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Die Fähigkeit, sich zu freuen

Die Fähigkeit, sich zu freuen
Meine Freundin und ich diskutierten gestern über die Fähigkeit, sich zu freuen. Meine Freundin vertrat die These, dass diese Fähigkeit mit den Jahren abnimmt.
Ist das so? Sind kleine Kinder diejenigen, die sich am meisten freuen können? Wenn ja, warum ist das so?
Kann man die Fähigkeit, sich zu freuen, erlernen oder trainieren? Wenn ja, wie macht man das?
Ich bin gespannt auf eure Überlegungen!

Kommentare

 
Thohom 30.12.2025 13:31
Im Alter macht man vielleicht keine Luftsprünge mehr vor Freude und möglicherweise freut man sich auch "nur noch" innerlich.

Ich denke, es geht bei dem Thema allgemein mehr darum, ob man Gefühle zeigen kann und will.
 
(Nutzer gelöscht) 30.12.2025 13:33
smile
die Freundin meines Sohnes - steht morgens auf - und ist fröhlich,
einfach reizend 😊

wenn ich das nur auch könnte , 
wäre für Ratschläge dankbar,
ich werde wach - muss meine Standfähigkeit wachrütteln - kostet einfach Energie
 
Zenaida 30.12.2025 13:36
Interessantes Thema 👍

Kleine Kinder leben den Moment. Sie haben noch wenig Lebenserfahrung und nicht die Fähigkeit, zu relativieren. Deshalb empfinden sie alles stärker, nicht nur die Freude, sondern auch den Schmerz, die Wut, dietraurigkeit. Jedes Gefühl ist erst mal „absolut“.
 
Woelkchen 30.12.2025 13:38
Mehr freuen bei Kindern würde ich nicht sagen, sondern "Erwachsene" freuen sich anders. Dies beruht meiner Meinung nach auf der Lebenserfahrung. Kinder sind unschuldig und naiv und kennen "viele Schrecken" dieser Welt ja noch nicht.
 
Zenaida 30.12.2025 13:40
Das, was bei Erwachsenen als „abgeklärt“ empfunden wird, ist doch einfach nur die Möglichkeit, im kopf auf vergleichbare Situationen und Emotionen zu rekurrieren. Und dann weiß man schnell, dass auch der schlimmste Liebeskummer nicht von Dauer sein wird und dass auch tolle Momente wieder vorbei gehen. 

Ich denke aber nicht, dass man als erwachsener weniger Freude fühlt, nur ist diese Freude mehr eingebettet ins gesamte erleben.
 
fetzenfisch 30.12.2025 13:43
Hallo Lerato mein gesetzlicher Betreuer kam heute vor dem Mittagessen er ist für meinen schreibkram eigentlich zuständig und er hat sich ja eingesetzt für meinen Rollstuhl dass ich den Rollstuhl elektrorollstuhl bekomme den ich möchte wegen bestimmten Vorteilen mit Bordsteinkanten hochfahren und so und rede kam mir extra um mir zu sagen dass die Krankenkasse jetzt endlich nach zwei Jahren dem Sanitätshaus den Auftrag gegeben hat dass ich diesen Rollstuhl den ich haben möchte bekommen soll ich könnte im Dreieck springen vor Freude und ich bin erwachsen Gruß Margit
 
positivemind 30.12.2025 13:51
Ich denke, das ist eine Typsache und sehr individuell. Es gibt Menschen, die freuen sich auch als Erwachsene wie ein Kind, zehren von Genussmomenten, Vorfreude, Erinnerungen sehr. Es gibt Menschen, die freuen sich, tun dies aber eher im Stillen, denen merkt man ihre Freude nicht so an, das heißt aber nicht, dass sie nicht da ist. Und es gibt Menschen, die haben vielleicht tatsächlich Probleme, große Freude zu empfinden. 
Das hat eventuell mit der eigenen Geschichte zu tun, mit Prägungen, der Persönlichkeit und eigenen tief verankerten Glaubenssätzen. Und es gibt höchstwahrscheinlich auch alles dazwischen. 
Manchmal hängt es auch mit den jeweiligen Lebensphasen zusammen. Ob man sich generell wohlfühlt oder eine schwere Zeit hat. 

Ich denke, man kann Dankbarkeit, Achtsamkeit, und Selbstfürsorge Schritt für Schritt trainieren und damit die Wahrscheinlichkeit Freude zu empfinden empfinden eventuell erhöhen. 
Ob man die Freude selbst trainieren kann, weiß ich nicht. Und ich glaube auch nicht, dass es sinnvoll ist, plötzlich ganz viel Freude empfinden zu wollen. Das setzt wahrscheinlich eher unter Druck und führt zum Gegenteil. 

Man kann versuchen, zu sich selbst gut zu sein, Dinge zu tun, die einem Freude bereiten und den Alltag verschönern. Man kann versuchen, sich immer wieder bewusst zu machen, was man hat und dass man dafür dankbar ist. 
Aber jeder Mensch hat glaube ich unterschiedliche Voraussetzungen und das ist auch ok. 

Ich finde nicht, dass man pauschal sagen kann, dass die Fähigkeit zur Freude mit den Jahren abnimmt. Ich sehe das nicht so und mache andere Erfahrungen. Es kommt meiner Meinung nach sehr auf den Menschen an sich an.
 
(Nutzer gelöscht) 30.12.2025 13:52
Wäre schön ,wenn einem dieses Freuen ,dass Kinder noch / haben , erhalten bleiben würde. Ist es doch freuen , des freuens wegen , ehrlich und echt und es bedarf nicht viel dazu. Wir älteren , freuen uns auch , wobei dieses Freuen oft mehr , Dankbarkeit ist , dankbar sein fuer Dinge , die nicht / mehr selbstverständlich sind und froh darüber , sie noch erleben zu dürfen. 
Letztlich spielt natuerlich das Leben das man hat , eine große Rolle ..ist man eingebunden in eine glückliche Familie ,oder aber allein , im schlechtesten Fall noch krank ,dass alles macht es einem schwer, überhaupt positiv dem Leben gegenüber zu stehen. Ich denke , sich an etwas oder jemandem zu freuen , ist auch in schlechten Zeiten möglich , wenn man es versucht . Letztlich gibt es immer etwas , woran man sich freuen kann, man muss nur seinen Blick dafuer offen halten.. .
 
rollihexle 30.12.2025 13:58
Es sind die kleinen Dinge, die mir Freude machen, z. B. während des Einkaufs, wenn die Kleinen interessiert schauen, was da fährt und die meisten reagieren positiv aufs Ansprechen und es kommt dann immer ein Lächeln, oder wenn ein Hund mich erkennt und mich freudig begrüsst, na gut die Schlawiner wissen genau, dass ich was bei habe, im Herbst, wenn sich die Blätter in den schönsten Farben zeigen finde ich das wunderschön und egal wie alt ich bin, wenn genug Laub am Boden liegt wird da durchgefahren, auch wenn alles so schön verschneit ist das einfach ein 😧erlebnis.
 
(Nutzer gelöscht) 30.12.2025 14:01
Nein, ich denke nicht, dass es abnimmt. Aber bestimmte Umstände, wie z.B. körperliche Schmerzen schränken doch vielleicht ein.

Bei mir gibt es kleine Freuden, große Freuden und unsichtbare Freuden.

Und ich springe auch durchaus sichtbar im Kreis, juchze laut (ich hoffe der deutsche Staatsbürger versteht den Ausdruck😁), sehr zur Verwunderung meiner Katze. Die mich dann immer sehr entrückt anguckt🤣

Die stille Freude ist dann einfach ein stehen und wirken lassen.

Ich denke, das ist einfach Typ bedingt, wie man dies äußert.
 
(Nutzer gelöscht) 30.12.2025 14:03
Ich denke, freuen ist eine Frage der Konzentration. Kinder sind in der Lage, sich im Moment auf dieses eine Spielzeug oder auf diese eine verlängerte Fernseh-Erlaubnis zu konzentrieren. Und ihren dabei empfundenen Gefühlen freien Lauf zu lassen. 

Im Erwachsenen-Alter freut man sich vielleicht genau so intensiv. Aber man verliert dadurch nicht (immer) völlig die Umwelt und die anderen Umstände des Lebens aus den Augen. Also drückt man seine Freude "angemessener" aus. Nicht zu überschwänglich. Nicht zu desinteressiert. 

Menschen im Umfeld sehen gerade das als zu übertrieben oder zu unterkühlt an. Doch das sollte deren Problem sein. 🙂
 
Haferflocken 30.12.2025 14:08
Der Text stellt die These auf, dass die Fähigkeit, sich zu freuen, mit dem Alter abnimmt. Kleine Kinder zeigen oft mehr Begeisterung, weil ihre Welt neu ist. Im Laufe der Zeit verlernen viele diese Freude, werden zynischer und vorsichtiger. Die Fähigkeit zur Freude lässt sich jedoch wieder erlernen, indem man bewusst positiven Dingen Aufmerksamkeit schenkt und Freude als Haltung kultiviert. Es geht weniger ums Alter, als um die bewusste Entscheidung, offen und lebendig zu bleiben.
 
Lerato77 30.12.2025 14:31
Wow, wie cool ist das denn! Da gehe ich mal für eine halbe Stunde spazieren, komme wieder und finde so viele tolle Gedankenanregungen vor, dass ich sie gar nicht einzeln kommentieren kann. Danke euch allen!
 
Lerato77 30.12.2025 14:34
Fetzi, es freut mich sehr, dass du endlich deinen Elektrorollstuhl bekommen hast!
 
EinedieserSteine 30.12.2025 14:36
Ich glaube, es wird überschätzt, dass Kinder sich so viel mehr freuen als Erwachsene.
 
musicus81 30.12.2025 14:46
hmm freude. ernsthafte, wahre und unbekümmerte freude? ich glaub, das gefühl kenne ich gar nicht mehr
 
Lerato77 30.12.2025 14:57
Musicus, ich denke, dass es für Leute mit psychischen Erkrankungen wie z.B. Depressionen noch mal schwerer ist, Freude zu empfinden. Ich schließe mich aber positivemind und Haferflocken an, ich glaube schon, dass man das trainieren kann - ich rede da auch aus eigener Erfahrung.
Ich wünsche dir und allen, die ähnlich empfinden, dass auch für dich wieder bessere Zeiten kommen!
 
musicus81 30.12.2025 16:24
also danke für deine lieben worte, lerato77. also ich bin nicht tendenziell dauerdepressiv und betrachte alles nur durch eine schwarze linse. was das mit der frude angeht, hab ich nur ein bisschen angst, meine gedanken offenzulegen. in der vagen vermutung, es könnte andere menschen zerbrechen, wenn ich es nicht richtig formuliere. ist für mich persönlich ne ganz schwierige sache, aber deshalb hab ich überhaupt erst drauf geantwortet, weil es ein sehr wichtiges thema für mich ist.
 
Johannes0815 30.12.2025 16:35
Es gibt in der Tat den Begriff der "Glückskurve", die Abhängigkeit des empfundenen Glücks vom Lebensalter.

Gemein ist den meisten Studien der Talpunkt um die 50 Lebensjahre, die vielbeschriebene "Midlife Crisis".  Das Sicheingestehen müssen, dass bestimmte Lebensträume nicht mehr realisierbar sind, die ersten gesundheiltlichen/privaten und Querschläger ...

Dann gehts erst mal wieder aufwärts um in den letzen Lebensjahren nochmal abwärts zu gehen.
Vermehrte körperliche Einschränkungen, damit verbunden weniger Aktivtät möglich, der Verlust vom Partner, das Abnehmen der sozialen Kontakte lassen viele das Leben nicht mehr so lebenswert erscheinen wie früher.
Früher war man ein Baum im Wald, zum Lebensende der Baum auf einer Lichtung...

Erstaunllich für mich war, dass einige neuere Studien eine Abnahme des gefühlten Glücklichseins nun bei der jüngeren Generation aufzeigt. Folge der Isolation während der Coronajahre, immer mehr Zeit verbringen in den sozialen Medien statt im realen Leben ?
 
Lerato77 30.12.2025 16:47
Ich wusste nicht, dass es solche Untersuchungen gibt. Danke Johannes.
 
Nordroller 30.12.2025 16:54
Überraschung möchte ich auch mit Freude verbinden.
 
Johannes0815 30.12.2025 16:56
@Lerato77
Die Datenlage ist da leider nicht so eindeutig ..
Umd es ist ja nur Statistik aber dennoch interessant 😉, 
Die indivuellen Lebensumstände können davon ganz verschieden sein 

@fetzenfisch
Es freut mich sehr, dass Dein Betreuer sich so für Dich eingesetzt hat und endlich im Kampf mit der Krankenkasse erfolgreich war.
Das ist dich ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk!
Glückwünsch zum neuen ERollstuhl !
 
(Nutzer gelöscht) 30.12.2025 17:10
Ich finde es schön, Kinder leben im Hier und Jetzt.
Kinder zeigen Freude sehr offen.
Erwachsene unterdrücken oftmals ihre Freude, um nicht als "kindisch" wahrgenommen zu werden.
Wollen sich beherrschen, ihre Freude zeigt sich bei einigen sehr kontrolliert.
 
Nordlicht1961 30.12.2025 18:40
Meinst du kindisch oder kindlich, @Annie? Kindisch hat für viele eine eher negative Bedeutung, kindlich ist da mE passender, weil das als positiver angesehen wird, also für mich ist das so und ich nehme an, für viele andere auch. 

Wenn sich jemand so richtig doll freuen kann, ist das für mich etwas ganz Lebendiges und Erfrischendes und oft auch etwas Ansteckendes.
 
Frangipani1962 30.12.2025 18:40
Erstmal: das ist ein interessanter Blog, der zu intensivem Austausch anregt. 
Danke dafür. 😊
Dass die Fähigkeit zum Empfinden von Freude mit den Jahren abnimmt glaube ich auch. Ich schließe mich denen an, die der "Additionsthese" folgen. 
Je mehr Lebenserfahrung ein Mensch hat, desto selbstverständlicher werden Glücksmomente. Die gegenteiligen Momente natürlich auch. Und da kommt mal wieder die Fähigkeit zum positiven Denken ins Spiel...
Sehe ich eine Situation als "Niederlage" oder als "Lernfeld"? 
Natürlich gibt es auch Faktoren, die ein Mensch wenig beeinflussen kann. 
Wenn z. B. ein Partner verstirbt oder ein Enkelkind das Licht der Welt erblickt...das ändert die Perspektive merklich.
Hier wurde auch schon die psychische Befindlichkeit erwähnt. 
Es sind mMn immer mehrere Faktoren, die Freude empfinden lassen.
Noch ein passendes Zitat: 
Nur wer Wolken und Regen kennt, der kann die Farben des Regenbogens sehen. 🌈🌈🌈
 
(Nutzer gelöscht) 30.12.2025 19:02
@Nordlicht1961, sorry, da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen.
Ich meinte kindlich / spielerisch und neugierig....
 
Nordlicht1961 30.12.2025 19:16
Kann es sein, dass man sich als Erwachsener mit mehr Lebenserfahrung vielleicht anders freut als als Kind, das unmittelbar auf etwas reagiert, viel mehr im Hier und Jetzt ist und dem das vielleicht nicht so bewusst ist? 

Als Erwachsener kann man sich natürlich auch ganz spontan über etwas freuen. Jedenfalls wäre das schön und wertvoll, das zu können. Gewiss kann man das üben, das wurde ja auch schon mehrfach hier erwähnt. Also ich kann das und mag es auch sehr. Mir ist das aber auch viel bewusster als früher und ich bin froh und auch dankbar, mir das bewahrt zu haben trotz aller Stürme, Täler und Untiefen, die das Leben so bereithält. 

Es gibt auch eine Art von Freuen, die man als Kind noch nicht so hatte. Nämlich eine tiefe, innere Freude über das, was da an Gutem war und ist, was man Gutes erlebt hat und erlebt. Das kann man wohl auch als das Wahrnehmen von Glück bezeichnen. Auch als das Empfinden von Dankbarkeit gehört mE dazu. 

Ob das jetzt alles so perfekt durchdacht ist, kann ich gar nicht sagen. Das ist mir relativ spontan eingefallen beim Nachdenken über das Thema. Danke übrigens dafür, das ist ein sehr schönes und interessantes.
 
Nordlicht1961 30.12.2025 19:17
Das dachte ich mir schon, @Annie. 😊👍🏼
 
(Nutzer gelöscht) 30.12.2025 19:24
Ja, Nordlicht, das passiert mir öfter, wenn ich voller Freude und Eifer in einem schönen Blog schreibe.
Ich kann auch viel über mich selbst lachen, das haben auch so einige verlernt.
 
Nordlicht1961 30.12.2025 19:24
19:16 Uhr, bitte gedanklich einmal ein „als“ im vorletzten Absatz streichen.
 
Nordlicht1961 30.12.2025 19:25
Ja, Annie, das stimmt, das sollte man können, das macht vieles einfacher und leichter.
 
Thohom 30.12.2025 19:41
Introvertierte Menschen freuen sich vermutlich auch anders, wie Menschen, die mehr zu einem extrovertierten Verhalten neigen.
Zwischen den Extremen gibt es alle möglichen Schattierungen dazwischen.

Die nächste Frage ist: Will man seine Gefühle zeigen? Hat man schlechte Erfahrungen gemacht, weil man seine Gefühle "großzügig" gezeigt hat?
 
Lerato77 30.12.2025 19:49
Thohom, natürlich gibt es Menschen, denen man es aberzogen hat, ihre Gefühle zu zeigen. Nicht nur Freude, sondern v.a. auch Trauer und Wut. Ich glaube aber, dass in diesem Thema noch mehr drin steckt.
 
Thohom 30.12.2025 19:52
Abgezogen haben sie es sich vielleicht auch selber, weil sie schlechte Erfahrung damit gemacht haben, wie auf ihre Reaktionen reagiert wird
 
Lerato77 30.12.2025 19:53
Ich freue mich über alle, die heute zu diesem Blog beigetragen haben und sage danke! Wir können dieses interessante Gespräch gerne morgen fortsetzen, ich lasse nicht gerne einen Blog über Nacht unbeaufsichtigt und schließe ihn jetzt bis morgen früh.
 
Thohom 30.12.2025 19:53
Jungen weinen nicht, ist vielleicht ein Beispiel dazu.

OK, passt nun nicht zum sich freuen.
 
Zenaida 30.12.2025 19:59
„Früher war man ein Baum im Wald, zum Lebensende der Baum auf einer Lichtung...“

Johannes, das ist ein sehr schönes bild. Danke dafür! 

Das erlebe ich gerade bei meinen Eltern und in deren Umfeld und im Umfeld der Eltern meiner freunde. Seit ca einem jahr spür ich so ne latente Traurigkeit, die mir früher völlig fremd war. Ich hab sie definiert als „Abschiedsschmerz auf Raten“. Bei jedem Abschied von meinen Eltern muss ich weinen, das war früher nie der Fall. Es ist überhaupt nicht so, dass das nicht auszuhalten wäre, aber es ist halt traurig. Man weiß nie, wie oft man sich noch sieht. Und wie oft man sich noch in derselben Verfassung sieht. Natürlich, auch gleichaltrige Freunde kann ich zum letzten Mal gesehen haben, aber die Wahrscheinlichkeit ist halt ne andere. 

Ich glaube, das ist ein Trick der Psyche, um dann, beim wirklichen Verlust, nicht so unvorbereitet dazustehen. Keine Ahnung, ob das stimmt, hab mir das so zurechtgelegt. So ähnlich, wie die Natur es so eingerichtet hat, dass die Kinder in der Pubertät anstrengend werden, weil man sie nie ziehen lassen könnte, wenn sie bis zum Auszug so niedlich wären wie mit drei. zwinkerndes Smiley 

Ich kann mich auch heute noch extrem freuen. So, dass es sich anfühlt, als würde jede einzelne Körperzelle vor Glück platzen. Aber diese Momente sind etwas seltener geworden als früher, mit 5 oder 15 oder 25. Das Leben fühlt sich überschaubarer an heute, was auch schön ist. Da lauert nicht mehr hinter jedem Busch ne tolle und spannende Überraschung. Früher war das halt schon so. Allerdings hab ich mich früher auch auf Dinge eingelassen, die durchaus gefährlich waren und die ich heute meiden würde. 🙈
 
Lerato77 31.12.2025 07:43
Guten Morgen!
Ihr dürft wieder 😉 
Und wenn ihr mögt, nehmt doch den zweiten Teil des Eingangstextes noch mal vor, wenn noch nicht geschehen:
Kann man die Fähigkeit, sich zu freuen, lernen? Wie kann man sie trainieren?
Ich wünsche uns einen guten Austausch!
Bitte bleibt auch heute respektvoll.
 
vrono 31.12.2025 09:05
Guten Morgen, 

Gestern beim Einkauf im Biomarkt, blieb ein älterer Herr an mir „kleben“. Blicke..wenige Momente.. als er später mit seinem Wagen an mir und meinem Rolli vorbeifuhr, ließ er die Scheibe herunter und setzte ein Stück zurück. Es kam zu einem Gespräch, weil er nicht glauben konnte, welch positiv freudige Ausstrahlung ich da habe… er träfe solche Menschen nie

Heute Morgen trafen wir uns wieder vor einem Getränkeautomaten - anderes Geschäft - purer Zufall und viel zu früh am Tag - ich konnte seit Monaten nicht mehr einkaufen so ohne Begleitung (heute zu Silvester nutzte ich den leeren Supermarkt in aller Frühe)… 
Er wurde direkt auf mich aufmerksam - und wieder ein Gespräch… der jüngere Bruder über zwölf Jahre nun dem Krebs erlegen - aber man habe immer wieder bis zum Schluss herumgeblödelt und schöne Momente geteilt.
 Ja, bei ihm könnten die Leute auch nicht glauben, dass er jeden Tag aufsteht und überglücklich ist. „Schlecht gelaunt sind schon die anderen“ so sein Credo. 

Und ich fragte, ob er gerne Schwimmen geht - jetzt habe ich seine Visitenkarte und darf anrufen - glückliche Familie, und bald ist Enkel Nummer zwölf unterwegs.. 

Das ist pure Lebensfreude - nicht wie ein Kind - sie kommt tief von innen heraus und macht alles leicht und unbekümmert und jede Kleinigkeit wertvoll.
Solche Begegnungen sind es ohnehin.
 
Samantha44 31.12.2025 09:06
guten morgen lerato🙂  ich finde, dass man freude erlernen kann, auch wenns schon länger gedauert hat, sie wieder in den alltag umzuleiten. dann kommt natürlich die frage,wie mache ich jemanden freude, bei der ich selbst auch wieder freude verspüre. selbstlose freude ist allerdings die schönste freude.....manchmal begegnet sie dir und du spürst richtig, wie dir warm ums herz wird.❤
 
Lerato77 31.12.2025 09:11
Moin Vrono und Sami!
 
(Nutzer gelöscht) 31.12.2025 09:21
Guten Morgen☕

die Fähigkeit sich zu freuen steckt wohl in einem
und sollte diese mal überdeckt werden vom Leben - warum auch immer,
so geht es mir - werde ich diese wieder bewusst hervorlocken.
Der tolle Begriff der Glückskurve - hier aus dem Blog entnommen - zeigt mir persönlich - das ich es evtl - mit Zufriedenheit erreichen kann im alter. 
Mit Freude wach werden - da hilf mir Musik, mit Freude sich bewusst Genussmomente ermöglichen, mit Freude Kinder betrachten bewusst öfters ein lächeln auf den Lippen setzen.
Mit Freude einen Rückblick gestalten und sagen ......ja das war toll
 
Lerato77 31.12.2025 09:47
Moin Bile, das sind gute Ideen!
 
Zenaida 31.12.2025 13:12
Ob man die Freude lernen kann? Vermutlich ist die psychische Grundkonstitution angelegt. Das kann man bei Geschwistern oft beobachten, die im selben Umfeld völlig unterschiedlich sind. Der eine ist ernster, der andere strahlt jeden Tag mit der sonne um die Wette und hat ein sehr ansteckendes Lachen, nimmt das Leben leicht und tut sich leicht, während der erste gerne grübelt und mit Schwierigkeiten hadert. 

Aber ich kann mich erinnern, dass wir, wenn meine Oma zu Besuch war, als Kinder immer abends gemeinsam überlegt haben, was am jeweiligen Tag besonders schön war. Man kann lernen, den Fokus bewusst darauf zu legen und dafür dankbar zu sein. Interessant finde ich im Nachhinein, dass ich da oft ganz viele Dinge gefunden habe, die großartig waren im Tagesverlauf, während mein Bruder oft erst mal die „blöden Erlebnisse“ im Kopf hatte. Aber meine Oma und auch meine Eltern haben es ganz gut geschafft, die „blöden Dinge“ entweder gleich zu besprechen, so dass da kein Grübeln mehr nötig war oder eben eine Lösung am nächsten Tag in Aussicht zu stellen, je nach Situation ein Anruf oder was auch immer zu einer Klärung nötig war. Und dann konnte auch er die „guten Dinge des Tages“ sehen. 

Ich hab das mit meinem Kind nicht ganz regelmäßig, aber sehr oft auch so gemacht.
 
Lerato77 31.12.2025 13:20
Zenaida, das ist ein tolles Ritual!
 
Julchen89 31.12.2025 13:21
Also ich denke die Fähigkeit, sich zu freuen, verschwindet nicht einfach mit dem alter. Sie wird eher überdeckt. Irgendwann liegt da so viel Zeug drauf wie verantwortung, Erwartungen, Stress, Vergleich mit anderen, Dauerbeschallung durch schlechte Nachrichten und dieser innere Erwachsene, der bei jedem schönen Moment erstmal prüft, ob er auch "verdient" ist. Spoiler: Der versaut einem zuverlässig die Party.

Kinder können sich nicht deshalb besser freuen, weil sie irgendwie magischer sind, sondern weil sie noch nicht alles zerdenken. Die sind einfach da. Ein Stock ist spannend, ein Käfer faszinierend, ein dummer witz zum totlachen. Keine Einordnung, kein Ranking, kein aber. Freude passiert einfach.
Erwachsene machen aus Freude ein Projekt. Oder eine Bedingung. Erst wenn alles erledigt ist. Erst wenn es Sinn macht. Erst wenn es lange anhält. Und genau damit verschwindet sie wieder. Freude ist nämlich nicht stabil, planbar oder logisch. Die kommt kurz vorbei, setzt sich neben dich und geht wieder, wenn man sie festhalten will. Man kann das wieder lernen, ja. Aber nicht, indem man sich zwingt, positiv zu denken oder dankbar zu sein. Sondern indem man aufhört, jeden Moment zu bewerten. Indem man kleine Dinge gelten lässt, ohne sie kleinzureden. Indem man sich erlaubt, sich über unsinn zu freuen, ohne sich dafür innerlich zu entschuldigen. Am Ende ist Freude nichts, was man optimiert. Sie ist eher etwas, das wieder auftaucht, wenn man aufhört, ihr im weg zu stehen
 
Lerato77 31.12.2025 13:30
Sie kommt kurz vorbei und setzt sich neben dich... Danke Jule für dieses anschauliche Bild!
 
Zenaida 31.12.2025 14:13
Ich frage oft Menschen in meinem Umfeld, worauf sie sich freuen. Manche müssen erst mal überlegen und antworten dann mit großen Dingen wie Urlaub, Weihnachten oder so. Andere freuen sich auf den gemeinsamen Kaffee am Nachmittag oder auf ein Kartenspiel. Diese menschen strahlen die Freude auch oft aus. Wie soll ich sagen? Der Umgang mit solchen Menschen, die sich ständig auf irgendwas freuen, macht mir mehr spaß. Lebensfreude ist halt ansteckend.
 
Wonni 31.12.2025 14:30
Ich habe eher die Fähigkeit, mich mit/für andere zu freuen,.als für mich selbst. Aber, bei sehr großer Freude/Glücksgefühlen, kullern auch gern mal ein paar Freudentränchen.
 
Lerato77 31.12.2025 15:05
Ja Zenaida, Lebensfreude ist ansteckend!
Und hallo auch an Wonni!
 
Julchen89 31.12.2025 15:43
Naja. Man kann sich freuen, oder man kann sich freuen ... das sind irgendwie zwei verschiedene Paar Schuhe, trotz gleichem Wort. Ersteres (oder Letzteres) würde ich aber auch wieder bedingungslos fühlen können 😉
 
Zenaida 31.12.2025 15:43
Wonni, sich für andere freuen können, finde ich sehr sympathisch. Aber das schließt sich doch nicht aus, oder? Man kann sich doch für andere freuen und gleichzeitig auch für sich selbst. Ich erlebe das sogar oft gleichzeitig, weil sich da die Freude wie bei nem pingpong irgendwie hin und her spielt. Wenn ich jemandem z.b. ein Geschenk mache und derjenige sich richtig freut, dann freut mich das auch und darüber freut sich der andere dann wieder, weil mir seine Freude zur eigenen Freude gereicht - und natürlich das Glücksgefühl, mit dem Geschenk ins Schwarze getroffen zu haben. Und so hüpft die Freude hin und her lachendes Smiley

Mir fällt gerade ein: es gibt Menschen, die es komischerweise nicht mögen, wenn sich die Freunde untereinander auch verstehen, mögen und sich anfreunden. Die wollen dann immer dabei sein, weil sie diese Menschen ja sozusagen miteinander in Kontakt gebracht haben. Das hab ich noch nie verstanden. Es ist doch toll, wenn sich meine Freunde auch untereinander mögen und sich auch mal einfach so verabreden, ohne dass ich dabei bin, wenn ich gerade nicht kann oder keine Lust habe. Da finde ich Menschen, die diesbezüglich auch entspannt sind, viel angenehmer. Ich hab keine Ahnung, woher das kommt, dass man sich an die Freunde krallt und da sorgsam darauf achtet, dass die sich nicht miteinander vernetzen. Kennt ihr das? Das ist sozusagen das Gegenteil von dem, was du beschreibst, wonni. Da freut sich jemand ausdrücklich nicht, wenn sich andere miteinander und aneinander freuen, ohne dass derjenige direkt dabei ist. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass da wenig kommt, wenn man explizit nachfragt, wo da das Problem liegt. Eine Bekannte meinte mal, sie habe Verlustängste, dass sich ihre Freunde dann von ihr abwenden, wenn sie sich mit mir (oder anderen) befreunden. Aber warum? ich kann doch die andere Person nicht ersetzen. Ich bin doch ganz anders…
 
Zenaida 31.12.2025 15:44
Welche zwei arten von freuen meinst du, Julchen? Den unterschied zwischen „sich auf etwas/jemanden freuen“ und „sich an etwas/jemandem erfreuen“?
 
Lerato77 31.12.2025 15:46
Julchen, wie meinst du das?
 
Julchen89 31.12.2025 15:47
Schwer zu beschreiben, wie ich das gerade definiere. Aber man kann sich nach "außen hin" freuen, oder man kann es richtig fühlen. Beides geht natürlich auch. Irgendwie ist da bei mir im Laufe der Zeit tierisch etwas innerlich zerbrochen, was sich auch auf die Empfindung von Freude auswirkt
 
Wonni 31.12.2025 15:48
Ja, das ist ein sehr gutes Beispiel mit dem Beschenken @Zenaida. Das mache ich wirklich sehr gern und es führt dann zu beidseitiger Freude, das stimmt.
 
Julchen89 31.12.2025 15:48
Ach ja, da hab ich einmal einen Bandscheibenvorfall und werde direkt melancholisch 😏
 
Lerato77 31.12.2025 15:49
Julchen, das tut mir leid - ich hoffe, es heilt wieder!
Danke für die Erklärung.
 
Zenaida 31.12.2025 15:54
Julchen, aber das „Nach außen hin freuen“ ist dann eher gespielt, oder nicht? Das merkt man doch recht schnell, wenn die Freude gar nicht echt ist. Ich denke, das kann nicht jeder, das muss man gut geübt haben. Also bei mir merkt man das sofort, wenn ich nicht authentisch bin und anstandshalber irgendwie gute Miene zum bösen spiel zu machen versuche. 

Mist, Bandscheibenvorfall zwischen den Feiertagen. Da wünsche ich dir die richtige Behandlung und ne gute schmerzmedikation. Hab die Erfahrung selbst noch nicht machen müssen, aber kenne das aus dem Freundeskreis. 🤗
 
Julchen89 31.12.2025 16:00
Nö, ich freue mich schon ehrlich. Aber eben nicht mehr so "schön", wie es mal war. Ich habe aber beobachtet, dass es doch sehr überdeckt sein kann. Danke für die Genesungswünsche 🤗
 
Zenaida 31.12.2025 16:15
Hm, meinst du vielleicht so was wie die Freude als kleines Kind, solange man noch ans Christkind oder den Weihnachtsmann geglaubt hat im Unterschied zur Freude danach, wenn man herausgefunden hat, woher die Geschenke in Wirklichkeit kommen? Man freut sich über die Geschenke auch ganz ehrlich, aber es ist nicht mehr so magisch und mythisch wie vorher und es schwingt immer so ein bisschen Enttäuschung mit, weil es eben nicht das Christkind ist, das einen so zauberhaft beschenkt? 

Also beides mal echte Freude, aber die zweite halt etwas getrübt, während die erste unvorstellbar groß und ungetrübt ist? So in der Art?
 
Zenaida 31.12.2025 17:41
Das hab ich gerade von einer sehr guten Freundin geschickt bekommen. Ich dachte, es passt irgendwie hier her. Glück und Freude liegen ja nicht so weit auseinander. zwinkerndes Smiley 

„Glück ist eine stille Stunde, 
Glück ist auch ein gutes Buch, 
Glück ist Spaß in froher Runde, 
Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden, 
Glück kennt keine Jahreszeit, 
Glück hat immer der gefunden, 
der sich seines Lebens freut.“

Clemens Brentano

Ich wünsche allen hier regelmäßig eine spürbare Portion dieses oder jenes Glücks. zwinkerndes Smiley
 
Simphony86 31.12.2025 18:05
Ich finde, dass man auch als Erwachsener durchaus auch noch solche Momente des Glücks haben kann, wenn man es lernt wieder die kleinen Dinge wieder wahrzunehmen, wie hier schon geschrieben wurde. Hatte heute auch so ein kleines Erlebnis, das mir direkt ein Lächeln in das Gesicht zauberte, blauer Himmel draußen, dazu schöner Vogelgesang auf dem Weg zur Arbeit, das hat bei mir schon ausgereicht um mir ein Lächeln hervorzulocken und die Stimmung deutlich aufzulockern.

Klar ist man nicht mehr so sorgenfrei wie Kinder, aber ein wenig kindliches Gemüt sollte man sich dennoch behalten in dieser manchmal so düster grau erscheinenden Welt ist meine Meinung.
 
Lerato77 31.12.2025 18:39
Hallo Simphony, schön, dass du auch da bist.
Ich habe noch was vor und ihr vielleicht auch?
Ich schließe für heute diesen Blog und danke allen, die vorbeigeschaut haben. Kommt gut ins neue Jahr!
Ich mache morgen früh wieder auf.
 
Lerato77 01.01.2026 11:28
Moin, ich wünsche allen, die bis hier mitgelesen haben, ein freudvolles und gesegnetes Jahr 2026 mit vielen großen und kleinen Glücksmomenten! Und vielleicht mag der eine oder die andere es auch als Chance nehmen, die Fähigkeit, sich zu freuen, wieder mehr zu trainieren...
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