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leben oder funktionieren?

leben oder funktionieren?
leben oder funktionieren?

Was wollen wir?

Funktionieren wir manchmal, weil wir vor Angst vor dem Leben haben?

Wie lebt man eigentlich?

Was hindert uns, unser Leben zu leben?

Ich habe vor Jahren aufgehört, zu funktionieren. Mit der Zeit habe ich gelernt zu leben und ich lebe immer besser.

Kommentare

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Lerato77 04.12.2025 11:22
Thohom, ich bin nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe, aber das Ziel meiner Wut war Gott.
 
Wonni 04.12.2025 11:26
Natürlich überlegt man sich das dann @rollijexle. Wie ich bereits schrieb, kommt es dann ja auf die Beweggründe an. Etwas mehr Geld haben, wenn die Arbeit im Verhältnis steht oder etwas Sinnvolles zu tun zu haben.
 
Weitblick 04.12.2025 11:55
Trauer und Wut sind Gefühle und daher nicht berechenbar.
Manchmal gehören sie zusammen oder vermischen sich.

Beispiel:
Ich bekomme die Diagnose Krebs, unheilbar!
Ich bekomme eine große Wut. Warum gerade ich??? Ich verfluche Gott oder wenn auch immer. Ich finde diese Welt ungerecht.
Gleichzeitig fühle ich eine Traurigkeit in mir. Mein Leben geht zu ende, ich wollte noch soviel erleben oder ich bekomme das Gefühl, nie richtig gelebt zu haben.

Wut und Trauer erleben wir aus der Seele. Wir versuchen sie, mit dem Verstand einzufangen und zu ordnen. Besser wäre es, wir hätten einen guten Zugang zu der Seele.

In der Seele findet nämlich die Versöhnung statt.
 
Thohom 04.12.2025 12:19
Lerato.... mit dieser Adresse habe ich ein Problem. Sie ist mir zu künstlich und erscheint mir ein Versuch Schicksal, Kismet, Lauf des Lebens fassbar zu machen.

Wem Gott hilft, gerne. Ich würde Gott aber gerne mal die Hand schütteln und nicht nur durch Boten im Stil von Stiller Post mit ihm kommunizieren.

Nein, ich bin kein Fan des Dalai Lama.😉
 
EinedieserSteine 04.12.2025 12:45
Im Rahmen der Trauerarbeit darf Wut und andere Gefühle auftauchen.
 
EinedieserSteine 04.12.2025 12:46
Gleichzeitig ist Wut, Ira, ja eine der Todsünden.
 
Wonni 04.12.2025 12:51
Es gibt Menschen, die mit Dingen, die die Seele betreffen nicht umgehen können oder wollen. Meist fehlt es ihnen dann an Tiefe oder sie haben Angst.davor, diese Gefühle zuzulassen. Deshalb lehnen sie die Auseinandersetzung ab.
 
Zenaida 04.12.2025 12:57
Hm, dieses „warum gerade ich?“ hab ich noch nie verstanden. Das hat doch keinen weiteren Grund, allenfalls vielleicht in diesem Beispiel in der Genetik oder Lebensführung. Aber wenn man verinnerlicht hat, dass Schicksalsschläge halt passieren, gibt es doch keinen Grund, damit zu hadern. Tatsächlich kenne ich zum Glück auch kaum menschen, die wirklich hadern. Brauch ich auch nicht. 

Als die Eltern des Freundes meiner Tochter ihren einzigen Sohn durch einen Unfall verloren haben, waren sie erschüttert, in tiefer Trauer. Der ganze Freundeskreis hat ein ganzes Semester verloren, weil alle miteinander getrauert haben, egal wo sie studiert haben, sie sind alle zurückgekommen und haben fast ein halbes Jahr sehr intensiv zusammen verbracht, zusammen übernachtet, Schwitzhütten-Rituale gemacht, Wanderungen unternommen in Erinnerung an ihn. Meine Tochter war sehr gut aufgefangen in dieser Gruppe, seine Eltern auch. Auch wir anderen Eltern konnten jederzeit dabei sein. Nicht ein einziger hat damals WIRKLICH diese sinnlose Frage gestellt nach dem „Warum er? Warum wir?“. Natürlich, man fragt (auch) in solchen Situationen nach dem Sinn des Lebens - aber das doch nicht zwingend mit Wut, sondern eher philosophisch. 

Als eine gute Freundin meiner Tochter in Wien bei dem Anschlag vor fünf Jahren erschossen wurde, sah die Sache anders aus. Da war neben Verzweiflung schon viel Wut auf den Dreckskerl, der nichts besseres zu tun hatte, als ihm unbekannte Menschen abzuknallen. Aber Gott oder das Schicksal - die sind doch jenseits solcher Beurteilungen. Das Leben fließt so, wie es fließt. Ob vorherbestimmt oder nicht.
 
Zenaida 04.12.2025 12:59
Sicherlich ist alles schlimmer, wenn man allein damit umgehen muss. Wobei ich auch nicht verstehe, wie es sein kann, dass manche menschen noch nie wirkliche Freunde und Seelenverwandte hatten. Aber das ist ja ein anderes Kapitel.
 
Lerato77 04.12.2025 13:03
Thohom, ich habe kein Problem damit, dass du mit Gott ein Problem hast 😉 da bist du hier sicher nicht der einzige!
Und ja, ich wäre auch gerne dabei gewesen, als die zwölf Jünger Jesu Hände schütteln könnten...
Ich möchte aber Weitblicks Blog nicht mit einer religiösen Diskussion sprengen, denn eigentlich hat er ja ein anderes Thema vorgegeben.
 
Weitblick 04.12.2025 14:02
Ich finde diesen Blog wunderbar. Er zeigt, das wir unterschiedlichen Meinungen aus
halten oder vielleicht auch wertschätzen

Funktionieren oder leben ist unmittelbar mit der Sinnfrage im Leben verbunden.

Und da kommt für die einen automatisch Gott ins Spiel, für die anderen überhaupt nicht. Und das ist auch gut so.
 
Wonni 04.12.2025 14:56
Darf ich fragen, ob du berufstätig bist @Weitblick?
 
Weitblick 04.12.2025 15:04
Ja, ich arbeite im sozialen Bereich und darf Menschen begleiten, die traumatisiert sind.
Nebenbei versuche ich noch ein Buch zu schreiben.
 
Wonni 04.12.2025 15:06
Eine sehr wertvolle Tätigkeit @Weitblick.
Wahrscheinlich dann eine "Berufung" für dich.
 
Julchen89 04.12.2025 15:11
Leben und Funktionieren ist so eine Sache. Heute habe ich aber beides passend vereinbaren können 🤭
 
Wonni 04.12.2025 15:14
Work-Life-Balance @Julchen?
 
Hulda 04.12.2025 15:31
Weitblick, du begleitest traumatisierte Menschen. Da wird dir sicherlich immer wieder vor Augen gehalten, dass sie eher funktionieren als leben. Oder wie ist da deine Wahrnehmung?
 
Julchen89 04.12.2025 15:35
Funktionieren war in dem Sinne, den Hund zur OP zu bringen. "Leben" war, mich um die Wartezeit zu überbrücken, alleine in ein Café in einem Einkaufszentrum gesetzt zu haben. Hab auch gefrühstückt. Und ja, ich war noch nie alleine in einem Einkaufszentrum 😉
 
Weitblick 04.12.2025 15:39
Hulda, deine Wahrnehmung teile ich!

Die Kunst ist, hin und da ihnen den Zugang zum Leben zu öffnen.

Aber, es ist ein ganz schwieriger langer Weg, der Zeit und Ausdauer braucht.

Manchmal ist das Funktionieren lebensnotwendig.
 
Wonni 04.12.2025 15:41
Finde ich super, dass du das gemacht hast, Julchen! Ich kann es nachfühlen. Hoffe, dein Hundi hat alles gut überstanden.
 
Wonni 04.12.2025 15:44
"Den Zugang zum Leben öffnen", das finde ich sehr gut!
 
Julchen89 04.12.2025 15:44
Merci. Ist tatsächlich nicht selbstverständlich für mich. Anstatt zu betteln und meine Termine so zu legen, dass andere mich begleiten können, regle ich aktuell vieles selbst. Mal schauen, wie weit ich komme... 🤭

Odini gehts ganz gut, der alte Sack schläft nun friedlich in seinem Korb. Leider bedeckt der Body nicht beide großen Narben. Muss mir da heute noch dringend etwas einfallen lassen
 
Wonni 04.12.2025 15:46
Ooooh, gleich zwei große Narben... Gute Besserung für den Wuffi! Schlaf fördert die Genesung. 🐶
 
Julchen89 04.12.2025 15:49
Hat er sich redlich verdient. Ein 14cm langes Lipödem was erst den Verdacht auf Lymphdrüsenkrebs aufkommen lassen hat und eine Talgdrüse am Oberschenkel, das in 3 Schichten genäht wurde. Hatte an Weihnachten eh nur bock auf YumYum Suppe 🤪🤑
 
Wonni 04.12.2025 15:53
Ja, das sind die unschönen Dinge, wenn man Tierchen hat. Diese halten mich leider von einem tierischen Mitbewohner ab. Aber meine Wohnung ist auch zu klein. Für mich urgemütlich, aber mit Tierchen nicht machbar.
 
vrono 04.12.2025 15:53
…hey.. ich hatte es gerade eine Stunde Therapeut. Der Mensch, der seit zwei Jahren ansehen muss, wie ich behandelt werde.. wie ich abgewiesen angegriffen werde und wie immer wieder Gewalt und Ignoranz Einzug in mein Leben finden..immer wieder. Nun, der Mensch ist ein Gewohnheitstier… mein Therapeut begleitet mich nun über zwei Jahre ohne helfen zu können.. doch er hilft mit Rückmeldungen.. heute fragte er nach meiner Wut.. würde er sich an meine Stelle denken, dann müsste da ein sehr tief verwurzelter Hass sitzen, weil ich bis heute nicht menschenwürdig behandelt werde von so vielen Stellen. Weil mir der gesunde Geist und der Körper geraubt wurde..wieder und wieder… 

Ich wachte Monate mit Blut im Mund auf, aus Träumen, die kaum von Wirklichkeit unterschieden werden konnten für mich. Ich hatte mir den Mund zerbissen im Schlaf - meine Träume übersetzten mir die angestaute Wut in Bilder, wie ich etlichen Männern das Fleisch von den Gliedern reiße.. jede Nacht ein Aufwachen und sich als friedfertiger Mensch fühlen müssen, wie ein Tier. 
Euphemistisch würde ich zusammenfassen: unschöne Monate. Was hilft…. mehr Menschen, diese Abgründe überschreiben mit zahlreichen positiven Momenten. Ich sammle fleißig. 

Was ich für mich gelernt habe, Wut ist etwas positives.. sie hilft zu verarbeiten… sie kann auch helfen, Zugang zur Trauer zu finden, wenn man Trauer emotional abgespalten hat.

Die Energie, die aus der Wut heraus entspringt kann auch positiv umgelenkt werden… konstruktiv genutzt.. sie hilft Dinge zu verarbeiten, die einen andernfalls innerlich zerreißen…meine Wut wird nur dann ein Problem, wenn ich diesen inneren Druck versuche einzuschließen, wegzusperren, nicht zuzulassen.. dann wird er gefährlich, wächst, wird unkontrollierbar. 

Ich habe gelernt, mit dieser Wut Frieden zu finden.. mit jeder Emotion. Nicht durch Therapeuten, aber weil ich erfahren musste, wie es sich anfühlt, wenn man gar nicht mehr in der Lage ist, Emotionen zu spüren - dann funktioniert man als fragiler Statist in einem schlechten Film, der anderen „Leben“ ist.
 
Hulda 04.12.2025 15:57
Da möchte ich ergänzen Weitblick, funktionieren ist in dem Fall überlebenswichtig. Ich kann das sagen, weil ich diesen beschwerlichen Weg seit vielen Jahren gehe.
 
Thohom 04.12.2025 16:51
Hulda, ich erinnere mich daran, dass Du Städtereisen erwähnt hast und auch tolle Fotos dazu gepostet hast.
Ich vermute mal, dass auch Du das nicht nur unter "funktionieren" einordnest.

Auch funktionieren kann schön sein, finde ich. Mir gibt das Ruhe. Immer wieder Highlight auf Highlight würde mich überfordern. Ich denke, da muss jeder seinen Weg finden.
 
Hulda 04.12.2025 17:43
Schlimmer noch ordne ich das ein Thohom. Funktionieren mit Suchterkrankung. Diese Strategie hat es mir erst ermöglicht zu funktionieren. 

Jetzt bin ich seit Januar Suchtfrei. Die Angst einer erneuten Psychose ist größer als das Verlangen nach Substanzen. Und jetzt starte ich einen Neuanfang mit den Städtereisen, die ich ja dann im völligen Bewusstsein erleben werde. Ich hoffe das ich das unter Leben einordnen kann. Mir der neuen Kamera und dem Wunsch, fotografieren zu meinem Hobby zu machen steigt die Begeisterung und Freude darauf.
 
Weitblick 04.12.2025 17:46
Städtereisen und Funktionieren sind erst mal kein Wiederspruch.

Ich kann auch an anderen Orten funktionieren!

Funktionieren ist nicht das selbe als Routine.

Unter funktionieren verstehe ich unter anderem, das ich in meine alter Muster leben, Jene Muster, die mir nicht gut tuen.
 
Thohom 04.12.2025 17:50
Städtereise sehe ich mal Highlight, als das, was das Leben ausmacht, weil man aus dem Alltagstrott raus kommt.

Introvertierte Leute brauchen ihre Ruhe und für die ist dann leben, für Aussenstehende mag das nur funktionieren sein. Ich finde, da soll jeder nach seiner Facon glücklich werden.
 
North 06.12.2025 16:11
Funktionieren heißt für mich , Leben am Limit, ohne zu denken zu überleben. Jetzt fange ich wieder an zu leben, mit allem drum und dran.
 
Wonni 06.12.2025 16:18
Was ist für dich dieses drum & dran, North?
 
Lerato77 06.12.2025 17:08
Schade Weitblick, dass du so spät definiert hast, was "funktionieren" für dich heißt. Ich glaube, die meisten denken bei dem Wort eher an Routine. Ich auch. Nicht an deine Erklärung vom 4.12. um 17.46 Uhr.
 
stahlzart 08.12.2025 21:04
"Was hindert uns, unser Leben zu leben?"

Nichts und niemand. Nur die eigene Blockade im Kopf.
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