Er gibt anderen das, was ihm fehlte. Selbsthilfegruppe für depressive Männer
20.12.2025 13:42
Er gibt anderen das, was ihm fehlte. Selbsthilfegruppe für depressive Männer
20.12.2025 13:42
Er gibt anderen das, was ihm fehlte. Selbsthilfegruppe für depressive Männer
Viel Text aus dem Spiegel zum Thema "Menschen des Jahres".
Reden Sie doch mal mit Männern darüber«, schlug ihm seine Therapeutin vor. So erinnert es Jörg Engelhardt heute. Das war vor mehr als zehn Jahren. Weil Engelhardt aber kaum männliche Freunde hatte und schon gar keine, mit denen er über seine Probleme sprechen konnte, suchte er nach einer Selbsthilfegruppe für Männer wie ihn. Für Männer mit Depressionen. Weil er keine fand, gründete er selbst die Gruppe, die er brauchte.
An einem Montag im August lehnt Engelhardt lässig auf einem der Stühle, die im hessischen Obertshausen sonst einen Gesprächskreis bilden. Ein Mann Mitte 60, der mit Glatze und Ergrauen umzugehen weiß. Der nur schwarze Klamotten trägt, Adidas »Sambas« an den Füßen, dunkles Metall im rechten Ohr und ein Semikolon-Tattoo am linken Handgelenk. An den Wänden um ihn herum hängen Karten mit Sinnsprüchen über Mut und Stärke und schwarz gerahmte Fotos. Eins zeigt den toten Linkin-Park-Sängers Chester Bennington. Ein gelbes Schild mahnt: »Nichts, was hier gesprochen wird, verlässt diesen Raum!«
»Manchmal sitze ich hier und denke: Wenn jetzt jemand reinkommt, hält der uns für einen Comedyclub.«
Das Semikolon hat er sich vor drei Jahren stechen lassen, auf der Jubiläumsfeier einer befreundeten Selbsthilfegruppe im Odenwald. »Ich hatte schon ein, zwei Tattoos, aber die sind alle nicht sichtbar.« Nur das Semikolon sollte jeder sehen können, ohne fragen zu müssen. Das Motiv tragen viele auf der Haut, die Ähnliches hinter sich haben wie Engelhardt. Das Semikolon über seiner Pulsader bedeutet: Mein Satz hätte enden können, aber er ist nicht geendet. Dieser Satz ist sein Leben.
Therapie und Suizidgedanken
Die Trennung nach einer kurzen, intensiven Liebe vor 25 Jahren trieb Engelhardt in eine Lebenskrise, erzählt er. »Ich bin abgestürzt. Ich habe nur noch von Kaffee ohne Milch und Müsliriegeln gelebt. Ich war mir nichts mehr wert.« Drei Klinikaufenthalte folgten in nächsten Jahren, dazu eine Tagesklinik und ambulante Therapie. Mit der Depression zog auch die Suizidalität in sein Leben ein.
Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie – auch anonyme – Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.
»Ich hatte mir damals zwei Methoden ausgedacht.« Das eine sei der Sprung aus großer Höher gewesen, wo genau, wie genau, das tue nichts zur Sache. Die andere Methode: Autobahn, linke Spur, 180 km/h. »Und wenn ich einen Lkw überhole, zieh’ ich dem hinten rein. Peng, Ende.«
Als er dann, auf Rat seiner Therapeutin, das gesamte Rhein-Main-Gebiet nach einer Männergruppe erfolglos abgesucht hatte, versuchte er es noch einmal beim Selbsthilfebüro Offenbach. Dort, wo sie alle Gruppen im Umkreis koordinieren. »Der Cheffe da meinte: Machen Sie doch selbst eine auf, ist gar kein Hexenwerk!«
Gesagt, getan. »Ich hatte bis dato keinerlei Erfahrungen mit Selbsthilfe, ich kannte Gruppenarbeit nur aus den Kliniken. Ich habe es mir kurz erklären lassen und dann einfach losgelegt.« Anfangs trafen sie sich noch in Engelhardts Atelier. Wo der Künstler damals seine Bilder malte, war nun jeden zweiten Montag auch Männergruppe. Nach und nach kamen mehr.
Die Gruppe als Rettungsanker
Heute bietet die Gruppe einen Raum, in dem niemand erklären muss, warum er so fühlt, wie er fühlt. Der Jüngste von ihnen, sagt Engelhardt, sei knapp 30, der Älteste Mitte 70. »Die Krankheit verbindet uns. Der Oberstaatsanwalt hat die gleichen Symptome wie der Bürgergeldempfänger. Es zählt, was sie menschlich mitbringen.« Sie teilen ihre Erfahrungen, geben einander Halt, machen Mut. »Und manchmal sitze ich hier und denke: Wenn jetzt jemand reinkommt, hält der uns für einen Comedyclub.«
Einmal im Monat ist zusätzlich Spieleabend. Sie gehen zusammen zum Trommeln oder mit dem Hund spazieren, helfen einander bei Umzügen.
»Ich wäre froh gewesen, hätte ich damals mitbekommen, was einige hier heute finden.«
Zweimal schon war ihre gemeinsame WhatsApp-Gruppe auch Rettungsanker. »Wenn einer in akuter Krise ist, muss man genau in dem Moment da sein, ihn ins Gespräch verwickeln«, weiß Engelhardt aus eigener Erfahrung – und aus Veranstaltungen von FRANS, dem benachbarten Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention. »Es sind wenige Minuten, die entscheiden.« Man müsse einem Menschen dann nicht die heile Welt vorgaukeln, sagt er. »Sondern einfach sagen: Ich bin bei dir, ich fühle mit dir und sehe, wie scheiße es dir geht.« Das könne Leben retten.
Engagement und Erfolg
Vor sechs Jahren eröffnete Engelhardt eine zweite Gruppe, die erste war zu voll geworden. Mehr als zehn Männer sollten es nicht sein. »Ich will, dass jeder zu Wort kommt.« Nun treffen sich beide Gruppen montags im wöchentlichen Wechsel und Engelhardt leitet jeden Montag eine Sitzung.
Seine letzte Therapiestunde hatte Jörg Engelhardt vor knapp zwei Jahren. Die Depression hat heute nicht mehr ihn im Griff, sondern er sie. Zumindest meistens. Und manchmal, sagt er, ploppt noch ein Suizidgedanke auf. Plötzlich, auf der Autobahn beim Überholen. »Doch da ist nicht der Drang, es zu tun. Nur die Methode ist hängen geblieben.« Er kennt einige, denen es ähnlich geht. »Das ist nicht löschbar von der Festplatte.«
Heute hilft Engelhardt anderen. Weil er Menschen das geben will, was ihm selbst damals fehlte. »Ich wäre froh gewesen, hätte ich damals mitbekommen, was einige hier heute finden.«
Um nicht mehr nur Männern zu helfen, hat Engelhardt mit anderen im vorletzten Jahr einen Verein gegründet: LUIS HILFT. So gibt es nun auch eine gemischte Gruppe, eine für Angehörige und bald auch eine Frauengruppe.
Ihren Infostand bauen sie nicht nur beim Selbsthilfe-Tag auf, sondern auch auf dem Volks- und Frühlingsfest. Depressionen sind nun mal Teil unserer Gesellschaft, sagt Engelhardt. Die Selbsthilfe ist längst die große Aufgabe seines Lebens. Das Gespräch im August muss er kurz unterbrechen: Die örtliche Volksbank ist da, um einen Spendenscheck zu überreichen.
Reden Sie doch mal mit Männern darüber«, schlug ihm seine Therapeutin vor. So erinnert es Jörg Engelhardt heute. Das war vor mehr als zehn Jahren. Weil Engelhardt aber kaum männliche Freunde hatte und schon gar keine, mit denen er über seine Probleme sprechen konnte, suchte er nach einer Selbsthilfegruppe für Männer wie ihn. Für Männer mit Depressionen. Weil er keine fand, gründete er selbst die Gruppe, die er brauchte.
An einem Montag im August lehnt Engelhardt lässig auf einem der Stühle, die im hessischen Obertshausen sonst einen Gesprächskreis bilden. Ein Mann Mitte 60, der mit Glatze und Ergrauen umzugehen weiß. Der nur schwarze Klamotten trägt, Adidas »Sambas« an den Füßen, dunkles Metall im rechten Ohr und ein Semikolon-Tattoo am linken Handgelenk. An den Wänden um ihn herum hängen Karten mit Sinnsprüchen über Mut und Stärke und schwarz gerahmte Fotos. Eins zeigt den toten Linkin-Park-Sängers Chester Bennington. Ein gelbes Schild mahnt: »Nichts, was hier gesprochen wird, verlässt diesen Raum!«
»Manchmal sitze ich hier und denke: Wenn jetzt jemand reinkommt, hält der uns für einen Comedyclub.«
Das Semikolon hat er sich vor drei Jahren stechen lassen, auf der Jubiläumsfeier einer befreundeten Selbsthilfegruppe im Odenwald. »Ich hatte schon ein, zwei Tattoos, aber die sind alle nicht sichtbar.« Nur das Semikolon sollte jeder sehen können, ohne fragen zu müssen. Das Motiv tragen viele auf der Haut, die Ähnliches hinter sich haben wie Engelhardt. Das Semikolon über seiner Pulsader bedeutet: Mein Satz hätte enden können, aber er ist nicht geendet. Dieser Satz ist sein Leben.
Therapie und Suizidgedanken
Die Trennung nach einer kurzen, intensiven Liebe vor 25 Jahren trieb Engelhardt in eine Lebenskrise, erzählt er. »Ich bin abgestürzt. Ich habe nur noch von Kaffee ohne Milch und Müsliriegeln gelebt. Ich war mir nichts mehr wert.« Drei Klinikaufenthalte folgten in nächsten Jahren, dazu eine Tagesklinik und ambulante Therapie. Mit der Depression zog auch die Suizidalität in sein Leben ein.
Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie – auch anonyme – Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.
»Ich hatte mir damals zwei Methoden ausgedacht.« Das eine sei der Sprung aus großer Höher gewesen, wo genau, wie genau, das tue nichts zur Sache. Die andere Methode: Autobahn, linke Spur, 180 km/h. »Und wenn ich einen Lkw überhole, zieh’ ich dem hinten rein. Peng, Ende.«
Als er dann, auf Rat seiner Therapeutin, das gesamte Rhein-Main-Gebiet nach einer Männergruppe erfolglos abgesucht hatte, versuchte er es noch einmal beim Selbsthilfebüro Offenbach. Dort, wo sie alle Gruppen im Umkreis koordinieren. »Der Cheffe da meinte: Machen Sie doch selbst eine auf, ist gar kein Hexenwerk!«
Gesagt, getan. »Ich hatte bis dato keinerlei Erfahrungen mit Selbsthilfe, ich kannte Gruppenarbeit nur aus den Kliniken. Ich habe es mir kurz erklären lassen und dann einfach losgelegt.« Anfangs trafen sie sich noch in Engelhardts Atelier. Wo der Künstler damals seine Bilder malte, war nun jeden zweiten Montag auch Männergruppe. Nach und nach kamen mehr.
Die Gruppe als Rettungsanker
Heute bietet die Gruppe einen Raum, in dem niemand erklären muss, warum er so fühlt, wie er fühlt. Der Jüngste von ihnen, sagt Engelhardt, sei knapp 30, der Älteste Mitte 70. »Die Krankheit verbindet uns. Der Oberstaatsanwalt hat die gleichen Symptome wie der Bürgergeldempfänger. Es zählt, was sie menschlich mitbringen.« Sie teilen ihre Erfahrungen, geben einander Halt, machen Mut. »Und manchmal sitze ich hier und denke: Wenn jetzt jemand reinkommt, hält der uns für einen Comedyclub.«
Einmal im Monat ist zusätzlich Spieleabend. Sie gehen zusammen zum Trommeln oder mit dem Hund spazieren, helfen einander bei Umzügen.
»Ich wäre froh gewesen, hätte ich damals mitbekommen, was einige hier heute finden.«
Zweimal schon war ihre gemeinsame WhatsApp-Gruppe auch Rettungsanker. »Wenn einer in akuter Krise ist, muss man genau in dem Moment da sein, ihn ins Gespräch verwickeln«, weiß Engelhardt aus eigener Erfahrung – und aus Veranstaltungen von FRANS, dem benachbarten Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention. »Es sind wenige Minuten, die entscheiden.« Man müsse einem Menschen dann nicht die heile Welt vorgaukeln, sagt er. »Sondern einfach sagen: Ich bin bei dir, ich fühle mit dir und sehe, wie scheiße es dir geht.« Das könne Leben retten.
Engagement und Erfolg
Vor sechs Jahren eröffnete Engelhardt eine zweite Gruppe, die erste war zu voll geworden. Mehr als zehn Männer sollten es nicht sein. »Ich will, dass jeder zu Wort kommt.« Nun treffen sich beide Gruppen montags im wöchentlichen Wechsel und Engelhardt leitet jeden Montag eine Sitzung.
Seine letzte Therapiestunde hatte Jörg Engelhardt vor knapp zwei Jahren. Die Depression hat heute nicht mehr ihn im Griff, sondern er sie. Zumindest meistens. Und manchmal, sagt er, ploppt noch ein Suizidgedanke auf. Plötzlich, auf der Autobahn beim Überholen. »Doch da ist nicht der Drang, es zu tun. Nur die Methode ist hängen geblieben.« Er kennt einige, denen es ähnlich geht. »Das ist nicht löschbar von der Festplatte.«
Heute hilft Engelhardt anderen. Weil er Menschen das geben will, was ihm selbst damals fehlte. »Ich wäre froh gewesen, hätte ich damals mitbekommen, was einige hier heute finden.«
Um nicht mehr nur Männern zu helfen, hat Engelhardt mit anderen im vorletzten Jahr einen Verein gegründet: LUIS HILFT. So gibt es nun auch eine gemischte Gruppe, eine für Angehörige und bald auch eine Frauengruppe.
Ihren Infostand bauen sie nicht nur beim Selbsthilfe-Tag auf, sondern auch auf dem Volks- und Frühlingsfest. Depressionen sind nun mal Teil unserer Gesellschaft, sagt Engelhardt. Die Selbsthilfe ist längst die große Aufgabe seines Lebens. Das Gespräch im August muss er kurz unterbrechen: Die örtliche Volksbank ist da, um einen Spendenscheck zu überreichen.
Kommentare
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musicus81 20.12.2025 13:53
Ich habe bisher immer den Eindruck gewonnen, dass es gesellschaftlich als Versagen eingestuft wird. Vielmehr sollte es als Stärke angesehen werden, darüber zu sprechen.
Fand es damals toll, dieses Interview zwischen "Kurt Krömer" und Torsten Sträter. War für mich ein schöner Moment.
Fand es damals toll, dieses Interview zwischen "Kurt Krömer" und Torsten Sträter. War für mich ein schöner Moment.
Steinbock75 20.12.2025 13:54
Finde ick janz Klasse. So eine Gruppe uff die Beene zustellen ist ja och nich einfach und wenn man dann noch selbst Probleme hat Wahnsinn. Ick zieh den Hut vor solchen Menschen und meinen Respekt haben sie.
musicus81 20.12.2025 14:01
Das Ding ist halt auch, Depressionen werden generell als sehr unsexy und teilweise sogar als "Red Flag" betrachtet. Unfairerweise. Depressionen sind ein Prozess, den ein Mensch durchläuft. Und wenn man da herauskommt, ist man stärker als vorher. Selbst, wenn es nur phasenweise ist
Steinbock75 20.12.2025 14:05
Dit ist aber och immer unterschiedlich. Mein Partner hat keene Depressionen sondern ne andere psychische Erkrankung und er hatte hier Depressionen drin stehen weil es heute eben doch irgendwie lockerer gesehen wird.
musicus81 20.12.2025 14:06
Ach so, ich vergesse oft, mich ausdrücklich zu bedanken. Liegt aber mehr am Autismus, meinen Depressionen geht's ganz gut ^^ lol
Thohom: Danke für's teilen!
Thohom: Danke für's teilen!
musicus81 20.12.2025 14:08
Steinbock: Das ist doch sowieso immer individuell. Ist doch so, wenn man jemanden mag, dann mag man jemand, auch wenn's jemandem mal schlecht geht
Und das geht in beide Richtungen, behaupte ich jetzt einfach mal ganz frech ^^
Und das geht in beide Richtungen, behaupte ich jetzt einfach mal ganz frech ^^
musicus81 20.12.2025 14:09
nee schlechte erziehung gar nicht mal, das ist im kopf immer schon so selbstverständlich für mich, dass ich es manchmal ganz vergesse. aber komplett anderes thema sorry ^^
(Nutzer gelöscht) 20.12.2025 14:39
Menschen des Jahres 2025.....ich finde Torsten Sträter hat es 2019 schon besser erwähnt - zu finden bei Youtube. Den Gedanken - an einer Depressions-App - finde ich klasse - von T. Sträter vorgeschlagen.
Wer diese entwickelt - wird wohl Ursachen-Möglichkeiten mit reinpacken - Wie den Tipp - die Schilddrüse untersuchen zu lassen.
Eine kostenlose App - wäre was für Frauen und Männer....oder gibt es diese schon - ich bin ja nicht die schnellste
Wer diese entwickelt - wird wohl Ursachen-Möglichkeiten mit reinpacken - Wie den Tipp - die Schilddrüse untersuchen zu lassen.
Eine kostenlose App - wäre was für Frauen und Männer....oder gibt es diese schon - ich bin ja nicht die schnellste
musicus81 20.12.2025 15:08
@Bile: Mmmmh ich weiß nicht. Verstehe den Ansatz schon, aber KI ist immer noch strohdoof... Kann eine App ein Gespräch mit einem auch nur halbwegs qualifizierten Menschen ersetzen? Ich bezweifle das immer noch.
(Nutzer gelöscht) 20.12.2025 15:37
stimmt - KI - kann/sollte keine Gespräche ersetzten
perfectday 20.12.2025 17:23
Was Depression mit einem macht, können meist nur Betroffene verstehen.
Sicher redet es sich auch leichter unter Frauen/unter Männern.
In meiner Familie gibt es 2 Männer, die vermutlich an Depression erkrankt waren. Ich habe es zu spät begriffen, beide sind bereits verstorben. Mehr Verständnis für ihre Krankheit hätte mit Sicherheit geholfen.
Sicher redet es sich auch leichter unter Frauen/unter Männern.
In meiner Familie gibt es 2 Männer, die vermutlich an Depression erkrankt waren. Ich habe es zu spät begriffen, beide sind bereits verstorben. Mehr Verständnis für ihre Krankheit hätte mit Sicherheit geholfen.
rollihexle 20.12.2025 17:30
Echt gut geschrieben. Das Verständnis Nichtbetroffener ist leider sehr oft nicht da, denn wenn es da wäre, würde das würde so manche Todesanzeige ersparen.
(Nutzer gelöscht) 20.12.2025 19:53
Leider werden auch Depressionen immer noch stark stigmatisiert.
Da sind für die Betroffenen sicher die Selbsthilfegruppen als geschützter Raum eine gute Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen.
Die Hemmschwelle wird sehr groß sein, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, da muss ja erstmal die eigene Antriebslosigkeit und der mögliche soziale Rückzug überwunden werden.
Wer das schafft, zollt meinen größten Respekt.
Da sind für die Betroffenen sicher die Selbsthilfegruppen als geschützter Raum eine gute Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen.
Die Hemmschwelle wird sehr groß sein, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, da muss ja erstmal die eigene Antriebslosigkeit und der mögliche soziale Rückzug überwunden werden.
Wer das schafft, zollt meinen größten Respekt.
Thohom 20.12.2025 20:09
Ich denke, dass man in so einer SHG nicht lange erklären muss, wenn man sagt: ich sitze im Loch.
Man bekommt dort auch keine Weisheiten, wie "geh Dich mal besaufen" oder "bums mal wieder".
Natürlich ist so ein "Pflichttermin" ein Grund aus seinem Loch herauszukommen und das hilft. Wenn man dann bei so einem Treffen einfach nur in der Ecke sitzt und beobachtet, sollte das auch gut sein. Es kann also ein sicherer Ort sein.
Der Autor des Textes stellte als wichtig heraus, dass jemand da ist oder einfach mal durchzählt, ob alle noch da sind. Das ist für mich eine Form der Achtsamkeit, einem selbst gegenüber, weil einem die Leute wichtig sind und auch die angefragten Leute merken, dass sie nicht allein sind.
Man bekommt dort auch keine Weisheiten, wie "geh Dich mal besaufen" oder "bums mal wieder".
Natürlich ist so ein "Pflichttermin" ein Grund aus seinem Loch herauszukommen und das hilft. Wenn man dann bei so einem Treffen einfach nur in der Ecke sitzt und beobachtet, sollte das auch gut sein. Es kann also ein sicherer Ort sein.
Der Autor des Textes stellte als wichtig heraus, dass jemand da ist oder einfach mal durchzählt, ob alle noch da sind. Das ist für mich eine Form der Achtsamkeit, einem selbst gegenüber, weil einem die Leute wichtig sind und auch die angefragten Leute merken, dass sie nicht allein sind.
Jetzt
Als Mann kenne ich das selber, dass Depressionen ein Tabuthema unter Männern sind. Ich denke aber auch, dass dieser Artikel für die Damenwelt interessant sein kann.