Behinderungen die man nicht sieht
27.05.2026 00:48
Behinderungen die man nicht sieht
27.05.2026 00:48
Behinderungen die man nicht sieht
Hi liebe Community,
wie einige wisssen, habe ich Autismus. Häufig kommt es vor das man mir das nicht ansieht, da ich es gut verstecken kann bzw. gute Strategien habe, im Alltag damit umzugehen.
Ich finde es in vielen Fällen gut, das man es nicht ansehen kann, da es auch vorkommt, das andere Menschen gegeneinüber voreingenommen sind oder noch schlimmer, diskriminiert wird.
Es gibt aber Momente, wo man das Problem hat, das ein Gegenüberliegende Person nichts davon, weiß, es aber Situationen gibt, wo man es gerne hätte, das die andere Person davon weiß.
Wie geht ihr mit diesem Thema um? Habt ihr eigene Erfahrungen gesammelt oder kennt jemand aus dem Umkreis, Freunde oder Familie, die der Thematik ausgesetzt ist?
Ich freue mich auf eure Antworten. Euer farim
wie einige wisssen, habe ich Autismus. Häufig kommt es vor das man mir das nicht ansieht, da ich es gut verstecken kann bzw. gute Strategien habe, im Alltag damit umzugehen.
Ich finde es in vielen Fällen gut, das man es nicht ansehen kann, da es auch vorkommt, das andere Menschen gegeneinüber voreingenommen sind oder noch schlimmer, diskriminiert wird.
Es gibt aber Momente, wo man das Problem hat, das ein Gegenüberliegende Person nichts davon, weiß, es aber Situationen gibt, wo man es gerne hätte, das die andere Person davon weiß.
Wie geht ihr mit diesem Thema um? Habt ihr eigene Erfahrungen gesammelt oder kennt jemand aus dem Umkreis, Freunde oder Familie, die der Thematik ausgesetzt ist?
Ich freue mich auf eure Antworten. Euer farim
Kommentare
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Servalcat 27.05.2026 03:10
In meinem Fall kann man es leider nicht übersehen. Obwohl man es äußerlich nicht sieht, merkt man es spätestens dann, wenn man mit mir Kontakt hat. Nicht jeder kann aber von sich sagen: „Wenn ich komme, dann komm ich nie allein.“😂
Zenaida 27.05.2026 05:03
Was versprichst du dir in diesen Situationen davon, dass ein Gegenüber von deiner Behinderung weiß?
Thohom 27.05.2026 06:43
Meine Behinderung kann man leicht übersehen. Gesehen wird ein Riesenkerl.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass daran schon Erwartungen geknüpft werden. Da ist es praktisch, wenn man sieht, dass der große Kerl recht wackelig unterwegs ist.
Im Sommer ist das einfacher für mich, da trage ich normalerweise Shorts.😎
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass daran schon Erwartungen geknüpft werden. Da ist es praktisch, wenn man sieht, dass der große Kerl recht wackelig unterwegs ist.
Im Sommer ist das einfacher für mich, da trage ich normalerweise Shorts.😎
merry1 27.05.2026 10:27
Wenn man die Behinderung gleich sieht, wissen auch alle woran sie sind.
Bei verstecken Handicaps entstehen oft unrealistische Erwartungshaltungen.
Mir sieht man das alles nicht an, sehe kerngesund aus und bin meistens mit gesunden Menschen im Fitnessstudio zusammen.
Die ganzen dämlichen, alten Sprüche über Behinderte, sterben wohl nie aus. Was in solchen Runden diesbezüglich oft für ein Mist erzählt wird, ist schon mehr als Diskriminierung.
Ein gesunder Mensch kann sich absolut nicht in die Situation eines behinderten Menschen rein versetzen.
Bei verstecken Handicaps entstehen oft unrealistische Erwartungshaltungen.
Mir sieht man das alles nicht an, sehe kerngesund aus und bin meistens mit gesunden Menschen im Fitnessstudio zusammen.
Die ganzen dämlichen, alten Sprüche über Behinderte, sterben wohl nie aus. Was in solchen Runden diesbezüglich oft für ein Mist erzählt wird, ist schon mehr als Diskriminierung.
Ein gesunder Mensch kann sich absolut nicht in die Situation eines behinderten Menschen rein versetzen.
Julchen89 27.05.2026 10:47
Ich bin neulich darauf gestoßen. Vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen, der so etwas bestellen möchte
https://hdsunflower.com/de/shop/sunflower-wearer.html
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(Nutzer gelöscht) 27.05.2026 10:58
Auch manche körperliche Behinderungen kann man nicht auf den 1. oder 2. Blick erkennen, so ist es z.B. auch bei mir - und die Leute sehen dann, wenn ich draußen unterwegs bin, nur eine gesund wirkende Frau und erwarten dementsprechend auch ein "normales" Funktionieren und eine "normale" Leistung und ich werde dadurch von medizinischen Laien oft fälschlicherweise als voll belastbar eingeschätzt.
Außenstehende verwechseln gute Tage mit vollständiger Genesung oder "so krank kann sie ja gar nicht sein, wenn sie ..." und was meine Defizite im räumlichem Sehen betrifft, das kann zusätzlich kaum jemand begreifen.
Mich in solchen Situationen dann erklären und vielleicht sogar "rechtfertigen" zu müssen, empfinde ich teilweise als emotional anstrengend und stoße leider auch hin und wieder auf mangelndes Verständnis. Mich überhaupt in solchen Momenten erklären zu "müssen" ist für mich manchmal auch ein Eingriff in die Privatsphäre.
Bei Autismus wiegt diese Last oft noch schwerer, da es sich um eine unsichtbare, neurobiologische Besonderheit handelt, die in der Gesellschaft von tief sitzenden Klischees überlagert ist, mit denen man dann als Betroffener noch zusätzlich zu kämpfen hat.
Ich bräuchte dafür jedenfalls schon ein viel größeres Maß an Vertrauen, um das jemandem zu erzählen. Viele Menschen haben nur extreme Medienbilder (wie Rain Man) im Kopf und verstehen das breite Spektrum nicht.
In meinem Umfeld gibt es 2 Personen mit dieser Diagnose, die total unterschiedlich damit umgehen. Die Unsichtbarkeit schützt sie im Alltag vor Stigmatisierung, wird aber in Schlüsselmomenten zu einer Barriere, weil notwendige Rücksichtnahme ausbleibt.
Der Freundin von mir hilft es oft, bei Fremden nur das konkrete Bedürfnis zu kommunizieren, ohne das Wort Autismus überhaupt zu nennen. So schützt sie ihre Privatsphäre und äußert trotzdem ihre Bedürfnisse. Bei Bekannten und Kollegen erklärt sie nur sachlich, wie ihr Gehirn Informationen verarbeitet und redet von einem "anderen Reizfilter", ohne die Diagnose zu nennen. Ihr engster Freundeskreis ist eingeweiht. Wir alle wissen, dass es Momente gibt, da muss sie sich zurückziehen, weil alles zu viel "Overload" ist und dass es nichts mit uns zu tun hat, was in unserem Miteinander die Möglichkeit zu einer tiefen Verbindung geöffnet hat.
Die andere Person verheimlicht komplett die Diagnose, stößt dadurch aber auch immer wieder auf Missverständnisse, hat kein privates soziales Umfeld und arbeitet nicht im Team. Sie muss dadurch nicht nur im beruflichen Alltag permanent maskieren, sondern auch noch die sozialen Fehlinterpretationen der Umwelt aushalten, sagt jedoch, dass es für sie "egal" ist und immer noch besser, als sich in irgend einer Form zu outen und sich damit beruflich vielleicht zu schaden, sich damit verletzbar und angreifbar zu machen und vielleicht sogar stigmatisiert zu werden.
Außenstehende verwechseln gute Tage mit vollständiger Genesung oder "so krank kann sie ja gar nicht sein, wenn sie ..." und was meine Defizite im räumlichem Sehen betrifft, das kann zusätzlich kaum jemand begreifen.
Mich in solchen Situationen dann erklären und vielleicht sogar "rechtfertigen" zu müssen, empfinde ich teilweise als emotional anstrengend und stoße leider auch hin und wieder auf mangelndes Verständnis. Mich überhaupt in solchen Momenten erklären zu "müssen" ist für mich manchmal auch ein Eingriff in die Privatsphäre.
Bei Autismus wiegt diese Last oft noch schwerer, da es sich um eine unsichtbare, neurobiologische Besonderheit handelt, die in der Gesellschaft von tief sitzenden Klischees überlagert ist, mit denen man dann als Betroffener noch zusätzlich zu kämpfen hat.
Ich bräuchte dafür jedenfalls schon ein viel größeres Maß an Vertrauen, um das jemandem zu erzählen. Viele Menschen haben nur extreme Medienbilder (wie Rain Man) im Kopf und verstehen das breite Spektrum nicht.
In meinem Umfeld gibt es 2 Personen mit dieser Diagnose, die total unterschiedlich damit umgehen. Die Unsichtbarkeit schützt sie im Alltag vor Stigmatisierung, wird aber in Schlüsselmomenten zu einer Barriere, weil notwendige Rücksichtnahme ausbleibt.
Der Freundin von mir hilft es oft, bei Fremden nur das konkrete Bedürfnis zu kommunizieren, ohne das Wort Autismus überhaupt zu nennen. So schützt sie ihre Privatsphäre und äußert trotzdem ihre Bedürfnisse. Bei Bekannten und Kollegen erklärt sie nur sachlich, wie ihr Gehirn Informationen verarbeitet und redet von einem "anderen Reizfilter", ohne die Diagnose zu nennen. Ihr engster Freundeskreis ist eingeweiht. Wir alle wissen, dass es Momente gibt, da muss sie sich zurückziehen, weil alles zu viel "Overload" ist und dass es nichts mit uns zu tun hat, was in unserem Miteinander die Möglichkeit zu einer tiefen Verbindung geöffnet hat.
Die andere Person verheimlicht komplett die Diagnose, stößt dadurch aber auch immer wieder auf Missverständnisse, hat kein privates soziales Umfeld und arbeitet nicht im Team. Sie muss dadurch nicht nur im beruflichen Alltag permanent maskieren, sondern auch noch die sozialen Fehlinterpretationen der Umwelt aushalten, sagt jedoch, dass es für sie "egal" ist und immer noch besser, als sich in irgend einer Form zu outen und sich damit beruflich vielleicht zu schaden, sich damit verletzbar und angreifbar zu machen und vielleicht sogar stigmatisiert zu werden.
vrono 27.05.2026 10:58
Anstelle mir ein Leben mit Behinderung, die man teilweise sieht und dann doch nicht, in wenigen Kniffen zu erleichtern lese ich seit einer Woche immer wieder diese Zeilen schwarz auf weiß:
„…zu einer Pflegeeinrichtung wird geraten…“. Das ist dann wohl die Antwort, um ganz von der Bildfläche zu verschwinden - so einfach wie daneben.
Mehrfach hätte ich mir einen roten Ballon gewünscht über meinem Kopf mit den Lettern „Ja ich bin behindert“ drauf - besser als keine Teilhabe wäre es allemal - und ständig Rede und Antwort zu stehen - wie lästig:
Mein Dasein bedeutet doch noch keinen Bildungsauftrag - freundlich bleiben bei verbalen Angriffen unterster Schublade - wer hat da immer Bock drauf? -
manchmal wünscht man sich nur noch etwas Frieden und den auch fernab der Isolation.
„…zu einer Pflegeeinrichtung wird geraten…“. Das ist dann wohl die Antwort, um ganz von der Bildfläche zu verschwinden - so einfach wie daneben.
Mehrfach hätte ich mir einen roten Ballon gewünscht über meinem Kopf mit den Lettern „Ja ich bin behindert“ drauf - besser als keine Teilhabe wäre es allemal - und ständig Rede und Antwort zu stehen - wie lästig:
Mein Dasein bedeutet doch noch keinen Bildungsauftrag - freundlich bleiben bei verbalen Angriffen unterster Schublade - wer hat da immer Bock drauf? -
manchmal wünscht man sich nur noch etwas Frieden und den auch fernab der Isolation.
Zenaida 27.05.2026 11:01
Warum interessieren die Erwartungshaltungen von anderen? Man muss doch fremden Erwartungen nicht entsprechen, egal ob es daran liegt, dass man es nich kann oder nicht mag. Welche legitimen Erwartungen kann jemand an einen großen menschen haben, die er an andere nicht hat. Dass du ihm Zeug aus dem obersten Regal im Supermarkt runterholst? Dass du Ausschau hältst, wer in nächster Zeit zu Besuch kommt?
vrono 27.05.2026 11:10
Ich oute mich immer - erläutere was und wie ich ä funktioniere und wie nicht -
es hat den gleichen Effekt, als täte ich es nicht. Besonders bei Stellen, die helfen sollten, ist mir das unverständlich ..
..man funktioniert nicht, weil man es nicht kann - erklärt es, es wird kurz verstanden - um im nächsten Moment wieder vergessen zu werden.. und das von Leuten mit entsprechender Ausbildung, die dann wiederum fordern, wie man zu funktionieren hat. Neurodiversität erläutern, Diagnosen auch - und trotzdem - verpufft es.
Wie ein merkwürdiger Sketch in Dauerschleife während andernorts das Leben weitergeht.
es hat den gleichen Effekt, als täte ich es nicht. Besonders bei Stellen, die helfen sollten, ist mir das unverständlich ..
..man funktioniert nicht, weil man es nicht kann - erklärt es, es wird kurz verstanden - um im nächsten Moment wieder vergessen zu werden.. und das von Leuten mit entsprechender Ausbildung, die dann wiederum fordern, wie man zu funktionieren hat. Neurodiversität erläutern, Diagnosen auch - und trotzdem - verpufft es.
Wie ein merkwürdiger Sketch in Dauerschleife während andernorts das Leben weitergeht.
Thohom 27.05.2026 11:11
Oh, natürlich die oberen Regale. 😉
Es war schon nervig, von der Statur wie 15 auszusehen, aber tatsächlich erst 12 zu sein. Ich hab da einige Situationen gehabt, die man heutzutage als übergriffig bezeichnen würde.
Ich hab mal mit 2 Mitpatienten auf der Bank vor der psychosomatischen Klinik gesessen und philosophiert. Nebenan war ein "richtiges" Krankenhaus... mit Verbänden usw.
Wir wollten auch so einen Verband, damit man uns auch ansah, dass etwas bei uns nicht gesund ist. Wir hätten auch lieber ne OP, wo uns irgendeine Schraube wieder nachgezogen wird, an Stelle der anstrengenden Therapie.
War ne lustige Runde und trotzdem mit ernstem Hintergrund.
Es war schon nervig, von der Statur wie 15 auszusehen, aber tatsächlich erst 12 zu sein. Ich hab da einige Situationen gehabt, die man heutzutage als übergriffig bezeichnen würde.
Ich hab mal mit 2 Mitpatienten auf der Bank vor der psychosomatischen Klinik gesessen und philosophiert. Nebenan war ein "richtiges" Krankenhaus... mit Verbänden usw.
Wir wollten auch so einen Verband, damit man uns auch ansah, dass etwas bei uns nicht gesund ist. Wir hätten auch lieber ne OP, wo uns irgendeine Schraube wieder nachgezogen wird, an Stelle der anstrengenden Therapie.
War ne lustige Runde und trotzdem mit ernstem Hintergrund.
farim 27.05.2026 11:19
Ich habe auf der Arbeitsstelle, Diskrimunierung erfahren. Das tut weh und belastet. Hätge ich das aber vorher nicht gesagt, hätte es zu vielen Misverständnissen geführt. Es ist nicht schön von Kollegen im Hintergrund Kopfkrüppel und Hirni bezeichnet zu werden.
merry1 27.05.2026 11:26
Ich hatte von mehreren Fachkliniken die gleiche Diagnose erhalten.
Mein damaliger Hausarzt für Allgemeinmedizin, der von diesem Fachbereich überhaupt keine Ahnung hatte, unterstellte mir, ich würde simulieren, nur weil mein Blutdruck und das KLEINE Blutbild gut waren. Jetzt habe ich einen anderen, besseren Hausarzt.
Für manche zählt halt der Spruch :"Was du nicht siehst, das existiert nicht."
Mein damaliger Hausarzt für Allgemeinmedizin, der von diesem Fachbereich überhaupt keine Ahnung hatte, unterstellte mir, ich würde simulieren, nur weil mein Blutdruck und das KLEINE Blutbild gut waren. Jetzt habe ich einen anderen, besseren Hausarzt.
Für manche zählt halt der Spruch :"Was du nicht siehst, das existiert nicht."
Zenaida 27.05.2026 11:34
Das „erklären müssen“ verstehe ich, wenn man irgendwo ist, wo man was braucht, etwas beantragt oder dergleichen. Aber sonst, im normalen leben draußen, auf der Rolltreppe, im Supermarkt, in Bus und Bahn… da muss man doch niemandem was erklären, der meint sich ein Urteil erlauben zu müssen.
Natürlich ist es manchmal clever, vorwegnehmend, in der Hoffnung, Verständnis entgegengebracht zu kriegen, die Lage zu erläutern. Das kann natürlich druck rausnehmen. Aber andererseits: es geht doch niemanden was an, weshalb ich langsamer, desorientierter, vorsichtiger oder sonstwie unterwegs bin, solange ich niemandem damit schade.
Kürzlich hatten wir genau solche Erlebnisse im Urlaub. Unser auto hat vor jeder kurve krass runtergebremst und ist mit 30 durch die kurve gefahren. Klar kann man das selbst ändern und aufs Gas gehen, aber mir hat das sehr gut gepasst. Mir wird unglaublich schnell schlecht in kurven. Um andere nicht zu blockieren, kann man die an so ausfahrts-Nischen ja immer wieder vor lassen. Haben wir natürlich gemacht. Aber wenn da mal kurz jemand hinter uns fahren musste, war mir das schnurz. Und am allerbesten waren die drängler, die einen bei ner Geschwindigkeitsbegrenzung, die man selbst schon um 10+ km/h überschritten hatte, noch heftig bedrängt haben und bei der ersten Gelegenheit überholten. Da krieg ich Lust, extra langsam zu fahren. Meinen Freund hat das Gedrängel mehr genervt.
Ich sehe meine schnell einsetzende Übelkeit nicht als Behinderung an. Mich stört das nicht mal sonderlich, solange ich was dagegen tun kann. Und das ist eben extrem langsam fahren.
Natürlich sind das andere Situationen und es ist ein unterschied, ob man sich bewusst irgendwie langsamer verhält oder ob es halt nicht anders geht. Ich will nur gerne weg davon, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man anders unterwegs ist.
Natürlich ist es manchmal clever, vorwegnehmend, in der Hoffnung, Verständnis entgegengebracht zu kriegen, die Lage zu erläutern. Das kann natürlich druck rausnehmen. Aber andererseits: es geht doch niemanden was an, weshalb ich langsamer, desorientierter, vorsichtiger oder sonstwie unterwegs bin, solange ich niemandem damit schade.
Kürzlich hatten wir genau solche Erlebnisse im Urlaub. Unser auto hat vor jeder kurve krass runtergebremst und ist mit 30 durch die kurve gefahren. Klar kann man das selbst ändern und aufs Gas gehen, aber mir hat das sehr gut gepasst. Mir wird unglaublich schnell schlecht in kurven. Um andere nicht zu blockieren, kann man die an so ausfahrts-Nischen ja immer wieder vor lassen. Haben wir natürlich gemacht. Aber wenn da mal kurz jemand hinter uns fahren musste, war mir das schnurz. Und am allerbesten waren die drängler, die einen bei ner Geschwindigkeitsbegrenzung, die man selbst schon um 10+ km/h überschritten hatte, noch heftig bedrängt haben und bei der ersten Gelegenheit überholten. Da krieg ich Lust, extra langsam zu fahren. Meinen Freund hat das Gedrängel mehr genervt.
Ich sehe meine schnell einsetzende Übelkeit nicht als Behinderung an. Mich stört das nicht mal sonderlich, solange ich was dagegen tun kann. Und das ist eben extrem langsam fahren.
Natürlich sind das andere Situationen und es ist ein unterschied, ob man sich bewusst irgendwie langsamer verhält oder ob es halt nicht anders geht. Ich will nur gerne weg davon, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man anders unterwegs ist.
Zenaida 27.05.2026 11:39
Farim, wenn es um Kollegen geht, die dich ja zumindest ein bisschen kennen müssten und die sich dir gegenüber trotzdem so dämlich äußern (oder über dich im Hintergrund), kannst du absolut davon ausgehen, dass die sich genauso dämlich äußern würden, wenn du ne sichtbare Behinderung hättest. Ich bin öfter mit Rollstuhlfahrern unterwegs und da kommt - selten, aber immerhin ab und zu - durchaus der Terminus „krüppel“ oder ähnliches. Es wird immer menschen geben, die sich auf andere mit anderen Verhaltensweisen oder Bedürfnissen nicht einlassen wollen. Das ist dann halt so. So was muss man aber nicht persönlich nehmen. Das sagt doch deutlich mehr aus über denjenigen, der solche Phrasen vom Stapel lässt, als über den angesprochenen. Man muss sich solche zuschreibungen doch nicht zu eigen machen.
Thohom 27.05.2026 12:17
Ich habe einen Krüppelpass....sage ich selber dazu.
Einen HONK hatten wir immer mal wieder auf der Arbeit. Der Titel wurde anlassbezogen verliehen.
Ich würde mir da nicht so viele Gedanken drum machen. Du kannst denen ja einfach einen selbst ausgedachten Spitznamen mitteilen und sagen, dass Du so gerne genannt werden möchtest.
Du wirst zumindest gesehen, andere beschweren sich, dass sie übersehen werden.
Einen HONK hatten wir immer mal wieder auf der Arbeit. Der Titel wurde anlassbezogen verliehen.
Ich würde mir da nicht so viele Gedanken drum machen. Du kannst denen ja einfach einen selbst ausgedachten Spitznamen mitteilen und sagen, dass Du so gerne genannt werden möchtest.
Du wirst zumindest gesehen, andere beschweren sich, dass sie übersehen werden.
Haferflocken 27.05.2026 13:10
Ich glaube ja, einige Menschen haben ihren Autismus so gut verkuschelt, dass man gar nicht merkt, was eigentlich los ist, so wie ein Chamäleon auf Schellack. Jeder macht eben seine eigene Erfahrung auf ganz unterschiedliche Weise, und das ist irgendwie auch beruhigend.
Manchmal frage ich mich allerdings, warum mich Leute so schlecht verstehen, dabei bin ich doch eigentlich so einfach gestrickt und klar.
Manchmal frage ich mich allerdings, warum mich Leute so schlecht verstehen, dabei bin ich doch eigentlich so einfach gestrickt und klar.
vrono 27.05.2026 13:48
Ohh Zenaida - wenn man andere in deren Alltag behindert, dann muss man sich erklären - oder nicht.
Ich stottere dann immer schick oder guck dumm aus der Wäsche - manchmal Wedel ich noch mit dem Ausweis.
Bei mir bedeutet behindert auch, dass ich manchmal andere behindere..
Z.B. wenn ich mitten in der Kreuzung stehen bleibe - oder gegen die Supermarktkasse trete - mir gegen den Kopf schlage ohne damit aufhören zu können (daran stört man sich besonders).. oder versteinert im Schwimmerbecken untergehe, weil mich jemand gerammt hat.. wobei, bei letzterem helfen Erklärungen dann auch nichts mehr (..dafür habe ich zuvor aber vorsorglich alle Bademeister informiert, um während der Ertrinkversuche keinen zusätzlichen Stress zu bekommen ).. 😆
Vielleicht versteht man dich besser, wenn du allen lieb das Du anbietest und dann zum Kuscheln einlädst, Hafer?
Ich stottere dann immer schick oder guck dumm aus der Wäsche - manchmal Wedel ich noch mit dem Ausweis.
Bei mir bedeutet behindert auch, dass ich manchmal andere behindere..
Z.B. wenn ich mitten in der Kreuzung stehen bleibe - oder gegen die Supermarktkasse trete - mir gegen den Kopf schlage ohne damit aufhören zu können (daran stört man sich besonders).. oder versteinert im Schwimmerbecken untergehe, weil mich jemand gerammt hat.. wobei, bei letzterem helfen Erklärungen dann auch nichts mehr (..dafür habe ich zuvor aber vorsorglich alle Bademeister informiert, um während der Ertrinkversuche keinen zusätzlichen Stress zu bekommen ).. 😆
Vielleicht versteht man dich besser, wenn du allen lieb das Du anbietest und dann zum Kuscheln einlädst, Hafer?
Sui 27.05.2026 13:58
Meine Behinderung gehört zu mir und ich habe sie voll angenommen.
Im Alltag merkt man sie mir kaum an, und ich muss mich vor niemandem erklären.
Solange alles ganz normal läuft und ich meinen Freiraum habe, ist alles gut.
Wenn es doch mal hakt, sage ich den Leuten einfach direkt, was ich gerade brauche oder wie ich ticke.
Im Alltag merkt man sie mir kaum an, und ich muss mich vor niemandem erklären.
Solange alles ganz normal läuft und ich meinen Freiraum habe, ist alles gut.
Wenn es doch mal hakt, sage ich den Leuten einfach direkt, was ich gerade brauche oder wie ich ticke.
Sui 27.05.2026 14:06
@Hafer, stimmt, du bist total einfach gestrickt. Nur der Faden ist halt drei Kilometer lang. 🧶
Deine Nachrichten haben eher die charmante Leichtigkeit eines Steuerbescheids. 😂
Deine Nachrichten haben eher die charmante Leichtigkeit eines Steuerbescheids. 😂
merry1 27.05.2026 15:03
Ich kann zum Beispiel gut Laufen. Wenn ich mal am Feierabend mit dem Zug fahre, springe ich schnell ins Abteil um noch einen Sitzplatz zu bekommen. Wenn dann jemand vor mir nicht in die Gänge kommt, reagiere ich ungeduldig und sage auch etwas Passendes dazu.
Deshalb kann ich nachvollziehen, dass man verständnislos reagiert, wenn jemand den ganzen Ablauf aufhält und die anderen es ganz und gar nicht verstehen.
Es ist aber ein großer Unterschied, ob ich das aufgrund meiner gesundheitlichen Verfassung mache, oder aus unsozialer Gleichgültigkeit. Das Letztere wird von den Hektikern angenommen.
Ich glaube, dass fast alle Verständnis für die Behinderung hätten, es aber nicht wissen. Deshalb tragen viele Sehbehinderte das Zeichen mit den drei schwarzen Punkten.
Klar muß man sich nicht rechtfertigen, aber man kommt friedlicher nach Hause.
Deshalb kann ich nachvollziehen, dass man verständnislos reagiert, wenn jemand den ganzen Ablauf aufhält und die anderen es ganz und gar nicht verstehen.
Es ist aber ein großer Unterschied, ob ich das aufgrund meiner gesundheitlichen Verfassung mache, oder aus unsozialer Gleichgültigkeit. Das Letztere wird von den Hektikern angenommen.
Ich glaube, dass fast alle Verständnis für die Behinderung hätten, es aber nicht wissen. Deshalb tragen viele Sehbehinderte das Zeichen mit den drei schwarzen Punkten.
Klar muß man sich nicht rechtfertigen, aber man kommt friedlicher nach Hause.
Mohnblume2 27.05.2026 15:27
@merry1, letztlich isses meiner Meinung nach auch schwierig , jemandem unsoziale Gleichgültigkeit zu unterstellen , wenn er/ sie nicht genauso flott unterwegs ist wie du , auch wenn er keine Behinderung hat. Es gibt durchaus Menschen , deren Art isses eben , langsam unterwegs zu sein, ich finde das fast schon bewundernswert , sich nicht von iwem , aus seinem Rythmus dirigieren zu lassen, sein Tempo beizubehalten , aber oft sind es eben grade die hektischen Menschen, denen alles grade nicht schnell genug geht, die Druck ausüben. ....und ungehalten werden.
(Nutzer gelöscht) 27.05.2026 16:29
Ich gehöre auch zu diesen Menschen. Man sieht es erstmal nicht, merkt es erstmal nicht im normalen Umgang, also hab ich auch nichts. Könnte arbeiten, spiele es nur vor, ich denke, ich wäre der Nabel der Welt, weil ich gehandicapt bin, meinen "Schmarrn" will man nicht hören usw.
Von Demütigungen, emotionalen Verletzungen usw. kann ich auch ein Lied singen, aber mittlerweile ist es mir egal. Ich hab mein Leben für mich so ausgerichtet und gestaltet, dass es mir gut geht und ich alleine zurecht komme. Mehr brauche ich nicht. Als EU-Rentnerin hab ich glücklicherweise keine Arbeitssituation mehr.
Von daher habe ich natürlich leicht reden. 😅
Viel Kraft euch allen, zu sich selbst stehen und wenn möglich offen damit umgehen.
Von Demütigungen, emotionalen Verletzungen usw. kann ich auch ein Lied singen, aber mittlerweile ist es mir egal. Ich hab mein Leben für mich so ausgerichtet und gestaltet, dass es mir gut geht und ich alleine zurecht komme. Mehr brauche ich nicht. Als EU-Rentnerin hab ich glücklicherweise keine Arbeitssituation mehr.
Von daher habe ich natürlich leicht reden. 😅
Viel Kraft euch allen, zu sich selbst stehen und wenn möglich offen damit umgehen.
merry1 27.05.2026 16:41
In der Regel gehe ich mittlerweile mein ganz persönliches Tempo, in allen Lebensbereichen. Bin ruhig, allerdings nicht EXTREM langsam.
Ein praktisches Beispiel: Wenn ich mit 20 km/h auf einer normalen Autobahn fahren würde, wäre das schon erklärungsbedürftig.
Aber mir ist klar, dass ich mir im Teil - Ruhestand diesen Luxus erlauben kann, meine natürliche gelassene Art auszuleben. Als ich noch Vollzeit berufstätig war, mit hohem Stundenlohn, sah das oft anders aus.
Da wollte ich auch schnell nach Hause und habe auf die langsamen Rentner geschimpft, die gerade zur Feierabendszeit einkaufen müssen. 😀
Aber ich habe aus meinen Fehlern gelernt und sehe das heute anders. 👍
Ein praktisches Beispiel: Wenn ich mit 20 km/h auf einer normalen Autobahn fahren würde, wäre das schon erklärungsbedürftig.
Aber mir ist klar, dass ich mir im Teil - Ruhestand diesen Luxus erlauben kann, meine natürliche gelassene Art auszuleben. Als ich noch Vollzeit berufstätig war, mit hohem Stundenlohn, sah das oft anders aus.
Da wollte ich auch schnell nach Hause und habe auf die langsamen Rentner geschimpft, die gerade zur Feierabendszeit einkaufen müssen. 😀
Aber ich habe aus meinen Fehlern gelernt und sehe das heute anders. 👍
Sui 27.05.2026 19:15
@Neffi,
Eine Meise zu haben ist schließlich völlig okay. 🐦
Solange du ihr artgerecht alle zwei Minuten ein "Rülps" fütterst und sie schön im Takt rülpst, ist in deinem Kopf doch alles bestens organisiert. 🤪💨
Eine Meise zu haben ist schließlich völlig okay. 🐦
Solange du ihr artgerecht alle zwei Minuten ein "Rülps" fütterst und sie schön im Takt rülpst, ist in deinem Kopf doch alles bestens organisiert. 🤪💨
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