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nichtbehinderte Schüler an der Haltestelle

nichtbehinderte Schüler an der Haltestelle
Ich erlebe es oft, das - wenn Schüler aus der Schule kommen - sie sich an der Haltestelle titulieren mit: Du bist doch behindert! Worauf - ab und zu - geantwortet wird mit: Selber, du "Gehirnspasti"!
Wie würdet ihr, wenn ihr - wie ich - eine Behinderung habt, euch fühlen und wie würdet ihr darauf reagieren?

Mich - als Person mit einer Behinderung - ärgert so Etwas!

Kommentare

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Siebenpunkt 05.06.2026 12:57
Das ist unter Kindern normal, Spasti und Konti waren in meiner "normalen" Schule an der Tageordnung, ohne dass bewusst war, was sie da sagen, bekloppt geht in die gleiche Richtung.

Du solltest das nicht persönlich nehmen, würden diese Kinder Betroffene kennen, würden sie sich mit anderen Wörtern titulieren.
 
Thohom 05.06.2026 12:58
Das ist mir über den Weg gelaufen. Da hat jemand geschildert, wie er, als Jugendlicher, mit seiner Behinderung umgeht.

https://www.spiegel.de/deinspiegel/influencer-mit-sehbehinderung-blindfisch-ist-keine-beleidigung-a-a4509a80-ffcb-4d57-89cd-a2cb10b35eb7
 
Beca 05.06.2026 13:06
Sieben ich glaub Du irrst Dich, das die Kinder es anders machen würden.  Denn man trifft heut überall auf Menschen mit Behinderung.  

Und @ Dirk  ja ich fühle mich sehr betroffen. Ja mitunter sogar beleidigt dadurch.  Denn diese Betitelungen werden auch in Filmen verwendet etc.  Es ist eine Ignoranz.  

ZB Behinderter  oder. Du bist behindert. !

Für mich ist das absolut politikal inkorrekt.
 
merry1 05.06.2026 13:30
Ich unterscheide da schon, ob es ein Erwachsener oder ein Jugendlicher sagt. Jugendliche haben ihre eigene, oft schräge Sprache. 
Des Weiteren ist die Situation wichtig. Wurde ein behinderter Mensch so beschimpft oder pubertieren gesunde Jugendliche untereinander herum. 

Man muss sich nicht angesprochen fühlen, wenn man gar nicht persönlich angesprochen wurde. 

Aber es ist auch verständlich, wenn einem solche diskriminierende Ausdrucksweise übel auffällt, weil man selber mit einer Behinderung, diesbezüglich sensibilisiert ist.
 
Sui 05.06.2026 13:37
Ich habe selbst eine Behinderung und so etwas zum Glück noch nicht erlebt.
Ich würde im Alltag nicht diskutieren. 
Nicht, weil es mir egal ist, der Ärger ist völlig verständlich.
Wenn man Jugendliche in einer Gruppe anspricht, triggert man sie oft nur noch mehr. 
Es schaukelt sich hoch oder man erntet nur dumme Sprüche. 
Diskussionen sind in solchen Momenten im Vorbeigehen einfach zwecklos.
 
Corrion 05.06.2026 13:43
Mich hat mal ein "nicht gerade mit Intelligenz Gesegneter": du Spasti genannt.
Ich fragte ihn dann ruhig, ob er mir erklären könne, Was ein Spastiker ist?

Das Ende vom Lied war, er konnte es nicht erklären und gíng mich fortan aggressiv an.
Egal wie oder was, bei manchen Menschen, kann man nicht richtig reagieren!
 
positivemind 05.06.2026 13:47
Ich weiß, sowas sollte eigentlich komplett an mir abprallen und mich völlig unberührt lassen... Tut es aber leider nicht. Ich zucke bei sowas öfter mal innerlich zusammen und finde es unangenehm. 
Generell an einer Gruppe Jugendlichen vorbei zu gehen ist für mich kopfmäßig aufgrund von früheren Erfahrungen immer erstmal eine Herausforderung. Allerdings mache ich da mehrfach glücklicherweise die Erfahrung, dass meine Ängste unbegründet sind und teilweise sogar sehr freundlich gefragt wird, ob ich Hilfe brauche in bestimmten Situationen. Aber Anspannung ist immer erstmal da.
 
vrono 05.06.2026 14:20
- ich fand, dass Jugendliche heute einen tollen Umgang gefunden haben mit Behinderten - habe noch keinen erlebt, der mir gegenüber nicht völlig rücksichtsvoll und hilfsbereit war. Egal welche Schulform und welches Alter. 
Das geht mir mit Erwachsenen oft nicht so. Die sind dafür verbal oft so zurückhaltend, dass das Kind nicht mal beim Namen genannt wird - beleidigt wird man trotzdem - nur hält man die politische Korrektheit ein. 
Diskriminierung erlebe ich häufig, nur eben oft nicht verbal - man macht sich ja nicht angreifbar und zeigt sich so schön tolerant..  

..und ganz ehrlich? Ich fände es irgendwie cool, wenn mich ein Freund „Gehirnspasti“ nennen würde - 
- ein Neologismus, der irgendwie schön zwei Dinge verknüpft und kein bestehendes Krankheitsbild beschreibt - mir hilft Galgenhumor und Kreativität oft und ich suche schon ewig nach einem schönen Begriff, der meine Thematik anschneidet ohne verletzend zu werden. Bei „Psycho“ fänd ich das weniger angenehm - also mir gegenüber. 
Aber im Gebrauch unter Jugendlichen, die nicht Betroffene sind, wieder völlig legitim. Da ist es einfach ein Schimpfwort - benutzt, ohne den Inhalt zu bedenken… 

Kiddies wissen doch gar nicht, was ein Spastiker ist.. und „behindert“ ist ebenso gebräuchlich, hat im Sprachgebrauch genauso wenig mit Behinderten zu tun als es das verbreitete Wort „geil“ heute noch mit Erotik hat. 

Ich bin schon jemand, der hingeht und aufklärt - klar. Habt ihr schonmal ein Gesicht gesehen, wenn Begriffe verstanden werden? Völlige Reue.. peinlich berührt sein.. und so weiter…
.. Aber den Zeigefinger würde ich da jetzt nicht rausholen. 

Ich find‘s ja erstaunlicher, dass man in einer Diskriminierungsdebatte steckt und vielleicht vergisst, dass hier Kidds andere mobben - 
Vielleicht necken sie sich oder rangeln sich verbal, dann ist das OK - aber wenn‘s verbal schneidende Verletzungen sind wird‘s schwieriger.. Mobbing ist eben doch eine Form von Gewalt.. 
da finde ich solche Begriffe, dann wieder ganz gut, da kein Kind der beschriebenen eine Behinderung hat - die verbalen Auseinandersetzungen treffen dann weniger persönlich als ein „du Hässlicher, Dummer, Fetter..Idiot“

Bei Idiot fühlt sich im Übrigen auch keiner mehr angegriffen, auch wenn der Begriff der Idiotie früher im Sprachgebrauch für geistig beeinträchtigte Personen verwendet wurde. 
Eigentlich doch gut, dass man im Alltag so als Gruppierung sichtbar wird.. und behindert sein in einer Welt mit weniger Barrieren in der Umwelt fände ich gar nicht so schlimm.. 

Ich versuche hier nur mal die Gegenseite der Medaille aufzuzeigen, da es doch etwas komplexer sein kann als diese Situation „nur“ zu verurteilen… das kann man natürlich auch tun - aber bitte nicht in der Denkart zwischen Schwarz und Weiß.
 
Thohom 05.06.2026 14:53
Vielleicht sollte man einfach fremde Gespräche nicht mirhören bzw. ignorieren. Es reicht doch, wenn man direkt angesprochen wurde, eine Reaktion zu zeigen.
 
BrokenByDesign 05.06.2026 14:54
Danke, vrono! Ich sehe das ähnlich entspannt wie du. Fühle mich dadurch nicht persönlich angegriffen. Und habe auch gar keinen Erziehungsauftrag an Kindern anderer Leute. Wenn einen sowas triggert, sollte man vielleicht mal darüber nachdenken, warum es einen überhaupt so trifft. Hat dann vielleicht auch mit einem selber zu tun.
 
Prinzessin46 05.06.2026 15:19
dies Jugend und Kindersprache ist einfach unüberlegt sie wissen es noch nicht besser und man sollte es ignorieren aber ich kann es verstehen, ich halte den Leuten dann vor Augen das sie ev selber beeinträchtigt sind weil sie zb eine Brille tragen oder irgendeine Intollereanz bei Lebensmitteln haben, sollen sich einfach selber an die Nase packen- wenn man aufrecht mit erhobenen Kopf und nen Quäntchen Selbstvertrauen besitzt dann wird man auch nicht so als Opfer gesehen, die Welt ist "Böse" und es gibt immer ignorante Menschen es sollte von einem abprallen und man sollte es einfach ignorieren.
Habe aber auch viele positive Erfahrungen gemacht wo man nicht mit gerechnet hat fängt beim Tür aufhalten an und hört beim Einkauf nach Hause tragen auf. 
letztens war zb Kirmes ich stand da alleine rum weil mein Mann mit seiner Freundin an der Mauer lehnte meine Tochter kam kurz hat sich verabschiedet und es war schon spät Feuerwerk war gerade, da stand dann auch nen trupp junger Erwachsener und meinten Feuerwerk ist zu ende und meine Freundin ( was meine Tochter war) wäre nicht nett das sie mich alleine lässt und sie würden mich dann jetzt nach Hause begleiten damit mir nichts passiert weil da sehr viele besoffene rumgelaufen sind, meine Reaktion war danke sehr nett aber da vorne steht mein Mann mit seiner Freundin und die sind dann auch zu ihnen hin und haben sich nochmal die Rückversicherung geholt das ich wirklich nicht alleine nach Hause gehe fande ich sehr aufmerksam - natürlich weis man auch nicht was im Kopf los ist man muss schon noch aufpassen.
im Großen und ganzen gibt es solche und solche man sollte es einfach ignorieren die werden noch Erwachsen und  wenn man vernünftig mit ihnen redet und erklärt, ändert sich der Blickwinkel - Vorraussetzung natürlich das die Bereitschaft dafür da ist bei den kids ansonsten ignorieren und Tüss. 

Wichtig finde ich nur man sollte sich nicht als Opfer sehen!!!
 
EinedieserSteine 05.06.2026 15:35
Ich denke, jeder hat schonmal etwas Unbesonnenes gesagt 
Auch ansonsten nette Erwachsene, sogar Lehrer habe ich schon mit Ausdrücken hart an der Grenze erwischt
 
Siebenpunkt 05.06.2026 15:49
Beca, nein, ich irre mich nicht.  Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man seine Haltung ändert, wenn man Wissen erlangt, was man vorher nicht hatte.
Ich bin im jungenAlter mit schweren Krankheiten und Behinderungen von Kindern konfrontiert worden, nichts habe ich davon vorher geahnt, gewusst. (Konti und so habe ich aber nie zu jemandem gesagt.)
Und meine Mitschüler nicht, hätte man sie gefragt, ob sie wissen, was Contergan anrichten kann oder was Spastik bedeutet, hätten sie es nicht gewusst.
 
Siebenpunkt 05.06.2026 15:57
Beca, außerdem ist deine Behauptung unsinnig, jeder würde Behinderte sehen, ich sehe auch oft Feldarbeiter oder Ärzte oder Feuerwehrleute, weiß ich dadurch irgendwas über ihre Tätigkeit? Nein. Und wenn ein Kind in der Stadt mal einen Rolli sieht, erlangt es dadurch auch keine tiefen Erkenntnisse, da muss schon im nahen Umfeld mehr passieren, die meisten Kinder und Schüler haben keine behinderten Kinder oder Erwachsenen näher kennengelernt.
 
Beca 05.06.2026 16:35
ok Siebenpunkt, ich hab es nur angesprochen und führe es in der Regel nicht so weit aus.  

Wenn ich sag "schon mal gesehen"  also ein heutiger Jugendlicher, von denen war die Rede. Hat sicher schon einen Menschen mit Hadicap gesehn.  Entweder im Film oder real. 

Ich bin seit frühester Kindheit selbst nicht unerheblich betroffen und habe Erfahrungen in jede Richtung machen dürfen.   Mehr dazu von mir nicht.    

Aber ok, ich bin Großstadtmensch.
 
Siebenpunkt 05.06.2026 19:34
Bin ich auch, und bin von gesund in allmählich kommt da was auf mich zu aufgewachsen, als behindert nahm ich aber erst viel später wahr, wie schlimm es Kinder treffen kann, prallte auf mich nieder, als ich ca 15 war, ich war damit verglichen, kerngesund, was aber von den Gesunden anders gesehen wurde, also hatte ich lange ein Bein da und eins dort.

Wie gesagt, vom Sehen irgendwo passiert im Kopf wenig bis nix, schon gar nicht ein Erfassen der Gesamtproblematik. Du darfst nicht von dir ausgehen, natürlich hast du anders auf Betroffene geschaut. Ich später ja auch.
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