Hochfunktionale Depression
18.09.2025 08:21
Hochfunktionale Depression
18.09.2025 08:21
Hochfunktionale Depression
Als ich das erste Mal diesen Begriff las, dachte ich: Mal wieder eine neue "Erfindung".
Nachdem ich darüber einen Bericht im Spiegel darüber gelesen hatte, fand ich Schnittmengen bei mir. Depris sind ja nie passgenau, sondern jeder bringt da noch seinen eigenen Input mit rein.
Kanntet Ihr diese Diagnose? Findet sich da jemand wieder?
https://www.wicker.de/magazin/hochfunktionale-depression/
Nachdem ich darüber einen Bericht im Spiegel darüber gelesen hatte, fand ich Schnittmengen bei mir. Depris sind ja nie passgenau, sondern jeder bringt da noch seinen eigenen Input mit rein.
Kanntet Ihr diese Diagnose? Findet sich da jemand wieder?
https://www.wicker.de/magazin/hochfunktionale-depression/
Kommentare
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Musikgirl95 18.09.2025 09:59
Perfect, besser hätte ich es nicht beschreiben können wie es in mir aussieht.
vrono 18.09.2025 10:04
…und jetzt die Frage - was, wenn man alle diese Komponenten erfüllt, und dann aber ein schier nicht zu bändigenden Energievorrat hat?
Meine letzte Lebensphase kann ich da komplett reingeben..
Und weiter - ist das dann etwas, das von Innen kommt oder kann das auch passieren, wenn der Druck von Außen kommt. Also alle Symptome vorliegen aber äußeren Gründen verschuldet sind.
Ist es auch eine Depression, wenn man das innerlich reflektieren kann und selbst steuern kann?
Meine letzte Lebensphase kann ich da komplett reingeben..
Und weiter - ist das dann etwas, das von Innen kommt oder kann das auch passieren, wenn der Druck von Außen kommt. Also alle Symptome vorliegen aber äußeren Gründen verschuldet sind.
Ist es auch eine Depression, wenn man das innerlich reflektieren kann und selbst steuern kann?
rollihexle 18.09.2025 10:12
Einiges auch, nur trifft das leider auch auf so manch weiteres zu, so Baustellen können von div. kommen und sich weiterentwickeln.
Weitblick 18.09.2025 10:35
Warum muss ich funktionieren?
Vielleicht ist es ja nur meine Vorstellung über mein Leben und hat wenig mit den Erwartungen anderer zu tun.
Wenn ich funktioniere, muss ich mich nicht selbst spüren.
Vielleicht ist es ja nur meine Vorstellung über mein Leben und hat wenig mit den Erwartungen anderer zu tun.
Wenn ich funktioniere, muss ich mich nicht selbst spüren.
Thohom 18.09.2025 10:40
Unterscheidet bitte Depressionen, wegen denen man immer oder immer wieder mal im Loch sitzt und den Depressionen, wie hier beschrieben. Man lebt da jahrelang hinter einer Fassade und funktioniert in Beruf und Familie. Oft kann man es nicht durchhalten und dann kommt hinter der Fassade das Häuflein Elend zum Vorschein.
Thohom 18.09.2025 11:05
Ja und irgendwann macht sich das bei den Leuten bemerkbar. Wenig Schlaf macht dünnhäutig, es gibt Ärger im Beruf und weil man dann darüber grübelt, schläft man noch weniger.
Ein anderes Problem ist diese dauernde Schauspielerei, wenn man das z.B. mal 40 Jahre gemacht hat und dann nach einem Zusammenbruch seine Depression zur Kenntnis nehmen muss und nun versucht herauszufinden, wer man denn wirklich ist im Rahmen der Therapie.
Schwierig, wenn nicht unmöglich, finde ich.
Ein anderes Problem ist diese dauernde Schauspielerei, wenn man das z.B. mal 40 Jahre gemacht hat und dann nach einem Zusammenbruch seine Depression zur Kenntnis nehmen muss und nun versucht herauszufinden, wer man denn wirklich ist im Rahmen der Therapie.
Schwierig, wenn nicht unmöglich, finde ich.
nordlicht1957 18.09.2025 11:17
„Meine Depression war eine gesunde Reaktion auf ein krankes System"
(Nora Tschirner, Schauspielerin)
Depressionen haben die unterschiedlichsten Fassaden.
Ein komisches Geschmäckle ergeibt sich, wenn man dem Link oben zur Wicker-Klinik folgt. Da scheint die hochfunktionale Depression als Zielgruppen-Definition für einen Großteil der Gesellschaft zu passen: "Hey, wir nehmen euch alle!" ...
Allerdings: "Glück ist keine Kassenleistung."
(Nora Tschirner, Schauspielerin)
Depressionen haben die unterschiedlichsten Fassaden.
Ein komisches Geschmäckle ergeibt sich, wenn man dem Link oben zur Wicker-Klinik folgt. Da scheint die hochfunktionale Depression als Zielgruppen-Definition für einen Großteil der Gesellschaft zu passen: "Hey, wir nehmen euch alle!" ...
Allerdings: "Glück ist keine Kassenleistung."
Thohom 18.09.2025 11:30
Lies den Artikel im Spiegel, der kostet aber.
Der Link hier ist keine Werbung für eine Klinik, sondern soll ein Versuch sein den Begriff zu erklären.
Der Link hier ist keine Werbung für eine Klinik, sondern soll ein Versuch sein den Begriff zu erklären.
(Nutzer gelöscht) 18.09.2025 11:35
Ich denke auch, dass uns das System zum großen Teil auch kaputt macht. Oder wir haben eine größere Sensibilität?
nordlicht1957 18.09.2025 11:53
@thohom 11:30 h
Welchen Spiegel-Artikel meinst du?
@thohom 11:36 h
Lass uns doch etwas mäandern
...
denn das Stichwort Sensibilität gibt schon einen Aspekt in die Runde.
Welchen Spiegel-Artikel meinst du?
@thohom 11:36 h
Lass uns doch etwas mäandern
... denn das Stichwort Sensibilität gibt schon einen Aspekt in die Runde.
vrono 18.09.2025 11:54
Drei Stunden heute wieder mit Ämtern telefoniert.. weitere folgen. 1,5 Jahre - Ruhestand ohne Erholung.
Hochfunktionaler Burnout beim Hilfesuchen (müssen). Ich will Urlaub. Und nicht immer hören, da müsste Ihnen jemand helfen, haben Sie denn keinen… Mensch - wenn ich jemanden hätte, würde ich euch ja nicht brauchen…
Die ganzen Ämter erinnern an einen Bekannten Fanta4 Hit.
Funktionale Depression gibt es dann nicht nur als Arbeitnehmer, Angestellter, Selbsständiger, Beamter, Familienmanager/in (ich kenn die Bezeichnung für Mutter und Ehefrau / bzw. das männliche Pendant nicht), etc.
sondern ich kann Musikgirl95 sehr gut verstehen, weil es mir im Arbeitsleben so ging, aber jetzt im Ruhestand eben auch…
Hinweis: Glück ist auch keine Privatkassenleistung
(ich zahl meinen Shit sogar alles selbst, weil ich den Umgang mit der PKV nicht schaffe, da man sich dann um wirklich alles selbst kümmern muss - wenn man das dann nicht kann müsste man wiederum ein privates Unternehmen beauftragen - also einen Mittelsmann, dem man auch wieder Vertrauen muss) 🙈
Mein Rolli ist nach drei Monaten warten dann von Ebay-Kleinanzeigen gekommen.. und der Pflegedienst kommt seit Dezember gar nicht und das Pflegegeld auch nicht (also red ich mir ein, dass es ein Bausparvertrag ist, der eventuell irgendwann ausgezahlt wird, wenn nicht versehentlich wieder eine Frist verstreicht) Die Umzugskostenhilfe, die Wohnraumverbessernden Maßnahmen - Stress ohne Antwort.. und immer wieder gegen die gleichen Wände rennen, während die Zeit verstreicht, man Studium Nummer zwei verliert.. und ja noch eine biologische Uhr tickt, da ist doch eine funktionale Depression auch eine völlig logische Konsequenz 🥳
Ich finde es sehr hilfreich, wenn man das durchanalysiert, aufschreibt und dann müde fürsorglich belächelt. Und irgendwann weder Perfektion anstrebt noch sich die Schuld zuschiebt dafür - nein, man muss nicht für alles funktionieren. Vielleicht geht es mit genug Selbstfürsorge und ohne Druck wieder, dass man wieder für das funktioniert, was einem Glück bringt. Wenn man das hinbekommt und es ist Scheiße schwierig, dann hat auch so eine funktionale Depression keinen Raum mehr.
Hochfunktionaler Burnout beim Hilfesuchen (müssen). Ich will Urlaub. Und nicht immer hören, da müsste Ihnen jemand helfen, haben Sie denn keinen… Mensch - wenn ich jemanden hätte, würde ich euch ja nicht brauchen…
Die ganzen Ämter erinnern an einen Bekannten Fanta4 Hit.
Funktionale Depression gibt es dann nicht nur als Arbeitnehmer, Angestellter, Selbsständiger, Beamter, Familienmanager/in (ich kenn die Bezeichnung für Mutter und Ehefrau / bzw. das männliche Pendant nicht), etc.
sondern ich kann Musikgirl95 sehr gut verstehen, weil es mir im Arbeitsleben so ging, aber jetzt im Ruhestand eben auch…
Hinweis: Glück ist auch keine Privatkassenleistung
(ich zahl meinen Shit sogar alles selbst, weil ich den Umgang mit der PKV nicht schaffe, da man sich dann um wirklich alles selbst kümmern muss - wenn man das dann nicht kann müsste man wiederum ein privates Unternehmen beauftragen - also einen Mittelsmann, dem man auch wieder Vertrauen muss) 🙈
Mein Rolli ist nach drei Monaten warten dann von Ebay-Kleinanzeigen gekommen.. und der Pflegedienst kommt seit Dezember gar nicht und das Pflegegeld auch nicht (also red ich mir ein, dass es ein Bausparvertrag ist, der eventuell irgendwann ausgezahlt wird, wenn nicht versehentlich wieder eine Frist verstreicht) Die Umzugskostenhilfe, die Wohnraumverbessernden Maßnahmen - Stress ohne Antwort.. und immer wieder gegen die gleichen Wände rennen, während die Zeit verstreicht, man Studium Nummer zwei verliert.. und ja noch eine biologische Uhr tickt, da ist doch eine funktionale Depression auch eine völlig logische Konsequenz 🥳
Ich finde es sehr hilfreich, wenn man das durchanalysiert, aufschreibt und dann müde fürsorglich belächelt. Und irgendwann weder Perfektion anstrebt noch sich die Schuld zuschiebt dafür - nein, man muss nicht für alles funktionieren. Vielleicht geht es mit genug Selbstfürsorge und ohne Druck wieder, dass man wieder für das funktioniert, was einem Glück bringt. Wenn man das hinbekommt und es ist Scheiße schwierig, dann hat auch so eine funktionale Depression keinen Raum mehr.
Thohom 18.09.2025 12:21
Diesen Artikel meine ich.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychisch-krank-wie-leben-betroffene-als-hochfunktionale-depressive-a-6ad47ad9-94fd-4e7d-9373-129ed42766fa?sara_ref=re-xx-cp-sh
Nein, ich möchte hier nicht mäandern. Wer mag kann ja zu Depressionen einen "Mäanderblog" aufmachen. Da kommt man vermutlich vom Hölzchen aufs Stöckchen und jeder, der mal traurig war ist Spezialist.😉
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychisch-krank-wie-leben-betroffene-als-hochfunktionale-depressive-a-6ad47ad9-94fd-4e7d-9373-129ed42766fa?sara_ref=re-xx-cp-sh
Nein, ich möchte hier nicht mäandern. Wer mag kann ja zu Depressionen einen "Mäanderblog" aufmachen. Da kommt man vermutlich vom Hölzchen aufs Stöckchen und jeder, der mal traurig war ist Spezialist.😉
Thohom 18.09.2025 12:28
Vrono, Du bist weit weg vom Thema.
Natürlich kann man auch im normale Leben mit einer Depression leben (müssen). Ich fand das auch blöde, dass mir die Therapeuten nicht "wie zu leben" erklärt haben. Ich fand alles mühsam, habe gegrübelt und meinen Chef nachts Mails geschrieben, weil ich Angst hatte vor einem Telefonat....also nicht, weil er irgendwie garstig war.
Hier geht es einfach um die Nische für die Leute, die ein halbes(?) Leben ihre Depression überspielt haben. Meine Depressionen bekam ich schon in der Pubertät, das habe ich später rückblickend herausbekommen.
Hier geht es ausnahmsweise mal nur um die "Schauspieler".
Natürlich kann man auch im normale Leben mit einer Depression leben (müssen). Ich fand das auch blöde, dass mir die Therapeuten nicht "wie zu leben" erklärt haben. Ich fand alles mühsam, habe gegrübelt und meinen Chef nachts Mails geschrieben, weil ich Angst hatte vor einem Telefonat....also nicht, weil er irgendwie garstig war.
Hier geht es einfach um die Nische für die Leute, die ein halbes(?) Leben ihre Depression überspielt haben. Meine Depressionen bekam ich schon in der Pubertät, das habe ich später rückblickend herausbekommen.
Hier geht es ausnahmsweise mal nur um die "Schauspieler".
DickeElfe 18.09.2025 12:37
Dieses ewige nach aussen hin funktionieren merkt man ja selbst erst, wenn die Maske, die man ewig auf hatte, Risse bekommt. Dann kommt irgendwann die Erkenntnis, dass sämtliche Gefühle abgeschaltet sind und wenn diese dann rausdrängen, wird es erst richtig für einen selbst gefährlich. Meine Therapeutin meinte zu mir, dass nie jemand merkt, wie klein und kaputt ich mich fühle, weil ich das Theater spielen effektiv zu gut beherrsche. Irgendwann kommt dann der totale Zusammenbruch und dann geht garnichts mehr.
(Nutzer gelöscht) 18.09.2025 14:04
Beim lesen des Artikel finde ich mich auf jeden Fall wieder.
Viele Verhaltensweisen treffen auf mich zu.
Um in unserer Gesellschaft zu funktionieren und möglichst nicht aufzufallen, muss man quasi in gewissen Maße "schauspielern".
Und das wiederum ist sehr anstrengend.
Die Hochfunktionen Depressiven leiden still.
Viele Verhaltensweisen treffen auf mich zu.
Um in unserer Gesellschaft zu funktionieren und möglichst nicht aufzufallen, muss man quasi in gewissen Maße "schauspielern".
Und das wiederum ist sehr anstrengend.
Die Hochfunktionen Depressiven leiden still.
vrono 18.09.2025 14:22
Ich habe diese Maske seit meiner Kindheit - daher kann ich es nicht nachvollziehen…Ich habe das anerzogen bekommen für alle funktionieren zu müssen. Daher kann ich schlecht unterscheiden und frage nach. Ich war zeitlebens Beobachter und musste erst lernen, dass so viele andere Menschen das nicht haben. Habe im Studium für einen kurzen Zeitraum erkannt, dass ich mal keine Rolle ausfüllen muss und ich sein kann, nur um wieder in einer Funktionsrolle und hinter einer Maske zu verschwinden (Beruf und in Partnerschaft).
Meine Frage, was innen und außen ist war ernst gemeint. Und viele bekommen das anerzogen so eine Funktionsrolle.
Ab wann ist man ein Schauspieler? Ich verstehe deinen Kommentar eben nicht, inwiefern ich ab vom Thema bin ThoThom.
Was ist der Ursprung.
Mein Therapeut hat mir erklärt, dass ich gar keine Identität habe. Also im Grunde nicht erklärt wie man lebt, sondern erklärt, dass ich nie gelebt habe und das war das Ende dieses Themas (mit dem Ergebnis, dass ich sehr lange gerungen habe, mich umzubringen, weil ich mich für ein Monster hielt und keinen Menschen) …wenn man ausschließlich schauspielert ist man ja dann doch ein „Schauspieler“?! Vielleicht gibt es einfach große Überschneidungen zwischen Krankheitsbilder (ich hasse dieses Wort) vielleicht kann man aber auch gleichzeitig Flöhe, Zecken und Läuse haben.
Meine Frage, was innen und außen ist war ernst gemeint. Und viele bekommen das anerzogen so eine Funktionsrolle.
Ab wann ist man ein Schauspieler? Ich verstehe deinen Kommentar eben nicht, inwiefern ich ab vom Thema bin ThoThom.
Was ist der Ursprung.
Mein Therapeut hat mir erklärt, dass ich gar keine Identität habe. Also im Grunde nicht erklärt wie man lebt, sondern erklärt, dass ich nie gelebt habe und das war das Ende dieses Themas (mit dem Ergebnis, dass ich sehr lange gerungen habe, mich umzubringen, weil ich mich für ein Monster hielt und keinen Menschen) …wenn man ausschließlich schauspielert ist man ja dann doch ein „Schauspieler“?! Vielleicht gibt es einfach große Überschneidungen zwischen Krankheitsbilder (ich hasse dieses Wort) vielleicht kann man aber auch gleichzeitig Flöhe, Zecken und Läuse haben.
vrono 18.09.2025 14:24
Gerne kann ich hier meine „Gosch“ zum Thema halten - überhaupt nicht schlimm.. (einfach kurz sagen) ich schäm mich ohnehin, dass ich mich nicht kurz fassen kann..
aber das Thema find ich völlig interessant- Danke für den Beitrag ☺
aber das Thema find ich völlig interessant- Danke für den Beitrag ☺
vrono 18.09.2025 14:51
Krass ist es, weil ich es bei einer nahestehenden Person erlebt habe, was dieses Leben bedeutet. Diese Frau hat komplett funktioniert über zwanzig Jahre habe ich das mitbekommen. Privat und beruflich das ganze Leben für einen Mann gelebt. War isoliert. War der Mann nicht da, Ablenkungen Spielsucht, Fernseher. Kein sozialer Kontakt, kein Hobby, kein Sport und sich nicht um sich gekümmert.
Nun ist der Mann gestorben - die Instanz, die die funktionale Depression am Laufen hält viel weg. Sie hat ihre letzten drei Jahre damit verbracht, auseinanderzufallen, noch mehr Alkohol als in der Beziehung (Alkoholikerin), sich versucht aufzuheitern und Dekogegenstände gekauft und Kleidung die teilweise nie ausgepackt wurden. Pakete, Alkohol, Katzenexkremente, Fliegen, Gestank, alles vollgestellt von Dingen, von denen sie dachte, es gäbe Halt. Kein Platz mehr zum Schlafen in einem großen Haus. Leute die helfen wollten in die Rolle der funktionsgebenden Person gedrängt. Irgendwann nur noch vor dem Fernseher gelebt auf dem Sofa, im eigenen Dreck. Weil die Depression, die Jahrzehnte gelebt wurde nun ohne funktionsgebende Instanz war. Einfach krass.
Nun ist der Mann gestorben - die Instanz, die die funktionale Depression am Laufen hält viel weg. Sie hat ihre letzten drei Jahre damit verbracht, auseinanderzufallen, noch mehr Alkohol als in der Beziehung (Alkoholikerin), sich versucht aufzuheitern und Dekogegenstände gekauft und Kleidung die teilweise nie ausgepackt wurden. Pakete, Alkohol, Katzenexkremente, Fliegen, Gestank, alles vollgestellt von Dingen, von denen sie dachte, es gäbe Halt. Kein Platz mehr zum Schlafen in einem großen Haus. Leute die helfen wollten in die Rolle der funktionsgebenden Person gedrängt. Irgendwann nur noch vor dem Fernseher gelebt auf dem Sofa, im eigenen Dreck. Weil die Depression, die Jahrzehnte gelebt wurde nun ohne funktionsgebende Instanz war. Einfach krass.
Thohom 18.09.2025 14:57
Man kann viele Symptome auf einmal haben, Vrono. Die Welt ist bunt und hier ist die Ecke, für die Schauspieler.😉
Depressionen sind so vielfältig, dass man immer etwas für sich "findet", wir suchen hier aber nur nach funktionalen Stecknadeln.
Depressionen sind so vielfältig, dass man immer etwas für sich "findet", wir suchen hier aber nur nach funktionalen Stecknadeln.
DickeElfe 18.09.2025 15:13
Thohom, ist sie doch gewesen. Mich hat die Aussage mit dem Monster schockiert, denn das ist meine Aussage seit Jahrzehnten. Ich , Monster, die anderen Menschen. Ich hättte nicht gedacht, dass noch jemand so denkt. Um zu funktionieren, muss ich meine Maske aufsetzen. Wenn ich versuchen zu telefonieren, face to face reden mit den Pflegekräften. Klar, alles gut. Bin doch gross und stark. Zu meiner Lähmung fällt mir noch ein, die ersten Wochen war ich in der Psychosomatik, bis ich plötzlich mit Feuerwehr und Blaulicht in ein anderes Krankenhaus kam. Ist schon übel, wie Ärzte einen behandeln oder eben nicht.
Vroni, natürlich hast du eine eigene Persönlichkeit. Sie ist nur tief verschüttet.
So, geht nicht mehr, triggert mich zu sehr das Thema. Sorry.
Vroni, natürlich hast du eine eigene Persönlichkeit. Sie ist nur tief verschüttet.
So, geht nicht mehr, triggert mich zu sehr das Thema. Sorry.
MidoriSan 18.09.2025 22:56
Ja, ich erkenne mich da auf jeden Fall wieder (mit Einschränkung). Ich bin sehr aktiv, gehe arbeiten (wenn auch derzeit nur halbtags) und Hobbies nach, bin alleinerziehend und kann unter den richtigen Leuten sehr entspannt und umgänglich sein (trotz Sozialphobie). Ich kann mich über Dinge freuen/sie genießen, kann lachen und bin sehr humorvoll. Gut, ganz ohne Medis würde es wahrscheinlich anders aussehen. Und wenn man schon lange mit einer rezidivierenden Depression zu kämpfen hat, verliert man leicht auch aus den Augen was Normalität und was Depression ist; weil man sich daran gewöhnt hat oder ein Stück weit vergessen hat wie es sich vor der Depression angefühlt hat..
Im Außen merkt man mir meine Depression meist nicht an, aber es kommt auch immer auf die Situation, das Gesprächsthema & mein Gegenüber an wie gut ich es kaschieren oder eben offenbaren kann; und schwankt auch phasenweise (dieses Jahr hatte ich leider ein paar schlimme Schicksalsschläge die ich gerade schlecht verbergen kann und auch nicht möchte..).
Ich schicke euch allen viel Kraft im Kampf gegen diesen Mist...und genießt die Sommer-Sonne so lange sie da ist 🌅🌠
Im Außen merkt man mir meine Depression meist nicht an, aber es kommt auch immer auf die Situation, das Gesprächsthema & mein Gegenüber an wie gut ich es kaschieren oder eben offenbaren kann; und schwankt auch phasenweise (dieses Jahr hatte ich leider ein paar schlimme Schicksalsschläge die ich gerade schlecht verbergen kann und auch nicht möchte..).
Ich schicke euch allen viel Kraft im Kampf gegen diesen Mist...und genießt die Sommer-Sonne so lange sie da ist 🌅🌠
Jetzt
Ein anstrengendes Leben, Unverständnis von der Umwelt...Gedankenkarussel und Frust!