Handicap Love Schriftzug

Wie geht's dir?

Wie geht's dir?
"Hi, wie geht's dir?"
Oft beginnen Gespräche so oder so ähnlich.
Für Leute mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen vielleicht keine leichte Frage...
Ist euch diese Frage eigentlich eher angenehm oder unangenehm?
Hängt das von der Person ab, die euch fragt, oder von der Situation?
Gebt ihr dann eine ehrliche Antwort?
Ich freue mich auf eure Beiträge!

Kommentare

 
CookieJulez 27.03.2026 08:58
Ich bin von der Frage extrem genervt, weil ich den Eindruck habe, dass sie selten darauf abzielt, wirklich etwas über mein Seelenleben zu erfahren.

Ich antworte kurz, aber ich antworte ehrlich.

Oft wirkt es auf mich, als wären Leute völlig überrascht davon, dass ich ehrlich antworte. Und manchmal wirkt es auf mich, als wären die Leute, die mir diese nervige Frage als Small Talk hin klatschen, dann genervt davon, wenn ich aus der Frage, die als Small Talk gemeint war, ein echtes (kurzes!) Thema mache.
 
Wonni 27.03.2026 09:01
Bei mir ist das auf jeden Fall von der jeweiligen Person abhängig. Es gibt einige wenige Vertraute, denen ich, auf diese Frage, jeder Zeit, offen & ehrlich antworten kann und die mich dann auch ernstnehmen, wenn es mir nicht so gut geht.

Manchmal würde ich mir auch hier im Forum einen offeneren Umgang damit wünschen, wenn es einem mal nicht so gut geht. Aber wünschen kann man sich ja viel. 😉
 
CookieJulez 27.03.2026 09:04
Deshalb versuche ich selbst darauf zu achten, die Frage selbst niemandem zu stellen. Sondern, wenn, dann frage ich gezielt. Hast du Pläne für heute? Hast du gestern etwas unternommen? Wirst du über Ostern zuhause sein? Ist gutes Wetter bei dir?
 
CookieJulez 27.03.2026 09:05
Dann kristallisiert sich das zwischen den Zeilen schon irgendwann raus, wie es jerjenigen oder demjenigen geht.
 
vrono 27.03.2026 09:09
Ich sage, dass ich das nicht beantworten kann.

Antworte ich ehrlich und sachlich geht es danach meinem Gegenüber richtig dreckig bzw. wird der Kontakt abgebrochen. Und es ist sehr anstrengend immer das Gegenüber zu trösten. Emotionalität abzuspalten funktioniert leider beim Gegenüber nicht, bzw. nur dann, wenn es ähnlich am Rand ist, wobei es mir helfen würde einfach über andere Dinge zu sprechen oder darüber Witze zu reißen. 
Ist das nicht möglich, landet man zwangsläufig in Isolation, was dann keinem hilft und für mich als sehr sozialer, fröhlicher Mensch auch irgendwie schräg ist.
 
CookieJulez 27.03.2026 09:12
@vrono

Meine Erfahrung ist, dass es für mich gut funktioniert, wenn ich nicht mit der Tür ins Haus falle. Wenn ich nicht von 0 auf 100 gehe, sondern erst im Laufe der Zeit die Leute mit meinem zynischen Humor in Berührung bringe.

Das dauert dann ein paar Monate, aber dann sind die Leute immer noch da und es entwickelt sich ein passendes Miteinander.
 
fetzenfisch 27.03.2026 09:13
Ich mache mir da nicht sehr viele Gedanken drüber manchmal frage ich möchtest du es wirklich wissen und manchmal sage ich einfach wenn es mir gut geht das ist mir gut geht
 
Mivida 27.03.2026 09:15
Wenn es mir mal nicht so gut geht, möchte ich mein Gegenüber nicht damit belasten. Gute Worte helfen mir dann auch nicht so wirklich...
Wenn ich aber einen Menschen frage, wie geht es dir?, dann möchte ich auch wirklich wissen wie es ihm geht! Mit allem drum und dran.
 
Wonni 27.03.2026 09:17
Gezielt(er) zu fragen, finde ich super @CookieJulez! Das mache ich auch, immer der Situation entsprechend.
 
Mivida 27.03.2026 09:20
"Wie geht es dir ? " ist ja auch eher eine Floskel...aber sie stört mich nicht. 😉 gezielter fragen finde ich schön, aber nicht bei jedem Menschen notwendig.
 
Wonni 27.03.2026 09:21
Dann machst du immer alles mit dir allein aus @Mivida? Wenn man nahestehende Menschen um sich hat, ist es doch, eigentlich, ein Nehmen & ein Geben.
 
(Nutzer gelöscht) 27.03.2026 09:21
Mir geht es da wie Cookie.
Ganz besonders nervt es mich als Email. Am besten vielleicht noch "na, wie gehts?" Und sonst dann nichts mehr....orrrr.

Solche Mails beantworte ich einfach nicht mehr.

Ansonsten je nach Mensch und Laune. Manchmal sage ich "möchtest du das wirklich wissen" oder "auf zwei Füssen" oder "danke, eh schlecht". Dann wird doof geguckt oder gelacht.

Ich weiß einfach oft nicht mehr, was ich sagen soll, wenn eine Erkrankung da ist, die es einem nie wirklich super gehen lässt. Und ja, ich kann trotzdem lachen.
 
Wonni 27.03.2026 09:23
Viele sehen bei so etwas auch meistens nicht die Notwendigkeit und andere spüren, wenn die Notwendigkeit da ist.
 
Wonni 27.03.2026 09:24
"Auf zwei Füßen" finde ich gut @Lalope. Das merke/speichere ich mir. 😉
 
Mivida 27.03.2026 09:25
Lalo 😂😂😂 du Gutelaunebiene 😉
 
Wonni 27.03.2026 09:30
Ich antworte ganz oft auch (erstmal) mit "Es geht so", wenn ich unsicher bin, ob die Person echtes Interesse hat. Und dann, wenn es passend erscheint, ergibt sich das meist im weiteren Gespräch, wenn denn dann eins stattfindet.
 
Hulda 27.03.2026 09:43
Meine Antennen können ziemlich gut erkennen, wer es wirklich ernst meint und tieferes hören will oder wer nur rumfloskelt. Letztere frage ich dann ob sie die echte Antwort oder die Standardversion wollen.
 
Zenaida 27.03.2026 10:08
Es geht bei der phatischen Kommunikation nicht um informationsübrrmittlung oder um echtes Fragen mit der Erwartung einer ehrlichen Antwort. Solche Floskeln sind genauso unverbindlich wie die Rede übers Wetter oder andere Belanglosigkeiten. Smalltalk dient einzig der kontsktherstellung oder -Aufrechterhaltung.

Insofern unterscheide ich schon, wer mich das fragt. Denn bei nahen Freunden und Verwandten ist die Frage ja ernst gemeint. Grundsätzlich stört mich die Frage nicht, aber manchmal hab ich keinen Bock auf Kontakt oder smalltalk, nicht mal auf ernste Gespräche. Dann antworte ich gerne nach Bayern-Manier mit „passt schon“.
 
Hulda 27.03.2026 10:18
Und wie ist es bei dir Lerato?
 
Lebensfroh63 27.03.2026 10:29
Wenn ich diese Frage jemandem stelle, auch jemandem vom dem ich weiß, dass es ihm  nicht gut geht, dann ist das eine ernstgemeinte Frage und nicht eine unverbindliche Floskel wie das Thema Wetter. Ich erwarte auch eine ehrliche Antwort, jedoch muss ich das meinem Gegenüber selbst überlassen, wie ehrlich oder ausführlich die Person mir antwortet.

Wenn jemand mir diese  Frage stellt, Freunden und Family kann ich ja ehrlich antworten. Und im Büro z. B. halte ich es meistens mit dem Satz von Zenaida:
"Passt schon", das ist auch eine Sache der Abgrenzung, erstmal weiß ich, dass da nicht wirklich Interesse ist und zweitens halte ich mit persönlichem im Büro auch zurück.
 
Rouvi 27.03.2026 10:39
Als Nachrichtenbeginn ist es doch ganz normal, wichtiger ist das was im Text folgt. Bei unbekannten Menschen ist mir das Wohlbefinden nicht so wichtig wie bei Menschen, mit denen ich schon länger in Kontakt bin. Ich fange demnächst mal eine Nachricht ganz anders an "geb mir all dein Geld" kommt bestimmt gut an 🫣
 
vrono 27.03.2026 10:45
@C ..keinen Plan, was du möchtest - sorry
 
rollihexle 27.03.2026 10:48
Bei denen wo ich genau weiss das die Frage aus Neugier kommt, antworte ich "schlechten Menschen gehts doch immer gut" dann habe ich meine Ruhe und sind leicht angep...t.
 
Sare 27.03.2026 10:53
Die Frage "Na, was geht?" finde ich wesentlich offener. Da kann ich alles Mögliche drauf antworten und muss keinen Bezug zu meinem Wohlbefinden herstellen.
Klingt nur vielleicht etwas "zwangsjugendlich" 😀 
...warum nicht einfach mal ausprobieren?
 
Lerato77 27.03.2026 10:57
Also ich lerne hier gerade lauter tolle Antworten 😉
Aber im Ernst: ich finde es gut, wenn mir jemand diese Frage stellt, wenn es ernsthaft ist und nicht nur Smalltalk, trotz chronischer Befindlichkeiten.
Ich frage auch gerne danach und denke, es liegt ja an der Person selber, wie tief sie darauf einsteigen möchte. Bei mir ist das schon als Zeichen echten Interesses gemeint.
Womit ich nicht gut umgehen kann ist, wenn dann gleich die ganze Lebensgeschichte kommt - habe ich am Telefon schon so erlebt. Unfair finde ich es auch auf Arbeit, wenn das Gegenüber die Antwort so ausufernd verfasst, dass die Pause dann um ist und für die Gegenfrage keine Zeit bleibt. Meistens kommt es dann an dem Tag auch nicht mehr dazu, oft auch nie.
 
vrono 27.03.2026 11:10
Ja .. ich bekomme auch immer die ganze Lebensgeschichte um die Ohren ohne meine zu teilen.. kann das zu gut verstehen .. unfair ist es bei mir, weil ich dann versteinere und nicht flüchten kann ohne fremde Hilfe..das ist unpraktisch, wenn das vor der Türe passiert und es langsam dunkel und kälter wird..
 
vrono 27.03.2026 11:15
Wenn man gar nicht erst auf die Frage eingeht - das gibt auch schöne Möglichkeiten.. „hey ich baue gerade ein Gartenhaus in einer Zwischenmietwohnung ohne einen Garten zu haben…“ prompt fragt keiner weiter und vergisst die Floskel zu Beginn - ernst gemeint oder nicht, ist begeistert oder verstört.. in jedem Fall landet man direkt im Gespräch und hat die Möglichkeit erstmal aufzutauen und mit positiveren Dingen zu beginnen und je nach Entwicklung des Gesprächs dann durchsickern zu lassen, „was gerade Sache“ ist.. oder „na was geht?“ von Lerato 

Und es gibt noch die Anstandsfrage - „ ich hoffe, dir geht es gut …“ als Einleitung, um Dinge loszuwerden - das finde ich wiederum sehr lästig, wenn die Frage keinen Raum bekommt, doch ausgesprochen wird, um nett zu wirken.. 

Spannendes Thema Lerato
 
Zenaida 27.03.2026 11:18
Ich wollte oben nicht sagen, dass diese Frage nicht aus echtem Interesse gestellt werden kann. Aber gerade bei unbekannten ist es halt meist nur eine Floskel. Ich meinte das als Hinweis darauf, dass man diese Frage dann nicht zu ernst nehmen sollte… oder zumindest nicht enttäuscht sein sollte, wenn das gegenüber offensichtlich gar kein echtes Interesse hat. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Phatische_Kommunikation
 
Zenaida 27.03.2026 11:20
Meine Tochter fragt immer „geht’s dir gut?“ Das finde ich sympathisch. Man kann natürlich verneinen, aber zumindest wurde schon mal eine positive Vokabel ausgesprochen und von vier Ohren gehört. Und allein das soll ja schon eine positive Wirkung haben.
 
Neffi 27.03.2026 11:21
Meine Antwort auf diese Standardfrage ist ein kräftiges Rülpser 😆
 
rollihexle 27.03.2026 11:25
Bei keiner Frage wird so oft gelogen wie bei "wie gehts dir".
 
Wonni 27.03.2026 11:27
Ich schreibe öfter, zum Abschluss einer Nachricht: "Ich hoffe, es geht dir (soweit) gut!?"
 
(Nutzer gelöscht) 27.03.2026 11:31
Ich finde die Frage genial. Sie kann unangenehmes Schweigen verhindern. Sie kann eine bedeutungslose Floskel zur Begrüßung sein. Sie kann aber auch tiefe Zuneigung und Mitgefühl ausdrücken.

Manchmal bringt mich diese Frage aber auch ein wenig in Bedrängnis. Denn, höflich wie ich bin, erwidere ich sie, wenn ich sie beantwortet habe.

Zum Beispiel bei meiner überaus freundlichen, scheinbar türkisch-stämmigen Zahnärztin, weiß ich nie, ob ich da nicht vielleicht eine (kulturelle) Grenze antaste.

Zum Einen besteht im Arzt-Patient Verhältnis ein natürliches Machtgefälle. Zum Anderen könnte gerade diese Frage an Frauen aus bestimmten Kulturkreisen gestellt, ein Fauxpas sein.
 
Lerato77 27.03.2026 11:45
Vrono, ich nehme an, du hast dich auf Sare bezogen, nicht auf meine Äußerung?
Neffi, in meinem Blog bitte nicht rülpsen!
Ich hatte dich schon früher darum gebeten.
 
merry1 27.03.2026 11:56
In der Regel sehe ich wie es meinem Gegenüber geht. Aber mit der Frage nach seiner Befindlichkeit gebe ich dem Anderen die Möglichkeit von sich zu erklären, falls er mag.
Ich persönlich erzähle von mir sowieso nur soviel wie ich für richtig halte und das hängt, unter anderem, von der Vertrautheit meines Gegenübers ab.
Die Unsitte jemand Fremden mein privates Leben zu erzählen, gibt es bei mir nicht. 
Der Umgang mit dosierter Nähe und Distanz kann man aber erlernen.
 
Wonni 27.03.2026 11:59
Erst hinterher gesehen, dass du das auch geschrieben hattest, mit der Hoffnung, dass es jemandem gut geht. Daraufhin bekam ich, bisher, meistens immer, ausführliche Antworten. Allerdings würde ich es nie direkt als Einleitung schreiben.
 
Wonni 27.03.2026 12:00
Sorry! @vrono
 
Thohom 27.03.2026 12:02
Wenn ich die Frage höre, denke ich fast immer, dass das nur eine Floskel ist und die Person das eh nicht wissen will.
Es gibt natürlich Situationen, wo diese Frage absolut angebracht ist.... beim Arzt z.B.

Neulich hab ich bei YT einen Clip gesehen, es ging darum, was man als Amerikaner in Deutschland nicht machen sollte.
"Wie geht es ihnen".... einfach "How do you do" übersetzt, kommt in Deutschland teilweise als übergriffig an. Als Beispiel brachte die Dame einen Spaziergang mit ihrem Hund im Park, wo sie freundlich jeden Passanten mit einem "Wie geht es ihnen" beglückte und unverständnis erntete.
 
chestnut 27.03.2026 12:04
Ich finde die Frage normal. Ich frage und werde gefragt. Und dann antworte ich halt. Die Wahrheit sage ich schon, wie man sie verpackt (auch für sich selbst) ist die andere Frage. Ich finde es jedenfalls schön, wenn man sich nacheinander erkundigt. Und ich gehe auch davon aus, dass die Menschen eine ehrliche Antwort wollen. Ehrlich heißt ja nicht, dass man ins Detail gehen muss, die ganze Lebensgeschichte erzählen oder knallhart direkt sein muss.
 
chestnut 27.03.2026 12:09
Früher, bei einem bestimmten Arbeitgeber, hatten wir auf Konferenz mal eine extrem schwierige Zeit. Als wir uns nach dieser Phase das erste mal wieder an unserem normalen Arbeitsplatz wiedergesehen hatten, kam eine Kollegin auf uns, die wir da rumstanden, zu und auf die Frage "wie geht's" meinte sie: "Ich bin hier." Fand ich gut; wir wussten alle ganz genau, was sie meinte. Seitdem war das unser aller Standardantwort in stressigen Zeiten.
 
Siebenpunkt 27.03.2026 12:10
es kommt drauf an, wer fragt, Floskel oder ehrliches Interesse
 
Zenaida 27.03.2026 12:11
Naja, thohom, normalerweise lernt man das schon in den Anfangsstadien des fremdsprachenlernens, dass man Sprache nicht einfach eins zu eins übertragen kann. Man lernt den kulturellen Kontext mit - der ja bisweilen je nach Sprache bzw. Verbreitungsgebiet noch deutlich variiert. Was in Spanien normal ist, muss es nicht in Argentinien sein. Genauso mit BE und AE….
 
Thohom 27.03.2026 12:24
Manche holen öfters mal Kreide während der Unterrichtszeit, Zenaida.😉

Übrigens kann man die Begrüßungsfluskeln auch kurz halten. 

"Und?"
"Muss." 
Für Männer ist jetzt alles gesagt und geklärt. 😀
 
merry1 27.03.2026 12:29
Klar, es kommt auch auf die Situation an und wann die Frage im Gespräch gestellt wird. So als erster Satz, ohne erkennbaren Grund, anstelle einer Begrüßung, fände ich auch kommunikationstechnisch sehr unbeholfen.

Aber Floskeln gibt es bestimmt reichlich. Ich denke mal, heutzutage dienen sie als eine Art Gesprächsbereitschaft, die etwas hilflos signalisiert wird. Man kann sie annehmen oder nicht. Es sind nicht alle Germanisten o.ä. 
Desweiteren ist die Kombination etwas Lebendiges und verändert sich auch mit der Zeit.
 
merry1 27.03.2026 12:37
Sorry, 
die Kombination soll heißen : die Kommunikation
 
vrono 27.03.2026 12:52
Jup hab ich Lerato Danje .. müsste gerade Antworten „aufgrund von erhöhtem Migräneaufkomnen, mit am Boden liegenbleibendem Hirnmatsch mit dezenten Aussetzern - kann es zu vernebelten Aussagen kommen
also wie ein Wetterbericht  😅🌞
 
CookieJulez 27.03.2026 12:55
@vrono

Ich erkläre es dir gerne, wenn du magst!
 
CookieJulez 27.03.2026 12:58
@Zenaida

Wenn das zwischen dir und deiner Tochter passt, dann will ich das gar nicht in Frage stellen!

Wenn mich jemand fragt, ob's mir 'gut geht?' , dann höre ich das als: Wenn es dir nicht gut geht, dann will es nicht wissen!

Insofern: Ich höre es also mit auf Anmaßung gestellten Ohren.
 
Lerato77 27.03.2026 13:06
Das Problem ist aus meiner Sicht, dass in den USA die meisten wissen, dass "How are you?" eine höfliche Floskel ist und keine genaue Antwort erfordert. In der deutschen Kultur ist das nach meinem Empfinden nicht so klar definiert, worauf man damit hinaus will.
 
EinedieserSteine 27.03.2026 13:15
Es ist auch im Sinne von 
Was gibt es Neues, was bewegt dich gerade zu verstehen.
Ein Arzt fragt gezielt
Was führt sie zu mir
Oder wo tut es weh?
 
Zenaida 27.03.2026 13:25
Klar, Cookie, die Interpretationen sind da alle möglich. Für mich eröffnet diese frage durchaus auch die Möglichkeit, mit „nein, leider geht es mir nicht so gut“ zu antworten. Nicht nur meiner tochter gegenüber, sondern jedem anderen menschen auch. Die frage ist, ob ich so genaue Auskunft geben möchte. Aber das entscheide ich situativ. 

Man kann allerdings auch, wenn man nicht wirklich antworten möchte, ein „ja ja“ in den nicht vorhandenen Bart murmeln. Oder, wie schon oben erwähnt, ein „Basst scho!“ raushauen. Dann weiß das gegenüber auch, dass es nicht weiter nachfragen soll…
 
vrono 27.03.2026 13:41


ich finde diesen Song darüber eine schöne Auseinandersetzung mit der Thematik - mit vielen Floskeln, netter Wendung … wer Lust hat drauf - ansonsten löschen, wenns nicht passt
 
Violetta 27.03.2026 13:49
Hier hatte ich auch schon öfters das ich nur mit dieser Frage an geschrieben wurde danach dann nichts mehr das Lösche ich meist.Bei Freunden freue ich mich eigentlich weil es zeigt Interesse an einem das merke ich auch wenn wir uns dann noch länger unterhalten.
 
Kruemel791 27.03.2026 13:52
Also ich muss schon sagen ich erwarte schon wenn mich einer Frau anschreibt dann 1 2 3 Sätze hallo wie geht's wird bei mir ignoriert.
 
perfectday 27.03.2026 13:54
Freunden, die mein Befinden interessiert, sage ich ehrlich, wie es mir geht.

Ansonsten fallen Floskeln, wie z.B. "war schon schlechter".

Dort, wo ich weiß, es interessiert GAR NICHT und ist nur eine Redewendung (z.B. im Job), kommt meist "Danke, prima!"

😊
 
Maessmogge 27.03.2026 14:33
Ein Thema, das mich, besonders als ich mit den Schmerzen noch arbeiten musste (ich hielt es 5 Jahre aus), täglich konfrontierte. Ich hasste diesen, oft als Floskel gemeinten, Begrüssungs-Zusatz. Wobei dein erwähntes „…wie geht‘s Dir?“, mit besonderer Betonung auf das „Dir“, mich wahrscheinlich abgeholt und im „dümmsten“ Fall emotional hätte werden lassen. 
Anfangs habe ich mit „gut und ihnen?“ geantwortet und ich hasse es zu lügen. Es fühlte sich wie eine Kröte an die ich herauswürgen musste, dann habe ich eine für mich befriedigende Antwort gefunden und antworte seither mit „verschieden“. Wenn Jemand mehr wissen will, muss eben nachgefragt werden und dann gibts halt ne kurze und ne lange Version, je nach Kontext.
Was mich besonders nervt sind: „alles klar?“, „und Fit?“, etc. also alles Fragen zum Allgemeinzustand in suggestiver Form.
 
Wonni 27.03.2026 14:40
"Alles klar?" oder "Alles fit?" finde ich da ja noch viel gruseliger, besonders, wenn man von einer chronischen Erkrankung betroffen ist.
 
Lerato77 27.03.2026 14:41
Danke Vrono für dieses interessante Lied, kannte ich noch nicht.
 
Samantha44 27.03.2026 14:46
ich bin ja ein offener mensch und beantworte die frage mit der wahrheit. sollte es mir schlecht gehen, ersuche ich um verständnis , dass ich momentan nicht besonders mitteilsam sein will oder kann. gottseidank, gehts mir seit einigen wochen wieder halbwegs gut....ausser einer grippeattacke, aber die steck ich weg. böse wars , wenn ich phantomschmerzen bekommen habe, aber da bin ich dann fast nicht anwesend. es steht ja auch in meinem profil, dass das fallweise vorkommt. also ich finde die worte gehts dir gut, nicht als irgendwein geschriebsel, die leute , die ich kenne, sind echt interessiert, wie ich drauf bin. der rest wird oberflächlich rückbeantwortet.
 
Samantha44 27.03.2026 14:47
wonnie du sagst es.....gruselig......ich hatte das aber gsd noch nicht!🤔
 
nordlicht1957 27.03.2026 14:58
Es treffen sich 2 Rechtsanwälte.
Der eine: "Na, wie geht's?"
Der andere erwidert: "Danke! Sehr gut! Ich kann klagen!"

"Na, wie geht's?" Als höfliche Floskel gefragt steckt selten die Erwartungshaltung dahinter, eine ausführliche, ehrliche, tiefe Antwort zu erhalten. Oder?
Ab und ab fehlt ja beidseitig die Bereitschaft, eine Geschichte zu erzählen und/oder anzuhören. Manchmal ist es auch eine Art Lichtblick einer (vielleicht oberflächlichen) Interessenbekundung. Und dann geht es mir schon besser, weil in dem Moment jemand fragt, wie es mir geht.
Wie geht's euch so?
 
CookieJulez 27.03.2026 15:18
Den Witz liebe ich, nordlicht! 😆

@Maessmogge 'Alles klar?' ist vielleicht meine Form von Zenaidas 'Geht's dir gut?' 🙈

'Alles klar?' frage ich durchaus manchmal. Ich will dann nur wissen, ob die Person sich insoweit fit fühlt, dass wir eine geplante Aktion beginnen können. Ich will da gar nicht drauf hinaus, ob's der Person gut geht oder ob es der Person schlecht geht. Ich will einfach nur wissen: 'Können wir loslegen (weil dein Gesundheits- und Gemühtszustand es zulässt)?'

Man kann einfach anworten mit: 'Ja!', 'Ja, passt schon!' oder so... oder man fängt an von seinem Tag zu erzählen. Alle Optionen bleiben offen, aber ein 'Ja!' genügt im Prinzip als Anwort.
 
positivemind 27.03.2026 16:14
Ich unterscheide da zwischen virtuellen Gesprächseinstiegen und persönlichen Gesprächen im eigenen Umfeld. 

Als ich damals mit Online-Dating begann, war ich anfangs tatsächlich eher irritiert von der Frage beim ersten Kontakt. Ich persönlich finde (auch weiterhin), dass das eine Frage ist, die ein gewisses Grundvertrauen und eine Basis zwischen den Gesprächspartnern erfordert. Ich habe zwar mittlerweile verstanden, dass es schlicht ein Standard-Gesprächseinstieg im virtuellen Raum ist, finde es aber weiterhin unpassend und nichtssagend. Denn wenn mich jemand unbekanntes fragt, wie es mir geht, habe ich gar keine Lust zu antworten. Vor allem wird glaube ich auch gar keine ehrliche Antwort oder ein wirkliches Eingehen auf diese Frage erwartet. Es wird ein "Gut, und Dir?" erwartet. Das wird dann ebenfalls mit einem "Gut." beantwortet und dann ist man wieder bei Null. Absolut austauschbar und nichtssagend. 

Wenn ich virtuell jemanden kennen lernen wollte, dann fragte ich nach Interessen, frage genauer nach bestimmten Angaben im Profil. Ich möchte wissen, was denjenigen ausmacht, was ihn begeistert, möchte mir ein eigenes Bild machen. "Wie geht es Dir?" frage ich dann, wenn zumindest soviel Vertrauen da ist, dass ich davon ausgehen kann, dass diese Frage ehrlich beantwortet wird. Für mich ist diese Frage absolut keine Smalltalk-Frage und dass sie als solche fungieren soll und man gar nicht an einer wahren Antwort interessiert ist, kann ich bis heute nicht nachvollziehen.
 
Zenaida 27.03.2026 16:19
Positive, du bist ja auch clever und ne frau. Das sind schon mal zwei gute Argumente für dich. zwinkerndes Smiley
 
Lerato77 27.03.2026 19:14
Ich danke allen, die sich beteiligt haben, für die vielfältigen Perspektiven und schließe diesen Blog bis morgen früh.
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