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Den Schmerz willkommen heißen

Den Schmerz willkommen heißen
Heute morgen ist mir das Aufstehen und vor allem das Anziehen sehr sehr schwer gefallen, denn die Muskeln vor allem in den Extremitäten und im unteren Rücken waren sehr steif und jede Bewegung war äußerst schmerzhaft, mehr als sonst. 
Dazu muss ich sagen, dass jede Bewegung mit Schmerzen verbunden ist und Medikamente nicht wirken.
Doch zurück zu heute morgen.
Obwohl es sehr schmerzhaft war, wurde mir auf einmal bewusst, dass ich den Schmerz willkommen heiße. Er ist nicht erwünscht, gewollt oder bewusst herbeigeführt, aber er ist ein Zeichen dafür, dass immer noch Leben in den Muskeln ist und damit verbunden Bewegung möglich, zu welchem Preis auch immer.
Den Schmerz willkommen zu heißen, ist eher eine metaphysische Aussöhnung, um besser damit umzugehen.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? 
Ich würde mich über einen konstruktiven Austausch zum Thema freuen.

Kommentare

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ICHJA 07.12.2025 09:48
würden dir warm-, kaltKompressen helfen / Salben mit Arnika zB 

Aber ja - wenn s irgendwo schmerzt, lebt man 👍

Nur aushalten/ertragen - muss nicht immer sein.

AlternativMedizin nutzen / Alternativen suchen 

Alles Gute/gute Besserung und einen angenehmen 2. AdventsSonntag
 
Julchen89 07.12.2025 09:51
Wenn es nur darum geht, ob Schmerzen mich mal daran erinnert haben, am Leben zu sein, dann ja. Das war für den Moment sogar das Einzige, woran ich mich orientieren konnte, beziehungsweise was eindeutige Impulse an das Gehirn gesendet hat, die ich mit "am Leben" verknüpfen konnte
 
Alexa 07.12.2025 09:54
Danke für deine Tipps, aber nein. Es wurde bereits alles ausprobiert, auch alternative Verfahren. 
Manchmal ist es notwendig, einen anderen Umgang damit zu finden.

Aber darum geht es hier nicht, sondern darum einen Umgang mit dem Schmerz zu finden.
 
Alexa 07.12.2025 09:57
@Julchen

Auch das ist ein Umgang mit Schmerz und durchaus als Beitrag hier Willkommen
 
fetzenfisch 07.12.2025 10:16
In irgendeiner Form Ablenkung finden ich weiß das ist nicht einfach aber ich habe manchmal Schmerzen okay öfter aber ich weiß dass sie eh nichts machen im Krankenhaus und so und dann lasse ich mich anders hinlegen oder so dass ich das Bett selbst vorstellen kann dass das Bein mit der Hüfte sich bewegt oder wie auch immer einfach ausprobieren aber wenn du schon alles ausprobiert hast ist es halt wirklich schwierig allerdings habe ich mal gehört sich vorstellen ganz tief in diesen Schmerz reinatmen und manchmal entspannt es sich bei mir dann aber wie gesagt es funktioniert auch nicht immer aber ich gehe jedenfalls wegen der Scheiß Hüfte nicht mehr im Krankenhaus das habe ich mir geschrieben Erst wenn gar nichts mehr geht
 
Alexa 07.12.2025 10:47
@fetzenfisch

Ja, dieses tief in den Schmerz einatmen und auch meditativ reingehen, ist eine Technik, die ich bei extremen Schmerzen anwende. Da kommt mir die Meditationstechnik aus dem Buddhismus sehr zugute.
 
Bub6 07.12.2025 11:11
Ohja , kenne ich zu gut mit meinen Phantomschmerzen,  habe lange gebraucht damit klar zu kommen . Anfangs hab ich gedacht das ich durch drehe , aber jetzt weiss ich , wie ich damit klar komme und nicht zu sehr mein Leben beeinflusst.
 
Alexa 07.12.2025 11:16
@Bub6

Ja, das kann ich gut nachvollziehen. 
Es braucht eine gewisse Zei, um zu entscheiden, wie man damit weiterleben wird.
 
Alexa 07.12.2025 11:19
@rollihexle

Vielleicht ist aus meinem Eingangsschreiben nicht ersichtlich geworden, aber es geht hier nicht um den pharmazeutischen Umgang mit Schmerzen, weshalb ich deine Beiträge löschen werde.
 
Bub6 07.12.2025 11:23
Am Anfang stand bei mir die Frage , ob ich damit leben kann . Hab 4 Jahre gebraucht um es zu akzeptieren.
 
Alexa 07.12.2025 11:27
Aber du hast dich damit auseinander gesetzt und geschaut, was vielleicht noch möglich ist, nehme ich mal an, und nicht einfach den Kopf in den Sand gesteckt. Davor ziehe ich den Hut, denn es erfordert Mut und Willen.
Das kenne ich von mir auch.
Denke das ist ein wichter Anfang im Umgang damit.

Danke, dass du so offen damit bist.
 
vrono 07.12.2025 11:28
Umgang mit Schmerzen und Symptomen kenne ich.. manchmal muss diese Akzeptanz sein…dass man die Schmerzen friedlich willkommen heißt, weil sie andernfalls alles überstrahlen und dir jeden Gedanken einnehmen, der dir etwas anderes ist als diese Schmerzen. 

Warum sich von immerwährenden Schmerzen dominieren lassen, wo man gleichzeitig doch weiterlebt. Manchmal muss man sich ergeben zeigen, damit man den Raum zurückbekommt, den einem der lange Kampf mit den Schmerzen geraubt hat. 
Man muss nicht immer kämpfen.. man ist mehr als eine Kämpfernatur - in der Akzeptanz ruht die Erkenntnis, wer man war, vor den Schmerzen.. wie nachsichtig und ausgeglichen. 
Und es ist wohltuend in durch die bedingungslose Akzeptanz zu erfahren, dass man ja noch immer dieser gleiche Mensch ist. Um dann diesen Menschen, den man in sich vermisste wieder ein wohliges Nest zu bauen mit all dem Schmerz, der aber bitte im Hintergrundrauschen verschwinden kann, wenn es schon sein muss, weil man sich nach diesem verletzlich-fragilen inneren Frieden sehnt. Und der ist da.
 
Alexa 07.12.2025 11:32
@vrono

Danke für deinen Beitrag,
Wie immer braucht es für mich etwas Zeit, ihn auf mich wirken zu lassen 😉
 
rollihexle 07.12.2025 11:37
Gelöscht so so aha.
 
vrono 07.12.2025 11:40
Ich hoffe es ist OK, was ich schreibe. Ich fühle mich manchmal wie ein Hochstapler dabei. Meine Schmerzen können nämlich verschwinden.. sie können mich Monate quälen und dann durch viel Arbeit verschwinden.. durch Akzeptanz und durch den Rückzug aus der Welt. Dann ist da der andere Schmerz der Einsamkeit, der hochkommt.. Aber manchmal tut es gut, den einen Schmerz kurz gegen andere Beschwerden auszutauschen. Damit man sich lebendig fühlt.. Ich habe mich oft stark verletzt, um Migräneschmerzen loszuwerden.. wenn nichts hilft, hilft ein anderer Schmerz.. aber das bedeutet nur ein kurzes Durchatmen und übertünchen. 
Gegen Fieber dann Fiebersenkemittel - aber auch hier nutzt sich der Placeboeffekt schnell ab. Alles nutzt sich ab, was man ausprobiert und man hat alles durch.. und dann nimmt man diese Akzeptanz dankend an, denn der Schmerz ist da und kämpft man dagegen an, er breitet sich irgendwann aus.. aus der Migräne wird Fieber, dann Muskelkrämpfe, dann Tinnitus.. er findet bei mir seinen Weg.. immer .. zum Glück hat mir die Akzeptanz herausgeholfen.. und es hat Jahre gedauert.. und es kostet Kraft und es braucht Ruhe.. immer mehr Ressourcen braucht es. 
Aber für meine Erkranung gibt es immerhin diesen Hoffnungsschimmer, den andere nicht haben. 

Die Freundin, die sich „Akzeptanz“ nennt ist mit ihrer Güte und Fürsorge trotzdem eine große Stütze meine ich mir anzumaßen. Also muss man sie genauso behandeln und umsorgen, wie sie es für einen tut - wie eine gute Freundin eben..
 
Alexa 07.12.2025 11:43
@vrono

So lange du nicht vom Thema abweichst, ist alles willkommen.
Unterschiedliche Sichtweisen können in der Auseinandersetzung damit durchaus hilfreich sein.
 
vrono 07.12.2025 11:43
Zeit ist genau das richtige.. die brauche ich auch für mich.. immer mehr.. um zu verstehen, um loszulassen, um zu mir zurückzufinden … Alexa ich habe deinen Eingangstext gelesen, der sehr mutig ist, und ich war dankbar, dass du diesen Weg für dich gefunden hast. Es ist ein harter Weg und es ist gleichzeitig ein unbeschwerterer Weg, bei all der Schwere, die dich in den Boden zwingt. 
Danke
 
Bub6 07.12.2025 11:44
Ja ich wollte weiterleben , hab mich in Behandlug begeben und hab schnell gemerkt das ich für die nur ein Versuchsobjekt bin , für Medikamente oder Heilungsmehtohten bin . Hab alles abgebrochen und mir gesagt , ich will Leben . Heute hab ich es gelernt , wie ich mich zu verhalten habe , wenn der Schmerz zu gross wird .
 
Alexa 07.12.2025 11:47
@vrono

Vielen Dank.
Daß dieser Weg kein leichter sein wird, ist mir durchaus bewusst, aber irgendwie habe ich die Tendenz, nicht immer den einfachen Weg zu gehen.
 
vrono 07.12.2025 11:49
Lösche gerne was nicht passt.. für mich sind Themen und die Welt so komplex, dass man mich oft nicht versteht. Auch wenn ich beim Thema bin in meiner Wahrnehmung. 
(Diesen Kommentar bitte Löschen, weil er nicht zum Thema passt) … 

Ich hoffe nur, dass meine Absicht dahinter verständlich ist. Und wollte dir meine Perspektive geben.. weil ich deinen Weg einen starken finde und weil es dir Mut macht und mir auch. Der Weg der Akzeptanz bleibt nämlich oft der einzige und er wird von anderen oft damit verwechselt, dass es die Aufgabe ist nach Hilfe zu suchen - das ist nicht so, da ist keine Schwäche.. du ergibst dich nicht im Kampf - der Weg der Akzeptanz ist ja der befreiende Ausweg, wenn alle anderen Wege in den Wahnsinn führen. 
So ich bin wieder still 🙈
 
Alexa 07.12.2025 11:50
@vrono

Mach dir keinen Kopf darüber, wenn ich es unpassend finde, lösche ich.
 
vrono 07.12.2025 11:52
Ich gehe immer den schweren Weg, bin eben eine Kämpfernatur..wieder und wieder.. daher für mich Akzeptanz so schwierig. Ich habe mal um mal bewiesen, dass ich eine Kämpfernatur bin - mir selbst und so vielen anderen, doch mein Körper hat mich mit mehr Schmerzen gestraft. 
Ich muss dieses innere Naturell des Kampfes aufgeben - koste es was es wolle, denn ich habe auf die harte Tour gelernt, dass ich andernfalls verlieren werde.
 
Alexa 07.12.2025 11:55
Im Umgang mit Schmerz kann man durchaus an einen Punkt kommen, an dem man für sich die Klarheit hat, dass "man verloren" hat oder besser gesagt, den Kampf nicht gewinnen kann, so wie man ihn gerade führt.
Weshalb es notwendig ist, einen anderen Weg einzuschlagen, wie auch immer der aussehen mag.
 
Maitau 07.12.2025 12:31
Ich habe seit gut sechs Jahren Dauerschmerzen.. Bei mir ist eine Nervenwurzel durch einen riesen Bandscheibenvorfall irreparabel geschädigt worden. Diese permanenten Nervenschmerzen und Missempfindungen haben mich zu Anfangs auch fast in den Wahnsinn getrieben. Es hat auch sehr lange gedauert bis ich es akzeptieren konnte das ich vieles nicht mehr machen kann. Mitlerweile kenne ich meine Grenzen sehr gut und ich habe ( auch Dank von Medis) einen Umgang damit finden können. Der Mensch scheint in der Lage zu sein sich auch an den größten Scheiß einigermaßen gewöhnen zu können..es brauch halt seine Zeit.. Ich wünsche Dir Alex und allen anderen schmerzgeplagren hier alles Gute!
 
Alexa 07.12.2025 12:38
@Maitau

Danke für deinen Beitrag  und dir wünsche ich ebenfalls alles Gute.
Es ist gut, wenn man durch Medikamente eine gewisse Erleichterung erfahren kann.

Ja, wir Menschen sind unglaublich anpassungsfähig, wahrscheinlich hätten wir es aber nicht geschafft auf der Erde so lange zu überleben und uns in dieser Form weiterzuentwickeln .
 
Maitau 07.12.2025 12:43
Ich danke Dir, Alexa..

Ja, da könntest du recht haben mit der menschlichen Anpassungsfähigkeit. Sie ist auf jeden Fall sehr bemerkenswert..
:0)
 
Keiserschmarn 07.12.2025 14:07
Mir hat eine Osteopathie Behandlung vor 30 Jahren geholfen bei Nerven Schmerzen 2 Behandlungs  Sitzungen und nie wieder gehabt.davor Jahre bei Ärzten gewesen und nie die Ursache erkannt vielleicht wär das ein Tip
 
Alexa 07.12.2025 14:12
@Keiserschmarn

Danke, aber es geht hier nicht um Tips pharmakologischen oder medizinischer Art, sondern um den mentalen Umgang damit.
 
Moni057 07.12.2025 14:23
@Maitau ,ich kann das gut nachvollziehen, denn bei mir ist das gleiche passiert. 
Seit nunmehr 10 Jahren kämpf ich diesen Kampf täglich auf's neue. 
Alles was ich tun muss oder möchte, wird davon bestimmt, was die Schmerzen erlauben. Alle Möglichkeiten, um Linderung zu erreichen, habe ich bereits ausgeschöpft. In jahrelanger Odyssee, Erfahrungsberichten nachgegangen,leider immer mit erfolglosen Ausgang. 
Ob ich ein Vorhaben schaffen kann, oder nicht, ist nicht planbar, kann alles nur ganz kurzfristig entscheiden. 
Ich habe mich weitgehendst damit arrangiert und meiner Situation angepasst. 
Was mir die meisten Probleme bereitet, ist das andere Menschen es nicht verstehen. 
Selbst jene die meinen, sie müssten mir gutes tun. 
Da kommen so Sprüche, wie,,wir nehmen dich mit, du musst nur mal raus, damit du die Schmerzen vergisst ",nur so als Beispiel...
Selbst bei Termin Vergabe bei Ärzten usw.,wenn ich sage so früh schaff ich das nicht, stoße ich oft auf Unverständnis. 
Solche Dinge sind für mich die größte Herausforderung. 
Ich denke das alle hier in diesen Blog, verstehen, was ich vielleicht nicht so richtig ausdrücken kann. 
Dankeschön Alexa für dieses Blog Thema. 
Ich wünsche allen hier eine zumindest schmerzarme und erträgliche Vorweihnachtszeit
 
Alexa 07.12.2025 14:36
@Moni

Vielen Dank für deinen offen Beitrag.
Ich finde mich in vielen Aspekt, die du genannt hast, wieder, erkenne, aber auch, dass ich wirklich Glück mit meinem Umfeld habe. Sowohl im Freundeskreis als auch bei Terminvergabe habe ich bisher nie diese Erfahrung machen müssen.
Meinen Leuten rechne ich das hoch an, zumal sie mich völlig anders kennengelernt haben und jetzt dennoch bleiben bzw. geblieben sind. 
Bei Terminvergabe bin einfach knallhart und sage ab dann und dann ist es mir erst möglich, was können sie mir anbieten. Da lasse ich es auch nicht erst zu einer Diskussion kommen bzw. habe es recht schnell aufgegeben, mich in diesem Punkt zu rechtfertigen. Wieso auch.
 
Moni057 07.12.2025 15:41
Naja, ich lebe hier auf dem Land, wo alles etwas komplizierter ist. 
Alleine die Erreichbarkeit mit den Öffis ist fast nicht möglich. 
Dazu noch der Ärztemangel, das wird ganz schön ausgenutzt. 
Hat man überhaupt das Glück einen Arzt zu finden, wird einem ganz schnell klar gemacht ,,den Termin oder keinen "

Ja und mit Familie, Freundeskreis und Nachbarn, ist's bei mir ja ähnlich. Alle kennen mich so wie ich vorher war.
Das sich da vieles geändert hat, ist scheinbar nicht so leicht zu verstehen. 
Das wiederum ist für mich nicht ganz verständlich, weil es bei mir immer mehr sichtbar wurde, und das erste was ich zu hören bekomme,
,,Du wirst immer krummer, es ist schlimm wie du läufst "
Die damit verbundenen Schmerzen, sind halt dennoch nicht sichtbar, und deshalb sind viele der Meinung,  man bräuchte sich ja nur mal zusammen zu reißen,um Dinge zu tun, die früher eine Selbstverständlichkeit waren. 
Damit sind die Menschen die mich umgeben deutlich weniger geworden. 
Aber auch damit lernt man zu leben. Die übrig gebliebenen sind die richtigen.
 
Lerato77 07.12.2025 15:56
Auch ich bin Schmerzpatientin. Schmerzmittel helfen wenig bis gar nicht.
Es geht mir immer gleich: morgens gut, mittags mittel, abends bescheiden. Meine Halbtagesstelle kriege ich damit einigermaßen hin. 
Die Kunst liegt in der Ausgewogenheit zwischen Bewegung und Ruhe. An freien Tagen gönne ich mir eine Mittagspause. Und jeden Tag mache ich meinen Spaziergang, egal ob Wind oder Regen.
Habe ich das akzeptiert? Im wesentlichen ja. Manchmal bin ich traurig, dass nicht mehr so viel geht wie früher. Aber meistens lege ich die wichtigen Sachen einfach auf den Vormittag, und dann komme ich ganz gut zurecht. Ich verplempere keine Kraft mehr mit dem Kampf gegen Windmühlenflügel. Wenn schonen dran ist, dann schone ich mich. Und meine Freunde kennen diesen Rhythmus und versuchen, sich ihm anzupassen, was ich ihnen hoch anrechne.
 
Alexa 07.12.2025 16:11
@Moni

Ja,  das kann ich verstehen, ländlicher Raum macht es noch schwerer.
Und leider gibt es Menschen, die nicht sehen wollen bzw sich nicht in die Lage anderer zu versetzen.

Die übrig gebliebenen sind die richtigen, das ist eine gute Aussage.
 
Alexa 07.12.2025 16:15
@Lerato

Danke für deinen Beitrag.
Ausgewogenheit ist ein guter Hinweis. Genauso wie zu wissen, wann etwas geht und wann besser nicht.
Ich ertappe mich leider oft dabei, dass ich in alte Muster falle und ich dann, wenn es gerade gut geht, mir viel zu viel vornehme. Habe ich früher auch alles in einem Rutsch geschafft, nur jetzt geht es nicht mehr ...
 
Moni057 07.12.2025 16:51
Das geht uns warscheinlich allen ähnlich, das man sich übernimmt, wenn es gerade mal geht. 
Die Quittung dafür folgt meist gleich.
 
@Lerato, bei mir ist das alles umgekehrt, am schlimmsten ist es am Morgen.  Oft wird's Mittag, bis ich in die Gänge komme ,und das schlimmste überstanden ist. 
In dieser Zeit total ungünstig, weil's ja so früh schon dunkel wird. 
Bin froh das ich mittlerweile in Rente bin.
Morgens ins Auto und auf Arbeit fahren, mittlerweile undenkbar. 
Machen wir halt das Beste daraus, andere Optionen haben wir nicht.
 
DickeElfe 07.12.2025 19:07
Ich war oft in einer psychosomatischen Klinik, bis sie gemerkt haben, dass ich körperlich krank bin. Ich habe jahrelang Oxikodon und anderes genommen. Das mach ich jetzt, bis auf zwei Sachen gegen die Nervenschmerzen in der Wirbelsäule nur noch nach Bedarf und Opiate garnichts mehr. Meine beste Freundin bekommt alle drei Monate unter röntgen Spritzen in die Wirbelsäule. Ihr hilft gegen die trotzdem ständige Schmerzen nur Akzeptanz, Bewegung und Ablenkung. Mir hilft seit 20 Jahren nur Atemtherapie und als ich noch stehen könnte, Qui Gong. Hab ich in der psychosomatischen Klinik gelernt. Was ich eigentlich sagen wollte war, die Menschen kamen in die Klinik, um ihren Schmerz loszuwerden. Im ersten Gespräch wurde gesagt: es geht nicht darum den Schmerz verschwinden zu lassen, sondern ihn zu akzeptieren, gucken, wie man ihn etwas dämpft und lernt mit ihm umzugehen, ihn anzunehmen. Einige sind nicht geblieben. Ich fand es jedesmal gut in der Klinik, weil es mir Spass macht neue Dinge zu lernen und ich gelernt habe, was mir hilft und was nicht. Und der Schmerz gehört halt zu mir. Ist halt so.
 
Alexa 07.12.2025 19:11
@DickeElfe

Danke, dass du deine Erfahrung und diese wichtige Erkenntnis mit uns teilst.
Ich denke auch, dass der Schmerz zu einem Teil von einem wird.
 
DickeElfe 07.12.2025 19:13
Kämpfen gegen etwas hat manchmal einfach keinen Sinn, da hilft nur radikale Akzeptanz.
 
Alexa 07.12.2025 19:15
Da stimme ich dir vollkommen zu
 
perfectday 07.12.2025 20:44
Ich finde mich in vielem,das bereits geschrieben wurde, wieder.
Akzeptanz hilft mit dem Schmerz und der damit verbundenen Einschränkung umzugehen.
 
Alexa 08.12.2025 07:39
Guten Morgen,
Ich möchte mich nochmal bei allen bedanken, die so offen aus ihrem Leben berichtet haben. Dieser Austausch hat vielleicht auch dem einen oder anderen stillen Mitleser eine neue Sichtweise vermittelt.
Ich lasse den Blog offen, falls sich jemand noch entschließen sollte, einen Beitrag zu leisten.

Allen einen guten Start in die neue Woche.
 
Lerato77 08.12.2025 07:56
Danke Alexa für diesen schönen Thread!
 
Wonni 08.12.2025 10:55
Ich kenne diese Methode auch im Zusammenhang mit auftretenden Ängsten. Oft sind da ja auch körperliche Symptome dabei. Allerdings treten die Ängste auf und klingen dann, nach und nach, auch wieder ab, was bei dauerhaften Schmerzen ja nicht so ist.
 
Alexa 08.12.2025 11:00
Das ist vollkommen richtig.

Wobei es bei den Schmerzen, jedenfalls bei mir ist das so, durchaus Schwankungen in der Intensität gibt.
 
Wonni 08.12.2025 13:41
Sind diese Schwankungen dann tage- oder stundenweise? 

Meine Schwester hat mir chronischen Schmerzen zu tun und kann teilweise gar nicht mehr mit dem Hundi Gassi gehen. Sie war im Oktober 3 Wochen stationär zur Schmerztherapie und hat dort ein Medikament bekommen, was sie nun aber nicht mehr verträgt und ausschleichen muss. Sie sucht nun ambulant nach einem Schmerztherapeuten.

Hat jemand von euch da Erfahrungen, mit Schmerztherapeuten?
 
Alexa 08.12.2025 14:55
Bei mir sind die Schwankungen sowohl stundenweise als auch Tage - oder Wochenweise
 
Maitau 08.12.2025 15:27
Bei mir steigt der Schmerzpegel unter normaler Belastung.. gehen, stehen und sitzen geht nur eine relativ kurze Zeit, dann muss ich mich hinlegen um den Pegel wieder runter zu bringen.. mir wurde schon ziemlich früh in der Klinik ans Herz gelegt mir einen Schmerztherapeuten zu suchen. Hat ne Weile gedauert einen zu finden, weil ich auch eher ländlich wohne.. Ich bin froh einen Arzt gefunden zu haben, mit dem ich gut klar komme und dem ich auch vertraue.. Drücke die Daumen für deine Schwester, Wonni
 
Wonni 08.12.2025 15:34
Vielen Dank @Maitau. Meine Schwester lebt auch eher ländlich und die Auswahl ist nicht sehr groß. Viele sind auch Allgemeinmediziner, die eine Zusatzausbildung haben. Dass sie die Schmerztabletten nun nicht mehr verträgt, belastet sie sehr. Sie hatte sich von der stationären Schmerztherapie mehr erhofft.
 
Lustforlife 08.12.2025 15:57
Ich bin seit Jahren Schmerzpatientin, nehme relativ starke Schmerzmittel und bin auch bei der Schmerztherapeutin.
Ich versuche das Medikamentenlevel so niedrig wie möglich zu halten, um nicht in eine Abhängigkeit zu geraten.
Was mir hilft ist eine ziemlich strenge Disziplin bei meinen Therapien, Ergo, Physio, Rehasport usw. bei denen ich gezielt gegen den Schmerz arbeite.
Und vor allen Dingen sehr viel positive Erlebnisse und Vorhaben, die den Schmerz in den Hintergrund treten lassen. 
Ich lasse weder die Krankheit noch den Schmerz mein Leben dominieren, mit dieser Einstellung bin ich bis jetzt ganz gut gefahren.
 
Alexa 08.12.2025 16:17
@Lustforlife

Danke für deinen Beitrag.
Auch wenn viele ähnliche Strategien anwenden, um mit dem Schmerz umzugehen, so scheint doch jeder seinen individuellen Weg für sich herausfinden zu müssen.
Strategien, die andere anwenden, dienen dabei sicherlich als Orientierung, aber jeder muss für sich selbst erproben , was hilfreich ist und was nicht.
 
Lerato77 08.12.2025 16:52
Lustforlife, ich hätte deinem Beitrag gerne auch einen Like gegeben, aber leider hast du mich ja gesperrt.
 
Moni057 08.12.2025 19:36
Ich hatte einen sehr guten Schmerztherapeut und auch jedes Jahr zur stationären Schmerztherapie. 
Als dieser in Rente ging, und für die Praxis kein Nachfolger gefunden wurde, hat es über 2Jahre gedauert, bis ich beim einzigen Schmerztherapeut im Umkreis, als neue Patientin aufgenommen wurde. 120 km jedesmal hin und zurück.
Das war für mich großes Glück, den seitdem herrscht in dieser Praxis seit nunmehr über 3Jahren Patienten Aufnahme stopp.
Bei Anruf ist das, das erste was man als Info zu hören bekommt, und erst wenn man hartnäckig weiter wartet geht irgendwann jemand ans Telefon. 
Traurig, aber bittere Realität. 
Jährlich stationäre Schmerztherapie mit 3 wöchiger Anschluss Reha, 
wöchentlich 2× Physiotherapie mit Rehasport usw. sind seit Jahren festes Programm. 
Selbst finanzierte Osteopatie und so oft es möglich ist, Schwimmbad oder Thermalbad Besuche,also mehr geht fast nicht mehr, was mir als Maßnahme möglich ist. 

Medikation bei mir ist Fentanyl, höhere Dosis als jetzt ist nicht möglich,
Und sogar diese Pflaster sind nur möglich, wenn mir die Apotheke sie immer vom ein und dem selben Hersteller beschaffen kann. 
Und selbst Fentanyl, bringt die Schmerzen nicht auf einen erträglichen Level.  Doch mein Arzt ist der Überzeugung, das es ohne noch ganz drastisch schlimmer wäre. 
Was bleibt anderes übrig als es zu glauben. Ich hab's mal getestet, doch der einsetzende Entzug war die Hölle, bei dem man dazu noch die Sinne verliert. 
Habe dann mit dem Arzt besprochen, das ich das in meinem Alter, mit einer Entzugsklinik nicht mehr auf mich nehmen möchte, um dann im Nachhinein mit einem nächsten Betäubungsmittel weiter machen zu müssen. 
Ansonsten halte ich es mit weiteren Medikamenten so, wie von Lfl beschrieben. 
Mit Medikamenten Unverträglichkeiten haben wohl laut Berichten von Patienten,sehr viele Probleme. In solch einer Schmerz Klinik, findet ja ganz automatisch ein reger Austausch untereinander statt. Oftmals sind bei solchen Diskussionen, auch die passenden Therapeuten dabei.
Da kommt es schon vor, das aus einer Stunde Gruppen Therapie, 2 oder 3 stunden werden.
 
Ich selbst habe auch schon viele Tests hinter mir,und finde diese Pflaster sind das geringere Risiko, als jahrelang Magen und Darm zu belasten. 
Aber wie es Alexa schon schreibt.  Letztendlich muss jeder für sich, die beste und geeignetste Strategie erproben und herausfinden. 

Das allerbeste wäre natürlich, wenn wir uns gar nicht erst, über das Thema Schmerzen und dergleichen unterhalten müssten.
Gesundheit ist und bleibt halt das höchste Gut auf Erden.
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