Thema Sterbehilfe

Blog von Stefan1
In einem anderen Blog wird über das Thema Pflege gesprochen, der Tod wäre eine weitere Alternative, auch wenn ich gerade selbst merke, dass das gruselig klingt.
Nachdem ich gesehen habe wie alte und kranke Menschen z.T. sterben müssen, bin ich für die Sterbehilfe. Wäre nur blöd wenn man nach dem Tod tatsächlich noch eine göttliche Strafe erhält... !? Über Religion will ich nicht Streiten, Fakt ist keiner weiß was nach dem Leben / Tod kommt, wir haben gemeinsam, dass wir alle etwas GLAUBEN aber nicht wissen!!

Kommentare

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feminina 18.11.2017 um 20:10

niemand sollte heutzutage qualvoll sterben muessen . ich wäre dafür ,wenn der mensch eh bald sterben muss und nur schmerzen erleidet ,denn selbst tieren wird diese Qual erspart.
 

Michael110266 18.11.2017 um 20:21

feminina
Gute Einstellung ich bin der gleichen Meinung
 

Michael110266 18.11.2017 um 20:22

feminina
Gute Einstellung ich bin der gleichen Meinung
 

schongross 18.11.2017 um 21:55

das entscheide ich !!! selbst
 

Frangipani 18.11.2017 um 22:21

@Stefan1
Was hast du wo gesehen und bei welcher Gelegenheit (warst du Pfleger, Angehöriger etc.)?
Ist es wirklich so gruselig, wie man es sich manchmal erzählt, oder gibt es auch das friedliche Dahinscheiden, und wie ist das ungefähr verteilt (also Letzteres eher die Ausnahme)?

Es ist immer so schwierig, über Sterbehilfe zu reden, wenn man über das Sterben an sich nicht viel weiß...
Außer daß die Umstände, in denen es geschieht, meistens von Verdrängung der Tatsache bestimmt sind. Mit dem Thema will kaum einer zu tun haben, daher ist die Betreuung schlecht und die Umstände Katastrophe. Aber das ist keine Grundlage.

Sterbehilfe zu wollen, nur weil die Zustände in Einrichtungen unerträglich sind, ist doch nicht die richtige Schlußfolgerung. Da sollte man eher mal an den Zuständen was ändern!

Sterbehilfe sollte für die Menschen in Betracht kommen, die TROTZ bester Betreuung nur noch leiden.
Aber auch das ist ein sehr kontroverses Thema.
Ich glaube jedenfalls nicht, daß Gott es einem übelnimmt, wenn man sich für eine Abkürzung des Weges entscheidet...
 

feminina 18.11.2017 um 22:27

ich kenne zwei menschen,die kurz tot waren und beide beschreiben dieses erlebnis als das schönste und befreiendste ,was sie je erlebt haben und beide haben seitdem keine angst mehr vor den tod .
 

(Nutzer gelöscht) 18.11.2017 um 22:37

ich liebe das leben, freue mich jeden tag wenn ich aufwache..........ein neuer tag ist eine neue herausforderung, aber........

im fall des falles

entscheide ich, wann ich gehe..........
 

Frangipani 18.11.2017 um 22:42

@feminina
Das glaube ich dir sofort!
 

Restefest 19.11.2017 um 00:07

@Frangipani

Mit dem Tod ist es ein seltsames Ding nach meiner Erfahrung.
Mitunter haben zwei die gleiche Erkrankung, einen annähernd gleichen Verlauf und beide am Ende ein Leberversagen. Der eine starb ganz friedlich und schmerzfrei, war nur sehr müde in den letzten Tagen und schlief viel. Beim anderen traten innere Blutungen auf, langsame Sickerblutungen, sehr schmerzhaft und auch mit Morphinen nicht zu lindern, irgendwann brach an einer Stelle dann die Haut unter dem Druck des Blutes auf. Das war ein schlimmes Sterben.
Der, dessen Sterben schwer war, der hatte immer gedacht, dass er, wenn’s nimmer geht, selber nachhilft. Am Ende hat er seine Definition von „nimmer geht“ ganz woanders festgezurrt als zu Beginn der Erkrankung und sich mit vielen Einschränkungen arrangiert.

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung habe ich da, wo es sie gibt, als sehr hilfreich und sehr engagiert kennengelernt. Die haben sich wirklich reingehängt und organisiert, so dass die Zeit bis etwas offiziell von Krankenkasse und Sanitätshaus etc. ankam, gut überbrückt werden konnte.

Ich für mich fände es schön, wenn es eine legale Möglichkeit des selbstbestimmten Sterbens in Deutschland gäbe. Und Ärzte und Pflegepersonal sich auch straffrei in einem gewissen Rahmen einbringen könnten und dürften.
 

SwabianLady 19.11.2017 um 00:41

Ich arbeite ehrenamtlich als Hospizbegleiterin und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es tatsächlich himmelweite Unterschiede von Einrichtung zu Einrichtung( Pflege- und Altenheime und Krankenhäuser) gibt, wie das Personal mit den Patienten umgeht ( umgehen kann. - aus Zeit- und sonstigen organisatorischen Gründen )
Ich werde mir in jedem Fall in aller nächster Zukunft ein Heim suchen und mich auf die Warteliste setzen lassen, das ich aus eigener Anschauung kenne. Sterben und Tod ist nun mal ein Teil unsrer Existenz
 

Chilischote2017 19.11.2017 um 03:10

finde selbst das jeder mensch selbst ueber den fatalen kreislauf des lebens entscheiden sollte... und keiner sonst darueber das recht hat darueber zu diskutieren...
 

Krawitter 19.11.2017 um 11:50

Ein Aspekt kommt hier einfach zu kurz.
Unabhängig von Qualität der Einrichtungen( Pflege- und Altenheime und Krankenhäuser und wie das Personal mit den Patienten umgeht) leiden Menschen auch schon allein unter dem Wissen, in einigen Monaten sterben zu müssen.
Ob Schmerzen oder nicht spielt in diesem Fall keine Rolle. Allein dieses Wissen um das bevorstehende Ende kann sehr qualvoll sein.
Solange man noch bei klarem Verstand ist und diese Zeit aus eigenen Stücken „abkürzen“ möchte, sollte man den Wunsch nach Sterbehilfe der jeweiligen Person respektieren und diese nicht gegen ihren Willen medizinisch „durchziehen“ auf Teufel komm raus.
Es gibt Menschen, die nahezu ohne Besuch ( …. da direkte Angehörige fehlen) ihre Zeit bis zum bitteren Ende „abliegen“ müssen – ich finde dies furchtbar.
 

sophi51 19.11.2017 um 19:57

@ restefest, @krawitter,
auch ich liebe das Leben, wenn es dann aber "nimmer geht", wie restefest schreibt, wo auch immer die Grenze liegt, möchte ich im Vorfeld die richtigen Entscheidungen, auch den Freitod, festgemacht wissen, bevor es wirklich nicht mehr geht. Dazu würde ich es begrüßen, wenn ich auf legalen Weg von Fachkräften unterstützt werden könnte. Das gäbe mir eine gewisse Ruhe und Gelassenheit. Dazu müssten Gesetze geschaffen werden, die den verantwortungsvollen Umgang mit dem letzten Willen der Menschen regeln.
 

(Nutzer gelöscht) 19.11.2017 um 19:58

Ich denke, das sich gerade bei diesem Thema viel zu wenig um die Finanzierung gekümmert wird. Eine qualifizierte Sterbebegleitung ist nun mal nicht umsonst zu bekommen. Der Stellenwert von Palliativmedizin wird zwar von allen Entscheidungsträgern anerkannt, aber die Geldströme werden nicht entsprechend gelenkt. Skandalös finde ich etwa die Situation, dass ein sterbender Pflegeheimbewohner gegenwärtig aus rein rechtlichen Gründen nicht in ein Hospiz verlegt werden darf, da er im Heim schon eine "Vollversorgung" bekommt. Dabei sind die Heime, die palliative Begleitung im Bedarfsfall organisieren eine verschwindende Minderheit. Aber im Heim zahlt die Pflegekasse eben nur 1800 Euro, ein Hospizplatz kostet mind. 6500 Euro im Monat. Den Fall habe ich selbst miterlebt. Einfach deprimierend sowas.
 

(Nutzer gelöscht) 19.11.2017 um 20:32

@lento

"Dabei sind die Heime, die palliative Begleitung im Bedarfsfall organisieren....."

hallo,

kannst du uns über solche heime infos geben bitte, gerne auch per pm.......
 

(Nutzer gelöscht) 19.11.2017 um 20:48

@Sajdoh

http://wohnanlage-sophienhof.de/pflegen/schwerstkranke/sapv.html

https://www.kwa.de/standorte/andere-bundeslaender/bad-nauheim/pflege/palliative-pflege

Letzteres hatte ich mal vor drei, vier Jahren besichtigt, machte mir einen guten Eindruck. Dort leben eine Reihe von Ärzten im Ruhestand als Bewohner, die achten schon darauf, dass sie selbst im Ernstfall gut versorgt sind.
 

(Nutzer gelöscht) 19.11.2017 um 21:04

merci dir.........@lento
 

Frangipani 20.11.2017 um 00:55

Boah @Lento, sehr großen Dank an dich für diese Infos!
Daß man von Pflegeheimen nicht ins Hospiz verlegt werden kann ist eine Mega-wichtige Info.
Ein Grund mehr, Pflegeheime zu meiden oder eben SEHR gut unter die Lupe zu nehmen!
 

Frangipani 20.11.2017 um 00:58

@Restefest
Danke dir!
Kanntest du diese zwei persönlich?
 

Restefest 20.11.2017 um 06:50

ja, Frangipani

Und um auf Krawitter einzugehen:
beide Männer wussten um die Aussichtslosigkeit

der eine, der ohne Schmerzen starb, der war bis zuletzt voller Hoffnung, es könne noch ein Wunder geschehen

Der andere hatte sein Sterben als gegeben angenommen und seinen Haushalt in Teilen bereits selbst aufgelöst und seine Beerdigung mit dem Bestatter durchgeplant. Das Leben aber, das ihm noch blieb bis zum Sterben, das hat er gelebt, voller Intensität, wie auf einer Perlenschnur reihte er all die Dinge, die er hatte längst tun wollen, aneinander.
 

Krawitter 20.11.2017 um 08:52

@restefest
Was sagt uns das: Die Menschen sind verschieden, man kann nichts hundertprozentig voraussagen, wie sich etwas entwickelt bzw. an was für einen noch so dünnen Ast der Hoffnung sich jemand zu klammern vermag und dabei für sich vielleicht einen neuen Weg entdeckt.

Ich bleibe jedoch dabei: In meinen Augen müsste in einer aussichtslosen Lage jeder für sich selbst entscheiden können, ob er etwas „schneller hinter sich bringen“ möchte bzw. ob das Leben für ihn an diesem Punkt noch lebenswert erscheint.
Egal, ob er vielleicht, eventuell oder sonst wie noch etwas Schönes (….. auch auf Zureden von anderen) hätte erleben können.
Ich wehre mich einfach dagegen, dass andere über mich bestimmen, wann mein Zeitpunkt gekommen sein soll!!!
Die ganze Diskussion ist sowieso rein hypothetisch, da es in Deutschland keine derartige Sterbehilfe gibt.
Um nicht missverstanden zu werden: Ich finde Palliativmedizin wichtig, habe die Arbeit aus nächster Nähe auf einer Palliativstation eine Zeit lang rund um die Uhr miterleben können und ziehe deshalb meinen Hut vor diesen Menschen.

Aber die Vorstellung, vielleicht ohne einen einem wirklich nahestehenden Menschen in einem Krankenbett auf sein Ende warten zu müssen ist nicht das, was ich mir wünsche.
 

aletheia 20.11.2017 um 11:05

Mir geht es ähnlich wie Krawitter. Palliativmedizin ist wichtig, zweifellos. Allerdings ist meine größte angst nicht die vor Schmerzen, sondern vor Einsamkeit. Ich hab derzeit viel mit alten Menschen zu tun, die noch gesund und fit genug sind, ihre bude selbst zu verlassen. Was ich da an geschichten höre und teilweise miterlebe, ist erschreckend. Wenn es Kinder gibt, kümmern Sie sich zwar oft, aber eben aus der Ferne. Das Modell, dass Eltern und Kinder am gleichen Ort leben und man unkompliziert nacheinander schauen kann, ist offensichtlich am aussterben und auch in meiner Familie nicht gegeben. Meist sind viele Kilometer zwischen den wohnorten, wenn nicht gar landes- oder kontinentalgrenzen. Auch kenne ich hochbetagte, die ihre Kinder bereits überlebt haben. Verschiebungen in der familienplanung bringen es mit sich, dass heute viele ihre Kinder erst mit ca 40 Jahren bekommen und dann, wenn die Kinder noch immer betreuung brauchen, gleichzeitig auch die Eltern hinfällig werden. An Pflege ist da nicht zu denken, aber auch regelmäßige besuche in der anderen Stadt sind schwierig.
Mein persönliches kommunikationsbedürfnis ist seit kindesbeinen so groß, dass mir auch besuchsdienste nicht wirklich helfen würden. Und die Vorstellung, durch den sukzessiven Verlust von Sinnesfähigkeiten von Informations- und kommunikationsquellen abgeschnitten zu sein, ist extrem belastend. Das habe ich bei meiner Großmutter erlebt. Lesen wurde anstrengend wegen der Augen, hören wurde mühsam und erforderte höchste konzentration - inhaltliche Auseinandersetzung war da nur noch sehr eingeschränkt möglich.... Das kann ich mir für mich nicht vorstellen. Allerdings weiß ich um die Anpassungsfähigkeit der menschlichen Psyche - vielleicht ist dann alles gar nicht so schlimm? Meine Oma jedoch wollte auch ohne Schmerzen jeden tag sterben. Sie hatte wirklich alle aus ihrer Generation um längen überlebt, hätte allerdings ihrem Leben aus religiösen gründen niemals ein Ende gesetzt. Ich hätte dann jedoch schon gerne die möglichkeit, meine letzte Reise selbstbestimmt und ohne Umweg über die schweiz antreten zu dürfen - ob ich sie nutzen würde, weiß ich jetzt nicht.
 

schongross 20.11.2017 um 11:47

@alehteia
ich - mit inkompletter Querschnittlähmung - kümmer' mich seit m halben Jahr um meine Mutter - mit Rente - Auto - ja - aber streng genommen kann ich mir das Auto mit der ! Rente nicht leisten.
Sie hat Zucker - ist schon mehrfach bewusstlos umgefallen. Beim letzten Mal im Februar nach 1,5 Tag gefunden worden. Die Feuerwehr musste die Wohnung aufbrechen.
Ich habe einen " gesunden " Bruder, welcher nicht mal den kleinen Fingernägel krumm macht. Ein " gutes " Verhältnis mit meiner Mutter habe ich nicht ! Was soll ich denn machen ? Ins Heim will sie nicht - Verhungern/verdursten lassen kannst sie auch nicht - Bock hab ich keinen mehr - Bremen - Hamburg - aber es ist ja die Mutter skeptisches Smiley
 

Restefest 20.11.2017 um 12:02

nochmals ganz klar: Ich habe nirgends geschrieben, dass ich nicht für die Möglichkeit eines selbstbestimmten Sterbens bin.

Mir geht es hier aktuell um zwei Dinge.
Zum einen, dass all das, was man persönlich glaubt, im Fall X tun zu wollen, möglicherweise dann keine Gültigkeit mehr hat. Weil man selbst Dinge anders bewertet, andere Prioritäten setzt. Oder anders ausgedrückt: es gibt Situationen und Konstellationen, da kennt man sich mitunter selber nimmer.

Und es geht mir darum, dass kein Tod wie der andere ist und Sterben nicht zwangläufig langes Liegen auf einem Krankenlager bedeuten muss. Manch einer ist tatsächlich fast bis an den Tod hin unterwegs, so dass man kaum glauben kann, wenn so jemand sagt, er werde voraussichtlich das Monatsende nicht mehr erleben.
Das Sterben und Siechen miteinander (und auch noch über einen längeren Zeitraum) verbunden sind, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass der Tod so ausgeklammert wird in der modernen Zeit.
 

aletheia 20.11.2017 um 12:12

@restefest: ich hatte dich schon verstanden und sehe das wie du. Aus heutiger perespektive sieht vieles anders aus als früher und auch sicherlich als in Zukunft. Für mich ist halt schon lange vorm "Siechen" Schluss (aus heutigem empfinden heraus), nämlich dann, wenn ich meinen Kontakten nicht mehr nachgehen kann oder keine neue Kontakte finden kann, mich nicht mehr geistig beschäftigen kann, keinen input von außen mehr holen oder kriegen kann.... DAVOR graut mir sehr!
 

MartinDorner 20.11.2017 um 12:15

Gauben heisst nicht wissen, ich bin an sich eher gegen Sterbehife, denn da Leben ist kostbar. Na ja das muss jeder selber entscheiden. aber irgend jemand der schon geistig nicht mehr so auf der höhe ist kann auch nicht wissen was das Leben noch bringt, also in Österreich gibt es eh unterstützung
vom Staat, in Deutschland auch, je nach grad der Beeinträchtigungen, also so fertig bin ich noch nicht, dass ich über meinen Tod nachdenke, was der Tod verbirgt kann keiner wissen ist noch niemand zurückgekommen, den man fragen könnte, also ist der Tod, das engültige aus.
Der Tod kommt eh zu jedem irgend wann, man muss es nicht auch noch beschleunigen.
 

Frangipani 20.11.2017 um 12:51

@MartinDorner
Wenn du z.B. Schmerzpatient bist, und das geht über Tage, Wochen, Jahre.. möchtest du vielleicht doch Schluß machen irgendwann. Es kommt immer auf die Umstände an. Ich weiß von einer Person, die drei Jahre lang sich gequält hat. Man sagte über sie: "Leben kann sie nicht, und sterben auch nicht". Solch eine Situation möchte niemand haben.

@Aletheia
Ich assistiere momentan einem Rollifahrer, der durch eine rheumatische Erkrankung seine Beine nicht nutzen kann, von den Händen nur zwei Finger, und noch dazu ist er blind. Er konnte früher laufen, seine Hände benutzen und sehen.
Dennoch ist er mit der lustigste Mensch, den ich kenne. Er hat seine Einschränkungen akzeptiert und lebt sein Leben offensichtlich intensiver und weit mehr auf das Jetzt bezogen, als so mancher 'gesunder' Mensch.
Das mit der Anpassungsfähigkeit ist real. Mach dir da nicht so viele Sorgen. Außerdem glaube ich, daß man, wenn man in jungen Jahren nicht versäumt, was zu erleben, der Bedarf im Alter nicht mehr so riesig ist. Besser, man kümmert sich beizeiten darum, zu tun, was einem wichtig ist.
 

harmony 20.11.2017 um 14:53

Mein Vater hatte Krebs im Endstadium und er ist friedlich zu Hause eingeschlafen. Er hatte wohl nicht damit gerechnet das er sterben mußte, denn er wollte eine Tasse Kaffee trinken.

Als meine Mutter in das Schlafzimmer kam sah sie, dass mein Vater fror und das Herz schlug sehr schnell.
Er schaute an die Decke und sagte es sei sehr hell. Ein Freundin welche zu Besuch war und schon sehr viel Sterbehilfe geleistet hat, gab meiner Mutter leise Anweisungungen was sie tun sollte.
Und so starb mein Vater im Arm meiner Mutter.
Als der Arzt den Totenschein ausstellte war ich dabei und sah wie entspannt mein Vater wirkte.

Mein Wunsch wäre es, daß ich genau so friedlich einschlafen könnte wie mein Vater. Umgeben von vertrauten Menschen.
 

aletheia 20.11.2017 um 16:33

@schongroß: Tja, so scheint es häufig zu sein. Eines der Kinder kümmert sich, die anderen nicht. Das ist wirklich ein schwieriges Thema....

@frangipani: ich kenne auch Menschen mit schlimmsten Einschränkungen, die bewundernswert gut damit umgehen. Deshalb weiß ich auch, dass sich der Mensch an neue Situationen gut anpassen kann. Ich kenne aber auch solche, die sich unglaublich schwer damit tun, immer weniger zu schaffen, zu einem langsameren Tempo gezwungen zu sein. Meine Tante ist so. Mit über 80 macht sie zwar noch interkontinental-reisen, singt im Chor, hat ein theater- und ein opern-Abo, kümmert sich um Hinz und kunz, engagiert sich politisch... aber wann immer man sie spricht, klagt sie, dass sie alles nicht mehr schafft, dass sie so viele Projekte und Ideen hat und diese nicht mehr wird umsetzen können.... Und sie ist kerngesund, braucht keine Medikamente und fährt manchem jüngeren mit dem fahrrad davon. Ich fürchte, ich bin auch so gestrickt. Ich mache auch jetzt zu viel, kann aber nix aufgeben, weil es mir um alles leid täte. Und wenn ich was interessantes finde, kann ich es schwer nur ertragen, das nicht auch noch mitmachen zu können. Und wenn das alles mal nicht mehr geht... Keine ahnung, wie ich damit umgehen werde. Bis jetzt ist es so, dass ich es kaum ne halbe Woche im Bett aushalte, wenn ich krank bin. Allerdings ging es da bisher immer um die üblichen lapidaren wehwehchen, nix schlimmes oder bedrohliches.... Und selbst da hänge ich den ganzen tag am Telefon oder lese oder schreibe! Das kleiner-werden der erlebbaren welt, das fürchte ich - allerdings erst so richtig, seitdem ich mit Senioren zu tun habe, die mir das eben von sich auch genauso schildern....
 

harmony 20.11.2017 um 22:45

In meinem Kommentar um 14. 53 habe ich mich falsch ausgedrückt. Es geht hier nicht um eine Sterbehilfe durch Medikamente, sondern um eine Sterbebegleitung.


@karo

Du hast Recht. Leider ist nicht jedem ein friedliches einschlafen gegönnt. Ich finde ein Arzt sollte zumindest eine indirekte Sterbehilfe leisten düfen, wenn Bedarf ist.
 

Klavierspielerin 21.11.2017 um 12:46

 

Frangipani 21.11.2017 um 22:42

Welch Ironie des Lebens so ein Titel, und Roger Cicero ist nur 45 geworden...

@harmony
Tja, die indirekte Sterbehilfe ist eine Sache, nur was machen die, die das nicht in Anspruch nehmen können, weil sie gar nicht dazu in der Lage sind?
Selbst wenn mal mehr erlaubt sein wird als jetzt, es wird doch nie für alle das gleiche Recht geben.
 

Klavierspielerin 22.11.2017 um 09:30

Das ist garnicht ironisch gemeint, sondern soll ausdrücken, dass man das HEUTE in der Hand hat, statt sich Ängsten vor der ungewissen Zukunft hin zu geben.
 

harmony 22.11.2017 um 22:03

@frangi

Abgesehen von der indirekten Sterbehilfe........im Moment wird es leider kein gleiches Recht für alle geben, aber ich glaube fest daran das diese Zeit kommen wird. fröhliches Smiley
 

Frangipani 24.11.2017 um 20:07

Ja, vielleicht, harmony. Und danke nochmal für die sehr persönliche Schilderung oben.

@Klavierspielerin
Ich weiß, daß es nicht von ihm oder dir ironisch gemeint war; deshalb sagte ich ja "Ironie DES LEBENS", daß er so früh gestorben ist. Besonders, wenn man einen solchen Titel mal gesungen hat.
Nun ja, Worte haben eben Kraft; sollte man nie unterschätzen...
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