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Als ich jung war...

Als ich jung war...
war es für Männer nahezu eine Schande, den Kinderwagen zu schieben, zu kochen, im Haushalt zu helfen usw.. Wieso verhalten sich die meisten Männer heute so viel partnerschaftlicher? Wieso wird es heute bei einem Mann als positiv angesehen, wenn er sich um seine Kinder kümmert und die Hälfte des Haushalts übernimmt (oder sich jedenfalls bemüht).
Was war der Auslöser? Frauenpower? Die Emanzipationsbewegung der Frauen. Ist eines Morgens die Mehrzahl der Männer aufgewacht und dachte:"Besser ist, wenn ich viel im Haushalt helfe. Sonst wird es mit der Verbreitung meiner Gene eher Essig".
Andererseits: Die Zeiten haben sich geändert - blöder Spruch, ich weiß. Aber heute dauert die Berufsausbildung der Frauen eben erheblich länger als früher, als die Frauen meistens nur eine kurze Ausbildung hatten, ansonsten aber auf ihren "Hauptberuf" als Frauen und Mütter vorbereitet wurden? Wenn eine Frau eine akademische Ausbildung macht, kann sie ja Mitte 20 oder Anfang 30 sein, bevor sie ihr erstes Geld verdient, Steuern und Rentenbeiträge zahlt. Es wäre für keine Gesellschaft wünschenswert, wenn die Frauen zu Hause blieben und sich ausschließlich um Haushalt und Familie kümmerten. Daher vermutlich auch so viele gut eingerichtete Kitas usw..
Also, woran liegt die Bewusstseinsänderung bei den Männern?
An der eigenen Einsicht, an der normativen Kraft des Faktischen? Woran?

Kommentare

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(Nutzer gelöscht) 18.05.2021 20:12
„späterem - modernerem Elternhaus“ ? 🤔 / wo schon vorgelebt wurde, dass Mann wie Frau „alle“ Dinge tun 
 
(Nutzer gelöscht) 18.05.2021 20:50
Bei uns war es der Papa, der uns durch die Gegend geschoben hat - und der ist jetzt fast 80. Die Mama hatte dafür weniger Geduld. Studiert hatten beide, gearbeitet auch. Und im Haushalt gearbeitet auch. Allerdings war fürs kochen und backen die Mama zuständig, die kann das besser. 

Es war übrigens nicht so, dass mein Papa das als „im Haushalt mithelfen“ angesehen hätte oder ansehen würde, denn er lebt da ja auch und hat halt seinen Teil beizutragen. Auch im Garten haben beide gearbeitet. 

Bei meinen Freundinnen war es unterschiedlich, aber bei vielen haben die Väter auch mitgemacht, zumindest, wenn die Frauen auch arbeiten gingen. Als Schande hat das keiner angesehen, aber sicher gab es solche Fritzen auch. 
 
doreen 18.05.2021 20:54
Ich habe sehr viel Wert darauf gelegt, dass meine Kinder sehen...... Mama und Papa machenallesdas Gleiche Papa bügelt mal, wenn Mama Rasen mäht, Mama trägt den Einkauf rein währen Papa schon mit dem kochen beginnt. Das lief immer prima. Mein Sohn ist ein wunderbarer Hausmann geworden. Er kocht, wäscht und hängt die Wäsche.   Zum trocknen auf. Seine Frau nimmt sie ab faltet bügelt und legt sie in den Schrank. Er bezieht gern Betten während sie total gern Fenster putzt. Da läuft alles mit Musik, nebenbei ein Tänzchen, Gläschen Sekt. Sie sagen Beide.... Hausarbeit wird zelebriert, deshalb machen sie es gern und lieber gemeinsam 
 
Eisblume50 18.05.2021 21:11
@Schongroß, das Elternhaus spielt da bestimmt eine bedeutende Rolle.
@Alethia, Wenn Dein Papa heute 80 ist, dann wird das Ganze so etwa in den 1970-ern stattgefunden haben. Damals kamen die Ideen von Frau Hamm-Brücher -"Aufbruch ins Jahr 2000" schon etwas zum Tragen, und viel mehr junge Frauen als in früheren Jahren studierten. Die Männer verhielten sich entsprechend emanzipiert.
@doreen, toll mit Deinem Sohn! So sollte es immer laufen.
 
Wolfgang0308 18.05.2021 21:19
Mein Opa hat noch den Sonntagsbraten samt Tisch umgekippt wenn irgendwas nicht nach seinem Geschmack war.

Na ja. Mädchen sind schlau und geduldig. Wer erzieht die Jungs?

Kitas               Frauen
Kindergarten   Frauen
Grundschulen  Frauen
Rund 70 Prozent aller Lehrkräfte in NRW sind Frauen.

Merkt ihr was?
 
Eisblume50 18.05.2021 21:28
@Aletheia, ab und zu fällt mir doch auf, dass ich 20 Jahre älter bin als Du. Ich glaube, in diesem Zeitraum hat sich viel geändert. Obwohl ich doch meine Schwester dabei ertappt habe, wie sie für ihre beiden 30 -33-jährigen Söhne die Dreckwäsche gewaschen hat....

Ansonsten: Vielen Dank für die Beiträge. Jetzt muss ich aber in die Heia - muss morgen früh 'raus - und werde mich, wie an den letzten Abenden auch, mit Jean sans Terre und Richard, Coeur de Leon, beschäftigen.
 
Nordlicht1961 18.05.2021 21:41
Jetzt habe ich es auch begriffen, Eisblume! Du befasst dich gerade mit den Brüdern Richard Löwenherz und Johann Ohneland. Hatte Latein und nicht Französisch in der Schule, daher musste ich die Namen nochmals genauer lesen. Liest du einen Roman? Auf deutsch? Dann schicke mir bitte Titel/Autorin, das interessiert mich auch sehr bis brennend!

Ihre Mutter Eleonore von Aquitanien war wohl eine beeindruckende stolze Frau. Ihre Ehe mit dem um 11 Jahre jüngeren Heinrich II Plantagenet war turbulent, später hielt er sie lange gefangen. Als König durfte er das. 

Den guten Robin Hood, der zur gleichen Zeit um 1200 angesiedelt war, hat es hingegen leider nicht gegeben. 

Das war jetzt aber viel OT, aber gewiss wirst du das verzeihen. 
 
(Nutzer gelöscht) 18.05.2021 21:46
ich denke mal mit der bildung kamen auch mehr aufgabenaufteilungen  und das klare verständnis vom mann , da ja die frau  auch " seine aufgabe"  mitübernahm.
also meine  persöhnliche meinung, 
je gebildeter der mensch ,umso gleichberechtigter .
könnte man den blick auf andere kulturen  zu den thema hinzuziehen ?
teilweise herrschen  dort noch  veraltete  rollen
 
samsom 18.05.2021 22:54
Ich glaube nicht, dass sich gegenüber früher wirklich viel geändert hat. Abgesehen davon, dass es, wenn beide arbeiten, unumgehbar ist, dass Aufgaben aufgeteilt werden. Der wesentliche Unterschied ist aber der, dass heute alles medial wie eine Sau durchs Dorf getrieben wird, sodass der Eindruck entsteht, es handelte sich um eine Veränderung gegenüber früher. Daneben ist mein Eindruck aber der, dass es schon immer Männer gegeben hat, die sich gerne an allem beteiligen, wie es auch heute noch Frauen gibt, die Haushalt und Kindererziehung wie Löwinnen gegen den Mann als ihr Terrain verteidigen.
 
Erynyen 19.05.2021 00:17
Heute ist es ja fast schon eine Schande wenn eine Frau sagt dass sie nur Hausfrau ist. Was ich sehr schade finde... Denn jeder sollte selber wissen was ihn glücklich macht ob nun daheim bei Mann Kind und Hund oder als Karrierefrau in welcher Form auch immer oder als ganz einfache Arbeiterin Punkt jede Form  hat ihre  Daseinsberechtigung..
 
Erynyen 19.05.2021 00:21
Ich muss Samson Recht geben ,.ich hasse es wenn ein Mann in meinem Haushalt rumpfuscht .. Müll rausbringen und schwere Einkäufe reintragen finde ich ok ..aber mit dem Lappen am Spülbecken oder Wäsche aufhängen..da bekomme ich Lachkrämpfe..
 
(Nutzer gelöscht) 19.05.2021 00:27
Ery, ist es nur bei nem Mann so? Also dürfte eine weibliche Mitbewohnerin spülen und Wäsche bearbeiten? Oder ist es so, dass du das einfach lieber grundsätzlich selbst machst? Ich kann z.B. auch besser als niemand sonst die Spülmaschine einräumen. Mein Freund macht das, wie es ihm gefällt, ich mach das mit Logik und System. Passt glatt ein Drittel mehr rein. 😎
 
Erynyen 19.05.2021 00:30
Nö bei meiner lieben Putzfee habe ich keine Probleme ....ja ich weiss in der Beziehung hinke ich vollkommen hinterher ..aber das macht mir nix ..
 
(Nutzer gelöscht) 19.05.2021 00:41
Finde ich auch nicht schlimm, solange es dir selbst so passt. Ich hab auch eine Bekannte, die liebend gerne ihren Job aufgegeben hat und bei ihren drei Kindern zuhause geblieben ist. Der Mann verdient so viel, dass es gut für alle reicht, die Bude ist abbezahlt und diese Lebensform ist für alle in Ordnung.
 
(Nutzer gelöscht) 19.05.2021 07:50
ich finde es persönlich ätzend wenn er am bügeltisch steht da vergeht mir die erotik an meinem partner ich mach den haushalt u putzen dann ist es auch so wie ich das haben will alles was körperlich schwer ist darf er gern helfen ..mir egal ob ich dann altbacken denke ...emanzipation ist für mich gleiche arbeit gleiches geld für beide und davon sind wir noch weit entfernt
 
Eisblume50 19.05.2021 20:23
@Nordlicht, bingo! Allerdings ist es "nur" ein historischer Roman.Autorin Rebecca Gablé, Teil der Waringham-Saga, Titel "Teufelskrone". Da ist natürlich jede Menge Unterhaltung dabei, aber die historischen Fakten sind gut recherchiert, und man kriegt doch eine Menge mit. Zum Beispiel, dass der Richard keineswegs der große Held war, als den er immer wieder dargestellt wird. Ich lese das Buch jetzt nach längerer Zeit zum zweiten Mal. Wenn Du Interesse hast, schicke ich es Dir gerne zu. Du müsstest mir dazu nur Deine Adresse ins Ohr flüstern.
Wahl zwischen kindern und Haushalt und Beruf  tja, das ist schwierig. Ich glaube, heute kann man keiner jungen Frau mehr raten, zu Hause zu bleiben. Was ist, wenn die Ehe auseinander geht? Auf Unterhaltszahlungen durch den Ehemaligen ist kein Verlass mehr. Nur für die Kinder muss er natürlich zahlen. Ich kenne eine Frau, die auf Wunsch ihres Mannes Hausfrau war, die Kinder erzog und nach 40 Jahren verlassen wurde. Sie hatte das Riesenglück, dass  ein sehr wohlhabender, älterer Herr genau zu diesem Zeitpunkt eine Haushälterin suchte. Das war ein Metier, in dem sie sich auskannte. Ich kenne andere, die sich mit 50 oder noch später einen schlecht bezahlten Job suchen mussten. Also: Zu Hause bleiben ist keine Option.
Und welche es unerotisch findet, wenn der Mann Hausarbeiten übernimmt, die kann sich ja gerne halbtot schuften.
 
Nordlicht1961 19.05.2021 21:05
Eisblume, ich ahnte es - Rebecca Gablé! Ja, sie schreibt toll, spannend und historisch äußerst kundig. Das Buch werde ich mir kaufen. Ich schlage in den Gablé-Büchern gern mal das eine oder andere nach. Aber danke für dein freundliches Angebot und den tollen Tipp! 
 
samsom 19.05.2021 23:00
Wenn ich mir übringes vorstelle, auf meine Wäsche wieder wie bei Mutti nach dem  Arbeitsturnus einer anderen Person abwarten zu müssen, damit ich das benötigte Stück sauber zur Hand habe - da bekomme ich die Krise. Wenn die Frau nicht möchte, dass ich ihre Wäsche erledige, meinetwegen. Aber mein Kram bliebe mein Kram.
 
(Nutzer gelöscht) 20.05.2021 09:30
samsom

bei mir ist es tatsächlich so,wenn ich die Wäsche mach ,  und  mir mein Partner sagt , ...Hemd ..oder ..xy...würde er , bitte, gerne ..am ...Tag xy..anziehen , dann bekommt er es  frisch zu diesem Zeitpunkt 🙂
 
 
Eisblume50 20.05.2021 20:25
Ich denke, dass in einer Partnerschaft beide einbringen, was sie am besten können. Viele Dinge lassen sich ja auch delegieren (Putzen, Bügeln).
Nochmal kurz zu @Nordlicht: Ich habe mir die Rebecca-Gablé-Bücher immer in der Bücherei ausgeliehen. Das ist schade, denn das Eine oder Andere würde ich schon gerne noch einmal nachlesen. Zum Beispiel ist der Hauptakteur in den Elizabeth-George-Krimis ein ausgesprochener Anhänger des Hauses York. Da hätte ich schon gerne noch einmal nachgelesen, wie das war in der Schlacht von Bosswell. Na, mal sehen. "Die Teufelskrone" war ihr letzter Roman. Ich warte mit Ungeduld auf ihr neues Werk!
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