Aus dem Rahmen fallen... nach meinem Bedingungen

Aus dem Rahmen fallen... nach meinem Bedingungen
Zu Schulzeiten durchgehend gemobbt, nirgends so recht dazugepasst... später jahrzehntelang versucht, mich anzupassen, "harmlos" zu sein... und irgendwann mal nicht mehr.
In den letzten knapp 10 Jahren habe ich nach und nach meine Haut bunt gemacht, ein paar Dutzend Löcher extra rein gemacht, mich von meinem Mann getrennt, einen "unanständigen" (nach Maßstab meiner Mutter, mit der ich genau 2x im Jahr Schreibkontakt habe) Job angenommen, in dem ich mich seit 3,5 Jahren sehr wohl fühle: als Piercer und inzwischen auch Filialleitung. 

Ich falle auf... auf eine Weise, die ich gewählt habe. Inzwischen habe ich die Grenze von "ich habe Tattoos" hin zu "ich bin tätowiert" überschritten.

Immer wieder habe ich Begegnungen mit Menschen, die mich ansprechen oder neugierig sind und nachfragen.

"... aber das hält doch für IMMER!?!?!"
=> ja, das will ich doch hoffen!

"Was, wenn dir das irgendwann nicht mehr gefällt?"
=> das wird nicht passieren (wer mehr Interesse zeigt, geht dann vlt in ein tieferes Gespräch, warum ich mir da sicher bin)

"Tut das nicht weh?"
=> JA

"Das ist bestimmt ziemlich teuer" 
=> inzwischen fünstellig

Etc.

Neulich kam die Frage, ob ich aufgrund meines Aussehens verurteilt werde bzw ob Menschen mich aufgrund von Vorurteilen ablehnen.

Ehrlich: Keine Ahnung. Und wenn, kriege ich das nicht mit, was die denken. Und wenn mich jemand deswegen abfällig behandeln würde, wäre mir das relativ egal... mit diesem Menschen will ich dann auch nichts zu tun haben.
Ich mache mir keinen Kopf mehr darum, was irgendjemand, den ich gar nicht kenne, vielleicht über mich denken könnte. Denn meine tägliche Erfahrung ist eine andere. Offenheit, Neugier, Bewunderung (für die tollen Motive), jede Menge interessante Menschen und freundliche Gespräche, in denen sich für manche Menschen neue Ansichten öffnen...

Nachteile, tattoo regrets?
Ja... es wird zunehmend schwieriger, Klamotten zu finden, die meine Tattoos hervorheben statt zu verdecken. 😂

Jetzt kratzt es niemanden mehr, ob ich früher mal socially awkward war.

In diesem Sinne... seid das Gänseblümchen zwischen den Rasengittersteinen. ❤️

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