Weblog von Claus

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Hier noch ein kleiner Text, der en einen oder anderen von ihnen vielleicht dazu bringt über sich und seine Situation noch mal nachzudenken um sein Leben vielleicht einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Hier nun der Text

 Es ist ein ganz langer schwieriger Weg, den man gehen muß, damit man auch einem Leben im Alter oder dem Leben mit einer Behinderung noch etwas Positives abgewinnen kann. Der allererste und sicher auch der schwierigste Schritt ist der, dass man lernt sich selbst so zu akzeptieren wie man ist. Das ist für viele sicher ganz ganz schwer, da sie vorher ein Leben ohne Probleme kannten. Oft ist man geneigt sich immer und immer wieder die Frage zu stellen: Warum ausgerechnet ich, womit hab ich das verdient, was gäb ich drum, hätte ich diese Behinderung oder dieses altersbedingte Problem nicht.

Das sind verständliche Reaktionen, die aber letztendlich nur in die Unzufriedenheit, die Depression und die Vereinsamung führen. Die Frage muß anders lauten, nämlich: Was muß ich tun, damit ich meine jetzige Situation akzeptiere und wie muß ich meine innere Einstellung und meinen Lebenstil ändern, damit ich trotzdem noch Spass habe am Leben.

Man muß sich darüber klar werden, dass die neue Situation einschneidende Veränderungen im Leben mit sich bringt. Man wird feststellen, das vermeintliche Freunde sich von einem abwenden, aber auf  der anderen Seite wird man neue Freunde gewinnen, die bereit sind einen so zu akzeptieren wie man ist. Es wird viele Dinge geben, die man nicht mehr machen kann. Aber dafür muß man lernen sich über Dinge zu freuen und Dinge zu sehen, die die Anderen gar nicht mehr wahrnehmen. Man muß einfach lernen viel bewusster zu leben und lernen, jeden schönen Augenblock wirklich zu geniessen.

Wir können nicht von den anderen erwarten, dass sie uns mögen, wenn wir uns selbst nicht mögen. Ein Mensch mag zwar ein Problem oder eine Behinderung  haben, aber sein Wesen, sein Charakter wird doch von Dingen geprägt, die damit nichts zu tun haben. Man hat zwar eine Behinderung aber man ist nicht diese Behinderung. Wenn es einem gelingt, das Gebrechen zu akzeptieren, ohne es zum Lebensinhalt zu machen, dann bestehen gute Aussichten, dass man das Leben trotzdem noch geniessen kann.

Man muß begreifen, dass dieses Gebrechen nicht im Mittelpunkt unseres Lebens steht und sich ihm alles unterordnet. Es sollte anderes herum sein, nämlich, dass wir selbst mit unseren ureigensten Interessen Absichten und Ideen im Mittelpunkt stehen, und weiter aussen steht die Behinderung oder das Alter, welches zwar einen Einfluß auf unser Leben hat, es aber uf keinen Fall bestimmen und beherrschen darf.

Mir hat mal jemand drei Grundregeln genannt, die, wenn es einem gelingt sie anzuwenden, eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zur Folge haben. Aber es ist nicht so einfach, sie kompromisslos durchzusetzen.:

 Hier nun die drei Regeln:
1)  Man muß lernen sich so zu lieben und zu akzeptieren, wieman ist. Wir können nicht von den Anderen erwarten, dass sie uns mögen, wenn wir uns selbst nicht mögen.
2)  Unsere Symptome und unsere Problematik wird erst dann für die Anderen zu einem Problem, wenn wir selbst es zu einem Problem machen. Je selbstverständlicher wir lernen mit unserem Gebrechen umzugehen, umso selbstverständlicher gehen auch die anderen damit um.
3)  Soweit es eben möglich ist darf man auf nichts verzichten wegen seines Gebrechens oder wegen seiner Behinderung. Mit anderen Worten, man darf nicht zulassen, dass man von ihnen beherrscht wird.  


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23.08.2007 22:02

Hier nun ein Gedicht, das ich geschrieben habe, um allen, die verzweifelt sind, Mut zu machen wieder zu lernen, das leben zu lieben!

 

 


Lernen möchte ich

 

Lernen möchte ich, dass die Sonne auch für mich noch scheint,
wieder lernen möchte ich, wie man lacht und vor Freude weint
Lernen möchte den Sommerwind zu genießen, der ganz zärtlich meine Haut berührt
Träumen darf ich, wenn mich die untergehende Sonne in eine andere Welt entführt
Lernen möchte ich, den Baum zu sehen, der sich für mich im Herbstwind wiegt
Lernen möchte ich das Zwitschern der Vögel zu hören, die mir sagen wollen:
Es ist schön, dass es Dich gibt
Lernen möchte ich, mich selbst zu besiegen,
um nicht blind zu sein für die Menschen, die mich trotzdem lieben
Lernen möchte ich auch diejenigen zu sehen,
die wirkliche Probleme haben und trotzdem mutig durch’s Leben gehen

 

Je mehr ich denke und überlege,
umso weniger geht es mir aus dem Sinn:
Auch ich darf mich freuen, dass ich lebe
Selbst wenn ich nicht so wie die anderen bin

 

Langsam und unsicheren Schrittes gehe ich in den Garten,
Wo ich gestern noch Leere und Hoffnungslosigkeit gespürt
Und ich bemerke, dass 1000schöne Dinge auf mich warten
Und dass ich selbst Teil des Lebens bin, das hier blüht
Ich spüre einen warmen Wind auf meiner Haut
ich sehe die Vöglein in der Luft, wie sie zwitschern vergnügt und laut
Ich bemerke das Knacken der Äste, die sich biegen im Wind
Ich höre einen alten Mann lachen, der sich freut wie ein kleines Kind
Eine Schwester bringt mir eine Decke und lächelt dabei
Kinder spielen im Garten Verstecken mit lautem Geschrei
Langsam spüre ich, wie ich wieder beginne, das Leben zu lieben
Und ich schwöre bei mir: Ich fange neu an, und lass die Vergangenheit hinter mir liegen
Und als ich ganz in Gedanken in die untergehende Sonne sehe
Wird mir auf einmal bewusst, wie sehr ich mich doch freue, dass ich lebe

 

Je mehr ich denke und überlege,
umso weniger geht es mir aus dem Sinn:
Auch ich darf mich freuen, dass ich lebe
Selbst wenn ich nicht so wie die anderen bin

 


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