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30.10.2011 00:08

Ich wage es,

an mich selbst zu glauben:
an meinen Drang nach Reife,
an meine Liebesfähigkeit,
an meine Begabung zur Freundschaft,
an meine entschiedene Ausdauer,
an meine immer neue Hoffnung.
Aber auch wenn ich versage und Fehler mache,
wenn ich unnötig verletze,
wenn ich anderen die Freiheit nehme,
wenn ich kleinkariert werde,
wenn ich mich nicht mehr erneuere,
wenn ich hart und unnahbar werde,
auch dann will ich glauben,
daß neben der Zerstörung
auch das Lebensförderliche in mir wohnt,
und ich will es hervorlocken
mit meiner Hoffnung und meinem Mut.

Ulrich Schaffer


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Liebes HL

Es war ein Tag wie jeder andere als das Unfassbare geschah. Ich war mal wieder in dieser Community unterwegs. Ich schrieb eine Lovemessage an eine geschätzte Freundin und schickte sie ab. Einen Augenblick später war es passiert. Es ging fast beiläufig vonstatten und ich war mir des offensichtlichen Schadens den ich damit anrichtete zunächst in keinster Weise bewusst und doch verletzte ich einen User damit offenbar auf intimste Weise:

ICH KLICKTE AUF DAS PROFIL EINES MANNES DER EINE FRAU SUCHT OBWOHL ICH SELBST EIN MANN BIN DER SICH ZUM WEIBLICHEN GESCHLECHT HINGEZOGEN FÜHLT!

...weiter tat ich nichts! ich hatte keinerlei Unrechtsbewusstsein bis kurze Zeit später mein Postfach blinkte:

WAS SUCHST DU DENN AUF MEINEM PROFIL? MACH DICH BLOS VOM ACKER. FALLS DU NICHT LESEN KANNST: ICH BIN NICHT SCHWUL UND WERDE ES FÜR DICH AUCH NICHT WERDEN!

schrieb mir der Herr (Bildungsniveau Realschule) dessen Profil ich zuvor besucht hatte.

Ich wollte mich sogleich für die traumatisch tiefen Wunden die mein unbedachter Klick wohl bei ihm hinterlassen haben muß entschuldigen, doch es war berreits zu spät der User hat mich vermutlich tief gekränkt gesperrt.

Ist Euch hier auch schon ähnliches passiert?

Ich würde mich totlachen wenn es im Grunde nicht so traurig wäre!


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Am Strande

Heute sah ich wieder dich am Strand
Schaum der Wellen dir zu Füßen trieb
Mit dem Finger grubst du in den Sand
Zeichen ein, von denen keines blieb.

Ganz versunken warst du in dein Spiel
Mit der ewigen Vergänglichkeit
Welle kam und Stern und Kreis zerfiel
Welle ging und du warst neu bereit.

Lachend hast du dich zu mir gewandt
Ahntest nicht den Schmerz, den ich erfuhr:
Denn die schönste Welle zog zum Strand
Und sie löschte deiner Füße Spur.

Marie Luise Kaschnitz (1901-1974)


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"How did you like it?" fragte der Ire, als wir die Broad Street entlanggingen.
Ich sagte nicht alles, ich sagte nur, daß ich es gespenstisch gefunden hätte, wie alle eigentlich nur zu sich selbst geredet hätten.
"Well", sagte er, "well."
Und nach einer Weile: "
"It's just talking, you know; just talking. People like to talk. Basically, that's it. Talking."

"No meeting of minds?" fragte ich."

"What!" rief er aus und verfiel in ein kehliges Lachen, das ins Grölen hinüberspielte. "What!"

Buch: "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier


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