können entscheiden, wie wir damit umgehen. 
Am Ende hat man es eben selbst in der Hand, ob man den negativen oder den positiven Gedanken mehr Aufmerksamkeit schenkt.
 
Steinbock75 23.05.2026 14:40
Manchmal füttert man die ja och nich selbst.
 
Simphony86 23.05.2026 14:42
Man muss vor allem die richtige Balance finden, denn ausgewogene Menschen neigen am seltensten zu extremen Reaktionen in die eine oder andere Richtung. Da arbeite ich selbst noch dran lachendes Smiley
 
Mohnblume2 23.05.2026 15:09
Menschen sind und reagieren unterschiedlich , der eine lässt sich mehr von seinem Verstand , der andere von seinen Emotionen leiten....ich bin der zweiten Gruppe zugehörig und das macht das / mein Leben auch nicht unbedingt einfach. .. ...es ist immer einfacher mit seinem Verstand zu arbeiten, als wenn da , die Emotionen überhand nehmen.
 
Nordlicht1961 23.05.2026 15:16
Ein bisschen kommt es aber auch darauf an, wie man persönlich gestrickt ist, Simphony. Dran arbeiten ist immer gut, aber wenn man eine ausgeprägte „Gefühlsamplitude“ und vielleicht noch eine eher kürzere Zündschnur hat, dann ist es mit der Ausgeglichheit vermutlich eher ein Ideal. Da haben es die von Haus aus ausgeglicheneren Menschen etwas leichter, schätze ich. Man ist halt wie man ist und das ist ja auch gut so. Akzeptanz hilft da schon weiter und an seiner Impulskontrolle kann man immer „drehen“, vor allem, wenn man weiß, dass man eher etwas temperamentvoller und impulsiver unterwegs ist.
 
Mohnblume2 23.05.2026 15:17
Und so ganz hat man das nie in der Hand, füttern wuerde man gerne den Guten .....aber nicht jeder weiß das, der einem im Leben so über den Weg läuft .
 
Nordlicht1961 23.05.2026 15:23
Doch, ich finde, das hat man ganz klar in der Hand, Mohnblume. So verstehe ich das jedenfalls. Es gehört schon Selbstdisziplin und die viel zitierte Selbstreflexion dazu, aber man ist ja die eigene Chefin im Haus und kann immer wählen, welchen Wolf man füttern will. Habe mal gelesen: Zwischen Reiz und Reaktion ist immer ein Raum. Das ist genau der Raum, wo man die Richtung wählt.
 
Nordroller 23.05.2026 15:24
Gedanken lenken ist wichtig!

"vom Gehirn Besitzer zum Gehirn Lenker." Birkenbihl
 
Simphony86 23.05.2026 15:31
Ja Impulskontrolle ist definitiv etwas an dem man arbeiten kann und sollte, wenn man eher zu den Gefühlsmenschen gehört, da stimme ich zu. Im Internet ist das sogar noch ein Stück leichter, da man ja immer noch mal Luft holen kann und den Text überfliegen, bevor man sich sicher ist, dass man das wirklich abschicken.
 
Mohnblume2 23.05.2026 15:34
Was seit ihr alle fuer kontrollierte Menschen ....
 
Nordroller 23.05.2026 15:36
Lenker= Benutzer
 
Jinjer 23.05.2026 15:36
ich kenne die geschichte auch und finde sie schön, aber mir ist sie moralisch etwas zu eingleisig.
dem „bösen wolf“ wird dabei vielleicht ein bisschen unrecht getan. schmerz, zorn oder misstrauen können einem ja auch helfen zu erkennen, wo eigene grenzen liegen und wann man sich schützen sollte.
und nur den sogenannten guten wolf zu füttern, macht das leben vielleicht auch ein bisschen langweilig. 😉
 
Nordroller 23.05.2026 15:50
Impulsives Verhalten kann nur auf Erfahrung und Gelernten beruhen, dies wird der aktuellen Situation aber nicht gerecht.
 
Lerato77 23.05.2026 15:59
Steinbock, wie meinst du das?
 
Lerato77 23.05.2026 16:01
Ich glaube nicht, Nordlicht, dass zwischen Reiz und Reaktion IMMER ein Raum ist, dafür kenne ich zu viele menschliche Gegenbeispiele.
 
Thohom 23.05.2026 16:05
Das kann man aber lernen, Lerato.

Bis 10 zählen, um mal ein Beispiel zu nennen.
 
Lerato77 23.05.2026 16:09
Ein Stück weit ja, Thohom.
 
Thohom 23.05.2026 16:13
Lebenserfahrung kann da auch weiter helfen.

Z.B. die Erkenntnis sich nicht über jeden Scheiß aufzuregen bzw. nicht alles auf sich tz beziehen.
 
Nordlicht1961 23.05.2026 16:28
Doch, ich glaube schon, dass da immer ein Raum ist, Lerato. Leider machen sich viele Menschen diesen winzigen Raum nicht bewusst, man könnte das Phänomen auch Impulskontrolle nennen. Die Folgen sieht man täglich, zB im Straßenverkehr. Etwas mehr Bedacht und Durchatmen würden da schon sehr helfen. Da spielt allerdings auch anderes mit hinein. Mit der „Wo-ich-bin-ist-vorne“-Mentalität wird ein solch zarter Raum brachial übergangen. Leider krankt unsere Gesellschaft (und nicht nur unsere) sehr daran. Dennoch ist er da, aber er wird häufig nicht wahrgenommen.
 
Thohom 23.05.2026 16:40
Beim Bund ist ja alles geregelt und eine Regelung ist, dass man sich erst beschweren darf, wenn man eine Nacht darüber geschlafen hat.
 
Lerato77 23.05.2026 16:43
Das ist eine sehr gute Regel, die ich in manchen Dingen auch für mich persönlich praktiziere.
 
Nordroller 23.05.2026 17:13
Im zwischenmenschlichen Bereich haben wir immer die Wahl. Es liegt aber tatsächlich daran in welchem Bereich vom Gehirn das gehörte oder empfundene gesendet wird. Wenn ich dann weniger "Pfade/Verknüpfung" angelegt haben (Training) dann reagiere ich impulsiv nach den bestehenden Möglichkeiten. Impulsiv= unkontrolliert. 

Dazu muss die Information aber durch den "Hauptschalter" weiter geleitet werden, Flucht/Angriff. Hier dreht es sich aber um das Nackte Überleben und kommt bei mir zum "Glück" nicht soo oft vor.
 
Thohom 23.05.2026 17:36
So ein Hirn ist lernfähig, hab ich mal gehört.
 
Lerato77 23.05.2026 18:04
Ja, aber wer erst einmal auf Flucht oder Angriff geschaltet hat, hat in dem Moment mangelhafte Impulskontrolle.
 
Nordlicht1961 23.05.2026 18:22
Das sehe ich anders, Lerato. Denn zum Glück haben wir unseren Verstand dazubekommen. In seltenen Extremsituationen mag es stimmen, weil wir dann sehr schnell handeln müssen. Aber Säbelzahntiger gibt es nicht mehr in der modernen Welt, da sind reine Instinkthandlungen nicht mehr so gefragt. Wir haben zwar nach wie vor die alten Veranlagungen, müssen aber mit ihnen heute angemessen umgehen. Das ist zwar nicht immer einfach, aber in einer komplexen Welt unabdingbar.
 
Nordroller 23.05.2026 18:36
nur beim nackten Überleben!!! 


Nicht bei andern schweren Ereignisse.
 
Thohom 23.05.2026 18:37
Man kann trainieren, wie man reagiert. Nimm einfach mal als Beispiel einen Polizisten, der hat auch mal Abläufe für bestimmte Situationen trainert und da wird es immer wieder trainiert.

Da kann man auch die persönliche kurze Lunte verlängern. 

Ich habe früher beim Sport gewisse Automatismen trainiert und auch mit Prothese laufen, ist einem nicht Gott gegeben. Man muss da dran bleiben... die Pysio meinte mal, dass ich 15.000 Schritte brauche, damit das mit der Prothese in Fleisch und Blut über geht.
 
Nordroller 23.05.2026 18:38
Thohom 17:36 Schön wäre es wenn du die Möglichkeit zur Überprüfung hättest 😅 .


Das meine ich lustig und hoffe das Du es nicht falsch verstehst.  ️☮️🕊️🏳️
 
Thohom 23.05.2026 18:40
Ich konnte es bei mir überprüfen, an den obigen Beispielen.
 
MariaStuart 23.05.2026 18:46
Keiner der Wölfe muß gefüttert werden.
Sowohl der eine als auch der andere holen sich, was sie brauchen. Und sie bekommen es.
 
Nordroller 23.05.2026 18:55
Beim Militär und Polizei wird die Grenze nur erweitert, da wird natürlich versucht alles aufs Kämpfen zu legen. 

Kriegsberichterstatter berichteten im zweiten Weltkrieg das Soldaten einfach "durch gedreht" sind und während der Schlacht unter schwersten Beschuss aus dem Schützengraben aufgestanden sind und fliehen wollten. Kampf/Flucht
 
Nordlicht1961 23.05.2026 18:57
In meiner Lebenswirklichkeit und auch in der meiner nahen Menschen ist das nicht so. Aber vielleicht verstehen wir auch Unterschiedliches darunter, MariaStuart, das mag sein.
 
Thohom 23.05.2026 18:59
Polizisten lernen auch zu deeskalieren....und das wird wohl fast jeder auch lernen können.
 
MariaStuart 23.05.2026 19:02
Deeskalation muß aber auch ankommen.
Aber wenn jemand einer Truppe Randalierern, Demonstranten oder Hooligans gegenübersteht, können beruhigende Sprüche auch nichts erreichen
 
Thohom 23.05.2026 19:04
Es geht gerade darum, dass man etwas lernen kann....und wenn man bei sich selber deeskaliert ist das ja auch schon mal was.
 
perfectday 23.05.2026 19:05
Ich like mal gedanklich all eure Beiträge. Sie sind alle wertvoll und haben vermutlich nicht nur meinen Horizont erweitert. Danke dafür!😘

Noch ein paar Gedanken "in eigener Sache":

So wie du geprägt wurdest, so reagierst du. 
Wer in Kindheit/Jugend viel emotionale Stress-Situationen, die er/sie alleine meistern musste, erlent hat, füttert vermutlich genau diesen Wolf. Denn der kommt so nahe, dass du ihn nicht ignorieren kannst.

Gerne würde ich nur den "guten" Wolf füttern. Es gelingt mir hin und wieder, nicht immer. Ich bin auch nur ein Mensch. 
Aber ich arbeite daran!😊

Auch wichtig finde ich, das Leben mit allem was es bietet anzunehmen. Höhen und Tiefen gehören dazu, solange sie nicht "bedrohlich" werden.
Freud und Leid muss mit anderen Menschen geteilt werden!

Und natürlich wünsch ich euch allen viel Grund zur echten Freude und wenige "Herausforderungen", die gut bewältigt werden können.😘
 
Nordroller 23.05.2026 19:09
Thohom,wir meine wohl unterschiedliche Situationen,  der Hauptschalter reagiert nur in Lebensbedrohlichen Situation und nicht vom Alltag.
 
MariaStuart 23.05.2026 19:15
Richtig, Thohom.
Aber wie sollen viele Menschen es lernen, wenn nichts vom Umfeld?
Ich denke gerade an den Kölnberg. Wer dort aufwächst, lernt zunächst zu überleben und durchzusetzen. Ohne Egoismus geht man dort unter, und solche Umfelder werden mehr, nichts weniger.
 
Thohom 23.05.2026 19:16
Wenn Du etwas trainiert hast, dann läuft bei Dir ein Programm ab.

Ich hab das mehrfach als Ersthelfer erlebt, da ratterte einfach los, was zu machen ist. Ich habe im Laufe der Jahre an bestimmt fast 2 Dutzend Lehrgänge für Ersthelfer teilgenommen. Wenn es dann gebraucht wurde, konnte ich es problemlos abrufen.

Wenn Du Dich verbal angegriffen fühlst und dann meinst reagieren zu müssen, kannst Du auch erstmal den Text nochmal lesen, Dich fragen: Hab ich das richtig verstanden? Bin ich überhaupt gemeint? Freundlich nachfragen oder freundlich antworten.

Das kann man lernen ohne Lebensgefahr.
 
Nordlicht1961 23.05.2026 19:17
Perfectday, das stimmt mit den kindlichen Prägungen, als Erwachsene können wir uns aber unsere alten Muster und Automatismen bewusst machen und daran arbeiten, andere Wege zu finden. Das ist anspruchsvolle innere Arbeit, aber die lohnt sich immer, finde ich. Und ja, wir sind alle Menschen und nicht perfekt, das macht uns ja auch alle aus. 

Ich möchte mich bei dir für das interessante Thema bedanken! Hab schon lange nicht mehr so viel mitgeschrieben, das hat mich wirklich sehr inspiriert und ich werde sicherlich noch drüber nachdenken. 

Einen schönen Abend wünsche ich dir und allen.
 
Nordroller 23.05.2026 19:22
MariaStuartHeute, 18:46, wenn man im geistigen flow ist dann kann es für eine begrenzte Zeit sein. 

Der "normale" Mensch führt aber innere Dialoge (leise Selbstgespräche), diese wiederholen sich in von zirka 80% Tag für Tag. Diese inneren Dialoge hinterfragt man ständig, in der Metapher von Wolf 1/2 oder Pro und Kontra.
 
Tommie53 23.05.2026 19:36
Ich lebte gerne in einer idealen Welt - ein jeder wollte dem anderen nur Gutes und hegte keinen Groll gegen irgendjemanden. So ist es aber nicht, es greift auch ein anderer Spruch auf das eingangs erwähnte Tier zurück:
Der Mensch ist des Menschen Wolf.
Und weil das so ist, blieben jene auf der Strecke, denen „gut“ sein ein immerwährender Anspruch an sich selbst ist. 
Selbstverständlich möchte ich ein guter Mensch sein, freundlich und gerecht gegen Jedermann. Ich schaue aber auch danach, nicht auf der Strecke zu bleiben.
Also füttere ab und an auch den bösen Wolf, gerade so viel, dass der nicht verhungert…
 
perfectday 23.05.2026 19:40
Ich freue mich sehr über den bereichernden Austausch hier und schließe jetzt den Blog.😊
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