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Essentieller Tremor

Essentieller Tremor
Seit jungen Jahren habe ich schon einen essentiellen Tremor. Er war lästig und hat mir mehr Aufmerksamkeit verschafft, als ich je wollte 🙈. In meiner ersten Arbeitsstelle habe ich eine Urkunde bekommen für "Hervorragende Leistungen im Kaffeetassen-Transportzittern". War super 😝.

Viele Jahre habe ich gekämpft, es nicht ganz so offensichtlich zu machen.

Seit Weihnachten 2025 bin ich gefühlt endgültig an meine Grenzen gekommen. 

Der Tremor lässt sich nicht mehr verbergen. Ich kann auch nicht einschätzen, wann er mit voller Wucht kommt. Das bedeutet, nicht nur die Hände, sondern auch die Beine sind für mich nicht mehr beherrschbar. Im Ernstfall suche ich mir einen Sitzplatz ... und versuche, mich später nachhause zu schleichen. Einmal bin ich gottlob nach Hause gefahren worden, weil ich gar nicht mehr konnte. 

Wenn ich raus gehe, empfinde ich entweder die Sicherheit: heute passiert nichts 👍, oder das Gefühl,  meine Beine wackeln schon, aber ich muss mich bewegen,  sonst verliere ich. 

Der Tremor ist zum einen genetisch bedingt, zum Anderen vermutlich eine Nebenwirkung meiner Medikamente. 

Kennt das jemand von euch? Wie geht ihr damit um?

Ich war beim Neurologen, der mir Medikamente verschreiben wollte. Dazu war ich noch nicht bereit. Im August habe ich den nächsten Termin und würde mich dann doch dafür entscheiden?

Kommentare

 
Mirka 05.06.2026 22:08
Ich habe über 30 Jahren eine cervicale Dystonie,und bin letztlich austherapiert. 
An guten Tagen habe ich ein starkes Kopfzittern und auch die Hånde sind betroffen.
An schlechten Tagen ūberwiegen die Kråmpfe im Schulter-Nackenbereich. 
Vor ca.20 Jahren reagierte ich mit Depressionen auf die ganze Situation.
Ein ganz schlauer Neurologe hat mir ein Antidepressiva verordnet,welches bei mir total unruhige Beine verursacht hat.
Nach Absetzen des Medis sind die Symptome zum Glūck wieder verschwunden. 
Sei bitte sehr vorsichtig bei der Einnahme von Antidepressiva, zumal durch den Tremor schon vorbelastet bist.
 
Mirka 05.06.2026 22:12
"Jahre"
 
Maskentanz 05.06.2026 22:35
Danke Mirka, leider kann ich auf die Antidepressiva/Neuroleptika nicht verzichten. Ich täte es wirklich gerne. 

2019 sind stationär alle Medikamente auf meinen Wunsch abgesetzt worden. Das nächste Vierteljahr war für mich die Hölle (so lange war ich in der Klinik). Als ich es dann in das "normale Leben" zurück geschafft hatte, war klar - Pest und Cholera - ich zahle immer einen Preis.
 
Maskentanz 05.06.2026 22:36
Danke für deinen Erfahrungsbericht 🥰🤗.
 
stahlzart 06.06.2026 00:02
Das wird wohl auf die Verordnung von Medikamenten hinauslaufen, wie sie auch bei Parkinson gegeben werden.

Versuch macht kluch, mehr als probieren geht nicht.

Wie sieht es damit aus, das Nervensystem mit Körperarbeit, sprich Physio, Yoga, zu regulieren? Partnerübungen, bzw. ein Therapeut, der direkt mit deinem Körper arbeitet, sind da wohl sinnvoller als Einzelübungen. Verlass dich nie allein auf Medis.

Nur wenn alles ausgeschöpft wäre, könnte man über Hirnschrittmacher sprechen.
 
Maskentanz 06.06.2026 10:19
Stahlzart, ich mache schon Körperübungen, damit ich eine gewisse Stabilität finde. Du hast sicher recht und ich sollte Medikamente nehmen. Es geht ja auch darum, mich nicht weiter davon einschränken zu lassen. Danke dir.
 
stahlzart 07.06.2026 18:44
Medikamente dämpfen nur Symptome. 
Geh auf die Suche oder Reise, was deinen Körper so erschüttert hat, dass er hin und wieder erzittern muss. Vielleicht hast du schon Vermutungen. Diese Suche bringt dich zur Ursache.
 
Mirka 07.06.2026 20:09
Das ist eine sehr veraltete Sichtweise auf das Thema"Tremor"
und andere Bewegungsstörungen,
 
stahlzart 07.06.2026 22:34
Nein, es ist die, die tiefer geht, als nur Symptome zu behandeln. Selbstverständlich steht es jedem frei, "seinen" Weg zu gehen.
 
Maskentanz 07.06.2026 23:06
Stahlzart, prinzipiell verstehe ich deinen Ansatz. 

In meinem Fall gibt es (nachgewiesen) zum einen die genetische Komponente, als auch den Aspekt, dass mir verordnete Medikamente nachweislich den Tremor als Nebenwirkung haben. Die psychische Komponente ist dennoch mit im Blick. 

Dann ist für mich die Frage: Pest, oder Cholera? 

Ich habe sowohl einen FA für Psychiatrie, als auch dazu einen FA für Neurologie, die mit mir gemacht eine Hilfe suchen. Mein Gefühl sagt mir, dass schon umfassend geschaut wird. 

Der essentielle Tremor bietet natürlich immer auch einen Raum, allein auf "psychisch" abzustellen. Das ist allgemein auch nicht  ganz von der Hand zu weisen, allerdings bin ich schon länger sehr stabil. 

Von daher haben mich Erfahrungen von Anderen interessiert, die von einem essentiellen Tremor betroffen sind.
 
Mirka 07.06.2026 23:16
Ich kenne einige Betroffene mit meiner Erkrankung, die aufgrund ihrer Symptome sofort in psychiatrische Kliniken eingewiesen wurden,natürlich ohne jeden Erfolg.
Ich habe großes Glück gehabt,da ein erfahrener Neurologe mich recht zügig mit Botulinumtoxin behandelt hat.
 
Maskentanz 07.06.2026 23:26
Mirka, danke dir für deine Erfahrung. Ich finde es tatsächlich schwer für mich, wenn ich mich nicht so ernst genommen fühle mit der Symptomatik. 

Mein FA für Psychiatrie hat da eben auch veranlasst, dass es umfassender gesehen wird und auch durch den FA für Neurologie mit bewertet und behandelt wird. 

Er wollte mir Medikamente verschreiben, aber ich hatte mich damit schwer getan. Heute tut mir das ein wenig leid, weil der Tremor gerade heute wieder aufgetreten ist. Mehr Aufmerksamkeit, als ich je wollte 🙈. Er hat das für mich gut eingeschätzt und ich habe im August die Möglichkeit, dem Ganzen doch eine Chance zu geben.
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