Psychater und Psychologen sind überflüssig?

Blog von Thohom
Ich hab heute diesen aktuellen Artikel gefunden. Vielleicht findet Ihr ja Zeit ihn zu lesen und kommentiert bitte, ob ihr der Meinung seid, dass man sowas "in der Familie" am Küchentisch klären könnte.

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/borderline-portrait-ich-bin-ein-mensch-auch-mit-narben-a-1150132.html

Kommentare

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Restefest 06.11.2017 um 00:01

Ich denke, ich weiß, wie Du auf die Idee zu diesem Blog gekommen bist zwinkerndes Smiley

Nein, ich glaube nicht daran, dass sich psychische Erkrankungen so einfach durch eine liebevoll stützende Umgebung, das entsprechende soziale Umfeld (auf-)lösen lassen.

Ganz persönlich frage ich mich immer, wieso ein derartiger Unterschied zwischen körperlichen und psychischen Erkrankungen gemacht wird.
Erstere führen die meisten Menschen ganz selbstverständlich nach einer gewissen (Leidens-) Zeit zum Arzt in der Hoffnung, dass dieser etwas zur Verbesserung oder gar Heilung beitragen kann.
Psychische Erkrankungen aber scheinen für manche etwas zu sein, was man mit Willen oder Hilfe der nahen Umgebung mal eben so wieder weg kriegen kann – wenn das so wäre, dann würde es ja irgendwie keinen Sinn machen, das als offizielle Krankheiten in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufzunehmen.
Und auch entsprechende Kliniken wären eine Geldverschwendung sondergleichen, denn warum sollte man etwas teuer behandeln, was mit etwas Willenskraft und Küchentisch- Gesprächen genauso effektiv „weg zu bekommen“ wäre?

Psychische Erkrankungen finden ja zu einem großen Teil im eigenen Denken und Fühlen statt. Wenn da ein Fehler im Gedanken (Gefühls / Wahrnehmungs)-System erstmal drinne ist, findet man vor lauter Denken oft keinen Ansatz mehr aus dem Gedanken (Gefühls)-Karussell heraus. Das ist wie Einbahnstraßen ohne jedwede Abbiegemöglichkeiten, die sich mitunter weiter und weiter von der Wirklichkeit entfernen ohne dass es einem Betroffenen bewusst wäre. Und selbst denen, denen es in manchen Momenten bewusst ist, denen gelingt oft ein Abbremsen oder gar ein Aussteigen nicht – von außen finde ich die Eingriffsmöglichkeiten, die Hilfen nur sehr begrenzt machbar. Zumal die Betroffenen diese oft auch gar nicht annehmen können.

Aber das sind meine persönlichen Erfahrungen, die sicher nicht jeder so teilen kann.
 

Thohom 06.11.2017 um 00:17

Ja Restefest, in der Tat kam ich durch diese in einem anderen Blog geäusserte Unwissenheit darauf diesen Link hier zu posten. Ist aktuell auf SPON zu finden.
Dieses Beispiel ist hardcore und hat mich erschreckt, denn sowas kannte ich vorher auch nicht. Ich wünsche der jungen Frau, dass sie irgendwann einmal in der Lage sein wird aus dem geschlossenen Bereich wieder raus zu kommen und ein Leben mit für sie angenehmen Inhalt zu führen, also ohne die erwähnte Leere.
 

El77 06.11.2017 um 09:23

Juhuuuuu endlich kenn ich die Lösung. Dann kann ich ja den Termin bei meiner Psychotherapeutin absagen. Ich hab wohl einfach nur den falschen Küchentisch. Ich Kauf mir nachher gleich nen neuen.

Spaß beiseite: ich hab den Blog der hierzu geführt hat gelesen. Wer glaubt, psychologische und psychiatrische Behandlung wäre überflüssig, hat einfach keine Ahnung.
Auch bei körperlichen Erkrankungen und Behinderungen sind Psychologen oft hilfreich. Fast jede Krankheit stellt doch auch eine mehr oder weniger starke psychische Belastung dar.
 

Klavierspielerin 06.11.2017 um 09:38

...kommt drauf an, welcher Psychologe. In welche Richtung der orientiert ist.(mal nebenbei: ich war mal bei einem etwas kurz geratenen Psychologen, der auch noch einen 911er fuhr- der hat die Klischees des kleinen Mannes bedient und den konnte ich einfach nicht für voll nehmen) Ich würde mich nicht ohne genauere Prüfung des Psychodocs, öffnen wollen.
 

Alien93 06.11.2017 um 10:13

Nein, sind definitiv nicht überflüssig. Ein unterstützendes und verständnisvolles Umfeld kann helfen, aber ist eben nur die halbe Miete, wenn überhaupt. Ich habe keinen familiären Rückhalt (da die meisten in meiner Familie psychische Erkrankungen als "nicht existent" abtun), da bleibt mir also nur noch professionelle Hilfe. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit dazu habe, mir Hilfe zu suchen und zwar in dem Umfang, wie es jemand mit körperlichem Leiden auch tun kann. Zudem können sich auch psychische Erkrankungen körperlich bemerkbar machen.
 

teddyfeeling 06.11.2017 um 10:20

Hhmmn... Wie wäre es mit einer Kombi aus Psychologen/Psychiatern und dem Familienküchentisch? Letzteres quasi als unterstützende Maßnahme. Soll ja ungemein helfen wenn man in der Familie positive Erfahrungen macht während einer Therapie. So wie das aussieht, benötigt man beides. =)
 

Thohom 06.11.2017 um 10:41

Ich erinnere mich an die Zeit in der ich in einer psychosomatischen Klinik war. Wir waren da alle nicht die ganz harten Fälle und unterhielten uns im Aufenthaltsraum.
Irgendwie waren wir alle gefangen in unseren Gedanken, wir drehten also am Rad. Nebenan war ein Krankenhaus mit einer grossen Chirurgie. Irgendwann kamen wir zu dem Schluss, dass es doch schön wäre, wenn man uns in den OP schiebt, an der richtigen Stelle aufschneidet, die losen Schrauben nachzieht und fertig. Nach 6 Wochen ist die Narbe verheilt und man ist wie neu.
Tja, so ging es leider nicht. Es war harte Arbeit unsere eigenen Schutzwälle zu durchbrechen, um uns aus unserem Teufelskreis herauszuholen.
Ich hatte die Hoffnung, dass mir da die "Welt" erklärt wird, um mit mir dann besser zurecht zu kommen...ja nee, war nicht so.
Mein Eindruck war, dass ich da auf kleiner Flamme gekocht wurde und die Psychologen warfen immer wieder Holz ins Feuer, dass man schön weiter denken musste. Die Psychater sorgten mit Medis dafür, dass man aus seinem Gedankenkreis heraus kam, um z.B. einfach mal wieder einen Nacht durch zu schlafen. Mit der Zeit erholte ich mich und ich konnte meine Gedanken besser sortieren.
Die Pschologen gaben mir ihre Diagnose, so konnte ich dann selber mal mein Ziel dieser Therapie definieren. Was brauche ich, um mein Ziel zu erreichen. Tagelang war ich am Nachdenken und kam dann auf meine Lösung. Stolz wie Bolle, telefonierte ich dann mit ein paar Leuten, um ihnen von "meiner" Entdeckung zu berichten.
Ich stellte fest, dass meine grosse Entdeckung für die ganz normal war. Ich hatte also einfach nur eine normale Sache wiederentdeckt, die ich vorher jahrelang nicht mehr erlebt hatte.
Ich versuche das jetzt umzusetzen. Es klappt nicht immer, aber immer öfter.
Die Oberärztin war einfach toll, finde ich. Ich hatte immer das Gefühl vor der stehe ich völlig nackt. Die schaut in die Augen und stellt fest, dass man einen eingewachsenen Fussnagel hat. zwinkerndes Smiley

Ich bin froh, dass ich gute Psychologen gefunden habe, als ich Hilfe brauchte.
 

Thohom 06.11.2017 um 10:44

@ Teddy
Irgendwann kam auch die Familie in Spiel. Wenn man wieder fit genug war, denn oft war die Famile das Problem.
Nach den moderierten Gesprächen mit der Familie kam es oft zu Trennungen, weil die Situation aufgedröselt wurde und dann Manches nicht mehr ertragen werden konnte.
 

El77 06.11.2017 um 11:21

Beides kombiniert, eine Therapie bei Psychologen/Psychiatern und dazu die Unterstützung von Familie und Freunden wäre natürlich der Idealfall.
Alien93 ist leider kein Einzelfall. Es fehlt vielen Menschen, die Akzeptanz und das Verständnis für psychische Erkrankungen. Entweder wird geleugnet, dass es sowas gibt, oder der Kranke wird als verrückt abgestempelt. Auch innerhalb der Familie. Und gerade solche Leute behaupten, man könne alles innerhalb der Familie regeln, ein ganzer medizinischer Zweig sei überflüssig.
 

Thohom 06.11.2017 um 11:37

@El77
Kann es sein, dass gerade diese "Verleugner" Angst vor der Konfrontation mit Psychologen haben?
Ich hab Leute gesehen, die nach diesen Paargesprächen fix und fertig waren...und waren nicht, die aus der Klinik.
 

El77 06.11.2017 um 22:00

Das kann ich mir gut vorstellen. Da steckt wohl auch viel Angst dahinter, was in der eigenen Psyche so vor sich geht...
Bei einigen dieser Leugner ist es aber schlichte Ignoranz.
Wie schön war es doch im 17. Jahrhundert. Als man noch "wusste", dass Körper und Seele noch voneinander getrennt waren. Damals hatten diese Leute wenigstens noch Recht.
 

Thohom 07.11.2017 um 11:14

Vor 15-20 Jahren hätte ich auch nie gedacht, dass ich mal so einen "Psychokram" gut finden würde.
Als mir mein Leben auf die Füsse gefallen war, dachte ich nur: Warum bist Du da nicht früher mal hingegangen. Vieles wäre vermutlich einfacher gewesen.
Ich habe einfach dazugelernt.
 

El77 07.11.2017 um 13:01

@Thohom
Ich hätte das früher auch nie gedacht.
Erst war es nicht leicht, mir selbst einzugestehen, dass da was mit mir nicht stimmt.
Dann war es schwer zu erkennen, dass ich allein damit nicht klar komme.
Nochmal viel schwerer war es dann den erste Schritt zu gehen und eine psychologische Behandlung zu beginnen.
Rückblickend frag ich mich, warum ich es mir so schwer gemacht habe...
 

Callimaus 07.11.2017 um 14:15

Es freut mich echt, das mal Psychiater und Psychologen nicht als überflüssige Küchentisch Heinis gehalten werden. Aber genauso schlimm finde ich es, das nach so vielen Jahrzehnten es immer noch Menschen gibt, die Psychische Erkrankungen für Mumpitz halten. Traurig.
G.s.d. hat sich da auch viel geändert, was vor 40 Jahren und mehr noch undenkbar war.
Leider ist es wirklich so, Termin zu bekommen, ist schwierig.
Welches Auto ein Psychologe fährt, oder gar ein Psychiater, naja, danach sein Wissen zu beurteilen
 

Callimaus 07.11.2017 um 14:23

Macht man das beim Hausarzt, oder Chirurg auch ??
Der Psychologe der mit dem Rad kommt ist gut ??
Scherz
Patient und Psychologe sollten schon harmonieren. Sonst kann es schwierig werden.
Der Psychiater ist für die Medis da, sollte auch immer ansprechbar sein.
Es gibt genug Menschen, die es alleine nicht schaffen und leiden.
 

Thohom 07.11.2017 um 14:34

Psychologen nach dem Auto beurteilen? Ich hab eine Bekannte, die fährt nen ollen Focus. Ist das gut oder schlecht?
Ich hab in der Stuttgarter Ecke versucht ambulante Therapie zu bekommen, keine Chance...es war kurz nach dem Winnenden Massaker.
 

Klavierspielerin 07.11.2017 um 14:37

@calli: ich lege schon Wert darauf, dass ich weiß wie mein Hausarzt, oder Facharzt "unterwegs" ist. Wie schon mal erwähnt, Volon40 wäre mir bei meinem jetzigen Arzt nicht in die Pobacke gekommen.
 

Klavierspielerin 07.11.2017 um 14:58

Kenne mich mit Autos nicht aus, allerdings sagt man kleinen Männern mit Porsche einen Minderwertigkeitskomplex nach (da kann ich doch nix dafür). Da geh ich eben zum Radler, oder eben einem, der mir einen "aufgeräumten" Eindruck macht.
 

Klavierspielerin 07.11.2017 um 15:01

...zu Psychiater kann ich nix sagen.
 

Thohom 07.11.2017 um 15:01

Ein "Draht" zueinander ist da sowieso sehr wichtig.
 

Callimaus 07.11.2017 um 17:20

Julia, wenn du denn müsstest
Die Auswahl ist eh wenig, dann muss es menschlich noch passen, völlig unabhängig von Autos etc.
In den meisten Fällen bekommt der Patient das Auto eher selten zu sehen. Zufall oder legt sich auf die Lauer. ??Zeitverlust, wenn man wirklich Hilfe sucht.
 

Klavierspielerin 07.11.2017 um 17:52

@Marion: ER hatte ein Problem mit mir- immer wenn er zu mir hoch sah- weil ich gute 20cm grösser bin. Dann hatte ich ein Problem.... wie du schon sagtest, es muss halt menschlich passen und der kleine Psychologe sollte kein Problem bzgl. seine Größe mit in die MEINE Therapie tragen.
 

Thohom 07.11.2017 um 17:54

@Calli
Wenn Du "F5", "aktualisieren" oder "refresh" drückst direkt nach Deinem Beitrag, wird er nochmal gepostet. Einfach nach dem Posten erstmal woanders hin und dann erst wieder schauen, ob einer darauf geantwortet hat. zwinkerndes Smiley
 

Thohom 07.11.2017 um 17:56

Dabei bist Du doch garnicht besonders gross, Julia.

Wenn Du mal in die passende Ecke umziehen solltest, dann gebe ich Dir die Telefonnummer meiner Bekannten. Die würde Dich von oben herab behandeln. grinsendes Smiley Sie ist 1,92 gross.
 

Klavierspielerin 07.11.2017 um 18:01

....er dafür besonders klein.
 

Thohom 08.11.2017 um 12:28

Was mir gerade auffällt....über all im Tv gibts jetzt Sendungen die sich mit Depressionen bzw. psychischen Krankheiten/Störungen beschäftigen.
Liegt das am "dunklen" November?
 

Klavierspielerin 08.11.2017 um 12:53

Ja, in der dunklen Jahreszeit kann es zu Vitamin D3- Mangel kommen, dann sinkt die Laune, aber der Mangel kann auch noch andere Auswirkungen haben. Wer sich einlesen will (Dr. Schweikart scheint kein Pharma- Sklave zu sein, will also nicht bestimmte Mittelchen verkaufen):
Www.Vitamind.net
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