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Kinderheim früher und heute. Die Wahrheit hinter dem Vorhang. Wer weiß was darüber.

Kinderheim früher und heute. Die Wahrheit hinter dem Vorhang. Wer weiß was darüber.
https://www.widersprueche-zeitschrift.de/de/heft/wem-hilft-die-kinder-und-jugendhilfe-ii-heimerziehung-und-heimerfahrung

Kommentare

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Musikgirl95 17.01.2026 09:26
Ich bin im Kinderheim groß geworden.
 
rollihexle 17.01.2026 09:44
Kinderheim, von innen kennen viele aus meiner Schulzeit, das war auch mal mein Zuhause, rückblickend muss ich sagen es wäre ziemlich sicher besser gewesen wär ich dort geblieben.

OK, weiss nicht welches dann das bessere Leben gewesen wäre, was die Zukunft anbetraf.
 
Julchen89 17.01.2026 11:04
Ich war auch eine Zeit lang im Heim. In dieser Zeit kann ich eigentlich nur die sanitären Möglichkeiten bemängeln. Auf 7 junge Frauen kam ein Bad.... Essen war super, Umgang war locker. Kein Mobbing oder Ausgrenzung, sehr viele Freiheiten
 
Weitblick 17.01.2026 11:25
Ich war in meiner Jugend in einem Internat. Es war das Beste, was mir passieren konnte. Diese Zeit prägt mich bis heute und hat mich stark gemacht.

Aber aus meiner beruflichen Tätigkeit weiß ich, es war einer der wenigen Ausnahmen.

Meistens werden in Heimen und Internaten Persönlichkeiten mutwillig gebrochen! Gewalt jeglicher Art sind dort die Regel, nicht die Ausnahme.
 
perfectday 17.01.2026 20:17
Nur wer selbst im Heim war,kann meiner Meinung nach etwas dazu sagen. Oder wer dort arbeitet. Also Menschen die Heime über einen längeren Zeitpunkt von innen erleben.

Und die Meinungen werden vermutlich weit auseinander gehen.
Das hat meiner Meinung auch viel damit zu tun, was das Kind vorher erlebt hat.
 
Zenaida 17.01.2026 21:19
Meine Mama hat ihre Gymnasialzeit im Internat verbracht. Bei Nonnen. Es gab in der Nähe nur ein Gymnasium für Knaben. Ihr hat es gut gefallen und es gibt bis heute bestehende Freundschaften…. Die, die es nicht mehr gibt, sind verstorben.
 
LebenslustIch 18.01.2026 01:17
Meine Mutter ist mit 4 Jahren 1944 in ein kath . Heim in Gelsenkirchen gekommen , sie war dort bis sie 21 war. 
Sie hatte leider wenig schönen Erinnerungen. 
Sie hat mir oft davon erzählt.
Die Nonnen waren übergriffig und gewalttätig.
Die Mädchen schliefen in Schlafsälen mit circa 20 Personen plus einer Nonne, diese kontrollierte mit Rohrstock, daß die Hände über der Bettdecke waren. 
Damals galt, es wird gegessen was auf dem Teller kommt. Die Kinder sollten wohl genährt sein, es wurden einige von Amerikanern adoptiert. 
Toilettenzeiten waren vorgegeben und eine Nonne kontrollierte, daß die Füsse richtig rum standen, somit wurde unterbunden, daß die Mädchen sich erbrachen. 
Das Heim durfte nur zum Schulbesuch verlassen werden, als Jugendliche gab sie vor Zahnschmerzen zu haben um raus zu können, sie wurde zum Zahnarzt geschickt, der ihr einen gesunden Backenzahn zog. Meine Mutter hatte bis auf die Zahnlücke ein fast perfektes Gebiss. Sie hat sich gegen Zahnersatz entschieden,  die Lücke war wie eine Mahnung aus alten Zeiten. 
Diese Zeit hat meine Mutter sehr geprägt. Die Nonnen waren lieblos , das Heim eher eine Kinderaufbewahrstation. 

Ich erzähle hier nur einige Erinnerungen meiner Mutter, ich denke so kann man sich über die damalige Zeit ein gutes Bild machen.
 
perfectday 18.01.2026 08:59
Oh jeh, Lebenslustich. Das klingt ja furchtbar.
Ich vermute diese Schilderungen sind ca. 70 Jahre her. Damals waren auch in der Familie noch üble "Erziehungspraktiken" normal. Was auf keinen Fall heißen soll, dass ich soetwas in Ordnung finde. Nein! Nicht in der Familie und nicht im Heim. 
Trotzdem ist es heutige Heimerziehung "anders".
 
rollihexle 18.01.2026 09:08
Bei uns war es mal so, dass dadurch der Begriff entstand "Kinder der Landstrasse" 

Ein empfehlenswertes Buch ist von Philip aus Chur, sein Bruder Charly, setzt sich für Wölfe ein.

https://www.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/philipp-gurt/schattenkind/id/9783442159529/
 
LebenslustIch 18.01.2026 10:12
@perfectday, 
es war furchtbar. Wer so viel Mißbrauch erlebt hat ist fürs ganze Leben geprägt. 
Klar, heute gibt es Gesetze, die Zustände wie damals verhindern , bzw. verhindern sollen. 
Alles steht und fällt mit denen, die erziehen. Damals wie heute. 

@rollihexle, danke für den Buchtip.
 
rollihexle 18.01.2026 10:17
Sehr gerne, falls es nicht bei euch vor Ort bestellbar ist Amazonas hat es.
 
Weitblick 18.01.2026 17:14
Ich finde gut das Lebenslustig ihre Geschichte mit uns teilt. Ebenso gut und wichtig finde ich, das ihre Mutter ihre Geschichte erzählen konnte.

Meistens werden diese Geschichten verdrängt, als sie nie passiert wären. Die Folgen sind dramatisch.

Zu hoffen, dass heute alles anders wäre, ist ein Trugschluss. Wir können so tun, aber das ist nichts anderes, als wieder zu verdrängen.

Auch damals gab es sehr gute Heime, wo gute Arbeit geleistet wurde. 

Aber damals wie heute gibt es Menschen, die Lust daran haben andere zu demütigen und zu unterdrücken. Geschlossene Systeme, viele Heime es sind, bieten hier ein gutes Biotop.
 
LebenslustIch 19.01.2026 04:40
Danke Dir Weitblick,
es ist ja nicht nur die Geschichte meiner Mutter, es wurde zu meiner. 
Mit vier Jahren in ein Heim zu kommen , daß bestenfalls eine Massenversorgung war, prägt natürlich nachhaltig. 
So manches der Erlebnisse hat meine Mutter auch mit ins Grab genommen.
Ich fand es wunderbar , wenn sie mal herzhaft lachen konnte. Aber im Grunde genommen war sie sehr verschlossen. 

Der Mensch ist das schlimmste Tier, ein Spruch , den ich in meiner Kindheit oft hörte. 
Da ist viel Wahres dran.
 
rollihexle 19.01.2026 13:50
Kam mit etwa 6 Jahren ins Heim aufgrund von mehrfacher Erkrankungen.
 
UNVERGLEICHLICH 19.01.2026 15:22
@rollihexle, cooles Profilfoto ... ich mag es sehr. Ich mag Faultiere ... hab eines zum kuscheln (70cm) , ne Kaffeetasse und Bettwäsche mit Motiv
 
rollihexle 19.01.2026 16:03
Mein hexliches Foto ist 2x gelöscht worden, weiss nicht weshalb.

Find ich 😎
 
Weitblick 19.01.2026 16:14
Biographien unserer Eltern prägen uns! Ob wir das wollen oder nicht.

Heimerfahrungen ebenfalls. Diese Erfahrungen begleiten uns das ganze Leben. Wir kriegen sie nicht mehr los.

Die große Frage ist, ob sie unser Leben dominieren oder nur begleiten. Gelingt es uns, unseren eigenen selbstbestimmten Weg zu leben.

In meiner Jugend war ich ich einen Internat, das mir sehr gut getan hat. Als Kind war ich kurz im Heim. Obwohl ich mich daran bewußt kaum erinnern kann, habe ich bis heute Wunden aus dieser Zeit. Gottseidank dominieren sie nicht mehr mein jetziges Leben.
 
rollihexle 19.01.2026 16:26
Hab dieselben Albträume, die sich abwechselnd immer wieder wiederholen, weshalb weiss ich auch nicht, da muss Traumatherapie den Knoten lösen.

Kindheit bei mir war von viel Ungutem geprägt, hab nicht dem entsprochen was eigentlich gewünscht wurde.

War auch oft bei Oma und Opa, da durfte ich Kind wie alle andern auch sein, meine Oma sagte mir mal, Sie hat nie verstanden warum, meine lieben Eltern nur Probleme mit mir hätten.

"Wir" Dorfkinder damals hatten unsern Treffpunkt zum Spielen beim Milchhäusle, leider gibts das nicht mehr. 😞 😔 😢
 
Weitblick 19.01.2026 18:09
Ich bin davon überzeugt, das meine Albträume mich mein ganzes Leben begleiten werden. Es sind meine gespeicherten Erinnerungen, die mir auf diese Weise bewußt werden.

Diese zu bekämpfen, ist sinnlos. Seit ich sie annehme, darüber rede, sie benennen kann, begleiten sie zwar immer wieder mein Leben, aber ich habe meinen Alpträumen die Macht genommen.

Ich bin behindert zur Welt gekommen, für viele war ich defekt, nicht zu gebrauchen und nicht zu benutzen.

Ich bin mir sicher, viele hier, die von Geburt behindert sind, teilen diese Erfahrungen.
 
LebenslustIch 19.01.2026 18:20
Ich fand das Thema des Blogs gut, dachte mir, ich erzähle Euch ein bisschen wie es "damals" war. 
Habe schon lange nicht mehr daran gedacht und plötzlich sind alle Erinnerungen zurück, Diese Erinnerungen dürfen mich begleiten. Mehr nicht. Ansonsten würde ich wohl viel Trübsal blasen , Gott sei Dank entspricht das nicht meinem Wesen. 😁
 
rollihexle 19.01.2026 18:46
Sehe das auch so, das die mein Leben lang Teil von mir bleiben werden

Wie das mit "annehmen" eingebaut werden soll, weiss ich noch nicht. 

Das nennt sich bei uns "Geburtsschaden", die Folgen von können auch erst einige Jahre später eintreten, diese Kinder bekommen dann je nach Fall Unterstützung durch die IV bis sie Volljährig sind danach gibts je nach Fall, nix mehr oder es geht weiter so einfach dann als Erwachsene.

https://www.ahv-iv.ch/de/Sozialversicherungen/Invalidenversicherung-IV


Ein Kind, das Gesund zur Welt kam und erst später du durch Krankheit, Unfall oder wie in einem mir bekannten Fall durch Ärztepfusch, ein damals noch gesundes knapp 3-jähriges Kind mit "Erkältung" ins Krankenhaus kam, nicht richtig behandelt wurde, dann ins Koma fiel, 3 Wochen so in Kinderintensivstation lag, und danach körperlich und geistig schwerst behindert nach Hause entlassen wurde, Pflege und Betreung wird teilweise durch Kinderspitex getätigt. So Kinder haben keinen Anspruch auf IV, die bekommen bis zum 18. Lebensjahr Hilflosenentschädigung, dann kann man IV, EL, usw. Anmeldung machen.
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